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1. Januar 1988
Antonia Riva tritt das Amt des Generaldirektors
der „SRG“ als Nachfolger von Prof. Dr. Leo Schürmann
an. Nach erfolgtem Ausbau des Programmangebotes und der Umgestaltung
der „SRG“ zu einem modernen Unternehmen, geht es dem
neuen Generaldirektor um die Erhaltung der „SRG“ als
unabhängige nationale Institution.
Ulrich Kündig, bisher Programmdirektor des Fernsehens DRS, übernimmt
als Nachfolger von Antonio Riva die Direktion der Programmdienste
bei der Generaldirektion SRG.
Peter Schellenberg tritt als Nachfolger von Ulrich Kündig
das Amt des Programmdirektors des Fernsehens DRS an.
1. Januar 1988
Auch das Radio der italienischen Schweiz „RSI“ verfügt
nun über ein drittes Programm, genannte „Rete 3“,
das zum grössten Teil aus Musikbeiträgen besteht und „junge
und moderne Hörer bis 30“ als Zielpublikum ansprechen
soll. Damit wird den privaten Sendern im italienischen Grenzgebiet,
denen Werbung und Konsum zentrales Anliegen sind, eine echte Alternative
entgegengesetzt. Geleitet wird das „Rete 3“-Team (durchschnittsalter
unter 25 Jahren) von Jacky Marty.
Laut einer Mitteilung der „SRG“ und der „PTT“ sind
die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass "Rete 3" ab
dem ersten Sendetag vorerst über die Sender Cardada (103,3
MHz), Grono (102,3 MHz), Monte Ceneri-Passo (107,4 MHz), Monte
Morello (104,5 MHz, Monte San Salvatore (106,5 MHz) und Pizzo Matro
(105,9 MHz) verbreitet wird.
1. Januar 1988
In Polen konnten am Neujahrstag erstmals seit Dezember
1981 die polnischen Dienste der „BBC“, der „Voice
of America“ und von „Radio Free Europe“ störungsfrei
empfangen werden. Laut der „BBC“ in London hat die
UDSSR die Störsender abgestellt.
1. Januar 1988
Die private Fernsehstation „RTL-plus“ operiert
mit Beginn des neuen Jahres nicht mehr aus dem Stammland Luxemburg,
sondern aus Köln und München. Nach vier Jahren Sendebetrieb
von Luxemburg aus werden von nun an Geschäftsleitung, Verwaltung,
Programm- und Chefredaktion in Köln, Unterhaltungs- und Filmproduktion,
Synchronisation sowie Filmeinkauf in München residieren. In
beiden Städten werden – mit Ausnahme der in Luxemburg
verbleibenden Arbeitsgruppe für das Frühstücksfernsehen – 180
Mitarbeiter (60 in München) tätig sein.
1. Januar 1988
„Cable One“, das erste englischsprachige
kommerzielle Radioprogramm aus Holland, ist europaweit via Satellit
Eutelsat 1 F 1 zu hören. Der offizielle Sitz der Betreiberfirma „Cable
Music Europe Ltd.“ ist London. Das Programm, Hits der vergangennen
30 Jahre wird im Produktionsstudio in Hilversum zusammengestellt.
4. Januar 1988
„Radio Suisse Romande“ verbreitet versuchsweise
täglich zwischen 10 und 12 Uhr statt „RSR 1“ ein
Alternativ-Programm auf Mittelwelle. Die Versuchssendung über
den Sender Sottens auf 765 kHz läuft vorerst bis Ende 1988.
11. Januar 1988
Die „Musicbox“, das von der Kabel-Media-Programmgesellschaft
(KMP) veranstaltete TV-Programm , nennt sich jetzt „Tele
5“. (Siehe auch September 1987)
28. Januar 1988
„Radio Buenas Nuevas“ aus Guatemala
nimmt im 60-Meter-Tropenband einen 1-kW-Sender in Betrieb. Der
Missionssender erreicht nun auf 4800 kHz über 500 000 Indios
in den Gebieten San Marcos, El Quinché und Quetzaltenango.
Januar 1988
Mit dem Spielfilm „Kramar gegen Kramer“ geht
der erste private Fernsehkanal spaniens auf Sendung. „Canal
10“ wird von einem Londoner Studio aus über Intelsat
VAF 11 nach Spanien übertragen. Zum Empfang des Pay-TV-Kanals
ist eine Parabolantenne sowie ein Decoder nötig. Derzeit sendet „Canal
10“ täglich von 20 bis 24 Uhr ein noch unverschlüsseltes
Programm. Es soll nach und nach rund um die Uhr ausgeweitet werden.
Mehrheitsaktionär bei „Canal 10“ ist der spanische
Kaufmann Enrique Talarewitz; zu den weiteren Gesellschaften zählt
auch „Canal Plus“ (Frankreich).
Januar 1988
Im Kleinstaat San Marino ist nicht länger ein
weisser Fleck auf der Rundfunkkarte. Auf 97.0 MHz (5 kW) und 97,3
MHz (10 kW Stereo) meldet sich „Radio Titano“ mit einem
italienischsprachigen Programm.

5. Februar 1988
Der Rundfunkrat des „Hessischen Rundfunks“ beschliesst,
Werbesendungen in das 4. Hörfunkprogramm aufzunehmen. Damit
soll eine Entzerrung der Werbezeiten in „HR 1“ und „HR
3“ erreicht werden.
9. Februar 1988
Die Regierung Panamas hat zwei Oppositionssender
wegen „Anstiftung zu Verbrechen“ und „Nichtachtung
der Gesetze“ vorläufig geschlossen. Innenminister Rodolfo
Chiari teilte die Entscheidung den Geschäftsführern der
betroffenen Radios „Exitosa“ und Chiriqui“ heute
mit. Die Regierung wirft ihnen vor, Interviews mit Oppositionspolitiker
ausgestrahlt zu haben, in denen diese zur „Besetzung“ Panamas
durch ausländische Truppen und zum Generalstreik aufgerufen
haben sollen.
23. Februar 1988
Das „Televisione della Svizzera italiana“ (TSI)
nimmt den leistungsstarken Fernsehsender Castel San Pietro im Südtessin
in Betrieb, weil die italienischen Fernmeldebehörden eine
Frist zur Bereinigung der unkoordiniert operierenden UKW- und Fernsehsender
in Norditalien ungenutzt verstreichen liessen.
Das unkontrollierte Gedeihen der italienischen Privatsender im
elektronischen Medienbereich hält seit über zehn Jahren
an. In Rom arbeitet man noch immer an einem Gesetzesentwurf, der
eine Normalisierung der Sachlage herbeiführen soll. Unterdessen
jedoch werden systematisch die in Italien noch freien Kanäle
besetzt, dies ungeachtet aller internationalen Bestimmungen. So
werden die Sendungen der SRG-Programme im Grenzgebiet von 21 Radio-
und 17 Fernsehanstalten gestört.
Der Chef der Fernmeldedirektion der PTT-Betriebe in Bellinzona,
Ing. Carlo Michelotti, bezeichnete die Situation als „Tunnel
ohne Ausgang“. Die Verantwortlichen in Italien garantieren
ihre Mittarbeit und versuchen, die gröbsten Störungen
zu beheben, doch auch ihnen sind, da kein Gesetz vorhanden ist,
die Hände gebunden.
Der neue Sender von Castel San Pietro erlaubt einen besseren Empfang
der SRG-Programme im Mendrisiotto, stört aber verschiedene
italienische Sender (darunter die beliebten Berlusconi-Sender „Canale
5“ und „Rete 3“) im Tessin und in der Lombardei.
Nach den Probesendungen im vergangenen November hat Rom mit verschiedenen
Versprechen versucht, die Inbetriebnahme des neuen Senders zu verzögern.
Da von italienischer Seite die abgemachten Termine nicht eingehalten
wurden, haben die PTT nun beschlossen, zur Tat zu schreiten. Carlo
Michelotti hat jedoch bekanntgegeben, man wäre in der Schweiz
einverstanden, den Dialog wiederaufzunehmen.
23. Februar 1988
Der Offshore-Sender „Radio Caroline“ setzt
neben 558 kHz jetzt auch die Kurzwellenfrequenz 6210 kHz (10 kW)
ein. Auf der Kurzwellenfrequenz werden in Zukunft hauptsächlich
englischsprachige religiöse Sendungen verbreitet.
28. Februar 1988
Das älteste DX-Programm, „Sweden Calling
Dxers“, feiert den 40. Geburtstag. Die erste Sendung für
die Freunde des weltweiten Kurzwellenempfangs wurde am 28. Ferbruar
1948 vom „Swedisch Broadcasting Service“ ausgestrahlt.
29. Februar 1988
Der Bundesrat ist nicht bereit, den mit finanziellen
Schwierigkeiten kämpfenden Westschweizer Pay-TV-Versuch „Téléciné“ um
jeden Preis zu stützen. Er hat eine Konzessionserweiterung
abgelehnt, nach der sich „Téléciné“ völlig
in die Abhängigkeit vom französischen Veranstalter „Canal
Plus“ begeben hätte.
Der Bundesrat habe sich seinen Entscheid, der für „Téléciné“ das
aus bedeuten könnte, „sehr schwer“ gemacht, erklärte
der Chef des Radio- und Fernsehdienstes im „EVED“,
Armin Walpen. Nach Ansicht des Bundesrats sprechen jedoch schwerwiegende
Gründe gegen die Übernahme von „Canal Plus“,
würden doch die nur beschränkt verfügbaren schweizerischen
Fernsehfrequenzen faktisch einem ausländischen Veranstalter
zur Verfügung gestellt. „Téléciné“ hätte
weitgehend ihre unternehmerische Eigenständigkeit verloren.
Die geplante Zusammenarbeit hätte sich einseitig ausgewirkt,
weil im wesentlichen ein in Paris zusammengestelltes Programm weiterverbreitet
wäre. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass „Téléciné“ im
Rahmen des unverschlüsselten Programmteils selbst produzierte
Beiträge ausgestrahlt hätte.
Mit dem negativen Entscheid wird der Vertrag zwischen
der Betriebsgesellschaft „Télécinéromandie
SA“ und „Canal Plus“ vom vergangenen 5. Dezember
hinfällig.
Februar 1988
Das Rastater „Radio Merkur“ beginnt
mit Testsendungen auf 100,9 MHz (800 Watt).
1. März 1988
Nach einer mehrmonatigen Testphase beginnt Hamburgs
Rock-Sender „OK-Radio“ mit dem regulären Programm.
Der 0,1 kW-Sender auf dem Heinrich Hertz-Turm arbeitet auf 95,0
MHz. Der Hilfssender HH-Lohbrücke überträgt das
Programm auf 88,1 MHz.

7. März 1988
Über Eutelsat 1 F 1 strahlt das niederländische
Satellitenradio „10“ ein Top 40 und Oldies-Programm
aus. Die Sendungen werden in Amsterdam zusammengestellt und via
PTT-Leitung nach Brüssel transportiert. Dort übernimmt
die belgische PTT das Signal und schickt es zum Satellit.
Um nicht in Konflickt mit dem niederländischen Mediengesetz
zu kommen, haben die Initianten von „Radio 10“, Jeroen
Soer und Peter Jelgersma in Milano die „Associazione Studio
10“ gegründet und verbreiten dort das Programm via einer
lokalen Privatstation. Die Satellitenübertragung dient somit
zur Speisung der italienischen Station. In Wirklichkeit ist das
niederländische Publikum anvisiert. Über die Kabelnetzbetreiber
gelangt das Programm vom Satellit in die angeschlossenen Haushaltungen.
17. März 1988
Zur Tausendjahrfeier Dublins wird eine neue Mittelwellenstation
eröffnet: „Radio Millenium“ bringt auf 1278 kHz
von 7 bis 13 Uhr eigene Programme, ansonsten wird „RTE 2“ übertragen.
5. März 1988
Die „Swchweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft“ (SRG)
zieht ihre Beteiligungen an den beiden Abonnementsfernsehprojekten „Teleclub“ und „Téléciné Romandie“ zurück.
Die Generaldirektion wurde vom Zentralvorstand beauftragt, den
Rückzug aus diesen Gesellschaften einzuleiten. Grund sind
nicht zuletzt die privaten Direktübertragungen von Fussballmeisterschaftsspiele.
6. März 1988
Der Regionalsender Heidelberg-Königstuhl strahlt
auf der Frequenz 102,8 MHz mit 10 kW Leistung das Programm des
privaten Anbieters „Radio Regenbogen“ aus. Klaus Schunk,
der Geschäftsführer der Programm-Produktionsgesellschaft
1 von „Radio Regenbogen“, verkündete am 29. Februar
in der Presse optimistisch: Morgen früh um 5.30 Uhr geht es
los.“
Wenige Stunden später wurde er eines Besseren belehrt. Das
Verwaltungsgericht Stuttgart untersagte den seit langem geplanten
Sendestart am 1. März.
Grund war ein von der Landesanstalt für Kommunikation abgewiesener
Lizenzbewerber der sich nun per Gericht Zugang zu der Heidelberger
Regionalfrequenz 102,8 MHz verschaffen will. Angela Frank von der
Landesanstalt für Kommunikation: „Weil Radio Regenbogen
sendebereit war, wurde die Lizenz für den sogenannten Sofortvollzug
versehen; das heisst, der Sender darf sofort starten – unabhängig
davon, ob Widersprüche gegen die Sendeerlaubnis eingehen oder
nicht. Ein Konkurrent, die Heidelberger Rundfunkgesellschaft unter
Klaus-Jürgen Hoffie, die von uns nicht berücksichtigt
wurde, hat nun sowohl gegen die Lizenzentscheidung Widerspruch
eingelegt als auch ein Gericht beauftragt, das dann den Sendestart
zunächst verboten hat.
4. April 1988
Das dritte Niederländische Fernsehen beendet
die Testsendungen und verbreitet von nun an Sport- und Minderheitenprogramme.
Der 382 m hohe Sendeturm in Ijsselstein strahlt das Signal mit
2 x 20 kW auf Kanal 30 (UHF) aus. Mit der Einführung von „Nederland
3“ sieht der Sendeplan der verschiedenen Radio- und TV-Vereinigungen
wie folgt aus: „Nederland 1“ beherbergt „NCRV“, „KRO“,
und „VARA“. „Nederland 2“ ist für „AVRO“, „Veronica“, „TROS“ und „VPRO“ reserviert.
Die Dachorganisation „NOS“ sowie die Minderheitenprogramme
finden Zugang auf „Nederland 3“.
5. April 1988
Das Schwetzinger „Rheintal-Radio“ geht
auf Sendung. Das Programm wird von einem Sender in Wiesloch mit
100 Watt auf der Frequenz 107,4 MHz ausgestrahlt. „Rheintal-Radio“ sendet
allerdings nur von 18 bis 20 Uhr. Für die restliche Sendezeit
wird das Programm des Mannheimer Senders „Radio Regenbogen“ übernommen.
25. April 1988
Im Rahmen der SRG-Zielsetzungen für eine bessere
Vertretung der Regionen in den Programmen von Radio und Fernsehen,
eröffnet die „Radio-Télévision Suisse
Romande“ in Delsberg ein regionales Studio.
27. April 1988
Das private Fernsehprogramm „RTL plus“ ist
in Hamburg auf Kanaln 46 terrestrisch zu empfangen. Das Programm
wird zunächst nur mit 1,7 kW ausgestrahlt. Noch in diesem
Jahr soll die Sendeleistung auf 15 kW erhöht werden.
Ab Juni/Juli 1988 wird auch „SAT 1“ mit der Dachantenne
in Hamburg auf Kanal 48 zu empfangen sein.
29. April – 1. Mai 1988
Der Regionalfernsehversuch „Bernsehen“ realisiert
zum ersten Mal das sogenannte Kooperationsmodell zwischen einem
privaten Veranstalter und der „SRG“. In einem BEA-Studio
findet der Regionalfernsehversuch mit je einem einstündigen
Regionalfernsehprogramm, das in einem Rahmenprogramm der „SRG“ eingebettet
ist, statt.
Der PTT-Sender Bantiger verbreitet das Programm auf dem UHF-Kanal
43, Für die Kabelabonnenten der Region Bern steht der Service-Kanal
zur Verfügung.

29. April 1988
„The American Music Hour“, eine Country,
Rock und Pop Radio-Show, wird zweimal wöchentlich vom Chinesischen
Rundfunk landesweit ausgestrahlt. Diese kommerzielle Sendung – eine
Werbeminute kostet 5000 Dollar – soll 500 Millionen Chinesen
erreichen. In der Eröffnungssendung übermittelte US Präsident
Ronald Regan Grüsse an das Chinesische Volk.
1. Mai 1988
Nachdem „Radio Sarine / Saane“ am 1.
April 1984 seinen Sendebetrieb aufgenommen hatte und seine Sendetätigkeiten
wegen finanzieller und struktureller Probleme bereits Ende 1986
wieder einstellen musste, hat nun die Nachfolgegesellschaft „Radio
Freiburg“ um 10 Uhr begonnen, ihre deutsch- und französischsprachigen
Programme auszustrahlen. „Radio Freiburg“ stellt einen
Neubeginn dar, der mit grosser Wahrscheinlichkeit den Erfolg bringen
wird, den „Radio Sarine / Saane“ nicht erreicht hat.
Der Neuanfang manifestiert sich nicht nur im Umstand, dass „Radio
Freiburg“ in Gegensatz zu seiner Vorgängerin, die in
die Rechtsform des Vereins gekleidet war, eine Aktiengesellschaft
ist, die über 800 000 Franken Kapital verfügt. Entscheident
ist wohl auch die Tatsache, dass „Radio Freiburg“ neue,
mit modernster Technik ausgestattete Räumlichkeiten in jenem
Stadtviertel bezogen hat, wo die Verlage der beiden Freiburger
Tageszeitungen angesiedelt sind. Bedeutsam für die neu zum
Leben erwachte stimme Freiburgs dürfte es vielmehr sein, dass
dieses Medium von ganztags beschäftigten, professionellen
Journalisten betrieben wird, die eine gewisse Wirtschaftsnähe
demonstrieren. Diese Voraussetzungen hatten der Vorgängerin
gefehlt und deren Ruin beschleunigt. Vor dem offiziellen Sendebeginn
war für über 70 000 Franken Werbezeit verkauft.
Das deutsche Programm von „Radio Freiburg“ ist auf
88,50 MHz zu hören, auf den Frequenzen 90,40 und 92,50 MHz
wird in französischer Sprache gesendet.
1. Mai 1988
Aus Frankfurt meldet sich vom 1. bis 10. Mai das „Kunstradio“,
ein Versuch, öffentlichrechtliches, privates und alternatives
Radio irgendwie unter einen Hut zu bringen. Von 19 bis 24 Uhr wird
auf 100,20 MHz gesendet.
1. Mai 1988
Über den Offshore-Sender „Radio Caroline“ meldet
sich auf 6215 kHz der Missionssender „World Mission Radio“ (Box
3416 Corona Californien 91719 USA).
9. Mai 1988
Der Rastatter Privatsender „Radio Merkur“ hat
um 5. 30 Uhr offiziell den Sendebetrieb aufgenommen. Das Programm
wird vom Baden-Badener Merkur auf der Frequenz 100,90 MHz mit 800
Watt ausgestrahlt.
Der Grossteil des Programms kommt jedoch aus Luxemburg: Eine Parabolantenne
auf dem Merkur empfängt das deutschsprachige Programm von
RTL-Radio direkt vom ECS 1-Satelliten.
Der öffentlichrechtliche „Südwestfunk“ bezeichnete
es in einer Pressemitteilung als befremdlich, wie hier ein regionales
Hörfunkprogramm als Trojanisches Pferd genutzt werde, um „Radio
Luxemburg“ erstmals einen UKW-Sender im Bundesgebiet zur
Verfügung zu stellen, ohne dass RTL selbst eine landesrechtliche
Zulassung habe.
31. Mai 1988
Nach dreijähriger Dauer geht das Kabelpilotprojekt
Dortmund zu Ende. „Radio Dortmund“ und das „Lokalfernsehen
Dortmund“ werden unter Regie des Landesfunkhauses Dortmund
fortgeführt.
Mai 1988
Nach zehn Jahren Pause stört Ostberlin wieder
Westsendungen, und zwar das Programm „Radio Glasnost“ des
privaten berliner Anbieters „Radio 100“.
25. Juni 1988
„Radio Hall“, das Lokalradio für
Schwäbisch Hall, startet auf der Frequenz 102,6 MHz mit 100
Watt. Der Grossteil des Programms wird vom Mannheimer „Radio
Regenbogen“ übernommen. Knapp sechs Stunden sendet „Radio
Hall“ in eigener Regie.
29. Juni 1988
Der Bundesrat stimmt einer Beteiligung der SRG am
Satellitenprogramm „Eurosport“ zu. Dieses werbefinanzierte
Sportprogramm wird in England zusammengestellt und über Satellit
in ganz Westeuropa verbreitet. 14 Mitglieder der Union der europäischen
Rundfunkorganisationen „UER“ gründeten anfangs
Mai in Genf ein Konsortium für einen mehrsprachigen „Eurosport“-Satellitenkanal,
der vom britischen Medienunternehmer Rupert Murdoch betrieben wird.
Murdochs „Sky Channel“ soll die Werbung akquirieren,
während die UER-Organisationen das Programm beschaffen. Mit
der Einführung dieses Sportkanals soll eine bessere Verwendung
der Sportprogramme erreicht werden.

1. Juli 1988
Das “Vision Interfaith Satellite Network“ sendet
von nun an täglich rund um die Uhr Gottesdienste, Predigten,
Beratungssendungen sowie Kinder- und Unterhaltungsprogramme. Wie
der Religious News Service berichtet, geht das Network auf einen
Vorschlag der Kabelfernsehfirma Tele-Communications Inc. (TCI)
zurück. Als „TCI“ letzten Herbst die Übertragung
des „Praise the Lord“-Networks infolge der Verstrickung
von dessen Leiter Jim Bakker in Skandale einstellte, forderte die
Firma Kirchenvertreter auf, einen alternativen ökumenischen
Kabelkanal zu entwickeln.
„ TCI“ wird die Programme des neuen Kanals kostenfrei übertragen.
Im gegensatz zu nahezu allen anderen religiösen Produzenten wird das Network
seine Zuschauer nicht um Spenden bitten. Statt dessen soll der Kabelkanal von
Kirchenstiftungen und aus Werbung finanziert werden.
4. Juli 1988
Das „Badenradio“ des Süddeutschen
Rundfunks startet um 5.30 Uhr. Es wird vom Regionalsender Mühlacker
auf 100,7 MHz (5kW) in der Zeit von 5.30 bis 8 Uhr ausgestrahlt.
Die restliche Sendezeit wird nicht – wie sonst bei den SDR-Regionalprogrammen üblich – das
Programm SDR 1 übernehmen, sondern das Programm des privaten
Bürgerradios Stuttgart.
5. Juli 1988
Das „Schweizer Radio International“ mietet
einen Kurzwellensender von „Radiobras“ in Brasilien
um ihr dortiges Publikum besser bedienen zu können.
23. Juli 1988
Im badischen Freiburg sendet von nun an der Alternativsender „Radio
Dreyeckland“ legal auf 100,7 MHz. Die zuständige Landesanstalt
für Kommunikation in Stuttgart hat die eingereichten Beschwerden
abgewiesen, worauf die Badische Zeitung aus Protest ihre Sendelizenz
zurückgegeben hat.
Nachdem wegen Rekursen die Situation monatelang blokiert war, bestätigte
die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) in Stuttgart ihren
Entscheid: Den Lokalsender Freiburg teilen sich das alternative „Radio
Dreyeckland“ (4 Stunden täglich) und „Radio Freiburg“
(20 Stunden täglich). Den Regionalsender Freiburg hingegen
teilen sich „Radio Dreyeckland“ (2 Stunden täglich)
und die „Badische Zeitung“ (22 Stunden täglich).
Da die konservative Badische Zeitung es als Beleidigung empfand,
2 Sendestunden täglich an die jungen RDL-Macher abtreten zu
müssen, gab sie ihre Lizenz gleich zurück.
Seit November 1988 sind die beiden Freiburger Frequenzen wie folgt
belegt: Radio Dreyeckland bekommt den Lokalsender Freiburg (102,3
MHz) zugeteilt, und Radio Freiburg schafft sich mit dem Regionalsender
auf 100,7 MHz gehör.
25. Juli 1988
Erstmals in der Geschichte der ARD kommt die „Tagesschau“ nicht
aus Hamburg, sondern vom Bayerischen Rundfunk. Der Grund ist ein
Warnstreik bei den „Tagesschau“-Machern.
1. August 1988
„Radio France International“ und „Radio
Japan“ tauschen ihre Kurzwellensender. Japan übernimmt
den RFI-Sender in französisch Guiana und setzt ihn für
den Lateinamerika-Service ein. Frankreich erhält als Gegenleistung
die japanische Station in Yamata für ihre Asiensendungen.
1. August 1988
Der Sender „WCVJ“ in Kentuky strahlt
von nun an nur noch Elvis Presley-Songs auf 1420 kHz aus.
22. August 1988
Nach mehreren Testläufen startet „RIAS-TV“ in
Berlin. Zunächst wird nur die Nachmittagssendung von 17.50
bis 18.25 Uhr ausgestrahlt. Ab 3. Oktober soll das Frühstücksprogramm
beginnen.
22. August 1988
„Star Sat Radio“ nimmt den Sendebetrieb
rund um die Uhr auf. In Deutschland ist das Satellitenprogramm
via Kabel in ca 7 Mio. Haushalte zu empfangen. Als Zulieferprogramm
ist „Star Sat Radio“ terrestrisch empfangbar in München,
Würzburg und Teilen von Baden-Württemberg.
August 1988
Die „Stimme Indonesiens“ nimmt einen
neuen leistungsstarken Kurzwellensender in betrieb, und ist erstmals
mit gutem Signal auf 7125 kHz in Europa zu empfangen.

1. September 1988
Über die Relais-Anlage der „Deutschen
Welle“ auf Malta meldet sich „The Voice of the Mediterrenian“,
eine maltesischlybische Zusammenarbeit.
3. September 1988
Der Südwestfunk startet in Freiburg mit „Radio
Breisgau“ sein erstes subregionales Hörfunkprogramm
in Baden-Württemberg.
Dreieinhalb Stunden täglich sollen die Bürger aus Freiburg
und dem Umland das neue Programm empfangen können. Es wird
von 10 bis 12 Uhr und von 17.30 bis 19 Uhr ausgestrahlt. Die regionale
Informationswelle ist in das Programm von „SWF 1“ eingebettet
und wird auf UKW über die Frequenzen 91,1 MHz (Freiburg-Lehen)
und 87,9 MHz (St. Chrischona) sowie auf Mittelwelle 828 kHz verbreitet.
5. September 1988
Der landesweite Privatsender „Antenne Bayern“ nimmt
den Betrieb auf. Über 27 UKW-Sender wird das Programm in ganz
Bayern ausgestrahlt, einer davon ist sogar der höchste Sender
der Bundesrepublik. Die Bundespost hat auf der Zugspitze einen
Sender installiert, der auf 102,7 MHz die Region Augsburg / Allgäu
versorgt.
An dem Privatsender sind acht Gesellschaften beteiligt. dazu gehören
die Mediengesellschaft Bayerischer Tageszeitungen, die Verlage
Burda und Springer, UFA-Radio, Studio Gong und die Amperwelle München.
Geschäftsführer von „Antenne Bayern“ ist
Donald Mc Loughlin, der bereits Radio Schleswig-Holstein in gleicher
Funktion geleitet hatte.
7. September 1988
Das afrikanische Königsreich Leshoto führt
Fernsehen ein. Der kommerzielle Südafrikanische Fernsehsender „M-Net“ stellt
sein gesamtes Programmangebot zur Verfügung. Es soll nach
und nach durch Eigenproduktionen aus Maseru erweitert werden. Zunächst
wird täglich zwei Stunden gesendet.
7. September 1988
„Radio RSA“ die Stimme Südafrikas,
nimmt ein Programm in dänischer Sprache auf. Es wird jeden
Mittwoch von 17 bis 17.15 Uhr auf 21535 kHz ausgestrahlt.
9. September 1988
Der Ansbacher Privatsender „Radio 8“ startet.
Das Programm wird auf drei Frequenzen ausgestrahlt.: 89,80 MHz
Dinkelsbühl, 100,80 MHz Rothenburg ob der Tauber und 89,40
MHz Ansbach.
14. September 1988
Zum ersten Mal findet live via Satellit eine stereofone
Hörfunk-Übertragung aus den USA unter dem Titel „Hallo
Europa – Hallo Amerika“ statt. An der Gemeinschaftssendung,
die zwischen 20.05 und 22 Uhr ausgestrahlt wird, sind der „SWF“, „BR“, „RIAS
Berlin und der „Schweizerische Telefonrundspruch“ beteiligt.
1. September 1988
Die Angestellten des staatlichen französischen
Fernsehens „Antenne 2“ treten bis zum 2. Oktober 1988
in den Streik. Einen Tag später schliessen sich jene von „FR
3“ sowie von „Radio France“ an. Mit ihrer Aktion
protestieren die streikenden gegen die Lohn- und Budgetpolitik
der staatlichen Medien. Die TV-Journalisten der beiden öffentlichen
Sender „Antenne 2“ und FR 3“ fühlen sich
gegenüber den Konkurrenten des privatisierten Kanals „TF
1“ benachteiligt, da sie weniger Finanzen für die Produktion
von Reportagen und Direktsendungen zur Verfügung haben. Dennoch
wird von ihnen erwartet, dass sie mindestens Gleichwertiges liefern.
Das Fass der Unzufriedenheit brachte der Generaldirektor von „Antenne
2“, Claude Contamine, zum Überlaufen. Er bot der Starmoderatorin
Christine Ockrent 120 000 Francs (rund 30 000 Franken) monatlich
für ihren Übertritt von „TF 1“ zum staatlichen
Fernsehen. Die Einschaltquoten von „Antenne 2“ haben
sich deswegen nicht erhöht. Dafür brach der schwelende
Konflikt nun offen aus, und zwei Mitglieder der Redaktionsleitung
haben bereits ihren Dienst quitiert. Um die Empörung der Fernsehmacher
zu verstehen, muss man wissen, dass zum Beispiel die meisten Techniker
nur gerade den Minimallohn von umgerechnet 1300 Franken monatlich
verdienen.
30. September 1988
Als erste kommerzielle Kabel-Radio-Station Europas
beginnt „Sky Radio“ ein 24-Stunden-Musik-Programm ohne
Moderation über den Satellit Eutelsat 1 F1 auszustrahlen.“Sky
Radio“ spielt im Programm ausschliesslich „Soft Pop“ ab
Compact Disc. Das Programm wird in den vollständig computergesteuerten
Studios von Radio B.V. in Bussum, Holland, produziert und mittels
einer PTT-Musikleitung nach London übertragen. Dort ist die
British Telecom für den Uplink zum Satelliten verantwortlich.
Seit 1989 übernimmt das Astra-Satellitensystem die Verbreitung
von „Sky Radio“.

3. Oktober 1988
Das neue Tagesschau-Studio in Lugano-Comano wird
seiner Bestimmung übergeben. Damit ist die Regionalisierung
der wichtigsten Informationssendungen des Schweizer Fernsehen abgeschlossen.
Die Tagesschau der italienischen Schweiz wird nun nicht mehr in
Zürich, sondern in Comano produziert und von dort aus gesendet.
3. Oktober 1988
Als Konkurrenz zu den drei grossen kommerziellen
Networks „CBS“, „NBC“ und „ABC“,
lanciert Ted Turner sein „Turner Network Television“ (TNT).
Wie die grossen Networks will auch „TNT“ sein Schwergewicht
auf Fernsehserien, Spielfilme, Sport und Unterhaltung legen.
7. Oktober 1988
Um 17.30 Uhr Ortszeit verstummt der legendäre
Sender „WNBC-660kHz“, der vor 66 Jahren, genau im April
1922 errichtet wurde. Unter dem Rufzeichen „W2XY“ begann
damals die Testphase im Reigen mit erst wenigen anderen Stationen
in den USA. Eigner war „American Telephone & Telegraph“ (AT&T).
Das Rufzeichen wurde im Juli 1922 in „WBAY“ geändert,
als die zuständige Fernmeldebehörde dem Besitzer eine
Dauerlizenz übergab. Im August des gleichen Jahres erhielt
die Station das Rufzeichen „WEAF“. Die „Radio
Corporation of America“ (RCA) erwarb den Sender von „AT&T“ im
Jahre 1926 für eine Million US Dollar, als man die „National
Broadcasting Corporation“ (NBC) gründete, um den Verkauf
von „RCA“-Radiogeräten zu fördern. Aber erst
1946 erfolgte die Rufzeichenänderung in „WNBC“.
Am Schlussakt, der letzten Sendeminute also, waren bekannte Personen
wie z. B. Bill Cullen, Gene Rayburn, Ed McMahon, Lee Leonard, Bob
Fitzsimmons und Buffalo Bob Smith dabei. Der popoläre Morgen-DJ
Imus liess es sich nicht nehmen, selbst die symbolische Zeremonie
im Shea Station durchzuführen, den „Aus-Schalter“ zu
betätigen.
„ WNBC“ war das Aushängeschild des Sendenetzes, die die Heimat
von so bekannten Künstlern wie Jack Benny, Bob Hope, Fred Allen, Big Wilson
und Wolfman Jack (Geburtsname: Bob Smith) war, vom „NBC-Symphonie-Orchester“ – geleitet
von Arturo Toscanini – ganz zu schweigen.
In 35 Bundesstaaten konnte nachts die Legende „WNBC“ auf
der „Clear Channel“-Frequenz 660 kHz mit ihrem Musikprogramm
für 25- bis 49jährige und der Larry King-Show empfangen
werden.
8. Oktober 1988
„Radio Ladies First“, ein neuer Privatsender
in Baden Württemberg, geht auf Sendung. Das für Frauen
bestimmte Programm des Baden-Badener Senders wird von Hornisgrinde
auf der Frequenz 100,4 MHz von 13 bis 16 Uhr und von 20 bis 24
Uhr ausgestrahlt. In der restlichen Sendezeit wird der Sender abgeschaltet.
Der zweite Anbieter auf dieser Frequenz, „Radio Victoria“,
richtet noch seine Studios ein, und kündigt den Sendestart
für Anfang Dezember an.
10. Oktober 1988
Die private italienische TV-Station „Video
Music“ hat 55 Prozenz der Aktien des in finanzielle Schwierigkeiten
geratenen britischen Satelliten-Fernsehsenders „Super Channel“ erworben.
In den vergangenen zwei Jahren hatte „Super Channel“,
der britische Unterhaltungs- und Informationsprogramme über
ganz Europa ausstrahlt, Verluste von rund 60 Millionen Pfund Sterling
(160 Millionen Franken) gemacht.
11. Oktober 1988
Die Kirch-Gruppe startet den Spielfilmkanal „Teleclub“ im
Kabelnetz Oldenburg als Schritt in Richtung einer bundesweiten
Verbreitung des neuen Angebots, nachdem der Pay-TV-Kanal zwei Jahre
im Kabelnetz Hannover einen Markttest unterzogen worden war.
Oktober 1988
Der zweite nationale Fernsehkanal in Dänemark
strahlt zum ersten Mal seine Sendungen aus. Mit dem Einsatz des
zweiten Kanals „TV 2“ wird das nationale Fernsehmonopol
von „Danmarks Radio“ abgeschafft, ebenso der Begriff
des nichtkommerziellen staatlichen Fernsehens. „TV 2“ wird überwiegend
durch Werbeeinnahmen finanziert (80%), der Rest stammt aus erhöhten
Rundfunkgebühren. „TV 2“ strahlt ein nationales
und weitere acht regionale Programme aus.
3. November 1988
Der „European Business Channel“ (EBC)
strahlt zum ersten Mal seine Sendungen aus. Das erste europäische
Wirtschaftsfernsehen mit Sitz in Schlieren / ZH bringt bereits
frühmorgens Wirtschafts-Aktualitäten in deutscher und
englischer Sprache in knapp 20 Millionen Haushalte Westeuropas.
Die „EBC“-Aktien sind mehrheitlich in schweizerischen
Händen, Verwaltungsratspräsident ist Leo Schürmann.
Täglich von halb sieben bis halb neun Uhr morgens strahlt „EBC“ sein
halbstündiges Programm jeweils zweimal abwechslungsweise in
deutscher und englischer Sprache aus. Die Wirtschaftssendung kann
kostenlos und uncodiert über den „Teleclub“-Kanal
auf Eutelsat 1 F 1 empfangen werden. Sie Umfasst aktuelle Wirtschaftsnachrichten,
Finanzdaten, Kommentare und Analysen, aber auch wichtige Neuigkeiten
ausserhalb der Wirtschaft sowie einen Wetterbericht. Rund 40 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter stellen das „EBC“-Programm zwischen
drei und sechs Uhr morgens zusammen, zu einer Zeit also, wo die
Tageszeitungen bereits seit einigen Stunden fertiggestellt sind.
Die Sendung wird in Schlieren realisiert und via Satellit in 15
Länder Westeuropas übertragen. Für das Projekt,
für das der Bundesrat am 11. Mai 1988 die Konzession erteilt
hat, sind jährlich Kosten von 17 Millionen Franken budgetiert,
wie an einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde. Die Einnahmen im
ersten Jahr werden auf 6 Millionen Franken veranschlagt. Mit Hilfe
von Aktionären und Banken soll die Finanzierung aber gesichert
sein, bis das Projekt selbsttragend ist. Einnahmen sollen vor allem
aus der Werbung – das Programm enthält jeweils zwei
Werbeblöcke – und aus dem Weiterverkauf von Programmen
kommen.

12. November 1988
„Radio Jordan“ nimmt einen Langwellensender
auf 207 kHz in Betrieb, der über eine mögliche Maximalleistung
von 1200 kW verfügt. Damit hat im nahen Osten ein Sendesystem
Einzug gehalten, das es bisher dort nicht gab. Langwellensender
kannte man lange Zeit nur in Europa; vor wenigen Jahren erst kamen
Stationen in Algerien, Marokko und der Türkei hinzu.
28. November 1988
Der französische direktstrahlende Satellit
TDF 1 strahlt die ersten Testsendungen in der neuen D2-Mac-Fernsehnorm
aus.
30. November 1988
Die Sowjetunion hat auf ihrem Staatsgebiet die Störung
der amerikanischen Rundfunksender „Radio Liberty“ und „Radio
Free Europe“ erstmals seit deren Gründung vor 35 Jahren
eingestellt. Das teilte der Vorsitzende des Amtes für internationalen
Rundfunk (BIB), Malcom Forbes, in Washington mit. Nach Erkenntnissen
von Technikern in der Münchner Zentrale der von „BIB“ betriebenen
und von der US-Regierung finanzierten Sender hätten die Störungen
heute aufgehört.
Israelische Vertreter berichteten, seit dem 30 November könne
auch das internationale Programm des israelischen Rundfunks störungsfrei
in der UDSSR empfangen werden.
9. Dezember 1988
Als erstes Bündner Lokalradio nimmt „Radio
Grischa“ seinen regulären Sendebetrieb auf. Der Begriff
Lokalradio bedarf in diesem Fall allerdings der Präzisierung:
Laut der vom Bundesrat im März erteilten Sendeerlaubnis erstreckt
sich das Versorgungsgebiet von Disentis bis Davos und vom Oberhalbstein
bis an die Grenze zum Kanton St. Gallen. Insgesamt leben hier rund
120 000 Personen oder 70 Prozent aller Bündnerinnen und Bündner,
diese Zahl kann sich in der touristischen Hochsaison mehr als verdoppeln,
wenn man Feriengäste als potentielle Hörer mitzählt.
Das Aktienkapital der Trägerschaft (920 000 Franken) befindet
sich in den Händen der Verlage der beiden Bündner Tageszeitungen,
der Radio Grischa Werbe AG, der Churer Filiale der Schweizerischen
Bankgesellschaft, touristischer Dachorganisationen sowie zahlreicher
Kleinaktionäre. Auch das Jahresbudget für den Betrieb
liegt bei 900 000 Franken. In die 9,5 festen Stellen im Churer
Studio teilen sich 14 Programmverantwortliche, dazu kommen freie
Mitarbeiter im ganzen Kanton.
Zu empfangen ist „Radio Grischa“ über die Sender
Arosa (98,5 MHz), Davos (97,2 MHz), Domleschg (95,1 MHz), Prättigau
(99,7 MHz), Lenzerheide (89,8 MHz), Vorderrheintal (89,6 MHz) und
Chur 107,0 MHz).
Dezember 1988
Die internationale Umweltorganisation „Greenpeace“ ist
auch über Kurzwelle zu hören. Man benutzt dazu den religiösen
Sender „KUSW“ in Salt Lake City, der vereinzelt auch
in Europa empfangen werden kann. Das Ziel dieser ungewöhnlichen
Sendungen formuliert ein Greenpeace-Mitarbeiter: „Wir wollen
damit die Zensur anderer Medien umgehen und unsere Gedanken direkt
nach Europa, die UDSSR, Asien und Lateinamerika bringen“.
Derzeit gibt es nur Programme in Englisch, die von Greenpeace in
Los Angeles produziert werden. Die Programme werden zu täglich
wechselnden Zeiten mit beginn zwischen 10.30 und 12.30 Uhr (UTC)
auf 15650 kHz ausgestrahlt.
Dezember 1988
Für die Rekordsumme von 401 Millionen Dollar
hat die US-Fernsehgesellschaft „NBC“ den Zuschlag für
die Übertragungsrechte von den Olympischen Sommerspielen 1992
in Barcelona erhalten. Für die Rechte an den Winterspielen
in Calgary hatte „ABC“ 309 Millionen Dollar bezahlt. „NBC“ hatte
für 300 Millionen Dollar auch schon die Übertragungsrechte
der Olympischen Sommerspiele in Seoul erworben.
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