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1. Januar 1986
Der Sender der katholischen Kirche in Nicaragua, „Radio
Catolica de Nicaragua“ wird von der Regierung auf unbestimmte
Zeit geschlossen, weil er am 31. Dezember 1985 die Silvester-Ansprache
von Präsident Daniel Ortega nicht vollständig übertragen
hatte. Sämtliche Radiostationen in Nicaragua wurden rechtzeitig
aufgefordert, sich der Ausstrahlung des staatlichen Senders „Stimme
von Nicaragua“ anzuschliessen.
2. Januar 1986
In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar startet die „SRG“ ein
nationales Programm für Klassik-Freunde: „Notturno“.
Das Deutschschweizer, Westschweizer und Tessiner Radio gestalten
im Turnus das Nachtprogramm mit klassischer Musik: in den ersten
Morgenstunden werktags je dreimal das zweite Programm von „Radio
DRS“ und „Espace 2“ und in den ersten Stunden
sonntags „Rete 2“ aus dem Studio Lugano.
13. Januar 1986
In Spanien wird das Morgenfernsehen eingeführt.
Der erste staatliche Fernsehkanal „RTVE 1“ strahlt
von 7.30 bis 9 Uhr täglich die Nachrichtensendung „buenos
dias“ (guten Tag) aus. Die Nachrichten werden mit Werbung
und Unterhaltungsfilmen aufgelockert. Weiter im Programm geht es
dannn mit Frühturnen, Ratschlägen und einer Fernsehserie.
15. Januar 1986
Die PTT-Betriebe haben in einer ersten Etappe die
Arbeiten für die Stereofonisierung der ersten UKW-Ketten (DRS
1, RSR 1 und RSI 1) nun soweit vorangetrieben, dass nun 76 UKW-Sender
stereotauglich sind. Dank diesen Stereosendern werden rund 91 Prozent
der Bevölkerung das erste UKW-Programm ihrer Sprachregion
in Stereo empfangen können.
20. Januar 1986
Einen riesigen Frequenzsprung macht das Basler Lokalradio „Basilisk“ von
100,6 auf 94,5 MHz. Entgegen den Erwartungen des „Basilisk“-Teams
darf die alte Frequenz nicht mehr benutzt werden um Hörer
auf die Änderung hinzuweisen.
26. Januar 1986
Sendebeginn von „Radio Maputo“ als Auslandsdienst
von Mozambique. Als Frequenzen werden 3262, 4855 und 11818 kHz
angesagt.
29. Januar 1986
Der „Verein Alternatives Regionalfernsehn
Zürich“ (ARTV) reicht beim Bundesrat ein Konzessionsgesuch
für ein werbefreies privates Zürcher Regionalfernsehen
ein.
Mit sechs festangestellten Mitarbeitern will „ARTV“ täglich
ein einstündiges Magazin produzieren und durch das Kabelnetz
der „Rediffusion“ verbreiten. Für den jährlichen
Aufwand wird mit rund 600 000 Franken gerechnet. Die Studioeinrichtung
kostet zusätzlich 300 000 Franken. Die Unkosten sollen zur
Hälfte aus Mitgliederbeiträgen und Spenden gedeckt werden,
die andere Hälfte durch einen neu zu schaffenden schweizerischen
Radio- und Fernsehfonds, wie er in der Medien-Gesamtkonzeption
von 1982 vorgeschlagen wurde.
Januar 1986
Der UNO-Radiodienst stellt unfreiwillig den Sendebetrieb
ein. „United Nations Radio“ strahlte über gemietete
Sendeanlagen der „Voice of America“ während den
Vollversammlungen der Vereinten Nationen täglich und ausserhalb
dieses Zeitraums einmal wöchentlich Nachrichtensendungen in
15 Sprachen nach Mittel- und Südamerika, Asien, Afrika sowie
Osteuropa aus.
Seit längerer Zeit ärgerte man sich in Washington über
die Sendungen von UN-Radio. Nach Ansicht der Reagan-Administration
seien die Programme für Mittelamerika zu wenig objektiv. Kurzerhand
erhöhte die „VoA“ den Preis für eine Sendestunde
von 30 auf 179 Dollar. Diese Mehrbelastung kann die finanzschwache
Weltorganisation nicht verkraften.
1. Februar 1986
„Swazi-Radio“ stellt seinen kommerziellen
Dienst für die Inder im südlichen Afrika ein. Die Werbeeinnahmen
von „Radio Truro“ in Swaziland waren zu gering, um
diesen Service aufrechtzuerhalten.
10. Februar 1986
Brand bei der „BBC“ im Keller des Radiostudios
in London. Das Feuer wurde kurz vor der abendlichen Nachrichtensendung
entdeckt. Nach kurzer Unterbrechung wurde das Programm fortgesetzt.
Aus Sicherheitsgründen ordnete die Polizei die Räumung
des Gebäudes an. Durch das Feuer wurde wichtiges Archivmaterial
stark in mitleidenschaft gezogen.

2. Februar 1986
Das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement
(EVED) bewilligt je einen Kurzfernsehversuch für Zürich
und Winterthur.
In Zürich will die „Zürivision“ (Ringier,
Radio 24) vor und während den Wahlen vom 2. März 1986
ab dem 26. Februar dreimal senden. Die Wahlsendungen werden ins „Rediffusions“-Netz
in der Stadt Zürich und in 16 weiteren Gemeinden eingespeist.
Das Studio ist im Foyer des „Ringier“-Pressehauses
an der Dufourstrasse untergebracht.
In Winterthur ist es die Arbeitsgruppe „Winti-Media“,
die eine kontradiktorische Diskussion zu den Gemeindewahlen am
Lokalfernsehen übertragen will. Hinter der Gruppe steht vor
allem „Radio Eulach“.
3. Februar 1986
Als sich Fernsehzuschauer in der südafrikanischen
Provinz Natal die Sieben-Uhr-Nachrichten ansehen, wagen sie ihren
Augen nicht zu trauen: Statt des gewohnten Gesichts des Nachrichtensprechers
sehen sie eine Pornoszene mit einem schwarzen Mann und einer weissen
Frau.
Zehn Sekunden lang flimmert dieser doppelte Verstoss gegen die
Moralvorstellungen Südafrikas über die Mattscheibe, dann
ist nur noch eine schwarze Fläche zu sehen. Eine Stimme verkündet: „Wir
haben ein Problem. Bitte verstellen sie nicht ihr Gerät“.
Die Fernsehleitung reagiert sofort und kündigt mehreren Angestellten
fristlos.
20. Februar 1986
In Frankreich wird das Privatfernsehen eingeführt.
Die sozialistische Regierung gibt noch vor dem Beginn der offiziellen
Wahlkampagne grünes Licht für ein fünftes und sechstes
Fernsehnetz. Die bereits bestehenden Netze, „Télévision
Français 1“ (TF 1), „Antenne 2“ (A 2), „France
Régions 3“ (FR 3) und das jüngste Netz „Canal
Plus“ als Pay-TV, sind staatlich (Canal Plus halbstaatlich).
Das fünfte Netz wird betrieben vom Konsortium „Seydoux-Berlusconi“.
Umstritten ist die Beteiligung des Italieners Berlusconi, der seit
Dezember 1985 Generaldirektor ist und 40 Prozent des Grundkapitals
mitbrachte. Ihm gehören zudem die drei populären italienischen
TV-Sender „Canale 5“, „Rete 4“ und „Italia
1“.
Die Konzession für das sechste Netz haben die Firmen „Gaumont“ – „Publics“ – „NRJ“ – „Gilbert
Gross“ (alle aus der Radio-, Film- und Werbebranche) erhalten.
Patrick Sébastien eröffnet um 20.30 Uhr „TV-Cinq“ mit
einer Galashow, die bis um Mitternacht dauert. Das reguläre
Programm beginnt täglich um 19.30 Uhr und wird gegen 23.30
Uhr beendet. Das Eröffnungsprogramm wird bereits von 14 Sendern
verbreitet (unter anderen Paris Tour Eiffel auf Kanal 30, Lille
Kanal 65, Cannes Kanal 63, Toulouse Kanal 32). Bis zum 15. Dezember
1986 wird das Netz um 43 Relaisstationen in ganz Frankreich erweitert.
6. Februar 1986
Der christliche Sender „Radio Veritas“ auf
den Philippinen wird durch Marcos-Anhänger zerstört.
Die Station in der Hauptstadt Manila war in letzter Zeit das Sprachrohr
der philippinischen Opposition. Die Mittel- und Kurzwellenanlagen
werden stark beschädigt. Eine Wiederaufnahme der Sendeaktivität
ist nicht vor Ende März 1986 zu erwarten. Zwei Tage später
gelingt es der Opposition, eine Rede von Präsident Marcos über
die TV-Station „Channel 4“ zu unterbrechen und anschliessend
mit eigenem Programm weiterzufahren.
Februar 1986
„Radio Ivory Coast“, Elfenbeinküste,
nimmt in Abidjan seine neue 500-kW-Sendeanlage von „Thomson“ in
Dienst. Auf 11920 und 15230 kHz werden Programme in Englisch und
Französisch ausgestrahlt.
1. März 1986
Einen Musik-Kanal nach englischem und amerikanischem
Vorbild erhalten Frankreichs Rock- und Popliebhaber. „TV
6“ strahlt hauptsächlich Video-Clips (visualisierte
Musik) aus. In vier Etappen soll „TV 6“ bis Februar
1987 im ganzen Land terrestrisch zu empfangen sein.
10. März 1986
Die französische Regierung verteilt die Kanäle
des direkt strahlenden Rundfunksatelliten „TDF 1“,
der voraussichtlich im Frühjahr 1987 betriebsbereit ist. Empfänger
ist die Satellitengemeinschaft „Consortium Européen
pour la Télévision Commerciale“ mit Sitz in
Luxemburg. Ihm gehören an: der Engländer Robert Maxwell,
der Münchner Leo Kirch sowie der Franzose Jérôme
Seydoux zu jeweils 25 Prozent. Auf einem der vier „TDF 1“-Kanäle
möchte die Gruppe ein englischsprachiges, auf dem zweiten
ihm zugeteilten Kanal ein italienischsprachiges Programm verbreiten;
ein deutschsprachiges sei nicht vorgesehen, doch scheint es nicht
ausgeschlossen.
Die anderen zwei Kanäle sollen mit einem öffentlichrechtlichen
Kulturprogramm und dem „Canal 5“ des in Frankreich
lebenden Italieners Berlusconi belegt werden.
12. März 1986
Schweigeminute im französischen Radio und Fernsehen
zum Gedenken an die vier Mitarbeiter des zweiten Fernsehprogramms „Antenne
2“, die im Libanon entführt wurden.

7. März 1986
Zum ersten Mal in der Geschichte des Rundfunks strahlt
das Schweizer Radio eine Quadrofoniesendung aus. „Radio DRS
2“ verbreitet die zwei vorderen Kanäle und „Radio
DRS 1“ sendet synchron die beiden hinteren Kanäle. Um
in den Genuss des vollständigen Quadro-Signals zu kommen,
sind zwei Stereo-Radios notwendig.
Die Quadro-Ausstrahlung findet im Rahmen eines Hi-Fi-Abends statt,
der unter dem Motto „Musik und Raum“ steht. Zur Aufführung
gelangen das Klavierkonzert Nr. 3 und die Symphonie Nr. 2 von Beethoven,
die Tonmeister Jürg Jecklin vom „Radio Studio Basel“ am
5. Januar mit seiner selbst entwickelten OQS-Technik aufgenommen
hatte (OQS: Optimales Quadro-Signal). Die beiden vorderen Kanäle
werden dabei mit einer ebenfalls von Jecklin entwickelten Scheibe
und zwei darauf angebrachten Mikrofonen („Jecklin-Scheibe“)
aufgenommen. Die beiden Kanäle werden zeitverzögert in
Kunstkopfstereofonie aufgezeichnet.
29. März 1986
Die ersten Sendesignale von „Eins plus“,
dem Satellitenprogramm der „Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten
Deutschlands“ (ARD), werden aus dem Baden-Badener Studio
auf den „Intelsat Va F 12“ geleitet. Dieses europäisch
orientierte deutschsprachige Kulturprogramm kann von rund 430 000
an Kabelverteilnetze angeschlossenen Haushalten in der Bundesrepublik
Deutschland empfangen werden. In zweiter Instanz hatte der Verwaltungsgerichtshof
Mannheim am 27. März 1986 die von der Landesregierung Baden-Württemberg
gegen „Eins plus“ vorgebrachten Bedenken als für
die Rechtslage „nicht evident“ zurückgewiesen.
Die Entscheidung besagt jedoch ausdrücklich nichts über
die Rechtsmässigkeit des Programms „Eins plus“.
14. März 1986
„Southern Sound“, ein Sender der „South
African Broadcasting Corporation“, meldet sich in den Abendstunden
nach dem Sendeschluss von „Capital Radio“ auf dessen
Frequenzen. Das leichte Unterhaltungsprogramm aus der Transkei
ist von 19 bis 4 Uhr auf 585, 603 und 3930 kHz zu hören.
29. April 1986
In Asunción – der Hauptstadt Paraguays – haben
in der Nacht zum 30. April offenbar regimetreue Milizen den unabhängigen
Sender „Radio Nanduti“ überfallen und verwüstet.
Diplomatische Kreise in Asunción werteten den Anschlag auf
den Sender als Auftakt verschärfter Repressionen gegen die
Protestbewegung im Lande.
14. April 1986
In Rheinland-Pfalz schliessen sich vier private
Programmanbieter zusammen und heben „Radio 4“ aus der
Taufe. Im 24-Stunden-Betrieb melden sich abwechslungsweise die „Rheinland-Pfälsische
Rundfunkgesellschaft“, „Radio 85“ die „Private
Rundfunk Organisation“ und der „Linksrheinische Rundfunk“.
Neben 103,6 MHz (5 kW) werden am 28.11. 1986 drei weitere Sender
auf 100,3 (1 kW), 101,0 (50 kW) und 103,5 MHz (30 kW) dazugeschaltet.
12. Mai 1986
Die Ministerpräsidenten der süddeutschen
Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
unterschreiben einen Staatsvertrag über die gemeinsame Vergabe
eines Satellitenfernseh- und eines Satelliten-Radiokanals an einen
privaten Programmanbieter. Damit soll nach dem Scheitern eines
Vertrags aller elf Bundesländer über die Neuordnung des
Rundfunkwesens dem privaten Fernsehen in der Bundesrepublik der
Durchbruch wenigstens regional ermöglicht werden. Nach Auffassung
der Unionsregierten Länder besitzen die öffentlichrechtlichen
Anstalten als alleinige Nutzniesser von Gebühren und eines
Teils des Werbekuchens sowie die Möglichkeit, über drahtlose
terrestrische Frequenzen alle Fernsehempfänger zu erreichen,
einen schwer einholbaren Vorsprung, solange private Anstalten auf
das sich nur langsam ausdehnende Kabelnetz angewiesen bleiben.
Um das Handicap privater Anstalten auszugleichen, einigten sich
die drei süddeutschen Länder nun darauf, einen Fernsehkanal
des Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehenden
direkt strahlenden Satelliten „TV-Sat“ einem privaten
Anbieter zur Verfügung zu stellen. Darüberhinaus werden
ihm auch terrestrische Frequenzen offengehalten, jedenfalls bis
zum Zeitpunkt, da er 70 Prozent der Fernsehempfänger über
Kabel erreichen kann. Für Werbung darf der private TV-Sender
bis 20 Prozent der täglichen Sendezeit in Anspruch nehmen.
30. Mai 1986
Nach jahrelanger Diskussion im dänischen Parlament
wird mit zwei Stimmen Mehrheit die Einrichtung eines zweiten, landesweiten
TV-Programms beschlossen. Das „TV 2“ soll im Laufe
des nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen. Das Sendernetz
wird aus zwölf leistungsstarken UHF-Sendern bestehen, auch
sollen sechs bis acht Regionalprogramme gesendet werden. „TV-2“ ist
unabhängig von „Danmarks Radio“ und wird sich – anders
als „DR“ – auch aus Reklame finanzieren.
1. Juni 1986
Unter Leitung von Vladimir Louvrier nimmt das Lokalradio „Lac“ den
Sendebetrieb auf. Die Agglomeration Genf wird von nun an auf 97,6
MHz mit französischen Chansons und Oldies berieselt.
2. Juni 1986
In mehr als 40 Jahren produzierte der „SWF“ 10
000 Jazz-Sendungen, betreut von Joachim Ernst Berendt. Mit einem „Open-Air“-Konzert
feiert die Jazz-Redaktion unter Beteiligung namhafter Musiker wie
John McLaughlin und Albert Mangelsdorff dieses Jubiläum im
Schloss Hohentübingen.

Juni 1986
Die beiden privaten Peripherie-Sender, „Europe
1“ (Standort Deutschland) und „RTL“ (Standort
Luxemburg), erhalten vorerst in Paris je eine UKW-Frequenz. Diese
französischsprachigen Langwellensender werden in den nächsten
Monaten ein landesweites UKW-Netz aufbauen.
Juni 1986
Das von den Zeitungsverlagen „Sarganserländische
Buchdruckerei“ und „Buchs Druck AG“ sowie der „Orell
Füssli Werbe AG“ getragene „Radio Gonzen“ nimmt
in Buchs den Sendebetrieb auf. Abgedeckt werden die Gebiete Sarganserland
und Wartau mit dem Sender auf dem Buchserberg (99,4 MHz); Werdenberg
und das Fürstentum Liechtenstein erreicht der Sender von Valzeina
bei Landquart (91,7 MHz). Radiochef Heinz Gaberthuler will zusammen
mit drei weiteren festen Mitarbeitern täglich ein Sechsstunden-Programm
gestalten.
1. Juli 1986
Teletext erweitert das Programmangebot. Ab sofort
gibt es auch ein italienischsprachiges Teletext-Programm mit 200
Basisseiten. Das Programmangebot des deutsch- und des französischsprachigen
Dienstes wird je von 200 auf 300 Seiten erhöht. Hinter der „Teletext
AG“ stehen die „SRG“ sowie der „Schweizerische
Zeitungsverleger-Verband“ als gemeinsame Trägerschaft.
1. Juli 1986
Der erste private Rundfunksender in Schleswig-Holstein
nimmt das Programm im 24-Strunden-Betrieb auf. „Radio Schleswig-Holstein“ beschäftigt
30 Redaktoren, fünf Techniker und zehn Personen in der Verwaltung.
Hinter dem Sender stehen zudem 14 Zeitungsverleger. Das werbefinanzierte
Programm (20% der Sendezeit) richtet sich an die Hörer zwischen
15 und 45 Jahren. Die Station ist auf neun verschiedenen Frequenzen
oberhalb 100 MHz zu hören.
2. August 1986
Die französische Regierung hat die Verträge
für die beiden privaten Fernsehkanäle „La 5“ und „TV
6“ gekündigt. Sie sollen am 31. Januar 1987 auslaufen,
wenn das gegenwärtig im Parlament umkämpfte neue Mediengesetz
der Regierung in Kraft ist und eine neue „Nationalkommission
für Kommunikation und Freiheit“ die Lizenzen neu vergibt.
Die bürgerliche Regierung will den Fernsehsektor völlig
umordnen und dabei auch die grösste staatliche Anstalt „TF
1“ privatisieren.
25. August 1986
Nach zehntägigem Minimalprogramm meldet sich „Radio
ExtraBE“ wieder unter neuer Leitung und mit einer neuen Programmstruktur.
Matthias Lauterburg, Gründer und Mitbesitzer des Berner Lokalradios,
wurde am 13. August von seiner Funktion als Programmleiter suspendiert.
Vorläufig tritt Peter Ineichen, der zugleich der neue Verwaltungsratspräsident
ist, an seine Stelle. Anfang September ernannte der Verwaltungsrat
den bisherigen Leiter der Werbeagentur „Publico AG“,
Hans-Rudolf Matscher, zum neuen Programmdirektor.
21. September 1986
Neben dem Lokalsender „La Voice del Bellinzonese“ erhält
das Tessin ein zweites Lokalradio, „R 3i“, das vor
seiner definitiven Niederlassung in Mendrisio vorderhand von einem
provisorischen Studio in Lugano aus für die Region des Sottoceneri
sendet. Direktor ist Dino Bornastico, Wirtschaftsjournalist mit
langjähriger „DRS“-Erfahrung, dem zehn Mitarbeiter
zur Seite stehen. Unterstützt wird „Radio 3i“ vom
Warenhausbesitzer Baumgartner sowie dem Elektro-Kaufmann Gemetti.
Das drei mals i steht für Informatione, Interviste, Intratenimento.
26. September 1986
Die Versuchsphase für das „Stadtradio
Freiburg im Breisgau“ ist nach zweijähriger Dauer beendet.
In Freiburg bedauert man diesen Umstand, aber ändern lässt
sich an dem Beschluss nichts mehr. Im neuen Mediengesetz des benachbarten
Bundeslandes Baden-Würtemberg ist eine Zusammenarbeit zwischen
privaten Anbietern und der öffentlichrechtlichen Anstalt „Südwestfunk“ nicht
vorgesehen.
13. September 1986
Auf Kosten des englischen Programms weitet „BRT-Brüssel“ die
deutschsprachigen Sendungen aus. Mit der Ansage „Hier ist
Brüssel“ wird täglich ausser Sonntag ein 25minütiges
Programm ausgestrahlt.
14. September 1986
Das „Stadtradio ULM“ stellt den Versuchsbetrieb
(seit 4. 2. 1985) ein. Vorzeitig kündigte der „Süddeutsche
Rundfunk“ den Vertrag.

6. Oktober 1986
Der „Hessische Rundfunk“ beginnt mit
einem vierten Hörfunkprogramm. Auf vorerst 102,5 und 103,2
MHz (weitere Frequenzen folgen) ist ab 6 Uhr neben stündlichen
Nachrichten und Verkehrshinweisen viel Musik und Regionales zu
hören. Um 18.20 Uhr folgen tägliche Sendungen für
Ausländer in Italienisch, Spanisch, Griechisch und Türkisch.
6. Oktober 1986
Nach 14monatiger Pause wegen technischer Schwierigkeiten
meldet sich „Radio Argentinien“ wieder mit einem deutschsprachigen
Programm auf Kurzwelle. Täglich um 18.45 UTC ist man auf 15345
kHz direkt mit Argentinien verbunden.
6. Oktober 1986
Mit einem bescheidenen Programm beginnt Amerikas
jüngstes „Network“, die „Fox Broadcasting
Company“ von Rupert Murdoch. Wochentags um 23 Uhr steht eine
Live-Talk-Show mit dem Komiker Joan Rivers auf dem Programm. Im
Frühling will die „Fox Broadcasting Company“ ihr
Angebot ausbauen. Samstags ist ein Kinofilmabend vorgesehen. Und
für Sonntag möchte die Programmdirektion ein Paket von
Familien-, Abenteuer- und Sciencefiction-Serien zusammenstellen.
Ein Vollprogramm mit Sport und Informationssendungen ist noch nicht
geplant. Die vierte Fernsehkette kann auf sieben TV-Stationen zählen,
die fest in den Händen Rupert Murdochs sind: Er hat sie im
Verlauf der letzten 18 Monate für über 1,5 Milliarden
Dollar aufgekauft. Zudem ist es „FBC“ gelungen, 93
Mitgliederstationen (Affiliates) für die Übernahme der
Programme zu gewinnen.
7. Oktober 1986
Aus Taipeh meldet sich die „Stimme des Freien
China“ (VOFC) – ergänzend zu den 14 Sprachen – mit
einem täglichen deutschsprachigen Programm. Die einstündige
Sendung wird von drei Mitarbeitern betreut, die auch für die Übersetzung
zuständig sind.
4. Oktober 1986
In München wird das erste drahtlose Privatfernsehn
in der Bundesrepublik durch Edmund Stoiber, Chef der Münchner
Staatskanzlei, eröffnet.. Das Programm von „Kanal 4“ wurde
mit der Live-Show „Musikbox“ eingeweiht. Die 13 Programmanbieter
wollen jeden Abend rund eine Million Zuschauer erreichen.
22. Oktober 1986
Während einer Live-Reportage ist ein mit zwei
Personen besetzter Helikopter über New York abgestürzt
und in den Hudson-River gefallen. Der Pilot und die Reporterin,
die minutenlang im Helikopterwrack unter Wasser eingeschlossen
waren, wurden bewusstlos in ein Spital gebracht. Ärzte gaben
am darauffolgenden Tag den Tod der 38jährigen Journalistin
Jane Dornacker bekannt. An ihren Radiogeräten konnten die
Hörer von „WNBC“-Radio den Absturz miterleben.
Die Reporterin unterbrach plötzlich ihren Bericht über
die Verkehrslage während der Rush-Hour und schrie: „Wir
fallen ins Wasser, wir fallen ins Wasser“. Dann brach die
Verbindung ab.
15. Oktober 1986
Der Westberliner Piratensender „Schwarzer
Kanal“ gibt sein Debut im Äther. Ab 22 Uhr wird auf
99,2 MHz die DDR-Regierung zum sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie
aufgefordert. In Zukunft soll an jedem letzten Freitag im Monat
ein Informationsprogramm ausgestrahlt werden.
1. November 1986
Um 15.30 Uhr fällt in Hannover der Startschuss
für das bundesdeutsche „Pay-TV“. Rund 100 Kabelteilnehmer
Hannovers können seit diesem Tag erstmals ein Fernsehprogramm
gegen einen Monatsbetrag von 29 DM abonnieren. Die Münchner „Teleclub
GmbH“ bietet im Monat 30 aktuelle Kinofilme an. Zusammengestellt
wird das Programm von dem schon seit dreieinhalb Jahren in der
Schweiz tätigen „Teleclub“. Das Filmangebot wird über
den Fernmeldesatelliten ECS F 1 ausgestrahlt.
2. November 1986
Das „Schweizer Radio International“ benutzt
für die Sendungen in Richtung Lateinamerika die Kurzwellenanlage
in Moyabi (Republik Gabun). Zwischen 22.15 und 1.00 UTC wird Lateinamerika
täglich auf 9885 kHz in spanischer, italienischer, portugiesischer
und französischer Sprache bedient.
Moyabi, die leistungsstärkste Kurzwellenanlage Afrikas, liegt
im Urwald südwestlich von Franceville an der Grenze zum Kongo.
Das „Centre ondes courtes international“ nennt sich „Africa
No 1“ ist mit vier Sendern von je 500 kW Leistung und 21
Antennen ausgerüstet. Die Anlage wurde von „Thomson-CSF
Paris“ erstellt.. „Radio France International“ und „Radio
Japan“ sind ebenfalls Kunden von „Africa No 1“.
5. November 1986
Die Regionalstation „BBC-Essex“ nimmt
ihren Sendebetrieb auf. Das Programm wird über die Mittelwellenfrequenzen
765, 729 und 1530 kHz sowie auf UKW ausgestrahlt.

12. November 1986
Offizielle Gründung von „RIAS-TV“ in
Berlin. „Radio im Amerikanischen Sektor – Television“ ist
eine Einrichtung des US-Informationsamtes, bei dem auch die Sende-
und Programmhoheit liegt. Die Radio- und Fernsehprogramme richten
sich in erster Linie an die Bevölkerung in Ost-Berlin.
27. November 1986
Das internationale Satellitenprogramm „Europa
TV“, an dem neben Rundfunkorganisationen aus den Niederlanden,
Italien, Irland und Portugal auch die ARD beteiligt ist, muss wegen
finanzieller Schwierigkeiten den Sendebetrieb einstellen. „Europa
TV“ war erst am 5. Oktober 1985 gestartet.
28. November 1986
75 Jahre nach der Vergabe der ersten Radioempfangskonzession
feiern PTT und „SRG“ den 2 500 000sten Konzessionär.
Eine Uhrenmacherschule in La Chaux-de-Fonds konnte am 5. Oktober
1911 die erste Empfangskonzession entgegennehmen.
November 1986
Der polnische Untergrundsender „Radio Solidarnosc“ ist
wieder aktiv. Auf dem Tonkanal des polnischen Fernsehens wendet
sich der Sender mit nicht regierungsgenehmen Informationen an die
Bevölkerung.
1. Dezember 1986
„Radio Bremen“ sendet ein viertes Hörfunkprogramm.
Von 9 bis 24 Uhr werden auf der Service-Welle (101,2 und 100,8
MHz) Popmusik und Informationen geboten.
1. Dezember 1986
„NHK Tokio“, der Auslandsdienst aus
Japan, nimmt einen neuen 300 kW Kurzwellensender in Dienst.
6. Dezember 1986
Der englische Piratensender „Laser“ kehrt
in den Äther zurück. Aus „Laser 558“ wird „Laser
Hot Hits“ – jetzt auf 576 kHz.
17. Dezember 1986
Mit der durch das EVED dem „Verein Radio Grischa“ erteilten
Konzession ist der rechtliche Weg frei zur Realisierung eines einmonatigen
Lokalradio-Kurzversuchs im kommenden Sommer in weiten Teilen des
Kantons Graubünden diesseits und jenseits des Alpenkamms.
Dieser Kurzversuch soll vom 13. Juni bis 12. Juli 1987 stattfinden.
Nach Matthias Lauterburg, der für dieses Projekt als Programmleiter
engagiert wurde, will „Radio Grischa“ „auf unterhaltende
und sympathische Art die Kenntnisse der Bündner(innen) über
ihren Kanton, seine Kultur, seine Politik und seine Probleme“ in
allen drei bündnerischen Landessprachen fördern. Zumindest
geplant ist innerhalb des 24-Stunden-Programms auch eine tägliche
Nachrichtensendung in Rumantsch Grischun, der neugeschaffenen romanischen
Schriftsprache.
20. Dezember 1986
Ein Brand beim Zürcher Lokalradio „LORA“ hat
einen Sachschaden von 200 000 Franken angerichtet und die Redaktionsräume
und das Sendestudio derart verwüstet, dass sie bis auf weiteres
nicht mehr benützt werden können. Nach Angaben einer „LORA“-Pressemitteilung
handelt es sich um Brandstiftung. Für das „Alternative
Lokalradio“ stellt sich jetzt die Frage, ob am alten Ort
an der Mainaustrasse weitergemacht oder ob ein neuer, definitiver
Standort gesucht werden soll. Die Sendungen werden zurzeit aus
einem Notstudio gefahren.
25. Dezember 1986
Zu Weihnachten ist in Finnland ein drittes Fernsehprogramm
aus der Taufe gehoben worden, das sich sowohl aus Werbung als auch
aus Abonnementsgebühren finanzieren soll. Ein Teil des Abendprogramms
wird nämlich decodiert ausgestrahlt, so dass nur Zuschauer,
die im Besitz eines Decodiergerätes sind und zusätzliche
Monatsgebühren entrichten, imstande sind, die Bilder auf den
heimischen Bildschirm zu holen. Betreiber des dritten Programms
sind der finnische Rundfunk „Yleisradio AB“, das Werbefernsehen „OY
Mainos-TV-Reklam Ab“ und der Elektrokonzern „Nokia“.
Das Programm ist vorderhand nur im Raum Helsinki zu empfangen und
soll hauptsächlich Spielfilme senden.
31. Dezember 1986
„Radio Hamburg“, das kürzlich die
Lizenz zur Ausstrahlung eines Privat-Programmes erhielt, geht auf
Sendung. Vorläufig sind zwei 100-Watt-Sender auf 95,0 und
97,1 MHz eingeschaltet. Im Juli 1987 wird ein 80-kW-Sender auf
103,6 MHz in Betrieb genommen.
31. Dezember 1986
Ebenfalls zum Jahresende startet „Funk und
Fernsehen Nordwestdeutschland“ (FFN) mit einem privaten Hörfunkprogramm
auf 102,6 MHz für Cuxhaven und 103,4 MHz für Osnarbrück
sowie fünf weiteren Frequenzen. Punkt 12 Uhr beginnt das 24stündige
Vollprogramm, bestehend aus Top Hits, Oldies und interessanten
und unterhaltenden Informationen.
31. Dezember 1986
Peinliche Panne beim ARD-Fernsehen. Aus Versehen
spielte der „NDR“ die letztjährige Neujahrsansprache
des Bundeskanzlers ein. Beim „ZDF“ hatte Bundeskanzler
Kohl mehr Glück. Dort wurde die aktuellere Aufzeichnung ausgestrahlt.
Tags darauf bekamen auch die „ARD“-Zuschauer die richtige
Fassung serviert.

1. Januar 1987
Vier Hörfunkprogramme, drei umgestaltete und
ein neues viertes, bietet der „SFB“ jetzt seinen Hörern.
Jedes der Programme ist gekennzeichnet durch eine spezielle Musikfarbe
und eine in sich einheitliche Form der Präsentation:
- „SFB 1“ bringt umfassende und gründliche Informationen
und ein melodiöses Musikangebot mit deutschen und internationalen
Schlagern, Musical- und Operettenmusik.
- Mit Pop und Rock, Unterhaltung und Informationen will die schnelle
Welle „SFB 2“ die Hörer über den Tag begleiten.
Dazu gehören Wunschmusiksendungen wie die „Wählscheibe“ und
ein neues Berlin-Magazin, das „Stadtradio“.
- Als Programm zum konzentrierten Zuhören präsentiert
sich der „Klassik- und Kulturkanal SFB 3“.
- Das neue Programm „SFB 4“ übernimmt von 10 bis
18 Uhr testweise „WDR 4“, bringt anschliessend die
Sendungen für ausländische Mitbürger und bei Bedarf
Parlamentsdebatten.
1. Januar 1987
„RIAS Berlin“ reformiert sein erstes
Hörfunkprogramm und verlängert dessen Sendezeit um drei
Stunden täglich. „RIAS 1“ wird somit rund um die
Uhr ausgestrahlt.
4. Januar 1987
Nach zweijähriger Lohnverhandlung treten 500
Fernsehtechniker der „BBC“ in den Streik. Die Direktion
der Fernsehanstalt versucht, auch ohne technisches Personal den
Programmablauf aufrechtzuerhalten.
4. Januar 1987
Das Westschweizer Fernsehen strahlt die erste Tagesschau
zur Mittagszeit aus. Das Téléjournal präsentiert
sich in eigenständiger Aufmachung, mit einem Vorspann und
eigener Grafik. Es wird von einer Gruppe von sechs Journalisten
unter der Leitung von Jean-Phillipe Rapp produziert und steht täglich
um 12.45 Uhr auf dem Programm.
5. Januar 1987
Der sowjetische Ministerpräsident Nikolai Ryschkow
wirbt für den Start ausländischer Satelliten mit sowjetischen
Trägerraketen. In einem Interview der amtlichen Nachrichtenagentur
Tass stellte Ryschkow in Aussicht, dass westliche Kunden bei solchen
Aufträgen ihre Nuttzlasten in versiegelten Behältern über
die Grenze bringen und von eigenen Technikern bis in die Startanlagen
begleiten lassen können.
15. Januar 1987
Der „Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft“ (SRG)
steht ein neues Alarmsystem zur Verfügung. Es soll in erster
Linie der raschen Orientierung der Bevölkerung bei Katastrophen
und sonstigen Vorkommnissen dienen.
16. Januar 1987
Ein neues Studio für Mittelhessen eröffnet
der „Hessische Rundfunk“ (HR) in Wetzlar. Damit kann „Radio
Lahn“ seine Arbeit aufnehmen. Es sendet montags bis freitags
auf den Frequenzen von „HR 4“.
14. Januar 1986
Russland verzichtet erstmals seit sechs Jahren auf
die systematische Störung der russischsprachigen Sendungen
der „BBC“. Dieser Dienst der „BBC“ wurde
täglich von mehreren Millionen Russen trotz elektronischen
Störgeräuschen mit Interesse verfolgt.
26. Januar 1987
Auf den Philippinen besetzen etwa 200 Putschisten
die private Fernsehstation „Kanal GMA 7“ und den von
Anhängern des gestürzten Staatschefs Marcos betriebenen
Radiosender „DZBB“. Die Marcostreuen Rebellen werfen
der jetzigen Präsidentin Aquino vor, zu wenig gegen den Kommunismus
im Lande zu unternehmen. Die Meuterer lassen am gleichen Tag 37
als Geiseln gehaltene Beschäftigte des TV-Senders frei. Das
Fernsehgebäude wird von der Armee umstellt und der Strom abgeschaltet.
Am 29. 1. wird die fehlgeschlagene Aktion unblutig beendet.
30. Januar 1987
Das neue Satellitenprogramm „Super Channel“ (Eutelsat
1 F 1) startet um 19 Uhr mit einer grossen Eröffnungsparty
aus den Limehouse Studios in London. Durch Live-Einschaltungen
werden Bilder von den gleichzeitig in Helsinki, Oslo, Kopenhagen,
Berlin, Wien, Paris, Den Haag, Lissabon und Zürich stattfindenden
Eröffnungsfeiern zu sehen sein. Im 24-stunden-Vollprogramm,
in dem nun auch der Satellitenfernsehsender „Music Box“ integriert
ist, werden Serien, Spielfilme, Kindersendungen und dokumentarische
Beiträge geboten. Von Montag bis Freitag steht um 22 Uhr die
Super Channel News auf dem Programm. Nachrichtensendungen am Wochenende
sind geplant. „Super Channel“ ist ein gemeinsames Unternehmen
der britischen kommerziellen „ITV“-Fernsehgesellschaften „Granada“, „Central
Television“, „Virgin Vision“, „London Weekend
Television“ und „Television South“.
30. Januar 1987
„Radio Finnland“ sendet von nun an ein
französisches Auslandsprogramm.

Januar 1987
In Washington werden versuchsweise erste „High-Definition-Television“-Sendungen übertragen. „HDTV“ ist
eine japanische Erfindung und sieht eine Verdoppelung der bisherigen
Zeilenzahl der Fernsehbilder von 525 auf 1125 vor. Mit diesem System
sind hochauflösliche und damit auch qualitativ bessere Fernsehbilder
möglich.
2. Februar / 6. März 1987
In Genf findet die zweite Session der Funkverwaltungskonferenz
der Internationalen Fernmeldeunion (UIT) statt. Es geht um die
Neuverteilung der Kurzwellenbänder im Radiobereich, welche
zuletzt durch ein Übereinkommen im Jahre 1979 geregelt worden
war. Verschiedene Mitgliedstaaten fühlen sich durch die grossen
Rundfunkorganisationen benachteiligt und fordern Gleichberechtigung
in der Zuteilung der Frequenzen.
3. Februar 1987
Der französische Grossverleger Robert Hersant
erhält eine Lizenz für die Übernahme des fünften
Fernsehkanals „La Cinq“. Der sechste Kanal „TV
6“ wird der Gruppe „Metropole TV“ zugeteilt,
die von der Muttergesellschaft von „Radio Luxemburg CLT“ und
der französischen Gruppe „La Lyonnaise des Eaux“ gebildet
wird. Die beiden nationalen Fernsehsender finanzieren sich nur
mit Werbung.
1. März 1987
Seit heute gibt es den ersten legalen, alternativen
Hörfunksender in Berlin, der sicher auch Pilotfunktion für
die Bundesrepublik Deutschland hat. Alternativ deshalb, weil „Radio
100“ weder einer der grassierenden Kommerzsender ist noch
ein öffentlichrechtlicher Ausgewogenheitsfunk. „Radio
100“ stellt den fälligen dritten Weg der Rundfunkorganisation
dar, der in Tradition der Freien Radios die Rundfunkfreiheit weder
dem Diktat des Privatprofites noch dem Diktat der Parteien und
des Staatseinflusses ausliefern will. Daher ist die Station „kapitalneutralisiert“,
d.h. die Geldgeber haben nicht gleichzeitig den bestimmenden Programmeinfluss
oder die Mikrofonmacht.
Am 1. Dezember 1987 bewilligt der Kabelrat eine Ausdehnung der
täglichen Sendezeit von vier auf sechs Stunden (17-23 Uhr).
Gleichzeitig wird die neue Frequenz 103,4 MHz in Betrieb genommen.
5. März 1987
Als jüngstes Glied der weltumspanenden Sendekette
von „Adventist World Radio“, nimmt auf der Pazifikinsel
Guam die Station „KSDA“ das englischsprachige Missionsprogramm
auf. Die zwei Kurzwellensender haben eine Leistung von je 100 kW.
16. März 1987
Das zweite Lokalradio im Tessin, „Radio 3
I“, geht offiziell auf Sendung. Wegen technischen Schwierigkeiten
wurde der Start um ein halbes Jahr verschoben. „Radio 3 I“ sendet
auf 106,8 MHz (Luganersee) und 106,5 MHz (Mendrisiotto).
18. März 1987
Die amerikanische Christian-Science-Bewegung steigt
ins Radiogeschäft ein. Das Versuchsprogramm trägt die
Bezeichnung „World Service“ des „Christian Science
Monitor“. Ein vorläufiger Sendeplan führt durchgehende
Sendungen von 16 bis 12 Uhr UTC auf. Genutzt werden dafür
die Frequenzen 15280 kHz (16-18 Uhr), 21640 kHz (18-20 Uhr), 9465
kHz (20-22 Uhr), 7365 kHz (22-02 Uhr), 9465 kHz (02-04 Uhr), 9840
kHz (04-06 Uhr), 7365 kHz (06-10 Uhr) und 17640 kHz (10-12 Uhr).
Christian Science zählt zu den vielen Freikirchen der Vereinigten
Staaten; ihr Zentrum hat sie in Boston. Dort wird auch eines der
profiliertesten amerikanischen Blätter publiziert, der „Christian
Science Monitor“, eine Tageszeitung, die seit 1908 erscheint.
Diese Zeitung hat sich vorgenommen, mit den stärksten privaten
Kurzwellensendern der USA, die es je gegeben hat (500 Kilowatt
Leistung), in alle Welt zu senden. Mit den Ausstrahlungen für
Hörer in Europa, Afrika und im Nahen Osten wird offiziell
im April begonnen. Im Staate Maine wurde zu diesem Zweck einer
von vier geplanten KW-Sendern in Betrieb genommen, der mit modernsten
Antennenanlagen diesen Raum versorgen soll. Noch im laufenden Jahr
wird dem Vernehmen nach ein Sender auf der Marianeninsel Saipan
den Betrieb aufnehmen. Seine Ausstrahlungen sind bestimmt für
Japan, China, Südostasien, Australien und Neuseeland.
März 1987
Die Jugendwelle von Radio France, das Pariser „Radio
Sept“, wird aus finanziellen Gründen geschlossen.
1. / 3. April 1987
Nach über vierjährigen Verhandlungen unterzeichnen
die Regierungschefs der Bundesländer einen Staatsvertrag zur
Neuordnung des Rundfunkwesens. Als letztes der zuständigen
Länderparlamente ratifiziert der Landtag von Nordrhein-Westfalen
den Vertrag am 26. November 1987, der daraufhin am 1. Dezember
in Kraft tritt. Der Staatsvertrag regelt das Nebeneinander von öffentlichrechtlichem
und privatem Rundfunk. Mit der Finanzierung durch Rundfunkgebühren
sollen Bestand und Entwicklung des öffentlichrechtlichen Rundfunks
gewährleistet werden.

4. April 1987
Als erstes lokales Privatradio in Baden-Württemberg
meldet sich „Hochrheinradio Antenne 3“ aus Bad Säckingen.
Geschäftsführer und Chefredaktor ist Joachim Schlicht.
Zehn feste und 20 freie Mitarbeiter gestalten rund um die Uhr ein
Programm für beide Seiten des Rheins.
Die ursprüngliche Frequenz 87,6 MHz wurde noch während
den Testsendungen von Anfang April verlassen um den Störungen
auszuweichen. Der Sender Rheinfelden (100 Watt) wechselte auf 102,4
MHz. In Laufenburg wird am 5. Mai ein 50-Watt-Umsetzer auf 102,4
MHz dazugeschaltet; der Sender Rheinfelden wird wieder auf 87,6
MHz umgestellt.
10. April 1987
Der ehemalige Filmproduzent U. Schamoni versorgt
Berlin täglich 20 Stunden lang mit seinem Radio „Hundert,6“.
Chefredakteur Gaffron betont, dass „Hundert,6“ kein
reiner Musiksender mit oberflächlicher „Schubi-Dubi“-Redaktion
werden soll. „Wir fassen heisse Eisen an, werden täglich
vor Ort und aktuell berichten und Radio von Berlinern für
Berliner machen“.
Die restlichen vier Sendestunden von 19 bis 23 Uhr werden schon
seit dem 1. März vom Alternativsender „Radio 100“ produziert.
8. Mai 1987
Auf der Frequenz 103,0 MHz meldet sich in Würzburg
der Privatsender „Radio Frankenwarte“. Programmbeiträge
kommen unter anderem vom „Studio Gong“, „Radio
Würzburg 1“, „Neue Welle Würzburg“ und
dem „Sportfunk Franken“.
9. Mai 1987
Der BBC-Auslandsdienst startet den Europasender „BBC
648“ auf der Mittelwelle 648 kHz. Die mehrsprachigen Programme
verbreitet der 500-kW-Sender Orfordness, an der Küste von
East Anglia. Das Zielgebiet umfasst die Niederlande, Belgien, Nordwestdeutschland
und Nordfrankreich.
9. Mai 1987
In Regensburg startet auf der Frequenz 89,7 MHz „Radio
Donauspatz“ mit verschiedenen Anbietern.
Auf der zweiten Regensburger Frequenz, 98,2 MHz, meldet sich am
gleichen Tag erstmals „Radio Charivari“, hinter dem
sieben Anbieter stehen.
5. Mai 1987
Das italienische Verfassungsgericht in Rom bestätigt
in einem heute veröffentlichtem Urteil, dass die auf drängen
der schweizer Behörden erfolgte Schliessung des von Roger
Schawinsky auf dem Pizzo Groppera betriebenen Privatsenders „Radio
24“ widerrechtlich war. In der 44 Seiten umfassenden Urteilsbegründung
wird dargelegt, dass es weder in der italienischen noch in der
internationalen Gesetzgebung eine Grundlage gebe, die das Ausstrahlen
von privaten Radio- und Fernsehsendungen über die Landesgrenze
hinaus verbietet.
Der jetzige Besitzer der Sendeanlagen, der Verleger Jürg Marquard,
erwägt nun seine Station „Sound Radio“ wieder
aufleben zu lassen. Er hatte 1983 die Anlage und die Studios von
Roger Schawinsky gekauft und für eineinhalb Jahre sein „Sound
Radio“ betrieben.
6. Mai 1987
In Aschaffenburg teilen sich vier private Programmanbieter
die Frequenz 91,6 MHz: „Neue Welle Untermain“, „Neue
Welle Antenne Aschaffenburg“, Anbietergesellschaft Mittelstand
GmbH und die Anbietergesellschaft Philipp & Partner.
20. Mai 1987
Der „Deutschlandfunk“ nimmt einen neuen
UKW-Sender auf dem 885m hohen Witthoh in Betrieb. Der Sender versorgt
auf der Frequenz 100,6 MHz mit 40 kW Leistung den Bodenseeraum
bis in die Schweiz.
23. Mai 1987
Die Sowjetunion hat aufgehört, Sendungen des
amerikanischen Radiosenders „Voice of America“ und
der britischen „BBC Worldservice“ zu stören, die
auf Russisch oder in anderen Sprachen ausgestrahlt werden. Die „VOA“-Sendungen
für Afghanistan werden allerdings weiterhin gestört.
Die in Deutschland stationierten US-Propagandasender „Radio
Liberty“ und „Radio Free Europe“ werden weiterhin „gejammt“.
31. Mai 1987
„Radio Athen“ (98,4 MHz) nimmt als nicht öffentlichrechtlicher
Sender den Betrieb als Gemeinde-Radio auf. Etwas später meldet
sich auch „Pireus Kanal 1“. Beide zum Teil werbefinanzierte
Stationen erhalten 1988 eine Lizenz.
Mai 1987
Überraschend stellt der Untergrundsender „Voice
of the People of Malaysia“ den Betrieb ein. Der Standort
der seit Jahren tätigen Station wurde in der Volksrepublik
China vermutet.

1. Juni 1987
Der französische Dienst „Radio France“ startet
ein „France Info“ betiteltes Programm nach amerikanischem
Vorbild, das nur Informationen ausstrahlt. Das Programm wird von
7 bis 00.30 Uhr auf der Frequenz 105,5 MHz gesendet und ist vorläufig
in Paris und Umgebung sowie zehn weiteren Städten zu empfangen;
im Laufe des Jahres sollen dreissig weitere Städte dazukommen.
Die einzelnen Sendeeinheiten des neuen Angebots bestehen aus Halbstundenblöcken
und enthalten nicht nur Nachrichten, sondern auch Serviceleistungen
wie Hinweise auf Veranstaltungen, das Wetter, den Verkehr usw.,
Börsennachrichten sowie die Ergebnisse von Pferderennen.
„ France Info“ beschäftigt 28 festangestellte Journalisten.
Eine jüngst veranstaltete Umfrage hatte ergeben, dass 72% der Franzosen
die Einführung eines reinen Nachrichten-Radioprogramms begrüssen würden.
4. Juni 1987
Das Bundesverfassungsgericht erklärt das 1985
verabschiedete badenwürttembergische Landesmediengesetz teilweise
für verfassungswidrig und folgt damit weitgehend den Beschwerden
von „SDR“ und „SWF“.
Der Ausschluss der öffentlichrechtlichen Anstalten von der
Veranstaltung regionaler und lokaler Programme ist, so das höchste
Gericht, unzulässig und mit der im Grundgesetz gewährleisteten
Rundfunkfreiheit nicht vereinbar. Andere, von den beiden Rundfunkanstalten
ebenfalls beanstandete Vorschriften werden von dem Richter als
verfassungskonform eingestuft, beispielsweise das Verbot von Werbung
in öffentlichrechtlichen Regional- und Lokalprogrammen sowie
die Beschränkung der Kooperationsmöglichkeiten zwischen
privaten und öffentlichrechtlichen Veranstaltern.
6. Juni 1987
Der Lokalsender „Radio Berner Oberland“ nimmt
in Interlaken seinen Betrieb auf. Von „Radio DRS“ werden
die nationale Nachrichtenbulletin, Regionaljournal und beliebte
andere Sendungen übernommen. Im Morgenprogramm sowie in Spezialsendungen
am Abend sollen lokale Themen berücksichtigt werden. Nach
Angaben von Verwaltungspräsident Erich Reber muss mit Startkosten
von rund 400 000 Franken gerechnet werden. Die jährlichen
Betriebskosten sind mit 350 000 Franken veranschlagt.
„ Radio Berner Oberland“ sendet auf 95,0 MHz (Brienz/Meiringen),
95,9 MHz (Spiez/Thun) und auf 96,8 MHz (Interlaken).
13. Juni 1987
Bis zum 12. Juli 1987 kann beinahe im ganzen Bündnerland
das Versuchsprogramm von „Radio Grischa“ empfangen
werden. Schwerpunkte im Programm sind die hauptsächlich lokalbezogenen
Informationssendungen in deutscher, italienischer und rätoromanischer
Sprache. In den Randstunden des 24stunden Betriebs übernimmt
ein Computer mit einem CD-Plattenspeicher das Programm. Zeitansagen,
Signete und Werbung werden ab Band automatisch eingespielt.. Für
den einmonatigen Versuchsbetrieb, ein Jubiläumsgeschenk der
Bankgesellschaft, wurde der erfahrene Radioprofi Matthias Lauterburg
engagiert.
18. Juni 1987
Im Rahmen einer besonderen Zeremonie ist im Weissen
Haus ein Vertrag zwischen den USA und Israel unterzeichnet worden.
Er sieht die Errichtung einer grossdimensionierten Relaisstation
für die „Voice of America“, für „Radio
Free Europe“ und „Radio Liberty“ auf israelischem
Boden vor. Die Station wird mit insgesamt sechszehn Kurzwellensendern
von je 500 kW Leistung eine der grössten Radiostationen der
Welt sein. Sie wird voraussichtlich ab 1992 zur Verfügung
stehen und soll die Signale der amerikanischen Sender besser nach
Osteuropa, in den Süden Asiens und, vor allem, in den asiatischen
Teil der Sowjetunion übermitteln.
15. Juni 1987
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni hatten die
welschschweizer Fernsehzuschauer der Region Delsberg eine Mattscheibe.
Bisher unbekannte Täter beschädigten den Fernsehsender
Les Ordons.
1. Juli 1987
Die schweizerische PTT senkt die Gebühren zum
Empfang von Satellitenprogrammen drastisch. Besitzer von Einzelanlagen
müssen nur noch 8 Franken monatlich bezahlen. Bisher betrug
die Gebühr im Monat 96 Franken für jedes empfangbare
Programm.
1. Juli 1987
Der auf der internationalen Funkverwaltungskonferenz
in Genf erarbeitete neue Frequenzplan für den UKW-Hörfunk
tritt in Kraft. Er regelt die Verteilung im Frequenzbereich zwischen
87,5 und 108 MHz.
1. Juli 1987
Der zweite hamburger Privatsender „Radio 107“ meldet
sich erstmals auf der Frequenz 106,8 MHz.

23. Juli 1987
Vor der Küste von Long Island, New York, geht
das in Honduras registrierte Radioschiff Sarah vor Anker. In den
Abendstunden beginnt die Station „Radio New York International“ (RNI)
mit Testsendungen. Die DJ`s Ivan Rothstein und Allan Weiner eröffnen
die Station mit dem Song „Come on down to my Boat“.
„ Radio New York International“ war als Alternative zum Rock-Radio-Angebot
in New York gedacht, doch die Federal Communications Commission (FCC) machte
dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Bereits fünf Tage später,
am 28. Juli, wurde die Crew der Sarah auf offener See verhaftet und der Sender
abgeschaltet.
25. Juli 1987
Der evangelische Missionssender „Radio Buenas
Nuevas“ mit dem Rufzeichen „TGMI“ nimmt in Guatemala
den Sendebetrieb auf. Der schwache 250-Watt-Sender in Huehuetenango
deckt nur die nähere Umgebung ab.
Sommer 1987
Als zweites Lokalradio in Baden-Württemberg
startet „Radio Ohr“ aus Offenburg. Das Programm wird über
die zwei Sender in Haslach/Kinzigtal auf 101,6 MHz und in Neumühl
bei Kehl auf 104,9 MHz ausgestrahlt.
1. August 1987
Mit einem Gala-Konzert, das am Abend live aus dem
Roxy-Club in Amsterdam übertragen wird, verbreitet die amerikanische „Music
Television“ (MTV) nach Japan und Australien ihre Programme
nun auch in Europa.
1981 vom Medienkonzern Warner Communications gegründet und
inzwischen in den Besitz von Viacom International übergegangen,
gilt „MTV“ als Wegbereiter eines Fernsehens, das sich
ganz auf Musikvideos stützt und als visuelles Pendant zum
Rock-Radio betrachtet. Via Satellit und Kabel verbreitet, erreicht „MTV“ heute über
33 Millionen Fernsehhaushalte in den USA.
„ MTV“-Europe wird unverschlüsselt in Stereo vom Intelsat VA-F11
ausgestrahlt und wird von den Firmen Viacom, der britischen Mirror Group und
der British Telecom mitfinanziert.
17. August 1987
Über den Fernmeldesatelliten Eutelsat erreicht
die „BBC“ Millionen von potentionellen Hörern
in Europa. Die Auslandsdienste der „BBC“ belegen zwei
24stündige Radiokanäle auf Eutelsat (Westspot), der ebenfalls
das Fernsehprogramm von „Super Channel“ auf europäische
Bildschirme überträgt.
Mit Beginn der „BBC“-Übertragungen auf Eutelsat
stehen der ständig wachsenden Zahl von europäischen Kabelgesellschaften
und lokalen Radiostationen die Sendungen des englischsprachigen „World
Service“ sowie weitere „BBC“-Dienste in rund
zwanzig Sprachen zur Übernahme zur Verfügung.
17. August 1987
Das Zweikanaltonsystem wird auch beim Schweizer
Fernsehen Wirklichkeit. Von nun an können Sportübertragungen
oder andere auf der zweiten oder dritten Senderkette übertragene
Spezialsendungen auch an der Sprachgrenze zwischen West- und Deutschschweiz
problemlos in der gewünschten Sprache empfangen werden.
Vorerst werden die Sender Bantiger, Niederhorn, Rigi, Säntis,
St. Chrischona und Uetliberg mit dem neuen System versehen. 1988
wird der Sender la Dôle für das französichsprachige
Programm mit Zweikanalton-Ausrüstung bestückt sein. Die
Nachrüstung aller Fernsehsender der drei Ketten in der Deutschschweiz
wird voraussichtlich 1990 abgeschlossen sein, diejenige der Westschweiz
folgt 1991 und die der italienischen Schweiz 1993.
1. September 1987
Das Konstanzer „Seefunkradio Bodensee“ geht
auf Sendung. Das Programm wird rund um die Uhr auf 101,8 MHz mit
100 Watt ausgestrahlt.
12. September 1987
Im bayerischen Staubing und Landshut nehmen zwei
neue Lokalradios ihren Sendebetrieb auf. In Staubing sendet auf
der Frequenz 87,9 MHz „Radio Aktuelle Welle Niederbayern“ und „Radio
SR 1“. Mehrere Einzelanbieter müssen sich auch in Landshut
die Frequenz 91,8 MHz teilen.
23. September 1987
Anderthalb Wochen vor dem angekündigten Stichtag
hat der deutschluxemburgische Privatfernsehveranstalter „RTL
plus“ sein „Frühstückfernsehen“ gestartet.
Anlass zu dieser Blitzaktion war allem Anschein nach das Bekanntwerden
von Plänen des Konkurrenzunternehmens „SAT 1“,
seinerseits am 1. Oktober auf Sendung zu gehen. Das in Anlehnung
an „Good Morning America“ auf „Guten Morgen Deutschland“ getaufte
Gefäss will werktags zwischen 6 Uhr 30 und 8 Uhr 30 seine
Zuschauer mit Informationen, Studiogesprächen und einem Serviceteil
versorgen; daran anschliessen soll künftig eine Filmserie.
Wie „SAT 1“ auf Anfrage erklärte, ändere
das Vorprellen von „RTL plus“ nichts am Vorhaben des
Senders, mit „Guten Morgen mit SAT 1“ gemäss Terminplan
in den Äther zu gehen. Ausgestrahlt wird die Rubrik werktags – und
zwar inklusive Samstag – zwischen 6 und 9 Uhr.

27. September 1987
Die „BBC“ nimmt in Hong Kong eine Relaisstation
in Betrieb. Nach Testsendungen im August, wird der „BBC-Worls
Service“ von nun an auf 15435, 15280, 7180 und 7160 kHz in
Englisch zu hören sein. Auf den Frequenzen 5965 und 7240 kHz
wird das japanische Programm von den zwei 250 kW-Kurzwellensender
verbreitet.
September 1987
„Sud Radio“ stellt sämtliche aktivitäten
in Andorra ein. Der 900–kW-Sender auf 819 kHz wird abgeschaltet.
Die Studios von „Sud Radio“ befinden sich jetzt in
Toulouse. Auf 819 kHz arbeiten jetzt in Frankreich stationierte
Mittelwellensender. Die private Station betreibt zudem ein UKW-Netz.
September 1987
„Tele 5“ heisst künftig das Fernsehprogramm
der Münchner Kabel-Media-Programmgesellschaft (KMP), nachdem
die finanzielle Beteiligung des italienischen Fernsehunternehmers
Silvio Berlusconi in München vertraglich besiegelt wurde.
Die Namensänderung von „Musicbox“ in „Tele
5“ ergibt sich aus der Kooperation zwischen Berlusconis „Canale
5“ und der „Tele München“. Auf Januar 1988
wird ein neuen Programmschema eingeführt, das sich vorwiegend
an Interessen einer jugendlich orientierten Zielgruppe ausrichtet.
1. Oktober 1987
„Radio Wachenburg“ nimmt als erste private
Station in Nordbaden den Betrieb auf. Das Programm wird mit 100
Watt von der Weinheimer Wachenburg auf der Frequenz 100,7 MHz ausgestrahlt.
Ein Grossteil des Programms kommt aus Stuttgart. Dort hat sich „Radio
Media“, eine Tochter des Holtzbrinck-Verlags, Studios aufgebaut.
Seit dem 1. Oktober strahlt der Sender über den Intelsat V
ein sogenanntes „Basisprogramm“ aus. Es enthält
neben Musik und Berichten auch weltweite Nachrichten und kann von
jeder Lokal- oder Regionalstation im Südwesten Deutschlands
rund um die Uhr oder nur in Teilen übernommen werden.
5. Oktober 1987
Der „Bayerische Rundfunk“ stellt in
München-Freimann seine neue Fernseh-Betriebszentrale in Dienst.
In drei neuen Ansagestudios und einem Produktionsstudio sorgen
u.a. elektronische Standbildspeicher und rechnergesteuerte Ablaufsysteme
für einen verbesserten Betriebsablauf.
7. Oktober 1987
„Radio Monte Carlo – Trans World Radio“ nimmt
den neuen Mittelwellensender Roumoules in Südfrankreich in
Betrieb. Der 1000-kW-Sender (1467 kHz) steht auf einem 700 Meter
hohen Plateau in der Haute Provence. Der Empfang der christlichen
Station „Trans World Radio“ ist von nun an in ganz
Europa problemlos.
9. Oktober 1987
Aus Costa Rica sendet, nach langer Verzögerung, „Radio
for Peace“ auf 7380 kHz. Die Station wird gemeinsam von der
Worls Peace University in Oregon und der Universität von Costa
Rica betrieben.
28. Oktober 1987
Der englische Piratensender „Radio Caroline“ testet
auf 6220 kHz. Der 3,5-kW starke Kurwellensender wird demnächst
ein religiöses Programm verbreiten.
28. Oktober 1987
Anlässlich der Landesgartenschau vom Mai bis
September 1985 meldete sich zum ersten Mal das „Frankenradio
Heilbronn“ des „Süddeutschen Rundfunks“.
Danach musste es aufgrund der medienpolitischen Situation seinen
Betrieb einstellen. Zwei Jahre später nimmt das „Frankenradio“ einen
neuen Anlauf. Seine Sendungen mit allen wichtigen Informationen
aus der Region werden jetzt jeden Werktag von 7.06 bis 7.54 Uhr
und 13.5 bis 13.54 Uhr über die UKW-Frequenz 99,5 MHz mit
300 Watt verbreitet.
Oktober 1987
„All India Radio“ strahlt regelmässig
Sendungen der Vereinten Nationen aus. Damit wird der UNO-Rundfunkdienst
aus New York nach über einem Jahr Funkstille wieder aktiv.
1. November 1987
Der Kooperationsvertrag zwischen „Radio Peking“ und „Schweizer
Radio International“ tritt in Kraft.
Der schweizer Auslandsdienst „SRI“ nutzt zwei chinesische
Kurzwellensender von je 125 kW mit den Standorten Beijing und Kunming
für die täglich zweistündige Versorgung des südostasischen
Raumes. „Radio Peking“ erhält als Gegenleistung
je zwei Stunden über die beiden Sender Lenk und Beromünster
zu 250 kW für die europaweite Verbreitung von Programmen in
mehreren Sprachen. „Schweizer Radio International“ entschloss
sich zu dieser Kooperation, nachdem verschiedene Neubaupläne
einer leistungsstarken Kurzwellensendeanlage in der Schweiz auf
starken Widerstand gestossen waren.

9. November 1987
„Radio RT4“ aus Reutlingen geht auf
Sendung. Das Programm wird vom Raichenberg auf der Frequenz 103,4
MHz ausgestrahlt. Seit dem 1. Dezember 1987 meldet sich „Radio
Neufunkland“ als zweiter Programmanbieter auf der gleichen
Frequenz. Während „Radio Neufunkland“ von linksalternativen
Organisationen unterstützt wird, sind die Träger von „Radio
RT4“ insgesamt sechs Tageszeitungsverlage aus der Region.
8. November 1987
Die beiden Berner Lokalradios, „ExtraBE“ und „Bern
104“, werden am frühen Nachmittag von Zaffaraya-Sympathisanten
(Berner Jugendbewegung) besetzt, und „Radio Zaffaraya“ sendet
auf beiden Frequenzen ein eigenes Alternativ-Programm. Offenbar
unter kundiger Anleitung, denn alles klappt, sogar die Funkverbindung
zu Hans Dampf im Demonstrationszug. Nach etwa fünf Viertelstunden
ist der Spuk vorbei. Die beiden Sendeleiter entschuldigen sich
für den Zwischenfall und nahmen das reguläre Programm
wieder auf.
21. November 1987
In der Nacht zum 21. November transportiert die
Trägerrakete Ariane den Rundfunksatelliten TV-Sat ins All.
Kurz nach dem Start stellt sich heraus, dass einer der beiden Sonnengeneratoren
zur Stromversorgung des Satelliten sich nicht entfalten lässt
und damit die Empfangsantenne blokiert. Die zahlreichen Versuche,
den Defekt zu beheben, scheitern endgültig am 24. Februar
1988. Vorgesehen war eine Nutzung des Satelliten für fünf
Fernseh- und maximal 17 Hörfunkprogramme.
25. November 1987
Der Heilbronner Sender „Radio Regional“ nimmt
den Betrieb auf. Das von sechs Zeitungsverlagen produzierte Programm
wird auf den Frequenzen 103,2 MHz in Heilbronn und 100,1 MHz in
Waldenburg / Langenburg ausgestrahlt.
November 1987
In Österreich treibt der Piratensender „ÖGB“ (Österreich
geht’s blendend) sein Unwesen. Das Schwergewicht der jeweils
45 Minuten dauernden „belanglos und Niederhaltungssendung“ ist
heftige Kritik an der Sozialpolitik der Regierung. Der mobile Sender
war zuletzt in Oberösterreich unterwegs und kündigt sich
meistens durch kurze Einblendung in die Frequenz von „Österreich
3“ an.
1. Dezember 1987
Aus Ulm meldet sich „Radio Donau 1“ auf
94,0 MHz. Insgesamt drei Einzelanbieter teilen sich die tägliche
Sendezeit: „Radio Tele 1“ sendet von sechs bis 12 Uhr,
die Pressefunk-Anbieter-Gesellschaft von 12 bis 18 Uhr und das „Radio
Unteres Illertal“ von 18 bis 22 Uhr.
1. Dezember 1987
Der berliner Alternativsender „Radio 100“ verlässt
die gemeinsam mit „Radio Hundert,6“ belegte Frequenz
(100,6 MHz) und weitet das Programm um zwei Stunden aus. Der Sender
ist jetzt täglich von 17 bis 23 Uhr auf 103,4 MHz zu hören.
2. Dezember 1987
In der Schweiz kann bereits im nächsten Jahr über
das erste Konzessionsgesuch für ein Satellitenrundfunkprojekt
entschieden werden. Der Ständerat hat diskussionslos die letzten,
weitgehend formalen Differenzen im Bundesbeschluss über den
Satellitenrundfunk ausgeräumt.
Der vorgezogene Beschluss soll es dem Bundesrat ermöglichen,
noch vor dem Inkrafttreten des Radio- und Fernsehgesetzes, mit
dem frühestens auf 1990 gerechnet wird, Konzessionen für
Fernmelde- oder Direktempfang-Satellitenprojekte zu bewilligen.
Bereits wird im Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement
das unter dem Namen „Business Channel“ eingereichte
Gesuch für ein zweistündiges Frühstückfernsehen
mit Wirtschaftsinformationen vorgeprüft.
11. Dezember 1987
Um 13 Uhr beginnt „Schwarzwaldradio“ mit
seinem offiziellen Programm. Der regionale Sender auf dem Blauen
im Schwarzwald arbeitet mit einer Stärke von 8,4 Kilowatt
auf 101,1 MHz. Das „Schwarzwaldradio“ hat sich den „Südwestfunk
1“ als Vorbild genommen und möchte Hörer zwischen
25 und 55 Jahren ansprechen, berichtet Leo Spitz, der designierte
Geschäftsführer der Station. Unterscheiden von „SWF
1“ will sich der Regionalsender, der den ganzen Südbadischen
Raum vom Bodensee bis zur Grenze nach Frankreich abdecken will,
vor allem durch die lokalen Informationen, welche im Südwestfunk
zu kurz kommen. Gehofft wird dabei auf eine Zusammenarbeit mit
den Lokalzeitungen des Raumes. Im Gegensatz zum Südwestfunk,
dem Spitz nicht immer eine positive Einstellung zum Staat bescheinigt,
betont das Schwarzwaldradio die Bejahung der demokratischen Einrichtungen.
14. Dezember 1987
Täglich von 7 bis 9 Uhr plus zwei Wiederholungen
um 12 und 17 Uhr sendet die Hamburger Privatstation „OK-Radio“ auf
95,0 MHz ein Testprogramm. Ab dem 1. März 1988 will „OK-Radio“ rund
um die Uhr senden. Das Programmformat bewegt sich zwischen Rock`n`Roll,
Oldies und Reggea.
18. Dezember 1987
Der Karlsruher Privatsender „Welle Fidelitas“ nimmt
den Betrieb auf. Das Programm wird auf der Frequenz 101,8 MHz vom
Sender Grünwettersbach (25 kW) ausgestrahlt.
28. Dezember 1987
Die neue Kurzwellenstation „KUSW“ in
Salt Lake City nimmt den regulären Betrieb auf. Mit Testsendungen
war die Station seit anfang Dezember zu hören (u.a. auf 15225
kHz von 16 bis 19 UTC und auf 17715 kHz von 19 bis 22 UTC).
31. Dezember 1987
Nicht mit dem ursprünglichen Namen „Radio
Berlin“, sondern mit „Radio in Berlin“ feiert
der neue Privatsender am Silvester seine Premiere auf der Frequenz
103,4 MHz.
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