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1. Januar 1984
In der Schweiz wird der Teletext definitiv eingeführt.
Seit dem 1. Oktober 1981 unternahmen die „Schweizerische
Radio- und Fernsehgesellschaft“ und der „Schweizerische
Verband der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger“ (SZV) einen
Versuch mit dem Fernseh-Bildschirmtext.
1. Januar 1984
Um 00.01 Uhr nimmt der Winterthurer Lokalsender „Radio
Eulach“ seine Sendungen auf. Die Station ist rund um die
Uhr auf 102,1 MHz mit einem eher konventionellen Musikprogramm
zu hören. „Radio Eulach“ beschäftigt insgesamt
vier ferste Mitarbeiter und zwölf Teilzeit-Moderatoren.
1. Januar 1984
Das auf zwei Jahre geplante Ludwigshafener Kabelpilotprojekt
nimmt seinen Sendebetrieb auf. Es bietet acht neue Fernseh- und
vier neue Hörfunkkanäle an. Von den öffentlichrechtlichen
Anstalten beteiligen sich das „ZDF“ mit dem zeitversetzten „ZDF
2“ und der „SWR“ mit dem „Schlauen Kanal“ an
dem Pilotprojekt.
2. Januar 1984
Nach mehrmonatigen Testsendungen auf Kanal 7 (VHF)
eröffnet „Radio-Tele-Luxembourg“ unter der Bezeichnung „RTL-Plus – Television“ um
17.28 Uhr das deutschsprachige Fernsehprogramm. Der starke Sender
in Dudelange strahlt etwa 120 Kilommeter nach Deutschland hinein
und kann im Saarland sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen
empfangen werden. Das bescheidene Team der ersten Stunde besteht
aus Dr. Helmut Thoma (Programmdirektor), Thomas Wilsch (Programmleiter),
Horst Tempel (Produktion), Réné Steicher ( Regisseur)
Edy Hildebrandt (Moderator), Hartmut Schröter (Redaktion),
Mathias Krings (Redaktion Jugend) und Marina Daerden (Sekretärin).
2. Januar 1984
„TV 5“ heisst ein neues, französischsprachiges
Fernsehprogramm, das versuchsweise täglich während dreier
Stunden über den Fernmeldesatelliten „ECS-F1“ ausgestrahlt
wird. Produziert wird das werbefreie Programm gemeinsam von den
drei nationalen Ketten des französischen Fernsehens („TF
1“, „Antenne 2“ und „FR 3“), der
belgischen Rundfunkanstalt „RTBF“ und dem Westschweizer
Fernsehen „SSR“. „TV 5“ wird den Betreibern
von Kabelnetzen kostenlos zur Verfügung gestellt. Täglich
werden zwischen 19 und 22 Uhr Unterhaltung, Information und kulturelle
Sendungen angeboten.
2. Januar 1984
Die Programme von „Radio DRS“ in rätoromanischer
Sprache werden von bisher 37 Minuten auf etwa 2,5 Stunden täglich
ausgedehnt. Mit der am Berchtoldstag erstmals – über
den Kanal „DRS 2“ der Bündner UKW-Sender – ausgestrahlten
Radiosendung „Allegra“ erfährt das tägliche
Angebot an rätoromanischen Sendungen vorab in Graubünden
eine bedeutende Erweiterung.
2. Januar 1984
In Südafrika beginnt, als Konkurrenz zur staatlichen „South
Africa Broadcasting Corporation“, die Station „Bop
TV“ zu senden.
12. Januar 1984
Nach fast dreijähriger Sendepause meldet sich
aus der Pyrenäenrepublick „Radio Andorra“ wieder
zurück . Die Station ist täglich 16 Stunden auf 702 kHz
zu hören.
(Siehe auch 29. März 1981)
12. Januar 1984
Aus urheberrechtlichen Gründen verbietet ein
Gericht in Amsterdam die Verbreitung des französischen Satelliten-Programms „TV
5“ über Kabelnetze.

16. Januar 1984
Das englische „Satellite-TV“ nennt sich
seit kurzem „Sky Channel“ und erweitert von nun an
das Programmangebot von täglich drei auf fünf Stunden.
Im Verlaufe dieses Jahres soll das Programm auf acht Stunden ausgedehnt
werden.
22. Januar 1984
„Radio France International“ nimmt den
ersten 500-kW-Relaissender auf Französisch-Guyana in Betrieb.
In den nächsten Monaten kommen noch zwei Kurzwellen-Sender
dazu.
23. Januar 1984
Japan hat vom Stützpunkt Tanegashima aus den
ersten Satelliten zur direkten Fernsehübertragung gestartet.
Bei den bisher eingesetzten Satelliten müssen die Sendungen
von Erdstationen aufgefangen und ins Fernsehnetz eingespeist werden.
Mit dem Satellit „BS 2“ will man den 420 000 unterversorgten
Haushaltungen einen einwandfreien Fernsehempfang ermöglichen.
10. Februar 1984
Die „Degeto-Film GmbH“, eine Tochtergesellschaft
der „ARD“, kauft zum Gesamtpreis von rund 220 Millionen
DM die Ausstrahlungsrechte für rund 1500 Filme bei der US-Firma „Metro-Goldwyn-Mayer/United
Artists“. Das Filmpaket schliesst auch neue Produktionen
ein, die in den nächsten 15 Jahren hergestellt werden.
18. Februar 1984
In der französischsprachigen Schweiz haben
zwei neue Lokalsender den Betrieb aufgenommen. Die eine Station „Fréquence
Jura“, startet um 11.30 Uhr auf 103,9 und 98,8 MHz. Ab dem
28. April 1984 wird der dritte Sender auf 88,4 MHz dazugeschaltet.
Das „Radio der Walliser“, so der Slogan von „Radio
Martigny“, ist ab 18 Uhr auf 90,8 MHz zu hören.
14. Februar 1984
Mit der Aufnahme der zweisprachigen Sendungen des
Bieler Lokalsenders „Canal 3“ um 18 Uhr, sind nun 17
der insgesamt 36 bewilligten Lokalsender in Betrieb. Das deutschsprachige
Programm ist auf 98,8 MHz zu hören und französisch tönt
es auf 89,5 MHz.
1. März 1984
In Neuenburg startet der Lokalsender „Radio-Télé-Neuchâtel“ mit
einem französischen Programm auf 90,4 MHz.
1. März 1984
„Canal Plus“ beginnt für den Grossraum
Paris zu senden. Zwischen 13 und 17 Uhr kann das Fernsehprogramm
vorläufig noch gratis empfangen werden. Ab 1. November 1984
ist „Canal Plus“ nur noch mit Decoder als Pay-TV im Äther.
4. März 1984
Aus Libyen meldet sich unregelmässig ein englischer
Dienst – „The Voice of Africa“ – auf Kurzwelle.
5. März 1984
Das Westschweizer Fernsehen startet das Mittagsmagazin „Midi
public“. Es handelt sich um eine Mittagssendung mit allgemeinen
regionalen und kulturellen Informationen, die an Werktagen zwischen
12 und 13.25 Uhr ausgestrahlt wird. Mit „Midi public“ soll
ein wichtiges potentielles Publikum erreicht und die Abwanderung
zu französischen Fernsehketten und zum Satellitenfernsehen
verhindert werden.
1. März 1984
Mit dem Sendebeginn von „Radio L“ (92,0
MHz) ist nun auch die Agglomeration Lausanne im Einzugsgebiet eines
schweizerischen Lokalsenders. „Radio L“, hinter dem
unter anderem die Herausgeber von vier Lausanner Tageszeitungen
stehen, ist hinsichtlich Trägerschaft und Mitarbeiterstab
(25 Mitarbeiter, darunter sieben Journalisten) das gewichtigste
private Radiounternehmen in der Romandie.
14. März 1984
Die PTT droht allen Kabelnetzen, die „Sound
Radio“ nach dem heutigen Datum noch führen, mit einer
Abstellverfügung und mit einem verwaltungsgerichtlichen Strafverfahren. „Sound
Radio“ (ex Radio 24) ist nach schweizerischer Auffassung
illegal und darf laut einem bundesrätlichen Erlass vom 17.
April 1983 nicht mehr von privaten oder öffentlichen Kabelnetzen
in der Schweiz verbreitet werden.

15. März 1984
Das Sendezentrum von „Radio Omdurman“ in
der gleichnamigen sudanesischen Stadt ist durch einen Bombenanschlag
zerstört worden. Fünf Todesopfer fordert der Abwurf der
Bombe durch ein nichtidentifiziertes (libysches ‚ ) Kampfflugzeug
vom Typ TU-22.
20. März 1984
„Radio Förderband“, das Berner
Kulturradio, ändert die Frequenz und dehnt das Programm aus.
Seit 11 Uhr wird auf 104,2 MHz rund um die Uhr in Stereo gesendet.
1. März 1984
Bewaffnete salvadorianische Aufständische haben
für kurze Zeit zwei Radiostationen in San Salvador besetzt.
Sie erzwingen das Abspielen von Tonbändern mit Aufrufen gegen
die Präsidentenwahlen. Darin heisst es, die Wahlen sind nur
Vorwand dafür, dass die amerikanische Regierung sich in El
Salvador einmischen könne.
14. März 1984
Der seit dem 1. November 1983 in der Region Basel
verstummte Elsässer Alternativsender „Radio Dreyeckland“ meldet
sich zusätzlich zur gestörten Hausfrequenz (100,9 MHz)
jetzt auch auf 102,6 MHz.
31 März 1984
In der Nacht auf den 1. April nimmt der zweisprachige
Freiburger Lokalsender „Radio Sarine“ mit einem Eröffnungskonzert
den Sendebetrieb auf. Zwei Drittel der Sendezeit werden in französischer
und ein Drittel in deutscher Sprache moderiert. „Radio Sarine
/ Saane“ ist auf 88,5 MHz zu empfangen.
31. März 1984
Der „Concertrsender Amsterdam“ nimmt
den Sendebetrieb offiziell auf. Vorläufig ist der Sender für
klassische Musik jeden Samstagabend von 19 bis 02.00 Uhr im Amsterdamer
Kabelnetz zu hören. Ab dem 2. Juni 1984 wird das Programmangebot
auf den Sonntag ausgedehnt.
März 1984
Das Programmangebot für britische Kabelhaushalte
wird um „TEN – The Movie Channel“ reicher. Die
Gesellschaft „United Cable Programms“ betreibt den
Spielfilmkanal, der über den Fernmeldesatelliten Intelsat
V abgestrahlt und als Abonnements-TV angeboten wird. Ende 1984
erreicht „TEN“ mit rund 50 000 Abonnenten seinen höchsten
Stand, danach sinkt die Zahl bis Mai 1985 auf 34 000. Daraufhin
ziehen sich die Geldgeber zurück und „TEN“ meldet
Konkurs an.
Der britische Pressemagnat Robert Maxwell (unter anderem Verleger
des „Daily Mirrors“) übernimmt nun die Filmrechte
von „TEN“ und baut mit „Mirrorvision“ einen
neuen PAY-TV-Kanal auf, der 14 Stunden pro Tag hauptsächlich
Spielfilme ausstrahlt.
März 1984
Der englische Sportkanal „Screen Sport“ wird
vom Intelsat V verbreitet. Da die Rechte für aktuelle und
publikumsträchtige Sportübertragungen bei „BBC“ und „ITV“ liegen,
muss sich „Screen Sport“ auf eher esoterische Sportarten – Surfen,
Basketball,American Football, Ringen – beschränken.

1. April 1984
Start des Münchner Kabelpilotprojekts mit 16
Fernseh- und 23 Hörfunkprogrammen.
1. April 1984
Das Zeitalter des Satellitenfernsehens in Deutschland
beginnt. Punkt 10.30 Uhr wird in der Sendezentrale der Anstalt
für Kabelkommunikation in Ludwigshafen die Satelliten-Sendeabwicklung
in Betrieb genommen. Als erstes wird ein von der privaten Programmgesellschaft
für Kabel- und Satellitenrundfunk und der „Frankfurter
Allgemeinen Zeitung“ erstelltes Programm über den Satelliten
ECS 1 abgestrahlt. Das von der Erdfunkempfangsstelle München
empfangene Programm wird ins dortige Kabelpilotprojekt eingespeist.
1. April 1984
In Zürich startet das erste Quartierradio der
Schweiz. „Radio Riesbach“ sendet jeweils Donnerstag
von 18.30 und Sonntag von 12.00 Uhr ein einstündiges Informationsprogramm
auf 100,3 MHz in Mono. Das werbefreie Programm wird von den Quartierbewohnern
gestaltet. Eine breit abgestützte Trägerschaft ist für
die Finanzierung zuständig. Für jährlich 30 Franken
ist man Mitglied und kann aktiv an der Programmgestaltung mitarbeiten.
1. April 1984
Lausanne erhält ein zweites Lokalradio. „Radio
Acidule“, ein von Gewerkschaften getragener Alternativsender,
ist wegen Frequenzproblemen im Versorgungsgebiet praktisch unhörbar
(95,6 MHz).
2. April 1984
„Radio Japan“, der Auslandsdienst von „NHK“ in
Tokio, ist von nun an täglich sechs Stunden über die
gemieteten Sendeanlagen von „Africa No 1“ in Gabun
zu hören. Man will so eine bessere Hörbarkeit der Programme
von „Radio Japan“ in Europa und Nahost erzielen. Diese
Relaissendungen gelangen von Japan über einen Satelliten nach
Paris, von dort über einen andern nach Gabun und anschliessend
wird das Signal in die Sendeanlage von „Africa No 1“ eingespeist.
Diese Anlage, bestehend aus vier Kurzwellensender von je 500 kW,
und befindet sich im tropischen Regenwald, etwa 500 Kilometer von
Libreville entfernt.
2. April 1984
Der illegale belgische Popsender „Radio Delmare“ wird
von den Behörden geschlossen. Im Gegensatz zu den tolerierten
belgischen „freien Radios“ auf UKW, strahlt „Delmare“ sein
Programm auf Mittelwelle und Kurzwelle (1323 und 6205 kHz) aus
und kann somit europaweit gehört werden.
16. April 1984
Als 43. Lokalsender der kommerziellen „IBA“ in
England hat um 6.55 Uhr die Station „Viking Radio“ ihre
Sendungen aufgenommen. Im Einzugsgebiet des Senders, dem Raum Humberside,
wohnen rund 900 000 Menschen. „Viking Radio“ sendet
auf Mittelwelle 1161 kHz und UKW 102,7 MHz.
6. April 1984
Durch einen Brand werden die Sendeanlagen von „Radio
Brenner“ auf der Flatsch-Spitze zerstört. Die Direktion
des italienischen Privatsenders mit deutschsprachigem Programm
vermutet einen Sabotageakt.
15. April 1984
Kommandos des salvadorianischen Guerilla haben in
gleichzeitig laufenden Operationen fünf Radiostationen in
der Hauptstadt San Salvador besetzt, und in einer Botschaft zum
1. Mai die Arbeiterschaft des Landes zur „Fortsetzung des
revolutionären Kampfes“ aufgefordert.
30. April 1984
„Radio Aktuell“, das St. Galler Lokalradio,
nimmt um 12 Uhr seinen Sendebetrieb auf. Täglich sollen auf
101,5 MHz Informationen und Musik ausgestrahlt werden; nachts werden
die Sendungen von „Radio Basilisk“ übernommen. „Radio
Aktuell“ wird getragen von der „Kabel-Fernseh-Radio-AG“,
an der die Verlage des „St. Galler Tagblatts“, der „Appenzeller
Zeitung“, der „Ostschweiz“ und des Gratisblatts „Anzeiger“ beteiligt
sind.
1. Mai 1984
Die seit dem Staatsstreich in Surinam verstummten
Privatsender „Radio Paramaribo“ und „Radio Apintie“ nehmen
den Sendebetrieb wieder auf. Ab 4. Mai ist das reguläre Programm
zu hören. „Radio Paramaribo“ ist auf 1030 kHz
und „Radio Apintie“ auf 820 kHz zu empfangen.

3. Mai 1984
In der PTT-Betriebszentrale Zürich-Herden wird
die Bodenstation (der sogenannte UP-Link) zum Fernmeldesatelliten
ECS-F 1 in Betrieb genommen, die es erlauben wird, interessierte
Kabelnetzteilnehmer in der Schweiz und bald auch in Österreich
und Deutschland mit Abonnementsfernsehen zu versorgen, das zur
Hauptsache aus Spielfilmen besteht.
Nachdem der Bundesrat im vergangenen Jahr die Konzession für
die versuchsweise Einführung von Pay-TV an eine breit abgestützte
Trägerschaft erteilt hatte, wurde eine Betriebsgesellschaft „Pay-Sat“ gegründet,
in deren Auftrag die „Zürcher Teleclub AG“ (mehrheitlich
im Besitz der „Rediffusion“ befindlich) nun den Programmdienst
betreibt. Monatlich werden 20 Spielfilme neueren Datums ausgestrahlt.
Das Vorprogramm von 19.45 bis 20.15 Uhr wird uncodiert ausgestrahlt
und kann somit auch von Nichtabonnenten empfangen werden. Der „Teleclub“ hat
seit Mai 1982 im Raume Zürich eine lokale Pilotphase hinter
sich. Als erste Kabelnetze in der Schweiz werden Thun und St. Gallen
und etwas später Luzern, Aarau, Chur und Olten ihren Abonnenten
das „Teleclub“-Angebot zur Verfügung stellen.
2. Mai 1984
Das „Bürgerfernsehen Rorschach, Rorschacher
Berg und Goldach“ verbreitet über die drei örtlichen
Kabelnetze um 19 Uhr die erste von insgesamt sechs Versuchssendungen.
Die rund 40 Minuten lange Emission ist von Einwohnern der Region
zusammengestellt worden.
12. Mai 1984
Der japanische TV-Direct-Satellite „BS 2“ wird
offiziell in Betrieb genommen.
19. Mai 1984
Seit 6 Uhr früh ist das von kirchlichen Kreisen
getragene Genfer Lokalradio „Cité“ auf Sendung.
Sechs Moderatoren und ebensoviele Redaktoren gestalten rund um
die Uhr ein lokales Programm auf 91,8 MHz. Die geräumigen
Studios an der rue du Valais wurden früher von „Radio
Mont Blanc“ benützt.
19. Mai 1984
Um 19 Uhr nimmt das erste, nicht ausschliesslich über
Kabel sendende Lokalfernsehen der Schweiz, seinen Betrieb auf.
Der Kleinversuch „Hasli-TV“ läuft im Rahmen der
Rundfunkversuchsordnung und ist bis Ende 1988 befristet. Vorerst
wird an jedem letzten Mittwoch im Monat gesendet. Ab 1985 will
die Trägerschaft, eine Genossenschaft, jede Woche ein Mal
senden. Programmschwerpunkte: Regionalnachrichten und Berichte
aus Kultur und Sport, dazu Unterhaltung. „Hasli-TV“ ist
empfangbar a) mit normaler Antenne auf Kanal 36 = 591,25 MHz in
rund 50 Gemeinden rund um Niederhasli und b) über Telecomunal-Kabelnetze,
Sonderkanal 4.
7. Mai 1984
Mit den Worten „Broadcasting from international
waters, this is alleurope radio Laser 558“ kündigt sich
ein neuer Piratensender in der Nordsee an. Das amerikanische Unternehmen
beabsichtigt, ein Programm für die jüngeren Hörer
auszustrahlen. Die ersten Testsendungen auf 729 kHz, vom Sendeschiff „Communicator“ aus,
fanden am 21. und 22. Januar 1984 statt und wurden eingestellt,
als die an einem mit Helium gefüllten Ballon befestigte Antenne
vom Wind losgerissen wurde. Weitere Tests folgten vom 14. bis 19.
Februar, ebenfalls auf 729 kHz und vom 7. Mai an auf 558 und 1294
kHz. An Bord befinden sich zwei 25-kW-Sender, Studios und ein Tonträgerarchiv.
Die Musik wird auf sog. „Cartrige“-Bandkassetten überspielt
um auch bei rauher See senden zu können (das hüpfen des
Tonabnehmers über die Plattenrillen wird somit ausgeschlossen).
Mai 1984
Im Zuge der Vorbereitung für die für das
Jahr 1985 geplanten Wahlen hat die Regierung Nicaraguas das Fernsehnetz
des Landes in eine staatliche Körperschaft nach westeuropäischem
Vorbild umgewandelt. Seit der Revolution von 1979 befanden sich
die beiden Sendeanstalten in den Händen der regierenden Sandinistischen
Nationalen Befreiungsfront. Der neuen Körperschaft wird per
Regierungsdekret die ausschliessliche Zuständigkeit für
alle Fernsehübertragungen im ganzen Staatsgebiet eingeräumt.
Der Vorstand der Staatsgesellschaft wird aus je einem Vertreter
der Junta, der Ministerien für Kultur, Erziehung und des Fernmeldewesens,
des Lehrerverbandes und der Journalistengewerkschaft gebildet.
Mai 1984
Der amerikanische Mediengigant „CBS“ zahlt
dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon 500 000 Dollar
für ein 90minütiges TV-Interview.
Mai 1984
Das von London via Satellit verbreitete Fernsehprogramm „Sky
Channel“ wird jetzt auch von sieben niederländischen
Kabelverteilern übernommen; mit weiteren Kabelunternehmen
sind Verhandlungen im Gange.

8. Juni 1984
Ein mit Maschinengewehren und Pistolen bewaffnetes
Kommando der „Vaterländischen Front Manuel Rodriguez“ hat
eine Radiostation in Chile überfallen und eine regierungsfeindliche
Botschaft verbreitet. Zehn Stunden vor diesem Vorfall in Viña
del Mar hatte ein anderes Kommando derselben Organisation den Sender „Mineria“ in
der Hauptstadt gezwungen, ein Tonband mit Proklamationen gegen
die Regierung von General Pinochet abzuspielen.
15. Juni 1984
Der neue 500-kW-Kurzwellensender von „Radio
Norway International“ wird für Testzwecke erstmals eingeschaltet.
16. Juni 1984
Auf den dänischen Färöer-Inseln hat
die öffentlichrechtliche Fernsehanstalt „Sjonvarp Foroya“ den
regulären Betrieb aufgenommen. Seit dem 3. April 1984 wurden
Testsendungen ausgestrahlt. Durch die begrenzte Zahl von Mitarbeitern
und Ressourchen kann „SVF“ bisher nur an 5 Tagen in
der Woche senden.
20. Juni 1984
In Monthey nimmt der Lokalsender „Radio Chablais“ den
Betrieb auf 92,6 MHz auf. „Radio Chablais“ will sich
auf Informationen, Dialog und Unterhaltung konzentrieren. Zum Teil
werden die Sendungen von „Radio Suisse Romande“ übernommen.
Juni 1984
Die „RAI“ verbreitet von nun an ihre
Programme auch über den Satelliten ECS F 1.
3. Juli 1984
„Radio Italia“, der leistungsstarke
Privatsender mit Sitz in St. Louis ist verstummt. Die Mülhauser
Polizei schliesst das Sendestudio und beschlagnahmt den Sender
auf dem Ballon d`Âlsace. Die Aktion erfolgt nach Interventionen
der Schweizerischen PTT. Die Schweiz hatte bei den französischen
Verantwortlichen die Ausstrahlung von Sendungen des Senders, wie
auch mehrerer Stationen im Grenzgebiet von Genf in die Schweiz
und die dadurch belegten Frequenzen beanstandet.
5. Juli 1984
Im Kanton Waad nimmt ein weiteres Lokalradio den
Betrieb auf. „Radio Echallens-Région Plus“ will
täglich am Nachmittag und später auch am Abend vier bis
sechs Stunden auf 104,8 MHz senden und dem Hörer Lokalinformationen,
kulturelle Animation und leichte Musik anbieten sowie die Kontakte
in der Region fördern.
11. Juli 1984
Von nun an werden die in London von dem mächtigen
Schallplattenkonzern „Thorn EMI“, der „Virgin
Records“ und der Fernsehgesellschaft „Yorkshire TV“ produzierten „Music-Box“-Sendungen
auf einem eigenen Kanal des europäischen Fernmeldesatelliten
ECS F 1 übertragen, und zwar 16 Stunden täglich in Stereoton.
Drei Stunden davon werden zurzeit noch in das Programm von „Sky
Channel“ eingespeist. Auf Ende Jahr wird der Vertrag mit
diesem Unternehmen auslaufen und die „Music-Box“ separat
fortgeführt.
13. Juli 1984
Der Intendant des „ZDF“, der Generaldirektor
des „ORF“ sowie der Generaldirektor der Schweizerischen
Radio- und Fernsehgesellschaft „SRG“ unterzeichnen
einen Vertrag über ein gemeinsames deutschsprachiges Satelliten-Fernsehprogramm.
Das Programm namens „3 SAT“ soll ab 1. 12. 1984 über
den Ostbeam des ECS-Satelliten in Kabelanlagen der Bundesrepublik, Österreichs
und der Schweiz eingespeist werden.
Juli 1984
Mehr Meinungsfreiheit für Radio und TV in den
USA. Auch öffentliche Radio- und Fern- sehstationen, welche
staatliche Subventionen erhalten, sollen in Zukunft Kommentare
senden dürfen. Dies hat das Oberste Gericht der USA in einem
Grundsatzurteil beschlossen. Den subventionierten Sendern war es
bisher gesetzlich verboten, „editorials“ (Beiträge
mit klar ausgesprochener Meinung: Leitartikel, Kommentare) zu senden.
Vertreter der Reagan-Administration verteidigten dieses Verbot
vor dem Obersten Gericht. Das Gericht entschied aber mit fünf
zu vier Stimmen, dieser „Leitartikel-Bann“ verletze
die in der USA-Verfassung verankerte Presse- und Meinungsäusserungsfreiheit.
2. September 1984
„Radio Surinam International“ beginnt
mit holländischen Sendungen in Richtung Europa. Die Programme
aus Paramaribo gelangen via Satellit nach Brasilien, von dort werden
sie über den 250-kW-Sender von „Radiobras“ ausgestrahlt.

27. September 1984
In der britischen Hauptstadt wird erstmals ein Fernsehkanal
von Piraten gekapert. Nach Sendeschluss der „BBC“ und
der kommerziellen Gesellschaft „ITV“ meldet sich in
London „Channel 36“. Mit einem selbstentwickelten Sendegerät
von zwei Kilowatt Leistung können Bildschirme im Radius von
zehn Meilen versorgt werden. Unter dem Motto „Local Community
Television“ sollen in erster Linie ethnische Minoritäten
angesprochen werden.
September 1984
Der britische Mulitimedienkonzern „Thorn EMI“ steigt
zusammen mit „Goldcrest“, dem grössten Filmproduzenten
des Landes, ins „Pay-TV“-Geschäft ein. Der Konkurrent
von „Mirrorvision“ nennt sich „Premiere – The
No 1 Movie Channel“ und erreicht via den Intelsat etwa 2000
Abonnenten.
Von „Thorn EMI“ wird über den gleichen Kanal auch „The
Children`s Channel“ angeboten. Acht Stunden täglich
werden Kinder bis zu 13 Jahren mit Zeichentrickfilmen, Magazinen
und TV-Serien angesprochen.
16. September 1984
Im Walliser städtchen Siders wird versuchsweise
ein privates Lokalfernsehprogramm ausgestrahlt. Punkt 13 Uhr beginnt
auf Kanal 9 ein 90minütiges Programm, das von 20 000 Einwohnern
verfolgt werden kann.
1. Oktober 1984
In Freiburg beginnt das erste deutsche Stadtradio
seine Sendungen. Täglich von 11 bis 12 Uhr und von 17 bis
18 Uhr strahlt der lokale Fernsehturm in Freiburg das Stadtradio-Programm
aus, und zwar auf der Frequenz 102,0 MHz, auf der gleichen Frequenz,
auf der das „Südwestfunk 1“-Programm läuft.
Das „SWF“-Programm wird in den beiden Sendestunden
vom Stadtradio abgelöst. Zu empfangen ist der Lokalsender,
ausser in Freiburg, in der Nachbarschaft von etwa 20 Kilometern
Entfernung von der Stadt. Vier südbadische Tageszeitungen
beteiligen sich in einer GmbH an dem Pilotprojekt. Es sind dies
die „Badische Zeitung“, der „Südkurier“,
der „Schwarzwälder Bote“ und das „Badische
Tagblatt“. Die vier Verlage tragen ein Drittel der Kosten
am Versuchsprojekt, zwei Drittel finanziert der „Südwestfunk“.
Das Jahresbudget beträgt 1,5 Millionen DM.
12. Oktober 1984
Der „European Communications Satellite – ECS
F 2“ ist einsatzbereit. Er bietet einen Fernsehkanal für
Norwegen sowie zwei Fernsehkanäle für die „European
Broadcasting Union“ (EBU). Diese zwei Kanäle dienen
der Eurovisions-Übertragung.
29. Oktober 1984
In Genf findet – organisiert von der Internationalen
Fernmeldeunion – die zweite Sitzungsperiode der regionalen
Funkverwaltungskonferenz für den UKW-Rundfunk von 67 Ländern
der Region 1 (Afrika, Europa, Sowjetunion, Naher Osten) statt.
Die Konferenz endet mit der Unterzeichnung eines Abkommens über
einen neuen Frequenzplan, der am 1. Juli 1987 an die Stelle des
derzeit noch gültigen Plans aus dem Jahr 1961 treten soll.
31. Oktober 1984
Das Basler Lokalradio „Basilisk“ legt
eine eintägige Sendepause ein. 24 Stunden lang weist ein Endlosband
darauf hin, dass „Radio Basilisk“ vor einem Jahr noch
gar nicht existierte und das die ganze Belegschaft sich am Vortag
des einjährigen Bestehens einen freien Tag genommen habe.
4. November 1984
In Frankreich beginnt die Aera des Pay-TV. „Canal
Plus“ sendet täglich ein Info- und Unterhaltungsprogramm,
das zur Hauptsendezeit nur mit einem Decodiergerät von den
Abonnenten empfangen werden kann. Um rentabel zu werden, muss „Canal
Plus“ 750 000 Abonnenten finden.
22. November 1984
Ein belgischer Düsenjäger vom Typ Alpha
Jet ist nach einer Kollision mit dem Sendeturm der deutschen Bundespost
auf dem Feldberg im Schwarzwald abgestürzt.
1. Dezember 1984
Um 18 Uhr nimmt das vom „ZDF“, dem „ORF“ und
der „SRG“ getragene, über den Ostbeam des Fernmeldesatelliten
ECS 1 abgestrahlte öffentlichrechtliche Satellitenfernsehprogramm „3
SAT“ den sendebetrieb auf. Die Generaldirektoren dieser drei
Fernsehanstalten in der Bundesrepublik, in Österreich und
in der Schweiz erklären übereinstimmend, sie wollen mit
ihrer neuen Kooperation ein Gegengewicht zum Angebot der kommerziellen
Programmgestalter bilden. Das gemeinsame Programm von „ZDF“, „ORF“ und „SRG“,
vertreten durch das „Fernsehen DRS“, wird täglich
zwischen 18.00 und 24.00 Uhr ausgestrahlt. Das „ZDF“ bestreitet
67 Prozent des Programms, der „ORF“ 29 und die „SRG“ vier.
1. Dezember 1984
Als letzter Lokalsender im Kanton Waad hat „Radio
Corol“ den Sendebetrieb aufgenommen. Der Sender richtet sich
an die rund 120 000 Einwohnern der Côte mit den Zentren Nyon,
Rolle, Aubonne und Morges. Unterstützung erhält „Radio
Corol“ von Tourismus-, Wirtschafts- und Industriekreisen
aus der Region sowie der Pressegruppe „Manz-Filanosa“.
Der neue Sender auf 103,5 MHz wird täglich von 6 bis 24 Uhr
in Betrieb sein. Rund vier Stunden Eigenproduktion werden mit dem
ersten und dritten Programm des Westschweizer Radios ergänzt.

2. Dezember 1984
Mit 1001983 Ja zu 456410 Nein stimmen das Volk und
Stände dem neuen Radio- und Fernsehartikel 55bis der Bundesverfassung
zu. Nachdem die früheren Vorlagen von 1957 und 1976 abgelehnt
worden sind, ist man in weiten Kreisen erleichtert, dass es im
dritten Anlauf gelungen ist, eine tragfähige verfassungsrechtliche
Grundlage für die elektronischen Medien zu schaffen.
4. Dezember 1984
Der Berner Lokalsender „Radio Förderband“ hat
in einer eintägigen Protestaktion seine Sendungen eingestellt.
Gleichzeitig protestiert das Kulturradio in einem offenen Brief
an den Bundesrat gegen den „skandalösen Entscheid“ der
Landesregierung, eine zwölfprozentige Beteiligung der „Berner
Zeitung“ am Berner „Radio ExtraBE“ zu bewilligen.
Das Lokalradiogesuch der „Berner Zeitung“ wurde im
Juni 1983 vom Bundesrat abgelehnt.
6. Dezember 1984
Nach sech Jahren Bauzeit nimmt das „ZDF“ auf
dem Lerchenberg in Mainz sein neues Sendebetriebsgebäude in
Dienst.
16. Dezember 1984
„Radio Caroline“ erhält eine Schwesterstation.
Vom Sendeschiff „Ross Revance“ aus meldet sich „Radio
Monique“ mit einem holländischen Programm auf 963 kHz.
Die Sendungen von „Monique“, von 6 bis 19 Uhr, werden
teilweise live ausgestrahlt, aber auch vorproduzierte Programme
stehen zur Verfügung. Tagsüber verlässt „Radio
Caroline“ 963 kHz und ist auf 578 kHz zu hören. Das
Sendeschiff ist mit einem 90 Meter hohen Mast, einem 50-kW-„Continental“-Sender,
einem 10-kW-Sender sowie zwei modernen Studios ausgerüstet.
28. Dezember 1984
Auf den Philippinen ist ein Journalist erschossen
worden, der bei seinen Radiokommentaren wiederholt die Regierung
und die Gross-Industrie kritisiert hatte. Der 48-jährige Vicente
Villordon wurde nach Berichten von Augenzeugen von zwei jungen
Männern in den Kopf und in den Hals geschossen, als er aus
seinem Auto stieg.
1984
Der Auslandsdienst der USA, die „Voice of
America“ (VOA) hat neue Korrespondentenbüros in Rom,
Genf, Islamabad und in Costa Rica eingerichtet. 1985 werden weitere
Büros in Bonn, Madrid und Hongkong eröffnet. In London
wird das erste „regionale Nachrichten-Zentrum in Übersee“ eröffnet.
Bei einer Besetzung mit journalistischen Spitzenkräften aus
den Reihen der „VOA“ ist dieses London News Center
täglich 24 Stunden über eine Satellitenverbindung mit
der Zentrale in Washington in engstem Kontakt.

1. Januar 1985
Mit dem Start von „SAT 1“ hat am Neujahrstag
in der Bundesrepublik die Ära des Privatfernsehens begonnen.
In der Eröffnungssendung des von zehn Verlagen und Programmgesellschaften
getragenen Satelliten-Programms bewerteten die Regierungschefs
von Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen
den Beginn des Privatfernsehens als eine bedeutende Veränderung
der deutschen Medienlandschaft.
Das „SAT 1“-Programm wird künftig werktags ab
13.30 Uhr und sonntags ab 12 Uhr rund zwölf Stunden über
den europäischen Fernmelde-Satelliten ECS ausgestrahlt. Am
Premierentag konnten nach Angaben der Veranstalter in 16 Städten
Haushalte mit Kabelfernseh-Anschluss das erste deutsche Privatfernsehen
empfangen, das mit Spielfilmen, Serien, Quiz und Musikshows dem
ersten (ARD) und dem „Zweiten Deutschen Fernsehen“ (ZDF)
Konkurrenz machen will. Weitere Kabelnetze sollen in den nächsten
Wochen dazukommen. Träger des „SAT 1“-Programms
sind neben den bereits an den Kabelpilotprojekten Ludwigshafen
und München beteiligten Veranstaltern „PKS Programmgesellschaft
für Kabel- und Satellitenrundfun“ der „Otto Maier
Verlag Ravensburg“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“,
die Verlage Axel Springer, Bauer, Georg von Holzbrinck sowie die „Kabel
Media Programmgesellschaft““ (KMP) und die „Neue
Mediengesellschaft“ (ULM).
1. Januar 1985
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter
Leitung von Lorin Maazel wird in Zusammenarbeit mit der amerikanischen
Fernsehgesellschaft „WNET / Channel 13 – New York“ aus
dem Grossen Musikvereinssaal in dreissig Länder übertragen.
1. Januar 1985
Der Teletext wird nun auch in französischer
Sprache ausgestrahlt. Mit den nötigen Zusatzeinrichtungen
(Decoder) ist er über den Kanal des Westschweizer Fernsehens
empfangbar.

2. Januar 1985
In Grossbritannien wird die Vorkriegsnorm von 405
Zeilen abgeschafft. Mit dieser Norm, in der Literatur als „Standart
A“ bezeichnet, wurde im November 1936 der englische Fernsehprogrammdienst über
den Londoner Sender im Alexandra Palace aufgenommen. Das Ende der
405-Zeilen-Norm zeichnete sich in den sechziger Jahren ab, als
die „BBC“ und „Independent Television“ auf
625 Zeilen umrüsteten. Bis zum 1. Januar 1985 waren immerhin
noch 43 Sender mit der alten Norm in Betrieb.
7. Januar 1985
Der neue PTT-Sender St. Chrischona, Basel, wird
in Betrieb genommen. Der Sendeturm ist mit 250 Metern das höchste
Bauwerk der Schweiz. Er nimmt nicht nur die Radiokanäle DRS
1, 2, 3 und Basilisk sowie SWF 1, 2, und 3 auf, sondern auch die
drei schweizerischen Fernsehprogramme, ferner Radiotelephonieanlagen
für den internationalen Rheinfunk, den Sprechfunk der Kantonspolizei
Baselland, Telephon- und Telexverbindungen für das Elektrizitätswerk
Laufenburg u.a.m. Mobiler Datenfunk, Mobiltelephon und andere Fernsprechsysteme
sind geplant.
7. Januar 1985
Das österreichische Fernsehen strahlt die erste
Kinder-Tagesschau aus. Die Themen sind die gleichen wie bei der üblichen
Tagesschau, nur eben für Kinder verständlicher dargestellt.
Januar 1985
Der Aufbau eines afrikanischen Systems zum Austausch
von Fernsehnachrichten, ähnlich den Vorbildern Eurovision
und Asiavision, nimmt konkrete Formen an. Auf der jüngsten
Generalversammlung der „Afrikanischen Rundfunk- und Fernsehunion“ (URTNA)
in Brazzaville (Konko) wurde jetzt grünes Licht gegeben für
ein Projekt, das als ersten Schritt die Ausbildung von afrikanischen
Fernsehteams vorsieht. Per Beschluss wurde der Generalsekretär
der „URTNA“ von der Generalversammlung Ende Januar
aufgefordert, entsprechende Verträge bis Mitte 1985 zu unterzeichnen.
1. Februar 1985
„Radio Basilisk“ zieht ins neue Studio
am Fischmarkt ein. Im ehemaligen Börsenhaus soll ein eigentliches
Medienzentrum entstehen. Auch ein zukünftiges Basler Fernsehen
soll hier untergebracht werden. Das alte Studio an der Rittergasse
erwies sich bald als zu klein.
1. Februar 1985
Der populäre Londoner Piratensender „Radio
Jacky“ wird nach 16jähriger Tätigkeit von der Polizeit
ausgehoben. Am folgenden Tag wird mit einem Reservesender weitergesendet,
doch auch dieser wird von der Polizei konfisziert.
19. Februar 1985
148 Menschen kommen ums Leben als eine Boeing 727
der spanischen Fluggesellschaft „Iberia“ in der Nähe
von Bilbao gegen den Sendemast des baskischen Regionalfernsehens
fliegt.
22. Februar 1985
Die französische Relaisstation in Französisch-Guyana
wird offiziell in Betrieb genommen. Die Relaisstation (drei Kurzwellensender
mit je 500 kW Sendeleistung) in Montsinery versorgt Lateinamerika
mit dem Programm von „Radio France Internationale“.
Der erste Sender ging bereits am 23. Januar 1984 in Betrieb. Die
beiden anderen Sender folgten am 2. April und 2. Juli des gleichen
Jahres. Der Bau dieser Anlage kostete rund 142 Millionen Francs.

Februar 1985
Die finnische Regierung hat 33 Bewerbern eine befristete
Sendelizenz erteilt. In fünfzehn Städten gibt es jeweils
nur eine Konzessionär, in fünf weiteren teilen sich mehrere
Betreiber eine Frequenz und in Helsinki werden beide Modelle kombiniert:
Eine Frequenz wird exklusiv einer Station zugesprochen, die zweite
wird von sieben Gruppen gemeinsam belegt. Zugelassen sind Sender
mit 100 Watt. Als erste Station nimmt „Radio Lakeos“ auf
90,8 MHz den Betrieb am 1. Mai 1985 auf. In Helsinki wird „Radio
City“ auf 96,2 MHz aktiv. Diese Station ist für Minderheiten-Gruppen
reserviert. Das zweite Projekt in Helsinki wird von Zeitungsverlegern
realisiert. Pro Stunde sind sechs Minuten Werbung erlaubt.
Februar 1985
Der „NDR“ nimmt in Hamburg eine neue
Aufnahme- und Sendezentrale – die derzeit modernste Europas – für
den Hörfunk in Betrieb. Im Neubau, der die mehr als 20 Jahre
alte Einrichtung ersetzt, befinden sich vier Sendekomplexe. Sie
bestehen aus je einem Regie- und Sprechraum und einem Raum für
den Leiter vom Dienst für das Hörfunkprogramm des Landesfunkhauses
Hamburg (NDR Hamburg-Welle), für NDR 1, NDR 2 und NDR 3 sowie
für Sondersendungen.
6. März 1985
Verschiedene Elsässer Lokalsender erhalten
eine Sendefrequenz zugeteilt, was einer Bewilligung gleichkommt.
Unter den Stationen befindet sich auch „Radio Dreyeckland“.
29. März 1985
In den Niederlanden wird Pay-TV eingeführt.
Nach dem Zusammenschluss von „Filmnet“, einem Gemeinschaftsunternehmen
der schwedischen „Esselte-Gruppe“ und des niederländischen
Filmproduzenten Rob Houwer einerseits und „Abonnee Televisie
Nederland“ (ATN) andererseits, wird über den Satelliten
ECS F 1 das Programm „Filmnet/ATN“ abgestrahlt.
1. April 1985
Als zweite Lokalradiostation in Winterthur erhält „Radio
Flutwelle“ eine Sendeerlaubnis, die beschränkt ist auf
sechs Veranstaltungen pro Kalenderjahr. Zu empfangen ist „Radio
Flutwelle“ auf 107,4 MHz.
3. April 1985
Der Baselbieter Lokalsender „Radio Raurach“ auf
102,9 MHz erhöht die Sendeleistung. Der 100-Watt-Sender auf
der Sissacherfluh wird mit einem zusätzlichen Endverstärker
bestückt und strahlt jetzt das 24-Stunden-Programm mit 400
Watt aus.
27. April 1985
Mit einer Eröffnungsfeier aus der Wiler Reithalle
beginnt das zweite Ostschweizer Lokalradio „Radio Will“ auf
99,3 MHz mit dem Sendebetrieb. Chefredaktor des durch Werbung finanzierten
Senders ist Urs Wäckerli. An der Trägerschaft sind die „Buchdruckerei
Flawil“ als Herausgeberin einer Lokalzeitung zu 26 Prozent
und fünf weitere Unternehmen zu 74 Prozent beteiligt.
29. April 1985
Die Mittelwellen-Antenne von „Radio Belgrano“ in
Buenos Aires wird von einer politischen Gruppe, die mit der Filosofie
des Senders nicht einverstanden ist, in die Luft gesprengt. Der
Kurzwellensender wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.
April 1985
„Worldnet“, ein Programm der „United
States International Communications“, wird über den
französischen Kanal auf dem ECS-F 1-Satelliten abgestrahlt.
Von Montag bis Freitag wird ein zweistündiges, englischsprachiges
Programm, bestehend aus einer halbstündigen Nachrichtensendung
sowie aus Dokumentationen, Berichten über Debatten des US-Senates
und ähnliches mehr geboten.
13. Mai 1985
Bis zum 20. Mai ist im Amsterdamer Kabelnetz der
Jugendsender „WAPS“ versuchsweise auf 102,4 MHz zugelassen.
Ermöglicht wird das Projekt durch „Stad-Radio Amsterdam“.
Es soll nun abgeklärt werden, wie gross das Bedürfnis
nach einer solchen Musik- und Dienstleistungsstation für die
jüngeren Hörer ist.
20. Mai 1985
Von Florida aus beginnt „Radio Marti“ um
5.30 Uhr auf 1180 kHz mit den Sendungen für Kuba. „Radio
Marti“ ist ein Lieblingsprojekt des ehemaligen Radioreporters
und damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Ziel des Radios,
welches ähnlich aufgebaut ist wie die nach Osteuropa sendenden „Radio
Free Europe“ und „Radio Liberty“, ist es, eine „freiheitliche
Ergänzung“ zum staatlich kontrollierten Medienfluss
in Kuba zu bieten. Während 141/2 Stunden pro Tag will nun „Radio
Marti“ politische Nachrichten und Kommentare sowie Sendungen
zu Wirtschaft, Kultur und Sport nach Kuba ausstrahlen. Die Station
ist der „Voice of America“ unterstellt, einem Zweig
der „United States Information Agency“ (USIA). Ein
Kurzwellensender in Greenville, Nord Carolina, überträgt
das Programm ebenfalls (6075 kHz).

28. Mai 1985
In München starten die ersten drei privaten
Lokalradios der BRD, die nicht an ein Kabelnetz gebunden sind.
Die 300-Watt-Sender von „Radio Gong“, „UFA Radio“ und „Radio
89“ gehören dem „Bayerischen Rundfunk“.
Er hat sie an die Post vermietet, die sie ihrerseits weitervermietet.
Erst im Herbst kann die Post eigene Sender auf dem Olympiaturm
in Betrieb nehmen. Die jetzt in München terrestrisch empfangbaren
Programme werden von Anbietern bestritten, die bereits im Kabelnetz
des Münchner Pilotprojektes für Kabelrundfunk vertreten
sind. Dazu gehören neben zahlreichen bayerischen Zeitungsverlegern
auch Grossverlage, die bundesweit bereits mit Zeitschriften und
Zeitungen auf dem Markt sind.
Als Rechtsgrundlage für die Verbreitung der Privatprogramme
im Äther wird offiziell das Ende 1984 in Kraft getretene Bayerische
Medienerprobungs- und Entwicklungsgesetz angesehen. Dessen Zukunft
ist allerdings noch unsicher, denn der Deutsche Gewerkschaftsbund
hat gegen das Gesetz Klage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof
erhoben.
1. Juni 1985
In Dortmund wird das dritte Kabelpilotprojekt, nach
München und Ludwigshafen, gestartet. Das vom „WDR“ eingerichtete
Funkhaus befindet sich in der ehemaligen Bergmanns-Schule. Neben
dem bescheidenen Lokalfernseh-Angebot werden auch die Programme
von „ARD“ und „ZDF“ sowie „3-SAT“ übertragen. „Radio
Dortmund“ ist über Kabel, aber auch drahtlos auf 87,8
MHz mit einem 100-Watt-Sender auf dem Fernsehturm Schwerte zu empfangen.
Der Versuch ist auf drei Jahre befristet.
6. Juni 1985
In Peru wird ein kritischer Sender brutal zum Schweigen
gebracht. Drei von Expertenhand gelegte Dynamitladungen zerfetzen
die beiden Mittel- und Kurzwellensender von „Radio Quillabamba“.
Die offiziellen Ermittlungen werden ohne Ergebnis eingestellt.
Direcktbetroffene Mitarbeiter vermuten hinter dem Anschlag die
berüchtigte Spezialeinheit der Peruanischen Armee, die vor
allem im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt wird.
20. Juni 1985
Die PTT haben nach einer Bauzeit von knapp drei
Jahren ihre erweiterte Richtstrahlstation am Jungfraujoch-Ostgrat
offiziell eingeweiht. Die bemannte Station auf einer Höhe
von 3705 Metern dient als wichtige Drehscheibe für Nord-Süd-
und Ost-West-Verbindungen der Telefonie und des Fernsehens.
21. Juni 1985
Rundfunkrat und Verwaltungsrat des SWF“ stimmen
der Zulassung von täglich drei fünfminütige Werbeblöcke
im „Stadtradio Freiburg“ zu. Ausserdem wird die Sendezeit
zu Beginn des zweiten Betriebsjahres am 1. Oktober 1985 von bisher
zwei auf drei Stunden erweitert.
13. Juli 1985
Das Rock-Spektakel „Live Aid“, bestimmt
für eine weltweite Sammlung zugunsten der hungernden Bevölkerung
Afrikas, wird im Wembley-Station, London, dem IFK-Station, Philadelphia,
und verschiedenen anderen Schauplätzen abgehalten. Eine enorme
TV-Audienz, schätzungsweise 1,5 Milliarden, verfolgen die
vom Musiker Bob Geldorf initiierte „Global Jukebox“
20. Juli 1985
Brandanschlag auf „Radio Republik Indonesia“.
Das Studiozentrum in Jakarata wird durch Feuer zerstört. Dabei
kommen zwei Menschen ums Leben und zehn weitere werden verletzt.
Seit November 1984 wird die Station durch eine Serie Mysteriöser
Brandanschläge heimgesucht.
27. Juli 1985
Vor laufenden Fernsehkameras ist ein Polizeikommissar
in der brasilianischen Ortschaft Maraba erschossen worden, als
er Erklärungen über eine Korruptionsaffäre abgab.
Der Kommissar hatte sich in einer Magazinsendung des Fernsehsenders „Calal
10“ live über einen Bestechungsskandal geäussert,
in dem ein Stadtrat von Maraba verwickelt sein soll, als ein sechsköpfiges
Kommando das Fernsehstudio stürmte und den Polizisten aus
nächster Nähe mit sechs Schüssen niederstreckte.
Unter den Tätern befand sich auch der Bruder des beschuldigten
Stadtrats.
Juli 1985
„Gwent Broadcasting“, der lokale kommerzielle
Sender für Newport, hat seine Sendungen eingestellt. Die Station,
die seit gut zwei Jahren in Betrieb war, musste aus finanziellen
Gründen aufgeben. Zurück bleibt ein Schuldenberg von
umgerechnet über einer Million Franken.
7. August 1985
Aus Protest gegen die Absetzung einer Magazinsendung über
den Terrorismus in Nordirland im „BBC“-Fernsehprogramm
sind in Grossbritannien praktisch alle der rund 4000 britischen
Radio- und Fernsehjournalisten in einen eintägigen Streik
getreten. Dem Streik schlossen sich neben den „BBC“-Journalisten
auch die Kollegen des privaten Fernsehsenders „ITV“ sowie
die Techniker an. Nach Angaben der Journalistengewerkschaft „NUJ“ führte
die Arbeitsniederlegung zur Absetzung aller Nachrichten- und Magazinsendungen
im Radio und Fernsehen.

8. August – 13. September 1985
Organisiert von der Internationalen Fernmeldeunion
(UIT) findet in Genf die erste von zwei Sitzungsperioden einer
weltweiten Funkverwaltungskonferenz für den Weltraumfunk statt.
Auf den Konferenz – abgekürzt „WARC-ORB“ (World
Administrative Radio-Conference-Orbit) – befassen sich rund
1000 Experten aus etwa 140 Ländern mit den Frequenzbereichen
der Weltraumfunkdienste auf den geostationären Satelliten.
15. August 1985
Durch einen Bombenanschlag wird der Sendemast von „AFN“ in
Mönchengladbach schwer beschädigt. In den frühen
Morgenstunden explodieren zwei Bomben am Fusse des Funkturmes.
27. August 1985
„Radio Cité“, das Lokalradio
der Genfer Kirchen, stellt seine Sendungen ein. Die rund 15 Angestellten
sollen entlassen werden. Auf der Frequenz von „Radio Cité“ ist
bis auf weiteres nur Musik zu hören.
28. August 1985
Das deutschsprachige Fernsehprogramm aus Luxemburg, „RTL-PLUS“,
wird jetzt über den Satelliten ECS 1 auf Transponder 8 ausgestrahlt.
Der Empfang in Mitteleuropa ist jedoch schwierig, da „RTL-PLUS“ den
Ostbeam zugesprochen bekam. „RTL-PLUS“ sendet auch
weiterhin terrestrisch auf Kanal 7 aus.
August 1985
Die „SRG“ reicht beim EVED ein Konzessionsgesuch
für ein Fernsehpilotprojekt im Raum Basel ein. Im Rahmen einer
vierten Fernsehkette möchte die Arbeitsgruppe „Basler
Fernsehen“ (Basler Handelskammer, Schweizer Mustermesse,
Basler Zeitung, Radio Basilisk und SRG) ein lokales, auf die Nordwestschweiz
zugeschnittenes TV-Programm realisieren.
5. September 1985
Die Schweizerische PTT belegt aus Protest die Frequenz
des französischen Lokalsenders „Thollon“ rund
um die Uhr mit dem 1. Programm von „Radio Suisse Romande“.
Der französische Privatsender „Thollon“ strahlt
unerlaubterweise mit 10-kW-Sendeleistung in die welsche Schweiz
ein.
19. September 1985
Das erste Tessiner Lokalradio „La voce del
Bellinzonese“ meldet sich auf 90,6 MHz. Im Tessin ist die
Konkurrenz sehr gross. Verschiedene italienische Lokalradiosender
wie „Radio Leonia“, „Radio Sud Europa“, „Radio
International“ und „Onda Blu“ strahlen mit starken
Sendern in die Schweiz ein und bieten dem Tessiner Gewerbe billige
Werbung an.
14. September 1985
Der „RIAS“ verfügt nun über
zwei deutlich sowohl in den Wortbeiträgen als auch in der
Musikfarbe voneinander unterschiedene Vollprogramme. „RIAS
1“ spezialisiert sich auf vertiefende Informationssendungen, „RIAS
2“ enthält in der Art eines Service-Programms in Musik
eingestreute Kurzinformationen und abends ab 20 Uhr ein neues Magazin
mit aktuellen Beiträgen über Sport, Technik und Motorwelt.
Die „RIAS“-Programme verstehen sich vor allem als Informationsquelle
für DDR-Bürger, die keine Möglichkeit haben, sich
aus westlichen Zeitungen zu unterrichten..

September 1985
Die „ARD“ beginnt ebenfalls mit Zweitonsendungen.
Gegenwärtig sind etwa 25 der über 90 Grundnetzsender
der „ARD“ stereotontauglich. Stereoton-Sendungen tauchen
im Programm der „ARD“ und „ZDF“ nur selten
auf, obwohl die Geräteindustrie etwa 70 Prozent aller Grossbildfernseher
mit dieser Technik ausrüstet.
September 1985
Aus einem Studio in Ceresio, das mit mehreren italienischen
Umsetzern entlang der Schweizer Grenze verbunden ist, deckt „Tele
Libera Campione“ das Gebiet von Lugano über Como bis
nach Varese ab. Täglich ab 10 Uhr bis Mitternacht wird auf
zwei Kanälen ein buntes Programm unter der Leitung von Flavio
Maspoli, einem früheren „SRG“-Mitarbeiter, geboten.
Im Unterschied zu anderen grenznahen Privatstationen ist „Tele
Libera Campione“ ein vorwiegend schweizerisches Unternehmen.
Für die Sendeeinrichtungen investierte die Tessiner Gruppe „Fulcro“ vier
Millionen Franken.
5. Oktober 1985
Vom Fernmeldesatelliten ECS 1 wird das Versuchsprogramm „Europa
Television“ ausgestrahlt. Die Fernsehanstalten „NOS“ (Niederlande), „RAI“ (Italien), „RTE“ (Irland), „ARD“ (Deutschland)
sowie das spanische und portugiesische Fernsehen gestalten gemeinsam
das Europa-Programm. Vorerst ist es nur in den Niederlanden der Öffentlichkeit
zugänglich. Die Sendesprache ist Englisch. Produziert wird
das Programm in Hilversum. Der offizielle Sendebeginn ist auf den
1. Juli 1986 festgelegt..
15. Oktober 1985
Die „Voice of America“ (VoA) strahlt
ein Sonderprogramm in Englisch für Europa aus. Das Programm
wird über verschiedene gemietete Sender in Rom, Paris und
in der Region Genf sowie über verschiedene Kabelnetze verbreitet.
Erreichen möchte „V0A-Europe“ vor allem das jüngere
Publikum. In Washington wurde ein stereotaugliches Studio eingerichtet.
Im Frühling 1987 sollen die Programme via Satellit auch tatsächlich
in Stereo zu empfangen sein.
2. November 1985
„Radio Finnland“ nimmt die 1945 abgebrochenen
deutschsprachigen Sendungen wieder auf. Vorerst werden die deutschen
Programme nur an Wochenenden ausgestrahlt. Bei positivem Echo wird
das Programm aus Helsinki, zunächst noch als Versuch, definitiv
eingeführt und täglich verbreitet.
6. November 1985
Der englische Piratensender „Laser 558“ beendet
sein Programm und das Sendeschiff läuft in den Hafen von Harwich
ein, wo die „MV Communicator“ von den Behörden
für seeuntauglich erklärt wird.
30. November 1985
Als erstes Abonnementsfernsehen der Westschweiz
beginnt „Télécinéromandie“ mit
der Ausstrahlung seiner codierten Sendungen. Es werden drei Abonnemente
angeboten, die über Kabelnetze und eine spezielle Frequenz
des Senders La Dôle (UHF Kanal 69) empfangbar sind. Die „Télécinéromandie
SA“ wurde im September 1983 gegründet; sie verfügt über
ein Aktienkapital von1,5 Millionen Franken. Aktieninhaber sind
Filmgesellschaften, Pressegruppierungen, die „SRG“ sowie
einige andere private Gesellschaften.
November 1985
Über den Fernmeldesatelliten Intelsat V wird
ein deutschsprachig moderierter Videoclip-Kanal von der deutschen „Kabel
Media Programmgesellschaft“ (KMP) abgestrahlt. „Musicbox“ bietet
täglich 7 ½ Stunden „Music-TV“, also von
V-Jays (Video-Discjockeys) präsentierte Videoclips, Musikfilme
und Konzertmitschnitte. In der Bundesrepublik sind rund eine halbe
Million Kabelhaushalte in der Lage, diese Programm zu empfangen.
Bis Mitte 1986 soll die „Musicbox“ umgetauft werden,
um sich deutlicher von der englischen „Music Box“ abzugrenzen.
1. Dezember 1985
Das Baselbieter Lokalradio „Raurach“ nimmt
einen Umsetzer in Füllinsdorf in Betrieb (106,4 MHz). Die
Region Pratteln-Liestal kann somit besser versorgt werden.
1. Dezember 1985
Das niederländische Radio passt sich der Zeit
an. Von nun an heisst es statt „Hilversum 1-5“ „Radio
1-5“. „Radio 1 = Nachrichtensender und Programmteppich
für regionale Sender. „Radio 2“ = leichte Musik. „Radio
3“ = Popmusik. „Radio 4“ = klassische Musik. „Radio
5“ = Info-Sendungen für Minderheiten.
15. Dezember 1985
Das Berliner Kabelnetz mit 230 000 angeschlossenen
Haushaltungen ist um eine private Radiostation reicher. Um 14 Uhr
meldet sich auf der Kabelfrequenz 96,85 MHz „Radio B 1“.
Die Station beschäftigt etwa 15 feste und 30 freie Mitarbeiter.
Das Programm ist für jüngere Hörer zugeschnitten.
In zwei bis drei Jahren soll „Radio B 1“ selbsttragend
sein. Es wird auch eine terrestrische Ausstrahlung angestrebt.

23. Dezember 1985
Für die jüngeren Hörer in der BRD
wird von nun an jeweils ab Mitternacht das Programm „ARD-Nachtrock“ über
die angeschlossenen Sender verbreitet. Den Nachtaktiven stehen
fortan drei Programme zur Auswahl: Erstens „ARD-Nachtexpress“ (22.30
bis 6 Uhr), zweitens „ARD-Nachtkonzert“ für Freunde
der Klassik (24 bis 4 Uhr) und drittens „ARD-Nachtrock (24
bis 2 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bis 4 Uhr).
29. Dezember 1985
Ein Hörspiel mit dem Titel „Der nächste
Krieg“ hat in Teilen der finnischen Bevölkerung eine
Massenhysterie ausgelöst. Zahllose besorgte Hörer riefen
beim Sender und bei der Polizei an, um sich zu erkundigen, ob tatsächlich
ein Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion ausgebrochen
sei. In der einstündigen Sendung war fiktiver Alarm gegeben
und die Mitteilung verbreitet worden, dass Paris bereits in Schutt
und Asche liege und Finnland rasche Verseuchung drohe.
Dezember 1985
Das Genfer Lokalradio „Cité“ stellt
den Sendebetrieb vollständig ein. Aus finanziellen Gründen
war seit einigen Monaten nur noch ein unmoderiertes Musikprogramm
auf 91,8 MHz zu hören.
Dezember 1985
„Radio RTN-2001“, ein neuer Lokalsender
auf 97,5 MHz, bedient mit einem 1000-Watt-Sender das Gebiet La
Chaux-de-Fonds, Le Locle.
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