1. Januar 1975
Aufhebung der Office de Radio-Télévision
Française. An deren Stelle treten sieben neue Organisationen
inklusive vier nationale Programmveranstalter (Radio France, TF
1, A 2 und FR 3). Die weiteren Organisationen sind SFP, INA und
TDF (Telediffusion de France) die für die technische Abwicklung
zuständig ist.
1. Januar 1975
Ein Journalist und ein Geschäftsmann gründen
die ersten privaten Lokalsender in Italien. Im frühling beginnt „Radio
Parma“ als noch illegaler lokaler Sender mit der Ausstrahlung
von Werbeprogrammen. Rasch folgen weitere Stationen. Gerichtsentscheide
zugunsten dieser Radios gegen die „RAI“ und die Post
fördern diese Entwicklung.
6. Januar 1975
„Radio France Internationale“ (RFI),
so nennt sich von nun an der französische Auslandsdienst (bisher: „Office
de Radiodiffusion-Télévision Francaise“). In
Allouis-Issoudun stehen diesem Service sechs 500-kW- und sieben
100-kW-Kurzwellensender zur Verfügung.
31. Januar 1975
Die letzten Kabel-Rundfunknetze in Holland werden
abgeschaltet. Seit 1924 existieren sogenannte Radiodistributie-Systeme.
Angeboten wurden die Programme Hilversum 1 und 2 sowie ausländische
Sender.
1. März 1975
Offizieller Start des Farbfernsehens in Australien.
10. März 1975
Gründung der privaten italienischen Lokalstation „Radio
Milano International“.
14. April 1975
Gesetz zur Reform der „RAI“, insbesondere:
Dezentralisierung und öffentlicher Zugang zum Programm für
gesellschaftliche Organisationen und Institutionen; Freigabe der
lokalen Verkabelung (Fernsehen) für privatinitiative, jedoch
nur Monokanal (Einwegkommunikation) und höchstens 40 000 Anschlüsse
in geografischem Umkreis von maximal 150 000 Einwohnern.

10. Mai 1975
Das erste Programm des tschechoslowakischen Fernsehens
wird ganz in Farbe ausgestrahlt. Am darauffolgenden Tag wird das
zweite Programm aus der Taufe gehoben.
19. Mai 1975
In Nord- und Mittelitalien verbreitet „Radio
Vacanze“ über eine weitläufige Kette von UKW-Sendern
ein deutschsprachiges Programm mit Touristeninformationen und Nachrichten
aus der Heimat.
26. Mai 1975
Die Lissabonner Belegschaft von „Radio Renascença“ (gemeinschaftliches
Eigentum der portugiesischen katholischen Kirche und einer Immobiliengesellschaft)
kommt zu einer Vollversammlung zusammen. Sie beschliesst, die Studios
und Sendeanlagen zu besetzen, um die Arbeitsplätze aller Beschäftigten
zu sichern und die Umwandlung von „Radio Renascença“ in
einen Sender, der im wirklichen Sinne volksnah ist und im Dienst
der Revolution steht, zu gewährleisten. Von Juni bis November
1975 wirkt „Radio Renascença“ als treibende
Kraft bei der Mobilisierung der Bevölkerung.
Juni 1975
„Radio Comoros“ nimmt in Haboho einen
40-kW-Mittelwellensender auf 1088 kHz in Betrieb. Bis anhin ist
das französisch-comorianische Programm nur auf Kurzwelle und
UKW zu hören.
2. September 1975
Als jüngste Sendegesellschaft in Holland wird
die „Veronica Omroep Organisatie“ (ex Piratensender „Veronica“)
anerkannt.

7. September 1975
Die religiöse Station „Caribbean Radio
Lighthouse“ in Antigua beginnt zu senden. Zuerst ist die
Station nur auf Mittelwelle (1165 kHz – 10 kW) zu hören.
Später wird ein 1-kW-UKW-Sender auf 90 MHz dazugeschaltet.
9. September 1975
Aus dem neuen Rundfunk- und Fernsehzentrum in Sofia,
das seit Mai 1975 in Betrieb ist, wird das zweite bulgarische Fernsehprogramm
verbreitet.
29. September 1975
Die Regierung in Portugal lässt alle Radiostationen
besetzen und schliesst zugleich „Radio Renascença“.
Eine Demonstration von 50 000 Menschen veranlasst die Regierung,
den Sender im Oktober wieder freizugeben.
September 1975
Neben den kommerziellen Privatradios in Italien
werden auch politische Gruppen aktiv. Als „politisches Radio
der demokratischen Gegeninformation“ beginnt „Radio
BRA – Onde Rosse“ zu senden.
13. Oktober 1975
Der neue Rundfunkdienst der „South African
Broadcasting Corporation“ auf Kurz, Mittel- und Ultrakurzwelle
nennt sich „Radio 5“. Produziert werden die englisch-
und afrikaans-sprachigen Programme im Sendezentrum in Johannesburg.
7. November 1975
Um 6 Uhr werden die Lissabonner Sendeanlagen von „Radio
Renascença“, das man der Provokation und Bedrohung
der öffentlichen Ordnung beschuldigt, gesprengt. Dies erfogt
durch eine Gruppe Fallschirmjäger und Zivilisten, die auf
Anordnung der sechsten provisorischen Regierung des Admirals Pinheiro
de Azevedo handelte.

15. November 1975
Erster nationaler Kongress der lokalen Sender in
Florenz. Spaltung zwischen kommerziell und nichtkommerziell orientierten
Stationen.
24. Dezember 1975
Mit der Inbetriebnahme des achten Senders ist die
Sendestelle Wertachtal der „Deutschen Welle“ voll ausgerüstet.
28. Dezember 1975
In der international nicht anerkannten arabischen
Sahara-Republik meldet sich Radio Nacional de la Republica Arabe
Saharaui Democratica auf Mittelwelle in Hassanya-Arabisch und
Spanisch.
28. Dezember 1975
Die „Nederlandse Omroep Stichting“ (NOS)
führt ein neues Radioprogramm ein. Nur über UKW-Sender
beginnt „Hilversum 4“ mit der Ausstrahlung von klassischer
Musik.
Die „Veronica Omroep Organisatie“ bestreitet
ihre erste Radiosendung als offiziell zugelassene Sendegesellschaft.
Dezember 1975
In Barrow, Alaska, wird die Rundfunkstation „KBRW“ errichtet.
Der Sender ist der nördlichste der Vereinigten Staaten und
strahlt sein Programm teilweise in Eskimodialekt aus.
1975
Einführung des Farbfernsehens in Iran.
1975
Folgende „ILR“-Stationen beginnen 1975
in England zu senden: 22. Januar – „Radio Forth“,
Edinburgh, 19. Mai – „Plymouth Sound“, Plymouth,
24. Juni – „Radio Tees“, Teeside, 3. Juli – „Radio
Trent“, Nottingham, 16. September – „Pennine
Radio“, Bradford, 14. Oktober – „Radio Victory“,
Portsmouth, 28. Oktober – „Radio Orwell“, Ipswich.

2. Januar 1976
Radio Luxemburg expandiert nach Deutschland.
Ein Studio in Bonn, sowie ein Büro mit kleinem Studio in
Düsseldorf stehen dem Sender jetzt zur Verfügung.
11. Januar 1976
Die „South African Broadcasting Corporation“ (SABC)
beginnt mit regulären Fernsehsendungen. Seit Mai 1975 wurden
Versuchssendungen ausgestrahlt. Die zweisprachigen Programme (Afrikaans
und Englisch) werden täglich von 18 bis 23 Uhr gesendet. Die
Studios befinden sich in Auckland Park, einem Vorort von Johannesburg.
Von Anfang an sendet „SABC“ in Farbe nach dem PAL-System.
23. Februar 1976
Gründung der „FRED“ – (Federaziona
Radio Emittenti Demochratiche) – als Gegengewicht zur „ANTI“.
Die „FRED“ versteht sich als Interessensvertretung
politisch engagierter, nicht profitorientierter Sender. Das politische
Spektrum reicht von linksliberalen bis zu linksrevolutionären
Sendern.
1. April 1976
Das Indische Fernsehen wird aus dem „All India
Radio“ ausgegliedert und als eigene Abteilung des Ministeriums
für Information und Rundfunk unter dem Namen „Doordarshan“ (India
Television) reorganisiert, um die Entwicklung des Mediums besser
fördern zu können.
8. April 1976
„Radiotelevisione Svizzera Italiana“ erhält
ein neues Fernsehzentrum in Comano bei Lugano. Es umfasst ein grosses
Produktionsstudio von 600 Quadratmetern Fläche, zwei Studios
mittlerer Grösse von je 200 Quadratmetern Fläche und
ein etwas kleineren Pro-beraum.
30. April 1976
Die „Veronica Omroep Organisatie“ erhält
Sendezeit im holländischen Fernsehen. Eine Stunde pro Woche
steht das zweite Fernsehnetz „Veronica“ zur Verfügung.
Mai 1976
Unter dem Motte „Musik, Tanz, Revolte und
Subversion“ macht sich in der Region Genf der Piratensender „101“ bemerkbar.

16. Juni 1976
Gründung der „Empresa Brasileira de Radiodifusâo
S/A“ – „Radiobras“. Die wichtigste Aufgabe
der „Radiobras“ besteht darin, die schwach bevölkerten
Landstriche mit Rundfunkprogrammen und Sendern zu versorgen.
28. Juli 1976
Das Verfassungsgericht in Italien erklärt das
Rundfunkmonopol des Staates für den lokalen Bereich für
verfassungswidrig und formuliert ein Recht auf privates lokales
Radio und Fernsehen.
22. September 1976
Gründung der „Solomon Islands Broadcasting
Corporation“ (SIBC).
26. September 1976
Das Schweizervolk verwirft den ihm zur Abstimmung
unterbreiteten Bundesbeschluss betreffend eines Verfassungsartikels über
Radio und Fernsehen mit 696039 Nein- gegen 531 328 Ja-Stimmen.
1976
In England nehmen drei weitere „ILR“-Stationen
den Sendebetrieb auf: 8. März – „Thames Valley
Broadcasting“, Reading, 16. März – „Downtown
Radio“, Belfast, 12. April – „Beacon Radio“,
Wolverhampton.

10. Januar – 12. Februar 1977
Eine Rundfunksatelliten-Konferenz tritt in Genf
am Sitz des „Internationalen Fernmelde- vereins“ (UIT)
zusammen, um über die Frequenzzuteilung an die verschiedenen
Länder für den Satelliten-Direktempfang im 12-GHz-Bereich
(Giga-Hertz) zu beraten und eine gerechte Verteilung zu ermöglichen.
Es handelt sich um die Übermittlung von Fernseh-programmen
von einem Sender via Satelliten zur möglicherweise individuellen
Antenne eines Fernsehteilnehmers. Die Schweiz kann sich, wie die
meisten europäischen Länder, fünf Übertragungskanäle
und ein klar definiertes Überdeckungsfeld sichern. Sie wird
sich in dieselbe Orbitalposition mit der Bundesrepublick Deutschland,
mit Österreich, Italien und Frankreich teilen,was bedeutet,
dass die Programme dieser Länder in der Schweiz direkt empfangen
werden können.
7. Februar 1977
Einführung des Lokalfunks in Schweden. 1976
beschliessen die Abgeordneten des Stockholmer Parlaments einen
Lokalradio-Versuch durchzuführen. Zu diesem Zwecke wird eine
Tochtergesellschaft von „Sveriges Radio“ mit einem
eigenen Aufsichtsgremium ins Leben gerufen. Diese Gremium ist unabhängig
vom Staat und von gesellschaftlichen Gruppen.
In 24 Regionen beginnt jeweils eine Lokalstation zu senden. Die
Beiträge der Stationen werden morgens und abends in das dritte
Radio-Programm von „Sveriges Radio“ aufgenommen. Durchschnittlich
sind die Lokalradios mit 181/2 Stunden in der Woche im 3. Programm
vertreten. Lediglich „Radio Stockholm“ bringt es auf
50 Stunden Sendezeit pro Woche.
26. Februar 1977
Der erste Stereosender der Schweiz, die illegale
Station „Radio Atlantis“, wird in der Nacht zum 27.
Februar zum Schweigen gebracht. Seit September des vergangenen
Jahres verbreitete der Initiant Peter Käppeli in der Region
Zürich am Wochenende ein mehrstündiges Programm auf 101
MHz.
1. März 1977
In der DDR tritt eine neue „Anordnung über
das Herstellen, Errichten und Betreiben von Rundfunkempfangsanlagen“ in
Kraft.
März 1977
Der lutherische Afrika-Sender „Radio Voice
of the Gospel“ in Addis Abeba (gegründet 1963) wird
von der Revolutionsregierung von Äthiopien verstaatlicht und
für ihre Zwecke gebraucht.

5. April 1977
Offizielle Eröffnung der Relaisstation Antigua
in der Karibik, die gemeinsam von der „deutschen Welle“ und
der „BBC“ errichtet worden ist. Sie besteht aus vier
250-kW-Kurzwellensendern auf Antigua und einem 50-kW-Kurzwellensender
auf Montserrat. (Inbetriebnahme des ersten Senders: 1. November
1976.)
26. April 1977
An zwei Abende pro Woche wird in Belgien ein
zweites Fernsehprogramm ausgestrahlt. Ab dem 18. Oktober 1977
wird an vier Abende gesendet.
27. April 1977
In Belgien nimmt das Fernsehen eine zweite Programmkette
in Betrieb. Insgesamt gibt es jetzt vier TV-Netze: Zwei von „BRT“ für
den flämischen Teil des Königreichs und zwei von „RTB“ für
die französichsprachige Wallonie.
13. Mai 1977
Vier Tage lang meldet sich in Paris der illegale
Alternativsender „Radio Verte“ auf 92 MHz. Dieses Datum
wird als Geburtsstunde der „Radios Libres“ in Frankreich
bezeichnet.
4. Juni 1977
„Radio Verte Fessenheim“, der Alternativsender
im Dreiländereck Frankreich, Schweiz und Deutschland, strahlt
die erste Sendung aus. Am frühen Samstagabend ist der Sender
in Mülhausen und Umgebung auf 101 MHz zu hören. Das Programm
läuft ab Kassette über einen versteckten Sender. Ende
1977 stehen sechs Sender zur Verfü-gung, die jeweils von verschiedenen
Standorten aus das gleiche, vorproduzierte Programm ausstrahlen.
Im April 1981 wird der unterdessen von den französischen Be-hörden
tolerierte Sender in „Radio Dreyeckland“ umbenannt.
Es entstehen regionale Sendegruppen, die unabhängig von einander
eigene Programme produzieren und aus-strahlen.
7. Juni 1977
Der Zürcher Frauen-Piratensender „Wälle
Häxe“ wird von der Polizei und der PTT, unterstützt
von zwei Helikoptern mit Peilgeräten, ausgehoben.
12. Juni 1977
Der Auslandsdienst von Brasilien wird vollständig
eingestellt. Die Kurzwellensender von „Radiobras“ werden
von nun an für den neuen Amazonas-Dienst eingesetzt.

15. Juni 1977
Der Piratensender „Radio-Aktiv freies Gösgen“ beginnt
in der Region Gösgen mit der Ausstrahlung von Anti-Atomkraftwerk-Informationen.
Nach sechs Sendungen wird die Station am 23. Juni beschlagnahmt.
Bei dieser Aktion kommt ein grosses Aufgebot von Polizei und PTT-Beamten
zum Einsatz. Die Techniker werden festgenommen und der mobile Sender,
in einem Rucksack versteckt, wird konfisziert.
13. Juli 1977
„Radio Cayman“ auf den britischen Cayman-Inseln
beginnt mit dem regulären Programm auf Mittelwelle 1555 kHz
(10 kW) und UKW 105,3 MHz (0,25 kW). Die ersten Testsendungen wurden
im April aufgenommen.
Seit 1973 besteht ein Universitätssender, „Radio ICCI-FM“ (101,1
MHz), der nur kulturelle und Bildungsprogramme ausstrahlt.
1. August 1977
Die neue Kabelrundfunkverordnung in der Schweiz
tritt in Kraft. Sie regelt die Versuche mit dem lokalen Kabelfernsehen
und ist bis zum 30. Juni 1981 gültig. Werbung ist nicht erlaubt.
16. August – 4. September 1977
Auf der Berliner Funkausstellung demonstrieren ARD
und ZDF das Verfahren „Videotext“.
31. Dezember 1977
36 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik
Deutschland haben laut Angaben der Rundfunkwerbung (Funkmedien-Analyse)
eine Stereo-Anlage.
1977
Die Europäische Telekommunikations – Satellitenorganisation „Eutelsat“ wird
gegründet. Anteilseigner sind 48 internationale Telekommunukations-Organisationen
u. a. France Telekom, Telekom Italia, British Telekom, Deutsche
Telekom. Für die TV und Datenübertragung stehen 19 Satelliten
im Orbit zur Verfügung (Stand: 2001).

1. Januar 1978
Der „Bayerische Rundfunk“ sendet von
nun an sein drittes Fernsehprogramm als Voll-programm unter der
Bezeichnung „Bayerisches Fernsehen“.
1. Mai 1978
Die staatliche Fernsehanstalt der Volksrepublik
China, das Pekinger Fernsehen, nennt sich jetzt „Chinesischer
Zentral-Fernsehfunk“. Er strahlt zurzeit zwei Farbprogramme
aus, das eine landesweit und das andere für den Raum Peking.
Der Service für das ganze Land umfasst ein allgemeines Programm
und ein Bildungs-Programm (Vorträge und Fernseh-Universität).
Der Kanal für den Raum Peking strahlt ein allgemeines Programm
aus und bietet damit den Zuschauern in der Hauptstadt eine grössere
Auswahl.
Mai 1978
„Radio Suisse Romande“ setzt den Sender
La Dôle für Stereo-Sendungen ein.
2. Juni 1978
Peter Käppeli, Initiant von „Radio Atlantis“,
strahlt Testsendungen vom „Pizzo Groppera“ aus. Aus
finanziellen Gründen wird das Projekt, von Italien aus Zürich
mit Popmusik und Werbung zu berieseln, nicht verwirklicht. (Siehe
auch 4. Juli 1979)
20. August 1978
22 Tage lang sendet „Radio Delmare“ von
der Nordsee aus in Richtung Holland und Belgien. Bei Windstärke
8 reisst sich das Radioschiff am 11. September los und muss nach
Maassluis eingeschleppt werden. Hier nehmen die holländischen
Behörden das Sendeschiff in Empfang und versiegeln die Sendeapparatur.
28. August 1978
Das Organ der „Schweizerischen Radio- und
Fernsehgesellschaft“, die wöchentlich erscheinende „TV-Radio-Zeitung“,
stellt das Erscheinen ein.

30. August 1978
Das Stereo-Zeitalter bei „Radio DRS“ beginnt.
Das zweite Programm wird von den Sendern Üetliberg (97,5 MHz),
Bantiger (92,3 MHz) und Säntis (95,4 MHz) in Stereo aus-gestrahlt.
6. Oktober 1978
„Radio della Svizzera Italiana“ beginnt
ebenfalls mit Stereo-Sendungen. Zum Einsatz gelangt der Sender
Monte San Salvatore (93,0 MHz).
Oktober 1978
Eine der angesehensten US-Musik und Radio-Zeitschriften, „Billboard“,
bringt eine Benelux-Ausgabe auf den europäischen Markt.
5. November 1978
Der „Schweizerische Kurzwellendienst“ wird
in „Schweizer Radio International“ umbenannt. Der „Kurzwellendienst“ hat
aufgrund der „SRG“-Konzession die Aufgabe, die Bindung
zwischen den Schweizern im Ausland und ihrer Heimat enger zu gestalten
und das Ansehen der Schweiz in der Welt zu fördern. Nicht
nur in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch
und Rätoromanisch, sondern auch in Englisch, Spanisch, Portugiesisch,
Arabisch und Esperanto wird ein Nachrichten- und Unterhal-tungsprogramm
in alle fünf Erdteile ausgestrahlt. Für Europa werden
die Programme in Sarnen und in Lenk ausgestrahlt, Schwarzenburg
und Sottens haben Überseegebiete abzudecken.
12. November 1978
Der christliche Sender „Radio Rhema“ (=
Wort), nimmt in Neu Seeland den offiziellen Programmdienst auf.
Die Station mit dem Rufzeichen „2XL“ sendet von Nelson
aus mit 1 kW auf 801 kHz. Eine Kurzwellenfrequenz wurde 1982 von
der Station beantragt, aber von den Behörden abgelehnt.

23. November 1978
Der neue Genfer Wellenplan für die Lang- und
Mittelwellensender in Europa, Afrika, Asien und Australien tritt
um 01.00 Uhr (MEZ) in Kraft.
23. November 1978
Der neue Frequenzplan bringt auch für das Radio
in der Schweiz einige Änderungen. Der Mittelwellensender Beromünster
muss seinen Betrieb von nun an um 19 Uhr einstellen. Der Mittelwellensender
Sarnen überträgt das erste Programm von „Radio
DRS“ von 6 bis 9 Uhr und von 17 bis 01 Uhr. Für den
Schweizer Senderpark ergeben sich folgende Änderungen: Beromünster
531 kHz (bisher 529 kHz), Sarnen 1566 kHz (bisher 1562 kHz), Sottens
765 kHz (bisher 764 kHz), Saviese 1485 kHz (bisher 1367 kHz) und
Monte Ceneri / Cima die Dentro 558 kHz (bisher 557 kHz). Gleichzeitig
tritt der neue Struktur-plan von „Radio DRS“ in Kraft.
28. November 1978
An der 20. Generalkonferenz der Unesco wird eine
Mediendeklaration verabschiedet, die das Prinzip des freien grenzüberschreitenden
Informationsflusses garantiert.
17. Dezember 1978
Als Antwort auf die Ankündigung von 15000 Entlassungen
in der Metallindustrie in Longwy (Frankreich), eröffnen betroffene
Arbeiter ihre eigene Station „Radio S.O.S. Emploi“.
31. Dezember 1978
Nach Schätzungen der Industrie sind etwa 60
Prozent der Haushalte in der Bundesrepublik mit Farbfernsehgeräten
ausgestattet, das sind rund 14400000 Haushalte.

1. Januar 1979
Die „Voice of Asia“ aus Taiwan, beginnt
mit Sendungen in Englisch, Tai, Indonesisch und Mandarin-Chinesisch.
18. Februar 1979
Der „Deutschlandfunk“ nimmt seinen Sendebetrieb
aus dem neuen Funkhaus in Köln-Bayenthal auf.
18. Februar 1979
„Radio Skandinavia“ beginnt mit einem
kurzlebigen Pop-Programm über den gemieteten Kurzwellensender
von „Radio Andorra“ (6220kHz – 10 kW).
17. März 1979
In Lothringen, dem Zentrum der französischen
Eisen- und Stahlindustrie, beginnt mit einer Sendeleistung von
600 Watt „Radio Lorraine – Coeur d’Acier“ auf
102 MHz zu senden. Die Station ist das Sprachrohr der von Entlassung
bedrohten Arbeitern der Stahlindustrie. Das Studio befindet sich
im Rathaus von Longwy-Haut und ist für jedermann zugänglich.
März 1979
Der Sender Rigi auf 96,6 MHz überträgt
von nun an das zweite Programm von „Radio DRS“ in Stereo.
1. April 1979
Die „Stimme Nigerias“ strahlt erstmals
ein deutschsprachiges Programm aus. Der Nigerianische Auslandsdienst
wurde 1962 gegründet. Der Sender übernimmt seit 1978
auch Programme der UNO.
1. April 1979
Der „Sender Freies Berlin“ beginnt mit
einem dritten Radioprogramm.

9. Mai 1979
Das erste subregionale Radioprogramm Deutschlands
strahlt der „Südfunk“ aus. Auf 91.5 MHz meldet
sich mit 50 Watt das „Kurpfalz-Radio“. Das dreijährige
Versuchs- programm wird im Mai 1982 unbefristet weitergeführt.
Mai 1979
„Radio Telefis Eireann“ (RTE) startet
mit „Radio 2“ ein jugendorientiertes Musik-Programm.
Ab Mai 1987 wird rund um die Uhr auf FM , 612kHz und 1278 kHz gesendet.
10. Juni 1979
Der Piratensender „Delmare“ meldet sich
wieder im Äther. Wegen Differenzen der Geschäftsführung
wird der Sendebetrieb im November 1979 eingestellt.
13. Juni 1979
In Nicaragua nimmt „Radio Venceremos“ den
Betrieb auf.
1. Juli 1979
Vor Hollands Küste gesellt sich zu „Caroline“ und „Delmare“ ein
dritter Piratensender: „Radio Mi Amigo“ auf 1107 kHz.
4. Juli 1979
Ex- „Tat“-Chefredaktor Roger Schawinski
führt mit dem Techniker Rudolf Matter und italienischen Mitarbeitern
vom Pizzo Groppera (Italien) Testsendungen mit einem 1-kW-UKW-Sender
durch. Die Messresultate in Zürich, dem Zielgebiet, sind zwar
nicht umwerfend, geben aber Anlass zu Optimismus. Die Resultate
der ersten Tests vom Pfingstsonntag mit einem 150-Watt-Sender waren
unbrauchbar.
Juli 1979
Popmusiksendungen im iranischen Rundfunk werden
abgelehnt, da sie als „Opium für die Jugend, das das
Gehirn inaktiv macht“, gelten.

23. August 1979
Im Grossraum Wien führt der „ORF“ einen
englischsprachigen Dienst ein. In der UNO-Stadt meldet sich „Blue
Danube Radio“ auf 102,2 MHz mit einem schwachen Sender. Ab
20. März 1986 wird die Frequenz 102,5 MHz mit einem starken
Signal belegt.
Ein Miniteam von zwei Producern und vier Sekretärinnen betreut
diesen Service. Die Nachrichten werden von „Radio Österreich
International“ übernommen. Die Schwerpunkte des täglichen
Sieben-Stunden-Programms sind die Morgensendungen „Good morning
Vienna“, das Mittagsmagazin, das sich hauptsächlich
kulturellen und Servicethemen widmet und das „Evening round
up“, das sich zu einem viel gehörten Informationsmagazin
mit Korrespondentenberichten aus aller Welt entwickelt hat.
21. September 1979
Das Sendeschiff von „Radio Mi Amigo“,
die „Magdalena“, wird nach mehrtägiger Irrfahrt
vor Hollands Küste von den Behörden beschlagnahmt.
24. September 1979
In Genf beginnt eine zehnwöchige weltweite
Funkverwaltungs-Konferenz (WARC), bei der die 154 Mitgliederstaaten
der „UIT“ über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums
bis über das Jahr 2000 hinaus beraten und beschliessen.
1. Oktober 1979
„Südfunk 3“ (später „Radio
3“) wird zu einem ganztägigen UKW-Programm für
junge Hörer ausgebaut.
2. Oktober 1979
Die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich beschliessen
in Bonn ein Rahmenabkommen über den Bau von zwei Fernsehdirektsatelliten,
die 1983 gestartet werden sollen.

Oktober 1979
Aus Moyabi, Gabun, meldet sich „Africa No
1“ auf Kurzwelle mit einem kommerziellen Programm. Es stehen
vier Kurzwellensender von je 500-kW-Sendeleistung zur Verfügung.
Die Sendesprache ist zur Hauptsache Französisch. Verschiedene
Auslandsdienste verbreiten ihre Programme ebenfalls über diese
Sendeanlage.
14. November 1979
Kurz nach 17 Uhr beginnt Roger Schawinskis Popsender „Radio
24“ mit der Ausstrahlung eines Testprogramms auf 101,6 MHz.
Die Sendeanlage, zwei 25-kW-UKW-Sender von Collins und eine Antennenwand
mit 32 Feldern, befinden sich in fast 3000 Metern Höhe auf
dem Pizzo Groppera in Italien. Der Empfang im Zielgebiet Zürich
ist mehr oder weniger zufriedenstellend.
28. November 1979
Offizieller Start von „Radio 24“. Um
18 Uhr ist die erste Live-Sendung aus dem Studio in Cernobbio (oberhalb
Como) angekündigt. Durch eine Störung in der Link-Verbindung
vom Studio zum Sender auf dem Pizzo Groppera ist die Live-Schaltung
erst kurz vor 23.30 Uhr möglich. „Dies ist Radio 24
auf 101,6 MHz, direkt aus dem Studio in Como. Ich begrüsse
sie zur ersten Live-Sendung.“ Mit diesen Worten eröffnete
Christian Heeb (Studiochef) die Station.
1. Dezember 1979
In Kolumbien wird das Farbfernsehen schrittweise
eingeführt. Um sich den Nachbarländern anzupassen, wird
das amerikanische NTSC-System gewählt. Fernsehen gibt es in
Kolumbien schon seit 1954.
21. Dezember 1979
Der italienische Postminister Colombo hat die Stillegungsverfügung
für „Radio 24“, auf Drängen der Schweizer
Behörden hin, unterzeichnet.
Ein Aktionskomitee „Pro Radio 24“ tritt an die Öffentlichkeit.
Eine Petition für „Radio 24“ soll beim Bundesrat
eingereicht werden.
24. Dezember 1979
„Radio 24“ ändert die Frequenz
von 101,6 auf 103,5 MHz. Der Empfang in Zürich wird etwas
besser.
29. Dezember 1979
Roger Schawinski übergibt dem Bundeshausweibel
die „Radio 24-Petition“ mit mehr als 212000 Unterschriften.
Dezember 1979
Die Genfer Wellenkonferenz erweitert das UKW-Band
von 87,5 MHz über die bisherige Grenze von 100 MHz hinaus
bis 108 MHz.
1979
Die Firma „Matsushita“ lässt einen
Flüssigkristall-Fernsehbildschirm (LCD = Liquid cristal display)
patentieren.

5. Januar 1980
Auf den britischen Turks- und Caicosinseln, im Nordatlantischen
Ozean, meldet sich „Radio Turks & Caicos“ mit Standort
in Grand Turk. Mitte der fünfziger Jahre bis September 1979
versorgte das Unternehmen „Cable and Wireless“ die
Inselgruppe mit der Station „VSI“.
7. Januar 1980
Der „Saarländische Rundfunk“ führt
neben der „Europawelle“ und der „Studiowelle“ als
drittes Programm die „Saarlandwelle“ ein.
22. Januar 1980
Um 14.53 Uhr wird „Radio 24“ zum ersten
Mal von den italienischen Behörden stillgelegt. Die Sendeanlagen
auf dem Pizzo Groppera werden aufgebrochen und versiegelt.
26. Januar 1980
Die Zürcher Kabelgesellschaft „Rediffusion
AG“ speist ihr Netz mit einem Pop-Programm als Ersatz für
die stillgelegte Station „Radio 24“ ein. Werbung ist
allerdings untersagt. Seit 1931 besitzt die „Rediffusion
AG“ eine Konzession, um Drahtrundspruchnetze in verschiedenen
Schweizer Städten mit eigenen Programmen einzuspeisen.
1. März 1980
Beginn des zweiten Radionachtprogramms der „ARD“.
Von Mitternacht bis 2 Uhr steht klassische Musik auf dem Programm.
3. März 1980
Der bekannte deutsche Alternativ-Sender, „Radio
Zebra“ aus Bremen, strahlt sein erstes Programm aus. „Radio
Zebra“ versteht sich als Bürgerfunk, will den Gruppen
in der Gesellschaft Öffentlichkeit gewähren, die in den
bisherigen Medien zu kurz kommen.
Weitere solche illegalen Sender entstehen vor allem in den Universitätsstädten.

19. März 1980
Englands erster Piratensender, „Radio Caroline“,
stellt die Sendungen um Mitternacht wegen rauher See ein. Die Wasserpumpen
an Bord der „Mi Amigo“ fallen aus. Kurz darauf sinkt
das Sendeschiff in einem Sturm vor der Küste von Essex. Die
vier Besatzungsmitglieder können das Schiff noch rechtzeitig
verlassen.
23. März 1980
„Radio 24“ nimmt seine Sendungen wieder
auf. Aufgrund eines Gerichtsurteils vom 19. März 1980 ist „Radio
24“ ein legaler italienischer Sender. Kurz nach 16 Uhr ist
die Station wieder auf 103,5 MHz zu empfangen. Laut „Radio
24“-Chef Schawinski begründet der Amtsrichter von Chiavenna
seinen Entscheid damit, dass Artikel 195 des italienischen Postreglements,
auf das sich das Postministerium für seinen Schliessungsbefehl
vom 2. Januar 1980 gestützt hatte, mit einem verfassungsgerichtlichen
Urteil vom 15. Juli 1976 aufgehoben worden sei und somit keine
Gültigkeit habe.
18. April 1980
Die „Voice of Peace“, das Friedensschiff
vor Israels Küste, nimmt neben dem Mittelwellensender auch
einen UKW-Sender auf 100 MHz in Betrieb.
April 1980
Als Antwort auf die privaten, noch illegalen, Privatradios,
führt „Radio France“ eigene Lokalsender ein. Vorerst
nehmen die Stationen „Radio Mayenne“, „Frequence
Nord“, „Melun FM“ und „Radio 7“ den
Sendebetrieb auf.
1. Mai 1980
Das seit 1952 existierende privatwirtschaftliche
Fernsehen in Argentinien führt offiziell das Farbfernsehen
ein. Anlässlich der Fussball-WM 1978 wurde zum ersten Mal
in Farbe gesendet.
23. Mai 1980
„Mercia-Sound“, ein neuer englischer
Privatsender, wird in der Region Coventry aktiv.
30. Mai 1980
Die „TEL-SAT AG“ reicht beim Bundesrat
ein Konzessionsgesuch für ein schweizerisches Satelliten ein.
Ab 1984 sollen drei bis vier private schweizerische Fernsehprogramme
ausgestrahlt werden.

1. Juni 1980
Ted Turner, einer der erfolgreichsten Medienunternehmer
der USA, beliefert amerikanische Kabelnetze mit seinem „Cable
News Network“ (CNN). 400 Mitarbeiter produzieren rund um
die Uhr ein Informationsprogramm (aktuelle Berichterstattung über
Politik, Wirtschaft, Sport, Wetter, Kommentare, Interviews usw.)
das sich sowohl aus Abonnements-Geldern als auch durch Werbung
finanziert. Das Hauptquartier von „CNN“ befindet sich
in Atlanta. Weitere Studios sind in Washington, New York, Chicago,
Los Angeles, San Francisco, Dallas und Miami beheimatet. Derzeit
erreicht der 24-Stunden-„News-Service“ in den USA rund
33 Millionen Haushalte. Seit Oktober 1985 wird „CNN“ über
den Fernmeldesatelliten „Intersat VA 11“ auf Europa
abgestrahlt, jedoch (noch) nicht den Kabelnetzen zur Übernahme
angeboten. Vorerst können nur die europäischen Rundfunkanstalten
sowie einige Hotels den amerikanischen Nachrichtenkanal empfangen.
Juli 1980
„Radio Packeis“, das illegale Sprachrohr
der Zürcher Jugendbewegung, sendet regelmässig und blieb
kurzlebig.
19. August 1980
„Radio 24“ strahlt seine Programme jetzt
in Stereo aus.
20. August 1980
Der Stadtrat von Zürich beschliesst die Aufnahme
von „Radio 24“ ins Netz der Kabelfirma „Rediffusion“.
27. August 1980
Sechs Tage lang sendet „Radio DRS“ unter
dem Titel „Extra“ ein Pop-Programm von der „FERA“ (Fernseh-
und Radio-Ausstellung in Zürich) aus. „DRS Extra“ ist
rund um die Uhr auf 100,6 MHz (Sender Üetliberg) zu empfangen.
5. September 1980
In der Region Brissago macht sich eine neue Lokalstation
mit Sender in Italien bemerkbar. Auf 104,7 MHz sendet „Radio
Leonia“ vorerst von Freitag bis Sonntag ein mehrheitlich
deutschsprachiges Touristenprogramm. Mit einem zweiten Sender wird
neben Locarno und Bellinzona auch Lugano auf 95,3 MHz abgedeckt.

15. September 1980
In Wil, St. Gallen, wird das „Lokale Bürgerfernsehen“ eröffnet.
Jeden Montag von 18.30 bis 19.30 Uhr gestalten die Einwohner von
Wil im Rahmen der bis zum 1. Juli 1982 befristeten Kabelrundfunkverordnung
ein lokales Programm, das über ein Kabelnetz von 5000 Haushalten
empfangen werden kann.
29. September 1980
Der irische Piratensender „Sunshine Radio“ eröffnet
vom Sands Hotel in Portmarknock aus seine Sendungen. Die nicht
legale kommerzielle Station wird von den Behörden vorerst
akzeptiert und ist auf 531 kHz sowie auf UKW 100,5 und 101,0 MHz
zu hören.
18. Oktober 1980
Die „Deutsche Welle“ in Köln erhält
ein neues Funkhaus.
24. Oktober 1980
Ein rundes Dutzend Radiopiraten schliessen sich
in Zürich zur „Free Radio Campaign“ zusammen.
Oktober 1980
In den grossen australischen Zentren strahlt der „Special
Broadcasting Service“ (SBS) ein Fernsehprogramm aus, das
der unterschiedlichen ethnischen Herkunft der Australier Rechnung
trägt. „SBS“ zeigt täglich Programme aus
der ganzen Welt. Beiträge aus verschiedenen Kulturen und rund
35 Sprachen. Gestartet wurde das Angebot in Sydney und Melbourne,
seit 1983 wird es auch in der Hauptstadt Canberra ausgestrahlt.
18. November 1980
Die amerikanische Fernmeldebehörde „FCC“ erteilt
der „Billy Graham Evangelistic Association“ die Genehmigung
zur Errichtung einer religiösen Kurzwellenstation auf Hawaii.

25. November 1980
„Radio 24“ wird zum zweiten Mal von
den italienischen Behörden geschlossen. Noch im März
dieses Jahres hatte der Amtsrichter von Chiavenna die Legalität
des Senders bestätigt.
27. November 1980
Der Landtag von Rheinland-Pfalz verabschiedet mit
den Stimmen von CDU und FDP gegen die Stimmen von der SPD ein Gesetz
für ein Kabelprojekt im Raum Ludwigshafen, das die eigenverantwortliche
Beteiligung privater Veranstalter vorsieht.
20. Dezember 1980
In Island wird Stereorundfunk eingeführt.
Dezember 1980
„KBS-TV“ in Südkorea sendet in
Farbe (NTSC-System). Neben dem ersten und zweiten Programm gesellt
sich im Februar 1981 ein drittes, ein Schul- und Bildungsproramm
dazu.
1980
Die private Rundfunkanstalt „Radio Noticias
del Continente“ in San José sorgt seit ihrer Gründung
im Jahre 1979 für Aufregung. Mit einer für lokale Verhältnisse
unvergleichlichen Courage und Insistenz verbreitet „Radio
Noticias“ revolutionäres Gedankengut. Der Sender empfindet
und empfiehlt sich als „Sprachrohr“ der revolutionären
und patriotischen Bewegungen in El Salvador, Guatemala, Argentinien,
Chile und anderen Staaten, die bewaffnet zum Freiheitskampf rüsten.
Jeder Versuch der Regierung von Costa Rica, „Radio Noticias“ zum
Schweigen zu bringen, wird mit wilden Protesten beantwortet. So
waren bisher alle Sendepausen nur von kurzer Dauer.
Diplomatische Schritte der Regimes der Nachbarländer blieben
bislang erfolglos. Im Kampf gegen „Radio Noticias“ greift
man deshalb jetzt zu handfesten Mitteln: In den vergangenen Wochen
und Monaten wurden Studios und Sender viermal überfallen.

1. Januar 1981
„ARD“ und „ZDF“ senden ein
gemeinsames Vormittagsprogramm. Es besteht aus Wiederholungen von
Sendungen des Vortages. Nachrichten und Presseumschau werden aktuell
produziert.
10. Januar 1981
Als Stimme des Volkes meldet sich im vom Bürgerkrieg
heimgesuchten El Salvador „Radio Venceremos“. Täglich
ist der Sender mit einem einstündigen Programm um 6 und 18
Uhr auf 7-MHz-Kurzwelle und seit 1982 auch auf UKW zu hören.
Das Programm ist bei der Bevölkerung sehr beliebt. „Radio
Venceremos“ bringt neben der Propaganda für ein neues
und freies El Salvador viele Tipps zum Ackerbau und zur Allgemeinbildung.
14. Januar 1981
Die bundesstaatliche Aufsichtsbehörde für
das Rundfunk- und Fernmeldewesen in den USA, die „Federal
Communications Commision“ (FCC), hebt alle noch bestehenden
Restriktionen auf. Die bisher verbrieften Rechte des Hörers
auf Information, öffentliche Unterrichtung und Schutz vor übermässiger
Werbung, werden nicht mehr vorgeschrieben.
16. Januar 1981
Nach der zweiten Stillegung der Sendeanlagen auf
dem Pizzo Groppera nimmt „Radio 24“ seine Sendungen
nach einem provisorischen Gerichtsentscheid wieder auf.
Januar 1981
Im Schweizer Werbefernsehen sind neu Kurzspots von
sieben Sekunden Dauer zu sehen. Für 3040 Franken kann ein
solcher Spot gesamtschweizerisch ausgestrahlt werden.
1. März 1981
Um 00.00 Uhr beginnt „Radio DRS“ mit
dem Nachtprogramm „DRS-Nachtklub“, das von nun an von
Mitternacht bis 6 Uhr auf „DRS 1“ und „DRS 2“ über
die UKW-Netze ausgestrahlt wird. In der ersten Nacht halten die
Moderatoren Marion Preuss und Roger Thiriet die Hörer wach.
Dank eines modernen Disc-Jockey-Pults sind die Moderatoren in der
Lage, ihr Programm alleine zu bewältigen (ohne zusätzlichen
Techniker).

1. März 1981
Der Generaldirektor der „SRG“ , Leo
Schürmann, setzt die „Richtlinien für Gegendarstellungen
an Radio und Fernsehen“ in Kraft. Diese Richtlinien sollen
als Dienstleistung für das Publikum die Wahrnehmung von Persönlichkeitsrechten
erleichtern und ersetzen die „Richtlinien für Berichtigungen“ vom
1. Februar 1970. Jedermann, der durch eine Tatsachenbehauptung
an Radio oder Fernsehen in seiner Persönlichkeit unmittelbar
betroffen ist, hat die Möglichkeit zur Gegendarstellung, falls
er nicht schon in der betreffenden Sendung dazu Stellung nehmen
konnte.
5. März 1981
Das „Zweite Deutsche Fernsehen“ beantragt
bei den Ministerpräsidenten der Länder einen zusätzlichen
Kanal für ein europäisch profiliertes Programm für
die sogenannte „operationelle Phase“ eines deutschen
Fernsehsatelliten. In diesem Zusammenhang wurde von einer „ZDF“-Arbeitsgruppe
das Konzept eines „Europa-Programms“ erarbeitet.
29. März 1981
Das Parlament der Pyrenäenrepublik Andorra
kündet eine Verstaatlichung der Sender „Radio Andorra“ und „Sud
Radio“ an. Beide Stationen beenden daraufhin ihre Sendungen
von Andorra aus. „Sud Radio“ gelingt es, einen sechsmonatigen
Aufschub zu erlangen und sendet nach kurzem Unterbruch weiter.
März 1981
Die Basler Jugendbewegung hat ihren eigenen illegalen
Sender. „Radio Valium“ ist ein paarmal am Mittwochabend
auf 101,1 MHz mit einem chaotischen Programm zu hören.
8. April 1981
Die deutsch-französische Gesellschaft „Eurosatellite“ erhält
die Genehmigung für den Bau der beiden Fernsehdirektempfangs-
Satelliten TV Sat 1 und TDF 1. Die Auftragssumme beträgt 520
Millionen DM.
27. April 1981
Das Radio der französischen Schweiz sendet
versuchshalber bis zum 10. Mai ein drittes Programm auf 94,2 MHz
rund um die Uhr mit dem Namen „Egal 3“. Es geht vorab
darum, dass die Programmgestalter die nötigen Erfahrungen
sammeln und die Reaktionen der Hörer ausgewertet werden können.

29. April 1981
In Chile meldet sich die Stimme des Volkswiderstands „Radio
Liberación“ zum ersten Mal. Eine Gruppe von Oppositionellen
besetzen den staatlichen Sender „Radio Portales“ und
verlesen ihre Botschaft.
1. Mai 1981
Der koreanische Rundfunk „Korean Broadcasting
Service“ (KBS) beginnt mit deutschsprachigen Sendungen für
Hörer in Europa. Bereits seit 1953 unterhält „KBS“ einen
Rundfunkdienst in Fremdsprachen.
3. Mai 1981
Die Hauptausgabe der Tagesschau des Schweizer Fernsehens
wird durch drei vermummte Gestalten gestört, indem sie einTransparent
mit der Aufschrift „Freedom and Sunshine for Giorgio Bellini“ (eine
der Zürcher Jugendbewegung nahestehenden Figur) vor den Nachrichtensprecher
Leon Huber halten. Die drei Eindringlinge konnten unerkannt verschwinden.
19. Mai 1981
2 000 000 Fernsehkonzessionäre in der Schweiz.
20. Mai 1981
Der Bundesrat erklärt die Absicht, die Kabelrundfunkverordnung
aus dem Jahre 1977, die bis zum folgenden 30. Juni befristet ist,
um ein Jahr zu verlängern. Grundsätzlich bleibt es beim
Geltungsbereich der „Verbreitung eigener lokaler Radio- und
Fernsehprogramme über konzessionierte Gemeinschaftsantennen-Anlagen
zu Versuchszwecken“. Verboten bleibt die drahtlose Verbreitung
von Radio- und Fernsehprogrammen sowie die Reklame.
24. Juni 1981
Das unter Honduras Flagge fahrende Schiff „Odelia“ beginnt
vor Tel Aviv mit der regulären Ausstrahlung eines Farbfernsehprogramms.
Im April fanden erste Tests von „Odelia TV“ auf Kanal
58 statt. Dieser Kanal wurde bald vom staatlichen israelischen
Fernsehen belegt. Der Besitzer der Station, Paul Greenwald, wird
unter Druck der israelischen Behörden noch im gleichen Jahr
gezwungen, den Betrieb einzustellen.

29. Juni 1981
In Wil, im Kanton St.Gallen, geht ein neunmonatiger
Lokalfernseh-Versuch zu Ende. Im Wiler Versuch, bürgernahes
Lokalfernsehen zu verwirklichen, haben insgesamt 115 Personen am
Programm mitgearbeitet.
22. Juli 1981
Radio Luxemburg eröffnet das erweiterte
Studio in Düsseldorf. Studioleiter ist Max Schauzer. Er
moderiert aus Düsseldorf u.a. seine Sendung „Max Mix“ und „Die
blaue Stunde“. Weiterhin kommen aus Düsseldorf die
Sendungen „Die grossen Acht“ mit Viktor Worms und „Mister
Morning“ mit Thomas Gottschalk.
26. Juli 1981
Als kurzlebigster Offshore-Sender geht die holländische
Station „Radio Paradijs“ in die Rundfunkgeschichte
ein. Nach Testsendungen vom 24. bis 26. Juli auf 1107 kHz wird
der 10-kW-Mittelwellensender aus technischen Gründen abgeschaltet.
Am 1. August 1981 wird unerwartet das Sendeschiff von der holländischen
Marine beschlagnahmt und nach Amsterdam geschleppt. Durch langwierige
Gerichtsverhandlungen gelingt es den Besitzern, das Schiff wieder
frei zu bekommen, allerdings ohne die teuren Sendeanlagen.
29. Juli 1981
Grossbritannien erlebt das grösste Fernsehspektakel
in der Geschichte dieses Mediums. Rund 100 elektronische Kameras
werden von der „BBC“ und der kommerziellen Station „ITV“ aufgeboten,
um die 58 Millionen Landsleute über das Ereignis des Jahres – die
Hochzeit des britischen Thronfolgers Prinz Charles und Lady Diana
Spencer – auf dem laufenden zu halten.
1. August 1981
„Music Television“ (MTV) startet in
den USA mit einem 24stündigen Popmusik-TV-Programm, das über
Kabelnetze verbreitet wird. Dieser Pay-TV-Kanal, eine Abteilung
des „Warner“-Medienkonzerns, setzt die neue Kunst-
und Kommerzform Videoklip – das sind kurze, drei- bis vierminütige
Visualisierungen von aktuellen Songs aus der Rock- und Popmusik – wie
Platten im Musikradio ein: Angesagt von Vee-Jays (ein Jargon-Kürzel
für Video-Discjockeys), mit Nachrichten aus der Musikszene,
Live-Konzerten von Rockbands sowie Werbung, aus der sich der neue
audiovisuelle Popmusikkanal finanzieren soll. Inzwischen ist aus „Music
Television“, einer Idee des erst 25jährigen Bob Pittmann,
nicht nur ein neues Medium geworden, sondern auch ein soziokulturelles
Phänomen. Nach jüngsten Statistiken werden seine rund
um die Uhr, entsprechend der neuesten Fernsehtechnik via Satellit
und Kabel übertragenen Musikvideosendungen bereits in mehr
als 22 Millionen amerikanischen Kabelfernsehhaushaltungen gesehen
(Sommer 1984). Die monatliche Zuwachsrate von „MTV“ beträgt
derzeit rund eine halbe Million Abonnenten.
5. September 1981
Anlässlich des Unspunnenfestes im Berner Oberland
strahlt „Radio DRS“ ein zweitägiges Lokal-Programm
für die Region Unspunnen auf 88,8 MHz aus.

6. September 1981
Das „ZDF“ beginnt während der Internationalen
Funkaustellung mit der Ausstrahlung von Sendungen in Stereoton.
Zunächst sind nur 29 von 90 Grundnetzsender in der Lage, den
Stereo-Fernsehton auszustrahlen.
10. September 1981
Der chilenische Volkswiderstandssender „Radio
Liberación“ nimmt den regelmässigen Sendebetrieb
auf. Der Sender benützt dazu die Hörfrequenz des staatlichen
Fernsehens, um eine grosse Hörerzahl zu erreichen.
18. September 1981
Vom Autonomen Jugendzentrum Zürich (AJZ) aus
beginnt das erste öffentliche aber illegale Schweizer Lokalradio „LORA“ mit
seinen Sendungen auf UKW. Mehrere Tage ist „LORA“ zu
verschiedenen Zeiten aktiv. Es stellt schliesslich die Sendungen
freiwillig ein. Die Behörden greifen nicht ein, wohl aber
werden die Wortbeiträge von einem PTT-Störsender bis
zur Unverständlichkeit gestört.
25. September 1981
Der Elsässer Alternativsender „Radio
Dreyeckland“, mit Studio in Mulhouse und Antenne auf dem
Ballon d’Alsace, strahlt unter dem Titel „Antenne Basel“,
das erste, in Basel produzierte Nachrichtenmagazin aus. Später
gestaltet die Basler Gruppe auch literarische und musikalische
Sendungen.
1. Oktober 1981
Das Schweizer Fernsehen und eine Gruppe von zehn
Zeitungsverlegern starten gemeinsam eine sogenannte TV-Zeitung
genannt „Teletext“. Künftig werden 64 Seiten aktuelle
Informationen und Tipps angeboten – vorausgesetzt, man hat
ein entsprechend ausgerüstetes Fernsehgerät.
26. Oktober 1981
Einführung des Lokalradios in Österreich.
Jedes der neun „ORF“-Landesstudios sendet seither im
Tagesdurchschnitt neun Stunden Programme für den eigenen Sendebereich.

4. November 1981
Auch in der Westschweiz wird das Radio-Nachtprogramm
eingeführt. „Radio Suisse Romande“ strahlt von
24 bis 6 Uhr ein vorwiegend musikalisches Nachtprogramm auf UKW über
die beiden Sendernetze aus, die am Tag das erste und zweite Programm
verbreiten.
8. November 1981
„Radio Mont Blanc „ nimmt die Sendetätigkeit
vom 3930 Meter hohen Tré-la-Tête (Mont-Blanc-Massiv)
auf. Zuerst wird auf 103,5 MHz, später auf 102,2 MHz gesendet.
Der Empfang im Zielgebiet Genf und Lausanne wird durch französische
Störsender erheblich beeinträchtigt. Die Radio-Crew befindet
sich im italienischen Aosta. Ein für Live-Sendungen hergerichtetes
Studio an der Rue du Valais in Genf kann nicht benutzt werden,
da die PTT eine Sendeleitung zwischen Aosta und Genf verweigert.
Die französischen Geldgeber ziehen sich schliesslich aus dem
Projekt zurück. „Radio Mont Blanc“ befindet sich
jetzt mehrheitlich im Besitz der schweizerischen Gesellschaft „Partificom“,
deren Direktor Jean-Claude Nicole ist.
9. November 1981
In Frankreich werden private Lokalradios durch ein
neues Mediengesetz offiziell zugelassen. Das Gesetz lässt
viele Fragen offen, die auch durch die Ausführungsbestimmungen
vom 21. Januar 1982 nur teilweise geklärt werden. Zuständig
für die Erteilung der Konzessionen ist die „Haute Autorité de
la Communication Audiovisuelle“. Werbung ist anfänglich
verboten, wird aber 1984 erlaubt. Der Senderadius darf höchstens
30 Kilometer betragen und die Sendeleistung ist auf 500 Watt begrenzt.
Heute senden in Frankreich etwa 1500 private Lokalsender, davon
allein 60 in Paris.
November 1981
„Sud Radio“ muss seine komerziellen
Sendungen von Andorra aus vorderhand einstellen. Die Station meldet
sich kurze Zeit später von Toulouse aus auf der neuen Freuenz
1161 kHz als Lokalsender.
11. Dezember 1981
Das norwegische Parlament verabschiedet ein Gesetz,
das privaten Veranstaltern die Inbetriebnahme von Lokalsendern
erlaubt.

13. Dezember 1981
Über Polen wird um Mitternacht der Ausnahmezustand
verhängt. Gleichzeitig werden die Auslandsendungen des polnischen
Rundfunks eingestellt.
22. Dezember 1981
Ohne Vorankündigung nimmt „Radio Polonia“ – der
polnische Auslandsdienst – sein mehrsprachiges Programm nach
der Verhängung des Ausnahmezustandes unter neuer Leitung wieder
auf.
31. Dezember 1981
Am Silvesterabend eröffnet die „South
African Broadcasting Corporation“ einen neuen Fernsehkanal,
der das zweite und dritte Programm von „SABC-TV“ überträgt.
Das zweite Programm bringt Sendungen in den Nguni-Sprachen Zulu
und Xhosa und das dritte Programm nimmt sich den Sotho-Sprachen
Süd-Sotho, Nord-Sotho und Tswana an.
Dezember 1981
In Warschau nimmt „Radio Solidarität“ illegal
den Sendebetrieb auf. Jeweils für wenige Minuten kann die
Station auf UKW ungestört empfangen werden. Die sporadischen
Programme beinhalten Aufrufe und Informationen der verbotenen Gewerkschaft
gleichen Namens.
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