2. Januar 1967
Start des Werbefernsehens in Holland.
27. Januar 1967
In London, washington und Moskau wird das amerikanischsowjetischbritische
Abkommen über die friedliche Nutzung und Erforschung des Weltraums
unterzeichnet.
9. Februar 1967
"Radio City" beendet um Mitternacht die
Sendungen mit dem Song "The Party`s over". Nach Angaben
der Justizbehörden befand sich das Sendefort in territorialen
Gewässern.
5. März 1967
"Radio RSA", die Stimme der Republik Südafrika,
nimmt Sendungen in holländischer und deutscher Sprache auf.
15. März 1967
Die holländische Offshore-Station "Radio
Dolfijn" ändert das Programmformat (bisher ein familienorientiertes
Programm) und nennt sich jetzt "Swinging Radio 227".
Die DJ`s an Bord der Laissez Faire, Lex Harding, Harald Harkie,
Dick Weeda Look Boden und Bob Lens gestalten ein "Top 40"-Format
und sprechen damit jüngere Hörer an.

27. April 1967
Die ersten öffentlichen Farbfernsehsendungen
werden anlässlich des Wettbewerbs um die "Goldene Rose
von Montreux" vom Westschweizer Fernsehen ausgestrahlt und
können im Bereich des Senders la Dôle empfangen werden.
April 1967
Durch eine Explosion in der Senderhalle in Scituate
werden alle fünf Kurzwellensender der Station "Radio
New York Woreldwide" vernichtet. Bis im Oktober 1973 wird
ein bescheidenes Ersatzprogramm ausgestrahlt. Die glorreichen Tage
der einst weltweit berühmten Kurzwellenstation sind endgültig
vorbei.
1. Mai 1967
Bis zum 31. Mai führen "SRG" und
PTT gemeinsam eine Schwarzhöreraktion durch mit dem Ziel,
die Schwarzhörer aufzuklären und zur Bezahlung der Hörgebühr
aufzufordern. Während der Aktion melden sich zwei- bis dreimal
mehr Hörer als üblich an. 6000 bis 7000 Schwarzhörer
dürften erfasst worden sein.
25. Juni 1967
13 Länder aus fünf Kontinenten gestalten
gemeinsam die internationale Fernsehsendung "Our World".
Das bunte Programm besteht aus kurzen Beiträgen aus Kultur,
Wissenschaft, Medizin und Unterhaltung. Vier Fernsehsatelliten übertragen
die Bilder weltweit.

1. Juli 1967
Einführung des Farbfernsehens in England. Von
nun an strahlt "BBC 2" zehn Stunden pro Woche Farnprogramme
aus. Verendet wird das PAL-System (Phase Alternation Line). Ab
2. Dezember des gleichen Jahres wird das ganze Programm in Farbe
gesendet. Das erste Fernsehprogramm der "BBC" wird erst
1969, mit der Umstellung von 405 auf 625 Zeilen, in Farbe ausgestrahlt.
1. Juli 1967
Die Dauer der Werbezeit im Schweizer Fernsehen wird
von bisher zwölf auf 14 Minuten (an Wochentagen) ausgedehnt.
23. juli 1967
"Swinging Radio 227" stellt den Sendebetrieb
ein. Die holländischen Werbekunden interessierten sich nur
zurückhaltend für den neuen Piratensender, obwohl die
Station bei den Jugendlichen immer populärer wurde. Die Schwesterstation "Radio
355" (vormals "Britain Radio") stellt, vom gleichen
Schiff aus operierend, den Betrieb am 6. August ein.
14. August 1967
Mit der Ansage: "This is Radio Niue, Station
ZK2ZN, broadcasting on 550 kHz" wird auf der Insel Niue im
Pazifischen Ozean das Radiozeitalter eingeführt. An drei Tagen
in der Woche wird ein zweistündiges Programm in Englisch und
der Landessprache ausgestrahlt. 1969 wird das Programm auf 16 Stunden
wöchentlich ausgedehnt.

14. August 1967
Die englischen Piratensender "Radio London", "Radio
Scotland" und "Radio 270" stellen unfreiwillig den
Sendebetrieb ein.
15. August 1967
Der Bundesrat wählt für das Farbfernsehen
in der Schweiz das PAL-System. Damit ist das offizielle Startsignal
für die Durchführung der Pläne, die von der PTT
und der "SRG" gemeinsam für das Farbfernsehen ausgearbeitet
worden sind, gegeben.
15. August 1967
In England tritt der Marine Offences Act in Kraft.
Jegliche Unterstützung der Piratensender von England aus ist
von nun an untersagt. Englischen Firmen ist es bei Strafe verboten,
Reklamespots bei den Piratensendern zu buchen. Als einziger englischer
Piratensender stellt "Radio Caroline" die Sendungen nicht
ein. Die Stationen North und South nennen sich jetzt "Radio
Caroline International". Das Werbebüro wird von London
nach Amsterdam verlegt. Der Nachschub der beiden Sendeschiffe erfolgt
von Holland aus.
24. August 1967
Das Deutsche Rundfunkmuseum wird in West-Berlin
am Fusse des Funkturms eröffnet.

25. August 1967
Auf der 25. Deutschen Funkausstellung in west-Berlin
wird das von Walter Bruch entwickelte PAL-Farbfernsehen offiziell
eingeführt.
In der Halle A der Berliner Funkausstellung erwarten 1200 Ehrengäste
den Start des Farbfernsehens. Das Bild der Ansagerin Edith Grobleben
erscheint auf den riesigen Monitoren noch in Schwarzweiss. Dann,
nach seiner Festrede, drückt Aussenminister Willy Brandt auf
den grossen roten Knopf und gibt so symbolisch die Farbkameras
frei. Abends läuft das erste bunte Unterhaltungsprogramm (ZDF)
aus der Deutschlandhalle ab. 5000 Zuschauer schwitzen unter den
120 Scheinwerfern, als Vico Torriani den "Goldenen Schuss" präsentiert.
26. August 1967
Erste Eurovisions-Sendung in Farbe. Die "ARD" überträgt
den "Galaabend der Schallplatte" farbig aus der Grossen
Deutschen Funkausstellung in West-Berlin.
1. September 1967
Auf der Christmas-Insel meldet sich die Station "VLU2" mit
500 Watt auf 1420 kHz. Seit 1965 verbreitet die Station, ein Radiotelefon-Sender,
für wenige Stunden täglich lokale Nachrichten ohne Rufzeichen.
13. September 1967
In Holland wird der Radio- und TV-Sender Wieringermeer
eingeschaltet. Mit 10 Kilowatt werden die Radioprogramme aus Hilversum
verbreitet.

21. September 1967
Anlässlich der 15. Firato (Radio- und TV-Messe
in Amsterdam) wird in Holland das Farbfernsehen eingeführt.
Holland entscheidet sich ebenfalls für das PAL-System. Am
1. Oktober 1967 beginnt offiziell die einjährige Testphase.
24. September 1967
Der UHF-Sender Rigi, der auf Kanal 32 versuchsweise
das Westschweizer Fernsehprogramm ausstrahlt, wird in Betrieb genommen.
30. September 1967
Als Ersatz für die verstummten englischen Piratensender
bietet die "BBC" einen neuen Popsender an. Punkt 7 Uhr
eröffnet DJ Tony Blackburn die neue Station "Radio One" auf
1214 kHz mit seiner Breakfast-Show. "Radio One" verpflichtet
die bekanntesten DJ`s aus der Piratensender-Aera.
1. Oktober 1967
Der Österreichische Rundfunk beginnt mit einem
dritten Radioprogramm. "Ö 3" ist ganz auf das jugendliche
Publikum abgestimmt.
1. Oktober 1967
Das "Zweite Deutsche Fernsehen" erreicht
84 Prozent der Bevölkerung mit 77 Fernsehsendern und 191 Umsetzern,
die im UHF-Bereich tätig sind.

2. Oktober 1967
Prinz Bernhard eröffnet in Hilversum das neue
Fernseh-Sendezentrum der "Nederlandse Televisie Stichting" (NTS)
mit den Studios 1 und 2. Das Studio Irene, die Geburtsstätte
des holländischen Fernsehens, wird am gleichen Tag geschlossen.
7. November 1967
Der Moskauer Fernsehturm wird seiner Bestimmung Übergeben.
Mit einer Höhe von 540 Metern ist er das höchste Bauwerk
Europas. In seinem Sendegebiet erreicht er 14 Millionen Einwohner.
8. November 1967
Die "BBC" führt Lokalradio ein. Bereits
acht Monate nach Benennung der ersten Standorte beginnt "Radio
Leichester" auf 95,2 MHr zu senden. Weitere sieben Stationen
folgen.
Dezember 1967
Das norwegische Fernsehen kann jetzt auch in Kikenes,
im nördlichen Teil des Landes, dank einer Link-Verbidung empfangen
werden. Die Distanz von Oslo, der Sendezentrale, nach Kirkenes
beträgt 1843 Kilometer.
1967
Die provate Gesellschaft "Hong Kong Television
Broadcasts" (HKTVB) erhält von der Regierung eine TV-Lizenz.
Bereits seit 1957 versorgt die Firma "Rediffusion" Hongkong
mit einem Kabel-TV-Programm.

13. Januar 1968
Erste öffentliche Farbfernseh-Sendung in der
deutschen Schweiz: Übernahme des internationalen Quiz "Einer
wird gewinnen" des deutschen Fernsehens "ARD" in
Farbe.
31. Januar 1968
Die "BBC" nimmt den Lokalsender "Radio
Nottingham" in Betrieb.
12. Februar 1968
Vier Millionen Fernsehteilnehmer in der Deutschen
Demokratischen Republik.
25. Februar 1968
Das erste Programm des Österreichischen
Rundfunks „Ö 1“ beginnt mit Stereo-Sendungen.
1. März 1968
Das holländische Radio führt Reklamesendungen
ein. Täglich dürfen die drei Hilversum-Sender zusammen
26 Minuten Radiospots ausstrahlen.
3. März 1968
Die Offshore-Station "Radio Caroline International" stellt
unfreiwillig den Sendebetrieb ein. Holländische Gläubiger
kappen kurzerhand die beiden Sendeschiffe vor Englands Küste
und schleppen sie nach Amsterdam. Die Werbekunden blieben seit
dem 15. August 1967 fast gänzlich aus, und die "Caroline-Organisation" geriet
in Schulden.

14. März 1968
"Radio Stokeon-Trent" heisst der neue
lokalsender der "BBC".
1. April 1968
In Salisbury eröffnet der erste Lokalsender, "Radio
Jacaranda", sein kommerzielles Programm. Der 1-kW-Sender arbeitet
auf 1255 kHz. Der finanzielle Erfolg der Station lässt weitere
Sender wie "Radio Manica" in Umtali (1. Juni 1969) und "Radio
Matopos" in Bulawayo (1. Januar 1970) entstehen.
28. April 1968
Die "Jordan Television Corporation" beginnt
aus dem Studio in Amman drei Stunden täglich Fernsehprogramme
auf Kanal 3 auszustrahlen. Im April 1974 wird das Farbfernsehen
(PAL) eingeführt.
Mai 1968
Israels "General Television" hat sein
Debut mit einer Live-Fernsehübertragung der Militärparade
zu Ehren des 20. Unabhängigkeitstages in Israel. Israels Fernsehen
verwendet das europäische 625-Zeilen-System und die PAL-Farb-Norm
(seit 1983 sind alle Programme in Farbe). Die Hauptsendezentrale
befindet sich in Jerusalem.
24. Juni 1968
Die "BBC" eröffnet den Lokalsender "Radio
Leeds".

25. Juni 1968
In Quatar beginnt ein 10-kW-Sender mit der Ausstrahlung
eines arabischen Programms auf Mittelwelle.
1. Juli 1968
Vier Wochen lang wird vom "Studio Allemán" auf
Mallorca (Radio Popular) ein einstündiges Musikprogramm der "Europawelle
Saar" mit Reiserufen und Informationen für Urlauber in
Spanien ausgestrahlt.
August 1968
Mit der Unabhängigkeit der Insel Nauru wird
dort mit australischer Hilfe der Rundfunk eingeführt. Der "Nauru
Broadcasting Service" sendet 50 Stunden wöchentlich.
1. Oktober 1968
Einweihung des Farbfernsehens in der Schweiz im
Fernsehstudio "Bellerive" in Zürich durch den "SRG"-Generaldirektor
M. Bezençon, in Anwesenheit von Bundesrat Roger Bonvin.
Vorerst werden Ansagen, eigenproduzierte Filme und Übernahmen
aus dem Ausland von durchschnittlich sechs Stunden Dauer pro Woche
in allen drei regionalen Programmen in Farbe ausgestrahlt.

27. November 1968
Das deutsche Bundeskabinett beschliesst die Ratifizierung
des sogenannten Piratensendergesetzes, das von zwölf Mitgliedstaaten
des Europarats in Form einer Übereinkunft unterzeichnet wurde.
Jede Unterstützung der von internationalen Gewässern
aus operierenden Radiostationen ist somit strafbar.
11. Dezember 1968
Eine Million Fernsehkonzessionäre in der Schweiz.
24. dezember 1968
Französische Techniker verwirklichen in Tripoli
das Fernsehen. Der grösste Teil des Programms wird importiert.
Dezember 1968
Die "Caroline-Organisation" (Radio Caroline
1964 - 1968) plant, TV-Sendungen von einer fliegenden Super Constellation
aus zu senden. "Caroline TV" wird Mitteleuropa aus 6000
Metern Höhe mit Filmkonserven versorgen. An Bord des Propellerflugzeuges
befindet sich ein 10-kW-Sender der "PYE Electronics Ltd.",
der das farbige Programm (625zeilig) zur Erde sendet. Der offizielle
Start ist am 2. Juli 1970 vorgesehen.
Verwirklicht wurde das Projekt von Ronan O'Rahilly, George Drummond
und Terry Bates nie.

1968
Als "The Voice of the Coast" meldet sich
in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, ein 1-kW-Sender auf 737
kHz. Der Senderpark wird 1970 durch zwei 10-kW-Sender (1215 und
6040 kHz) erweitert. Seit 1972 nennt sich "The Voice of the
Coast" schlicht "Radio Dubai". Im darauffolgenden
Jahr wird ein UKW-Dienst auf 62 MHz eingeführt.
1968
In Ecuador wird der Sender "Televisa" als
Sender mit nationaler Reichweite gegründet, dessen Studios
Canal 8 und Canal 2 sich in Quito und in Guayaquil befinden.
1968
In Rumänien wird ein zweites Fernsehprogramm
eingeführt. Bis 1983 werden beide Programme nur in Schwarzweiss
ausgestrahlt.

1. Januar 1969
Einführung des ORF-Farbferseh-Versuchsprogramm
mit der von Intervision und Eurovision übernommenen TV-Übertragung
des Neujahrskonzerts. Erste Farbfernsehversuche wurden bereits
im Dezember 1965 ausgestrahlt.
1. Januar 1969
Die Tarife für die Werbeminute im Schweizer
Fernsehen werden von bisher 7000 auf 7900 Franken erhöht.
2. März 1969
Zwischen Mitternacht und 1.10 Uhr strahlt "Radio
Andorra" auf 701 kHz ein "Radio Caroline-Erinnerungsprogramm
in englischer Sprache aus. Der Plan, fortan täglich englische
Programme ab Mitternacht auszustrahlen, wird nicht verwirklicht.
5. April 1969
"Südwest 3", das gemeinsame dritte
Fernsehprogramm des "SDR", des "SWF" und des "SR",
beginnt, (zunächst nur am Freitag-, Samstag- und Sonntagabend).
Seit dem 19. September 1971 wird "S 3" täglich ausgestrahlt.
11. April 1969
Gründung von "Radio Veritas" auf
den Philipinen. Die Station mit dem Rufzeichen "D2N8" sendet
aus Manila mit 100 kW auf 15310 kHz.
3. Mai 1969
Die Leistung des Landessenders Beromünster
wird von 250 auf 500 kW erhöht, um Störungen durch ausländische
Stationen entgegenzuwirken.
29. Mai 1969
Die "Nederlandse Radio Unie" und die "Nederlandse
Televisie Stichting" werden aufgelöst. An deren Stelle
tritt die "Nederlandse Omroep Stichting" (NOS). Die Dachorganisation
der verschiedenen Radiogesellschaften ist zuständig für
die Studios in Hilversum, koordiniert den Programmablauf und verfügt
auch über eigene Sendezeit.

Juni 1969
Auf dem Justizpalast in Brüssel wird ein Farbfernseh-Sender
für Versuchszwecke in Betrieb genommen. Er arbeitet mit 500
Watt auf Kanal 50.
21. Juli 1969
Schätzungsweise 750 Millionen Menschen nehmen
direkt über Radio und TV an der Mondlandung von Neil Armstrong
und Edwin Aldrin teil.
6. August 1969
In Abu Dhabi wird das Fernsehen eingeführt.
1. September 1969
Das Fernsehen der deutschen und der französischen
Schweiz beginnt mit der Ausstrahlung farbiger Werbespots.
3. Oktober 1969
Mit einer Ansprache eröffnet Walter Ulbricht
das zweite Programm des "Deutschen Fernsehfunks" und
das Farbfernsehen in der DDR.
15. November 1969
Das erste Fernsehnetz der "BBC" sowie
das kommerzielle "ITV" senden in Farbe. Das zweite Fernsehnetz
der "BBC" wurde schon am 1. Juli 1967 auf Farbe umgerüstet.

1. Dezember 1969
In Namibia, Südwestafrika, wird ein UKW-Rundfunkdienst
in Betrieb genommen.
3. Dezember 1969
Die 5000. Hauptausgabe der Tagesschau des deutschen
Fernsehens wird ausgestrahlt.
1969
Der Iran unterhält drei Hörfunkprogramme
im Inland: "Radio Iran" (landesweit), "Radio Teheran" (lokal)
und das dritte Programm (für Minderheiten).
1969
Der Höchststand der Telefonrundspruch-Abonnenten
in der Schweiz ist erreicht (440000). Von nun an nimmt die Zahl
der Abonnenten ständig ab. Sechs verschiedene Radioprogramme
werden störungsfrei in Mono angeboten.
1969
Der Bundesrat ist grundsätzlich bereit, sich
an der Verwirklichung eines europäischen experimentellen Fernsehsatelliten
zu beteiligen.

1. Januar 1970
Der "Südwestfunk" nimmt in seinem
dritten Radioprogramm die Jugendsendung "Pop-Shop" auf,
die bald zu den beliebtesten Sendungen in Deutschland gehört.
23. Januar 1970
"Radio Nordsee International" beginnt
mit Testsendungen in deutscher und englischer Sprache. Gesendet
wird auf Kurz- und Mittelwelle sowie auf UKW. Die Schweizer Firma "MEBO-Telecommunications
Ltd." Ist Besitzerin des als schwimmende Radiostation umgebauten
Küstenfahrers. Das Schiff, die "MEBO 2" befindet
sich in internationalen Gewässern vor der holländischen
Küste auf der Höhe von Noordwijk, und beherbergt einen
105-kW-Mittelwellensender (RCA), sowie zwei Kurzwellensender a
10 kW (Brown Boweri und RCA) und ein 1-kW-UKW-Sender (Rhode & Schwarz).
Der Sendemast ist 52 Meter hoch.
28. Februar 1970
Um 6 Uhr beginnt "Radio Nordsee International" (RNI)
mit dem offiziellen Programm auf 6210 kHz, 1610 kHz und 102 MHz.
An Bord sind zwei komplette Studios untergebracht sowie ein Nachrichtenstudio.
Die DJ's der ersten Stunde sind: Roger Day, Horst Reiner, Hannibal,
Andy Archer, Carl Mitchell und Alan West.
1. April 1970
Im holländischen Radio-System erhält der "Evangelische
Omroep" Sendezeit zugesprochen. Erste Radiosendung: 1. April
- erste TV-Sendung: 3. April 1970.
9. April 1970
In Zürich findet die offizielle Übergabe
des ersten Farbfernseh-Übertragungszuges durch die PTT an
die "SRG" statt. Er wird dem Fernsehen der deutschen
und der rätoromanischen Schweiz zur Verfügung gestellt.
Am 1. Oktober 1970 wird in Lugano der zweite Farbfernseh-Übertragungszug
dem Fernsehen der italienischen Schweiz übergeben. Das Westschweizer
Fernsehen in Genf erhält am 9. September 1971 den Farb-Reportagezug.

1. Mai 1970
Über Mittelwellen- und UKW-Sender auf teneriffa,
Mallorca, in Barcelona und Malaga verbreitet "Radio Maritim" ein
deutschsprachiges Programm. Der Werbesender gehört der Firma
Gruner + Jahr.
7. Mai 1970
Auf den Seychellen beginnt die "Far East Broadcasting
Association" (FEBA) mit der Ausstrahlung christlicher Programme.
Ein 3-kW-Collins-Sender auf der Insel Mahe strahlte bereits am
8. Oktober 1969 die ersten Testsendungen auf 21740 kHz aus. Jetzt
steht ein 10-kW-Sender im Dienst.
12. Mai 1970
Auf die Radiostation "KPFT-FM" in Houston,
Texas, wird ein Bombenanschlag verübt. Die Station gehört
zur 1949 gegründeten "Pacifica"-Radiogruppe (Noncommercial
Radical Network).
3. Juni 1970
Die "Deutsche Welle" eröffnet in
Sines, Portugal, eine Relaisstation für Sendungen nach Osteuropa.
Von der internationalen Gesellschaft "Radio Trans Europe" mietet
sie zwei Kurzwellensender mit je 250 kW Leistung.

14. Juni 1970
Der holländische Piratensender "Capital
Radio" startet mit Testsendungen. Am 1. September 1970 beginnen
die regelmässigen Sendungen auf 1115 kHz. An Bord der "M.V.
King David" befindet sich ein 10-kW-"RCA"-Sender
und als Antenne dient ein Hula Hoop-Metallring mit 67 Fuss Durchmesser.
Dieses System erweist sich auf rauher See als sehr reparaturanfällig.
In der Nacht vom 9. Auf den 10. November 1970 bricht die Ankerkette
und das Schiff treibt auf die Küste von Noordwijk zu. Daraufhin
ist die Betreiberin, die "International Broadcasters Society" in
Bussum gezwungen, Konkurs anzumelden.
24. Juni 1970
"AEG-Telefunken" und "Teldec" stellen
in West-Berlin die erste Bildplatte der Welt vor.
15. August 1970
In Quatar wird das Fernsehen eingeführt (täglich
drei bis vier Stunden).
22. August 1970
Mit Inbetriebnahme der Mehrzweckanlage auf dem "Mont
Pèlerin" durch die PTT wird ein wesentlicher Fortschritt
der Empfangs- und Übermittlungsverhältnisse für
Radio und Fernsehen in der Westschweiz erziel.
4. September 1970
Die "BBC" eröffnet in Bristol einen
gleichnamigen Lokalsender.

24. September 1970
Nach dreivierteljähriger Sendetätigkeit
stellt "Radio Nordsee International" den Betrieb vorläufig
ein.
6. Oktober 1970
Die "BBC" nimmt den Lokalsender "Radio
London" in Betrieb. Der 20-kW-Mittelwellensender arbeitet
auf 1457 kHz (206m).
29. Oktober 1970
"Radio Oxford", ebenfalls ein "BBC"-Lokalsender,
nimmt den Sendebetrieb auf Mittelwelle und UKW auf.
Oktober 1970
Die progressive Radiostation "Geronimo" (über
den gemieteten 400-kW-Mittelwellensender von "Radio Monte
Carlo") stellt nach mehrmonatiger Tätigkeit den Sendebetrieb
auf 1466 kHz mangels Werbekunden ein. "Radio Geronimo" wurde
im Frühjahr 1970 durch Jimmy Miller und Tony Secunda, beide
Manager von Popgruppen, ins Leben gerufen. Jeweils Freitags und
Samstags wurde von Mitternacht bis 2 Uhr ein alternatives Rock-Format
ausgestrahlt. Durch die Belegung der Nachbarfrequenz vom Lokalsender "London",
wurde der Empfang im Zielgebiet erheblich beeinträchtigt.
9. November 1970
Der neueste Lokalsender der "BBC" nennt
sich "Radio Birmingham".

31. Dezember 1970
Die "BBC" eröffnet zwei weitere Lokalstationen: "Radio
Solent", Southampton und "Radio Teeside", Middlesbrough.
Die letztere Station wird später in "Radio Cleveland" umbenannt.

1. Januar 1971
Mit Inbetriebnahme des 100-kW-Senders in Waver,
wird das Fernsehen in Belgien farbig.
20. Februar 1971
"Radio Nordsee International" ist mit
einem englischsprachigen Programm wieder "on air". Die
Firma "NV Expliotatie Maatschappij Radio Noordzee" versorgt
ab dem 7. März 1971 ein holländisches Programm, das tagsüber
zur Ausstrahlung gelangt und zuerst in Hilversum, später in
Naarden vorproduziert wird. Als Star-DJ's sind Joost de Draaijer
und Jan Van Veen (beide ex Radio Veronica) engagiert.
21. März 1971
Die Schaltzentrale des holländischen Fernsehens
in Bussum wird durch ein Feuer zerstört.

6. April 1971
Aus dem Studio in Monte Carlo (später aus Paris)
führt "Radio Monte Carlo" ein arabisches Unterhaltungsprogramm
für den Nahen Osten ein. "RMC Moyen Orient" sendet
aus Zypern auf Mittelwelle (20 kW) und stundenweise auch auf Kurzwelle.
Am 1. Mai 1974 wird am Kap Greco ein 600-kW-Sender auf 1233 kHz
in Dienst genommen.
15. Mai 1971
Auf das Sendeschiff von "Radio Nordsee International" wird
ein Bombenanschlag verübt, organisiert von der Konkurrenz-Station "Veronica".
Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt und der Sendebetrieb
kann ohne grosse Verzögerung aufrechterhalten werden.
Die schweizer Geschäftspartner E. Meister und E. Bollier (MEBO
Telecommunications Ltd.) und Besitzer von "Radio Nordsee International",
versprachen im September 1970 der "Veronica-Organisation",
vor Hollands Küste keine Sendungen mehr aufzunehmen. Der "Veronica-Organisation" war
diese Zusage eine Million Gulden wert. Die "MEBO Ltd" ihrerseits
stattete den Betrag im November zurück und bereiteten das "Comeback" ihrer
Station vor.
17. Juli 1971
In Humble City, New Mexico, USA, beginnt "KCYE" mit
1kW für eine Hörerschaft von nur 200 Personen auf 1110
kHz zu senden.
23. Juli 1971
Die "Deutsche Welle beginnt mit ersten Testsendungen
ihrer Relaisstation auf Malta. Diese Station soll die Hörbarkeit
der Programme für den nordafrikanischen Bereich verbessern.

1. Oktober 1971
Über "Radio Trans Europe" in Seines,
beginnt "Adventist World Radio" (AWR) mit dem Europa-Service
in zwölf Sprachen christliche Programme auszustrahlen.
1. Oktober 1971
Das erste Farbfernsehstudio in Zürich-Seebach
ist betriebsbereit. Als erste Farbproduktion aus dem neuen Studio
wird am 12. Dezember das Fernsehspiel "Ein Kind ist verschwunden" von
Sylvia Frey und Jo Scheurer ausgestrahlt.
18. Oktober 1971
Über das örtliche Kabelnetz in Melick-Herkenbosch
wird die erste lokale TV-Sendung in Holland verbreitet. Auf dem
Programm stehen eine Gemeinderats-Sitzung und eine Modeshow.
14. November 1971
Das Staatliche Komitee für Rundfunk beim Ministerrat
der DDR beschliesst, dass der "Deutschlandsender" und
die "Berliner Welle" ihre Sendungen einstellen. Auf den
Frequenzen dieser Sender beginnt am 15. November als neuer Sender
die "Stimme der DDR" ihr Programm.
25. Dezember 1971
Die Rundfunkstation "BFBS" in Singapur
nimmt den Sendebetrieb auf.

1. Januar 1972
Die Norweger kommen in den Genuss des Farbfernsehens
(PAL-System).
29. Januar 1972
Erste Testsendung von "Swasi Commercial Radio".
Das offizielle Programm ist auf 1376 kHz (50 kW), 3223 kHz (10kW)
und 6155 kHz (10 kW) zu empfangen. Die Sender stehen in Swasiland,
das Büro ist in Johannesburg beheimatet.
Januar 1972
Das Westschweizer Fernsehen bezieht das neue Hochhaus
am Quai de l`Ecole de Médecine 20 in Genf.
Januar 1972
Der Name des DDR-Fernsehens "Deutscher Fernsehfunk" wird
in "Fernsehen der DDR" geändert.
17. Februar 1972
Die PTT-Betriebe und die algerischen Behörden
beschliessen, bis auf weiteres den Sender Ain Beida auf 533 kHz
und den Landessender Beromünster auf 527 kHz zu betreiben,
nachdem Betriebsversuche mit Frequenzersatz zwischen den beiden
Mittelwellenstationen eine erhebliche Verminderung der gegenseitigen
Störungen ergeben haben.
6.-11. März 1972
Die "Union der Europäischen Rundfunkorganisationen" (UER)
veranstaltet unter dem Vorsitz und auf Initiative ihres Präsidenten, "SRG"-Generaldirektor
Marcel Bezençon, in Rom eine Satelliten-Weltkonferenz, an
der alle internationalen Rundfunkorganisationen vertreten sind.
2. April 1972
Zum offiziellen irischen Rundfunkdienst in englischer
Sprache, gesellt sich in gälischer Sprache "Radio Na
Gaeltachta" dazu. 60 Mitarbeiter gestalten das Programm, das
Anfangs nur Nachmittags, inzwischen Ganztags aus den drei Studios
in gälischen Gebieten kommt. Die drei Sender stehen in Conamora
(599 kHz - 2 kW), Corca Dhuibhne (962 kHz - 1 kW) und in Tir Chonaill
(1250 kHz - 10 kW).

10. April 1972
In Wertachtal wird der erste 500-kW-Kurzwellensender
der "Deutschen Welle" eingeschaltet.
23. April 1972
Das dritte Hörfunkprogramm des "Hessischen
Rundfunks", zuvor nur zur Ausstrahlung der Gastarbeitersendungen
genutzt, wird zur Autofahrer-Welle. Zwischen 5.30 und 19 Uhr werden
nicht nur Verkehrsmeldungen und Reisetips, sondern auch ein Musikprogramm
in wilder Mischung gesendet: Von Popmusik bis Operette ist alles
vertreten.
7. Mai 1972
Der stärkste Kurzwellensender der Schweiz (500
kW) nimmt in Sottens die regelmässige Übertragung von Überseeprogrammen
des "Schweizerischen Kurzwellendienstes" auf. Die Station
ist mit einer drehbaren Vorhangantenne ausgestattet. Die Einweihung
der neuen Sendeanlage fand am 20. März 1972 statt.
3. Juni 1972
Eine Delegation des sowjetischen Staatskomitees
für Rundfunk und Fernsehen in Moskau führt mit der Generaldirektion
der "SRG" in Bern Verhandlungen über die Zusammenarbeit
zwischen der Schweiz und der Sowjetunion im Bereich der Massenmedien.
12. Juni 1972
Einweihung der Kurzwellen-Rundfunksendestelle Wertachtal
der "Deutschen Welle" durch den Bundesminister für
das Post- und Fernmeldewesen, Georg Leber. Drei 500-kW-Sender sind
in Betrieb, fünf weitere im Bau. Alle Sender (Telefunken und
Brown Boveri & Cie) weisen eine breitbandigkeit von 5,9 MHz
bis 26,7 MHz, entsprechend 49 m- bis 11 m-Band auf. Am 24. Juli
und 7. August 1972 werden die nächsten zwei Sender eingeschaltet.
27. Juni 1972
In Frankfurt/Main wird die halbautomatische Schaltzentrale
der Deutschen Bundespost für Tonrundfunkübertragungen,
der sogenannte "Tonstern Frankfurt", offiziell in Betrieb
genommen. Damit steht allen "ARD"-Rundfunkanstalten ein
besonderes Leitungsnetz für Tonübertragungen zur Verfügung.

Juni 1972
"Radiobras", der brasilianische Auslandsdienst,
strahlt die erste Testsendung in englischer Sprache nach Europa
aus.
1. Juli 1972
Der "Deutsche Soldatensender" in der DDR
stellt seine Sendungen ein.
Juli 1972
Eine amerikanische Firma mietet den 100-kW-Sender
der "Malawi Broadcasting Corporation". Unter der Bezeichnung "Lakeland
Radio" wird täglich ein zweistündiges kommerzielles
Programm auf Kurzwelle geboten.
1. September 1972
Rätoromanische Radiosendungen werden von nun
an gesamtschweizerisch ausgestrahlt.
3. September 1972
"Radio Jamaica" führt den Stereo-Rundfunk
ein. Dieser Service nennt sich "Capital Stereo".
21. September 1972
Erste quadrofonische Radiosendung in Holland und
Europa. Die Rundfunkvereinigungen "AVRO" und "NCRV" übertragen
aus der Geerte-Kirche in Utrecht ein Konzert des Radioorchesters.

29. September 1972
Der 1968 verstummte Piratensender "Radio Caroline" nimmt
seine Sendetätigkeit vor Hollands Küste wieder auf. In
den späten Abendstunden wird auf 1187 kHz Nonstopmusik ohne
Stationsansage gesendet. Weitere Test folgen bis zum 12. November.
An diesem Tag knickt ein starker Sturm den Sendemast auf dem Radioschiff "Mi
Amigo" ab. Weitere Sendungen folgen im Dezember 1972 und im
Frühling 1973.
14. November 1972
Aus dem neuen Fernsehstudio Zürich-Seebach
werden die ersten Sendungen ausgestrahlt.
1972
Der Internationale Dienst der 1936 gegründeten "Canadian
Broadcasting Corporation" (CBC) wird in "Radio Canada
International" (RCI) umbenannt.

Januar 1973
Entstehung von um die dreissig kleinen, unautorisierten
Kabelsystemen in Nord- und Mittelitalien - unter ihnen "Tele
Biella", das bei der gerichtlichen Auseinandersetzung ausdrücklich
als "nicht widerrechtlich" erklärt wird.
1. März 1973
Das Schweizer Fernsehen sendet die Tagesschau in
Farbe. Auf diesen Tag ist die Tagesschau von der Kreuzstrasse 26
ins neue Fernsehstudio Zürich-Seebach umgezogen.
29. März 1973
Das Decreto Gioia (Postminister) verbietet bei Strafe,
Kabelsysteme in Italien anzulegen oder in Betrieb zu nehmen.
März 1973
Das "Korean Broadcasting System" wird
in eine öffentlichrechtliche Anstalt umgewandelt und ist seitdem
frei von direkter staatlicher Aufsicht. Die Sendetätigkeit
von "KBS" geht ins Jahr 1927 zurück, ins damals
noch unter japanischer Herrschaft stehende Korea.
2. April 1973
Durch einen heftigen Sturm wird das Sendeschiff
von "Radio Veronica", die "Norderney", aus
der Verankerung gerissen und bleibt nach einer abenteuerlichen
Fahrt auf dem Strand von Scheveningen liegen. Am 18. April gelingt
es einer Bergungsfirma, mit Baggern und einem Schleppschiff die "Norderney" wieder
aufs offene Meer zu schleppen, wo die Sendungen wieder aufgenommen
werden.

11. April 1973
Seit 12 Uhr ist "Radio Veronica" wieder
zu hören, allerdings über den Sender von "Radio
Caroline" (1187 kHz).
1. Mai 1973
Das bulgarische Fernsehen beginnt mit Farbsendungen.
19. Mai 1973
Als "Northern Service" führt "Radio
Bahamas" auf 1060 kHz ein drittes Programm ein.
26. Mai 1973
Abie Nathans Friedensschiff mit dem Sender "The
Voice of Peace" meldet sich zum ersten Mal im Äther.
Seitdem ist die Station vor Israels Küste mehr oder weniger
regelmässig auf Mittelwelle 1540 kHz und UKW 100 MHz aktiv
mit Friedensbotschaften und Pop-Musik zu hören.
Mai 1973
Der Mittelwellensender Sarnen, als Ergänzung
zu "Beromünster" wird in Betrieb genommen. Der Sender
Sarnen arbeitet mit einer Steilstrahlantenne und hat eine Sendeleistung
von 300 kW. Mit einer solchen Sendeantenne wird, statt der üblichen
horizontalen Energieabstrahlung, der Hauptteil der Energie senkrecht
nach oben Richtung Ionosphäre abgestrahlt. Hier werden die
Wellen zur Erde reflektiert (Springbrunneneffekt).
Mai 1973
Frank Elsner tritt die Nachfolge des verstorbenen
Helmut Stoldt als Programmdirektor von Radio Luxemburg an.

Mai 1973
Das Pekinger Fernsehen, gegründet 1958, sendet
in Farbe nach dem PAL-System. Ende 1980 sind 38 Fernseh-Stationen
sowie 246 Relais-Stationen in Betrieb.
Ausser Tibet, der Inneren Mongolei und Xinjiang können alle
Landesteile neben ihren eigenen Programmen die Programme des Zentral-Fernsehens übertragen.
22. Juni 1973
Gründung der "Veronica Omroep Stichting" (VOS).
Aufgrund des Artikels 19 der Rundfunkgesetzgebung in Holland, ist "VOS" in
der Lage, Sendezeit für Radio- und Fernsehprogramme anzufragen.
Weist eine Rundfunkgesellschaft 40 000 zahlende Mitglieder vor,
erhält sie vier Stunden Sendezeit pro Woche (drei stunden
Radio und eine Stunde Fernsehen).
26. Juni 1973
In Holland verabschiedet die Zweite Kammer dasti-Piratensendergesetz.
Es tritt am 1. September 1974 in Kraft und verbietet jegliche Unterstützung
der Seesender von Holland aus.
15. Juli 1973
Der Belgier A. Landschoot mietet bis Mitte Oktober
Sendezeit bei "Radio Caroline" und strahlt tagsüber
von der "M.V. Mi Amigo" ein vorproduziertes Unterhaltungsprogramm
aus. Am 23. Dezember 1973 erhält "Radio Atlantis" ein
eigenes Sendeschiff, die "Jeaniene", und bietet neben
dem flämischen Programm auch einen englischen Service an.

24. Juli 1973
Als Nachfolger von "Radio Caroline" beginnt "Radio
Seagull" vom Sendeschiff "Mi Amigo" aus, progressive
Musik auszustrahlen. Am 23. Februar 1974 nennt sich die Station
wieder "Radio Caroline".
3. September 1973
Während der Funkausstellung in Berlin wird
zum ersten Mal Kunstkopfstereofonie in der Öffentlichkeit
vorgeführt.
22. September 1973
Einweihung des Fernsehstudios Zürich-Seebach
und offizielle Übergabe an den Direktor des Fernsehens "DRS",
Dr. Guido Frei, durch "SRG"- Zentralpräsident Dr.
Ettore Tenchio.
28. September 1973
Über das örtliche Kabelnetz wird in Freiburg
der erste (zweisprachige) Lokalfernsehversuch der Schweiz durchgeführt.
8. Oktober 1973
Einführung privater Lokalsender in England.
Verantwortlich für die Lizenzvergabe ist die "Independent
Broadcasting Authority". Die "IBA" überwacht
auch die Programmplanung, kontrolliert die Werbung und betreibt
die Sendeanlagen. Als erste "ILR"-Station (Independent
Local Radio) nimmt die "London Broadcasting Company" den
Sendebetrieb auf. Gesendet wird auf 97,3 MHz und 719 kHz (später
1151 kHz). "LBC" bringt Wortprogramme aller Art wie Nachrichten-
und Informationssendungen. Im weiteren unterhält sie eine
Agentur, um die anderen, noch folgenden Lokalsender mit Nachrichten
zu versorgen.

15. Oktober 1973
In der Nacht vom 14. Auf den 15. Oktober beginnt "Hilversum
3" mit dem Nachtprogramm und ist somit rund um die Uhr zu
hören.
16. Oktober 1973
Die zweite "ILR"-Station, "Capital
Radio" in London, beginnt mit einem Top 40-Unterhaltungsprogramm
auf Mittelwelle und UKW (557 kHz und 95,8 MHz) zu senden.
19. Oktober 1973
Die Radiomission "Family Radio" übernimmt
die Kurzwellen-Sendeanlagen von "Radio New York Worldwide".
11. November 1973
Zum Geburtstag des Königs Jingme Dorji Wangchuk,
wird der Rundfunk in Bhutan verwirklicht. Der 400-Watt-Sender von "Radio
Nacional Youth Assoziation of Bhutan" (NYAB) strahlt jeden
Sonntag ein einstündiges Programm auf 7040 kHz aus. Als zweite
Frequenz wird 4690 kHz genannt. Unter staatlicher Regie wird der
Sender 1978 gestellt. Neben dem bescheidenen Rundfunkprogramm werden
auch andere Funkdienste abgewickelt. Im Frühjahr 1986 wird
ein 5-kW-Kurzwellensender (Harris-Gates) getestet. Ab dem 2. Juni
1986 sind beide KW-Sender offiziell in Betrieb und "Radio
NYAB" ändert seinen Namen in "Bhutan Broadcasting
Service". Die endezeit wird dabei von zwei Sendungen wöchentlich
auf sechs Stunden ausgedehnt.

1. Dezember 1973
Gründung der "National Broadcasting Commission
Papua New Guinea". 1980 wird eine zweite Sendekette eröffnet.
Das kommerzielle Programm wird über UKW ausgestrahlt und deckt
das ganze Land ab.
31. Dezember 1973
In der Region Glasgow nimmt der private Lokalsender "Radio
Clyde" den sendebetrieb auf.
1973
"RTV-International", eine amerikanische
Firma, führt in Bahrain ein kommerzielles Farbfernsehen ein
(625 Zeilen).
1973
Die "Office de Radiodiffusion et Télévision
du Benin wird gegründet. Die "ORTB" beschäftigt
295 Leute.

1. Januar 1974
Die "AG für das Werbefernsehen" erhöht
den Einschaltpreis für eine Minute und für die ganze
Schweiz von bisher 12 000 auf 13 400 franken. Die durchschnittliche
Werbezeit eines Wochentages beträgt nun 19 Minuten.
1. Januar 1974
Vor Hollands Küste beginnt der Piratensender "Radio
Mi Amigo", vom gleichnamigen Schiff aus auf 1187 kHz tagsüber
ein flämisch/holländisches Programm zu senden.
4. Januar 1974
In Abu Dhabi wird das PAL-Farbfernsehen eingeführt.
10. März 1974
"Radiobras", der brasilianische Auslandsdienst,
nimmt einen 250 KW-Kurzwellen-Sender in Dienst.
26. März 1974
Das neue Sendezentrum des "Zweiten Deutschen
Fernsehens" in Mainz-Lerchenberg wird in Betrieb genommen.
Im neuen Gebäude sind rund 1700 Mitarbeiter beschäftigt.
27. Abril 1974
In Hongkong führt die Firma "Rediffusion" ein
Fernsehprogramm in englischer Sprache ein.
Mai 1974
Das Zürcher Verlagshaus "Jean Frey AG" plant,
im Fürstentum Liechtenstein eine Radiostation zu errichten. "Radio
Liechtenstein" soll durch Werbung finanziert werden. Die Liechtensteiner
und die Schweizer Behörden lehnen das Projekt ab. Liechtenstein
ist in Sachen PTT an den Postvertrag von 1920 gebunden, der den
Schweizern die ganze PTT-Hoheit zusichert.

22. Juni 1974
In Plock, nordwestlich von Warschau, wird ein neuer
Rundfunkturm seiner Bestimmung übergeben. Installiert sind
neben den Dienstleitungen der Post auch UKW- und Langwellensender
des polnischen Rundfunks.
1. Juli 1974
Scheich Al-Thani eröffnet in Quatar das Farbfernsehen
(PAL-System).
15. Juli 1974
Die 29jährige TV-Moderatorin Christine Chubbuck
schiesst sich während der Morgensendung der lokalen Fernsehstation
in Sarasota, Florida, eine Kugel in den Kopf. Hunderte erschütterte
Zuschauer alarmieren daraufhin die Polizei. Christine Chubbuck
kommt mit dem Leben davon. Ihre Verzweiflungstat kündigte
sie in der News Show mit den folgenden Worten an: "Übereinstimmend
mit der Tradition von Kanal 40, ihnen die letzten blutigen Sensationen
lebendig und in Farbe zu servieren, sehen sie nun einen Selbstmord."
31. August 1974
Die Offshore-Sender "Radio Atlantis", "Radio
Veronica" und "Radio Nordsee International" stellen
ihre Sendungen ein. Die holländische Regierung hat ein Gesetz
verabschiedet, das jegliche Unterstützung und Werbung von
holländischen Firmen an diese Sender bei Strafe untersagt.Die
Doppelstation "Radio Caroline" / "Mi Amigo" (vom
gleichen Schiff aus operierend) verlegt die Studios und das Werbebüro
nach Spanien und sendet ohne Unterbruch weiter.

September 1974
Gründung der "Associazione Nazionale Teleradiodiffusione
Italiana" - (ANTI), eines Vereins, der die Liberalisierung
/ Privatisierung des lokalen Äthers für Radio und Fernsehen
betreibt.
19. Oktober 1974
Erste Farbfernsehtests der "Australian Broadcasting
Commission".
3. November 1974
Die Relaisstation der "Deutschen Welle" auf
Malta beginnt offiziell mit ihrem Sendebetrieb. Sie verfügt über
drei 250-kW-Kurzwellensender und einem 600-kW-Mittelwellensender
und dient in erster Linie der Versorgung der Hörer des arabischen
Sprachraums.
17. November 1974
Einführung des Fernsehens in Oman. Fünf
Jahre lang wird die Station in Maskat von einer deutschen Firma
betrieben. 1975 nimmt in Salalla eine zweite TV-Station den Programmdienst
auf. Ende der siebziger Jahre nimmt die Regierung den Fernsehbetrieb
selbst in die Hand.
18. Dezember 1974
Der erste deutsch-französische Nachrichtensatellit, "Symphonie",
wird von Cap Canaveral (USA) aus auf eine Erdumlaufbahn gebracht.
Dezember 1974
"Trans World Radio Swaziland" beginnt
mit Testsendungen über einen 25-kW-Kurzwellensender und einen
50-kW-Mittelwellensender.

1974
Folgende "ILR"-Stationen beginnen 1974
zu senden: 19. Februar - "BRMB-Radio", Birmingham, 2.
April - "Piccadilly Radio", Manchester, 15. Juli - "Metro
Radio", Newcastle upon Tyne, 30. September - "Swansea
Sound", Swansea, 1. Oktober - "Radio Hallam", Sheffield,
21. Oktober - "Radio City", Liverpool.
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