1. Januar 1954
Mit der neuen Radiokonzession setzt der Bundesrat
sich selbst als Konzessionsbehörde und das Post- und Eisenbahndepartement
an Stelle der PTT als Aufsichtsbehörde ein.
1. Januar 1954
Heidi Abel beginnt ihre TV-Kariere als Ansagerin
beim Schweizer Fernsehen in Zürich. Zuvor arbeitete sie beim
Kabelrundfunk "Radibus" in Basel als Sprecherin.
1. Januar 1954
In der Bundesrepublik Deutschland sind 11685 Fernsehteilnehmer
registriert. Bis Dezember des gleichen Jahres steigt die Teilnehmerzahl
sprunghaft auf 84278.
Weitere Teilnehmerzahlen: Schweiz 1083, Holland 7500, Italien 20000,
UdSSR 60000, Frankreich 71000, England 2956846, USA 27660000 und
DDR 1000.
1. Januar 1954
Der "Hessische Rundfunk" beginnt mit Werbesendungen.
3. Januar 1954
Nach fast zweijähriger Versuchsphase beginnen
in Italien die regelmässigen Fernsehsendungen, die ungefähr
36 Prozent der Bevölkerung erreichen. Die Programme (wöchentlich
35 Stunden) werden in Turin, Mailand und Rom zusammengestellt.
Ab 1957 wird das Programm der "RAI" teilweise durch Werbung
finanziert.

14. Januar 1954
Das Fernsehen hält in Norwegen Einzug. Dreimal
wöchentlich von 13 bis 14 Uhr ist in Oslo auf Kanal 4 ein
Testprogramm zu sehen. Der 1,3-kW-Sender ist auf dem Tryvannshogda
bei Oslo installiert, wo sich bereits die Sendeanlagen des "Norwegischen
Rundfunks" befinden. Anfang 1955 ist das Fernsehstudio in
Oslo betriebsbereit.
18. Januar 1954
In Liberia nimmt die religiöse Station "ELWA" den
Betrieb auf. Aus der Hauptstadt Monrovia strahlt der 1-kW-Sender
auf 710 kHz ein englisch- und französischsprachiges Programm
aus.
28. Januar 1954
In der Westschweiz beginnt der Fernseh-Versuchsdienst
mit Programmen aus dem Palais Eynard in Genf. Die Universität
Genf stellt die Sendeanlage zur Verfügung. Am 1. Januar 1955
geht der Versuchsbetrieb der "Fondation genevoise de télévision" offiziell
an die "SRG" über. Frank R. Tappolet, bisher Regisseur
beim Fernsehen in Zürich, wird zum Programmleiter des Fernsehens
in der Westschweiz ernannt.
22. Februar 1954
Die internationale Radiomission "Trans World
Radio" (TWR) nimmt ihre Sendetätigkeit auf. Zur Verfügung
steht der gemietete 2,5-kW-Kurzwellensender der "Voice of
Tanger". Spanien ist das Zielgebiet der ersten evangelischen
Sendungen. 1959 wird Tanger Marokko unterstellt (bis dahin internationale
Zone), was die Einstellung sämtlicher Sendeaktivitäten
zur Folge hat. Ab Sommer 1960 sendet "TWR" aus Monte
Carlo.

30. März 1954
Die Tessiner Regierung unterbreitet dem Bundesrat
das Begehren, im Tessin Regionalsender zu erstellen, die Aktualitätensendungen
des "Studios Bellerive" für die italienische Schweiz
mit italienischen Kommentaren zu versehen sowie eine Aufnahmekamera
und einen Reportagewagen für das Studio in Lugano anzuschaffen.
März 1954
Die französische Firma "TELMA" führt
kommerzielles Fernsehen in Marokko ein. Zwei Sender (je 4 kW) in
Casablanca und Rabat stehen in Einsatz. Im Mai 1955 schliesst die
Station und meldet Konkurs an.
23. April 1954
Der Fernsehsender St. Chrischona (Basel) wird eingeschaltet.
25. April 1954
Erste Fernseh-Direktübertragung eines Fussball-Länderspiels
in der Schweiz (Schweiz-Deutschland in Basel).

April 1954
"Radio Japan" führt wieder einen
deutschsprachigen Dienst ein. Bereits 1937 gab es deutschsprachige
Programme aus Japan. Der damalige Ansager, Friedrich Greil, moderiert
auch jetzt wieder die Sendungen.
1. Mai 1954
Der erste Fernsehreportagewagen des schweizerischen
Versuchsbetriebs wird beim Fernsehstudio Zürich in Dienst
genommen.
8. Mai 1954
Der 250-Kw-Mittelwellensender Dresden-Wilsdruff
(1043 kHz) wird eingeschaltet.
Mai 1954
In Aden, Südjemen, eröffnet die "BBC" eine
Relaisstation. Ab August des gleichen Jahres überträgt
die Station ein eigenes, arabisches Programm.
1. Juni 1954
Der Intendant Alfred Braun kündigt mit den
Worten: Achtung, Achtung, hier ist Berlin" den Start eines
siebten "ARD"-Senders an, den "Sender Freies Berlin" (SFB).

6. Juni 1954
Beginn der "Eurovision" mit der Übertragung
des Narzissenfest von Montreux in acht Länder. Die Schweiz
stellt die Verbindung über das sich seit 1953 im Bau befindliche
Richtstrahlnetz via Alpen (Jungfraujoch) mit Italien her. Insgesamt
45 Fernsehsender in England, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark,
Italien, Deutschland und der Schweiz übertragen das Gemeinschaftsprogramm.
1. Juli 1954
"Radio Fiji" beginnt von der gleichnamigen
Insel im Pazifischen Ozean aus zu senden.
22. Juli 1954
Mit 100-Watt-Sendeleistung melet sich "Radio
Cook Islands" im Äther. Die täglichen Programme
kommen aus Rarotonga. Im April des gleichen Jahres fanden erste
Testsendungen für die Funktion als Rundfunksender statt. Zuvor
war die Station für wirtschaftliche Dienste reserviert.
26. Juli 1954
Als erster lokaler Rundfunksender in Ägypten
nimmt "Alexandria Local Service" den Programmdienst auf.
30. Juli 1954
Das britische Parlament beschliesst bei 291 gegen
265 Stimmen, das kommerzielle Fernsehen einzuführen.

18. September - 17. Oktober 1954
Jubiläumsausstellung „Dreissig
Jahre Rundfunk in Österreich“. Aus einem eigenen Fernsehstudio
wird ein Programm in danebenliegende Kabinen übertragen
und damit erstmals in Österreich eine öffentliche Fernsehdarbietung
veranstaltet.
1. Oktober 1954
Das sowjetische Fernsehen beginnt mit der versuchsweisen
Ausstrahlung von Farbsendungen.
3. Oktober 1954
Die "Deutsche Welle" strahlt erstmals
fremdsprachige Programme aus (englisch, französich und spanisch).
13. Oktober 1954
Vom 1838 Meter hohen Wendelstein aus wird Bayern
vom Deutschen Fernsehen abgedeckt. Das Fernseh-Sendegebäude
auf dem Wendelsteingipfel beherbergt einen 10-kW-Bildsender und
einen 3-kW-Tonsender von "Siemens". Am 6. November 1954
beginnt der "Bayerische Rundfunk" mit Mozarts Oper "Die
Gärtnerin aus Liebe" die Ausstrahlung eines eigenen Fernsehprogramms.
20. Oktober 1954
Zwischen Hamburg und Berlin wird die längste "Fernsehbrücke" der
Welt offiziell in Betrieb genommen. 120 Kilometer liegen zwischen
den Sendetürmen bei Nikolassee un Höbek an der Elbe.
29. Oktober 1954
Auch Schweden sieht fern. Jeden Donnerstag wird
von 18 bis 19 Uhr in Stockholm ein Testprogramm mit der 625-Zeilen-Norm
ausgestrahlt. Im Januar 1955 wird die Sende tätigkeit ausgedehnt.
Der regelmässige Sendebetrieb, mit 15 Stunden pro Woche, wird
am 1. Juli 1956 aufgenommen.

Oktober 1954
Rumänien führt ein zweites Radioprogramm
ein.
Oktober 1954
Erste Farbfernsehversuche des britischen Fernsehens
vom Alexandra Palace aus.
1. November 1954
Das deutsche Fernsehen beginnt offiziell als Gemeinschaftsprogramm
aller Rundfunkanstalten des Westens. In dem ersten Fernsehvertrag
werden die Anteile festgelegt, die jede Anstalt zum gemeinsamen
Programm beizusteuern hat: "Norddeutscher Rundfunk" 50%, "Bayerischer
Rundfunk" 20%, "Hessischer Rundfunk", "Süddeutscher
Rundfunk" und "Südwestfunk" jeweils 10%. Diese
Anteile verändern sich bald, als der Minisender "Bremen" und
der "Sender Freies Berlin" einbezogen werden.

6. November 1954
In Lettland und im Baltikum wird die erste Fernsehsendung
ausgestrahlt. Im gleichen Jahr werden in Riga die ersten 800 Fernsehapparate
verkauft. Seit 1952 wird die Einführung des Fernsehens von
einer Gruppe von Technikern sorgfältig vorbereitet.
8. November 1954
Das bulgarische Fernsehen strahlt die erste Sendung
aus.
19. November 1954
"TV Monte Carlo" beginnt mit Testsendungen
(819zeilig). Das Eröffnungsprogramm wird am 1. Januar 1955
ausgestrahlt. Der 3-kW-Sender steht auf dem 1200 Meter hohen Berg
Mont Agel. Das Studio ist in Monte Carlo untergebracht, wo täglich
vier Stunden französische Programme realisiert werden.
24. November 1954
"Radio Tampa", ein privater japanischer
Kurzwellensender, meldet sich im Äther.

6. Dezember 1954
Das Schweizer Fernsehen überträgt zum
ersten Mal aus dem Bundeshaus die Wahlgeschäfte der Vereinigten
Bundesversammlung.
17. Dezember 1954
Die Generalversammlung der "SRG" beschliesst
in Basel den beschleunigten Ausbau des UKW-Sendernetzes und zwar
nach folgender Priorität: Nordschweiz, Mittelland, Westschweiz,
Südschweiz. An der gleichen Generalversammlung wird der Beschluss
gefasst, den Fernsehbetrieb nach Abschluss der Versuchsperiode
- d. h. vom 1. Oktober 1955 an - zu übernehmen.
24. Dezember 1954
Über die UKW-Sender Hamburg, Hannover, Oldenburg,
Göttingen, Bungsberg und Kiel wird versuchsweise ein drittes
Radioprogramm verbreitet.

24. Dezember 1954
Der Fernsehsender Bantiger (Bern) wird seiner Bestimmung übergeben.
Dezember 1954
Nach Eintreffen eines Reportagewagens für die
Westschweiz kann die Fernseharbeit auch in Lausanne aufgenommen
werden.
1954
In Togo wird eine Radiostation in Betrieb genommen.
Der 200-Watt-Sender ist wöchentlich zehn Stunden "On
Air" und erreicht nur einen kleinen Teil der Bevölkerung.
Zehn Jahre später wird ein 100-kW-Mittelwellensender eingeweiht
- ein Geschenk der Bundesrepublik Deutschland.
1954
Das Kurzwellen-Sendezentrum von "Radio Portugal" in
Pegoe wird offiziell eröffnet. Im gleichen Jahr wird der englische
Service in Richtung Südost-Asien aufgenommen.

1. Januar 1955
"Europe No 1", der kommerzielle französische
Sender auf deutschem Boden, beginnt zuerst illegal von Saarlouis
aus zu senden. Mit einem 450-kW-Langwellensender (180 kHz) wird
vom Felsberg aus ein leichtes Unterhaltungsprogramm in Richtung
Frankreich ausgestrahlt. Das Studio befindet sich in Paris. Seit
1959 ist der französische Staat mit der Gesellschaft "Sofirad" am
Sender beteiligt.
23. Januar 1955
Die "Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion" beginnt
mit Fernsehsendungen in französischer Sprache. Der 30-kW-Sender
ist ein französisches Produkt und steht auf dem Ginsterberg
bei Dudelange. Über einen 200 Meter hohen Mast wird das 819zeilige
Programm im Kanal 6 verbreitet. Das Hauptstudio befindet sich in
Luxemburg. In Belgien und Frankreich werden mit mobilen Einheiten
ebenfalls Sendungen produziert.

1. Februar 1955
Der UKW- und Fernsehsender La Dôle (Genferseebecken)
wird in Betrieb genommen. Am 30. Oktober 1958 wird die Richtstrahlverbindung
Cuiseaux-La Dôle mit Zeilenwandler in Dienst genommen.
4. Februar 1955
Der 100 000. Fernsehteilnehmer in der Bundesrepublick
wird registriert.
15. Februar 1955
Der "Österreichische Rundfunk" meldet
sich offiziell mit einem Kurzwellenprogramm, abgestrahlt über
einen 4-kW-Sender in Kronstorf, Oberösterreich.
16. Februar 1955
Auf der 6,5 Quadratkilometer grossen Halbinsel Gibraltar
meldet sich "Radio Gibraltar" mit englischen und spanischen
Sendungen. Heutzutage ist die Station auf 1458 kHz (2 kW), 92,6
und 91,35 MHz zu hören.
15. April 1955
Mit der Zuspitzung des Kalten Kriegs, von DDR-seite
als Klassenkampf begriffen und proklamiert, beginnen mitte der
50er Jahre der Aufbau neuer Kurzwellenzentren in beiden deutschen
Staaten. In der DDR wird ein Auslandsdienst gebildet, der zunächst
täglich zehnminütige Sendungen in französischer
Sprache ausstrahlt.
Unter der Bezeichnung "Radio DDR International" erfolgt
bereits einen Tag später der Aufbau einer englischen Redaktion
mit vorerst ebenfalls täglich zehn Minuten Sendezeit. Im Jahre
1956 werden Sendungen in Schwedisch (Beginn: 1. Mai) und Dänisch
(Beginn: 1. Dezember) aufgenommen.

23. April 1955
Das Fernsehen des "Süddeutschen Rundfunks",
Stuttgart, beginnt mit der Ausstrahlung eines Regionalprogrammes
(vorerst: montags, mittwochs und samstags von 19 bis 19.30 Uhr).
1. Mai 1955
Der amerikanische Propagandasender "Radio Liberation" beginnt
mit Sendungen von Taipeh aus in Richtung Sibirien.
Mai 1955
In Lissabon und Lousa werden die ersten UKW-Sender
Portugals eingeschaltet.
17. Juni 1955
In Dhahra, im arabischen Golf, eröffnet die
United Air Force die Station "AJL-TV". Gesendet werden
zur Hauptsache amerikanische Unterhaltungsfilme für die dort
stationierten Soldaten.
18. Juni 1955
Das provisorische Fernsehstudio in Genf am Boulevard
Carl Vogt strahlt von nun an sein Programm über den seit dem
1. Februar 1955 betriebsbereiten Sender La Dôle aus.
22. Juni 1955
Mit Bundesbeschluss wird der Verlängerung des
schweizerischen Fernseh-Versuchsbetriebes ab 1. Oktober 1955 bis
31. Dezember 1957 zugestimmt. Kredite für die Programmgestaltung
von 6,6 Millionen, für die technische Durchführung von
4,1 Millionen und für den Bau von Regionalsendern (Säntis,
Monte Ceneri, Monte San Salvatore) von 2,6 Millionen Franken werden
bewilligt.

14. Juli 1955
Kameruns Rundfunkdienst wird mit einer 1-kW-Kurzwellenstation
in Yaoundé erweitert. 1956 werden in Duala eine 1-kW-Station
und in Yaoudé eine 4-kW-Station dazugeschaltet. Rundfunkprogramme
werden in Kamerun seit 1942 verbreitet.
30. Juli 1955
Dem "Hessischen Rundfunk" steht der neue
Fernsehsender auf dem Hohen Meissner bei Kassel zur Verfügung.
1. August 1955
Mit der Ansage: Hier ist das Fernsehen des Österreichischen
Rundfunks mit seinem öffentlichen Versuchsprogramm" kündigt
sich um 17 Uhr das neue Medium an. Auf dem Bildschirm erscheint
als Markenzeichen der Wiener Stephansdom in einem Buchstabenring
mit den Worten: "Österreichischer Rundfunk Fernsehen
- Versuchsprogramm". Anschliessend folgt aus dem Studio in
der Singrienergasse eine Diskussionssendung mit den Chefredaktoren
der bedeutendsten österreichischen Tageszeitungen und Programmdirektor
Dr. Henz zum Thema "Wird das Fernsehen der Presse schaden?"
1. August 1955
Mit der Inbetriebnahme des Fernsehsenders auf dem
Brocken strahlen neun Sender das DDR-Versuchsfernsehprogramm aus.

11. September 1955
Erneute Umorganisation des DDR-Rundfunks: "Deutschlandsender", "Berliner
Rundfunk" und "Radio DDR" heissen jetzt die drei
Dienste.
22. September 1955
Die "BBC" bekommt Fernseh-Konkurrenz.
Das kommerzielle Fernsehen "Independent Television" (ITV)
erscheint auf dem Bildschirm. Konzessionsnehmer der "ITV" und
gegenüber dem Parlament verantwortliche Körperschaft
ist die "Independent Broadcasting Authority" (IBA). Die "IBA" produziert
jedoch selber keine Programme; diese werden vielmehr von zuerst
drei, später 15 Regionalanstalten hergestellt.
Aus der Guildhall in London wird um 19.15 Uhr die Eröffnungsfeier
Live übertragen. Sir Kenneth Clark, Sir Seymour Howard und
Postmastergeneral Dr. Charles Hill heissen die neue Station willkommen.
29. Oktober 1955
Mit einem 20-kW-Mittelwellensender nimmt "La
Voz de Madrid" auf 1097 kHz den Programmdienst auf.
31. Dezember 1955
Das Versuchsprogramm Des DDR-Fernsehens wird beendet.
Dezember 1955
Das UKW-Sendernetz in der Schweiz wird durch die
Stationen Feschel, Les Ordons und Monte Morelle erweitert.

1955
Mit einem 5-kW-Sender in Freetown wird Sierra Leone
mit Rundfunk versorgt. 1958 wird der "Sierra Leone Broadcasting
Service" gegründet.
1955
Kurz nach Libyens Unabhängigkeit wird in Tripoli
ein 1-kW-Mittelwellensender in Betrieb genommen. Auf 1052 kHz meldet
sich "Radio Tripoli" mit einem arabischen Programm.
1955
Die Regierung von Bahrain eröffnet auf der
gleichnamigen Inselgruppe einen 2-kW-Sender. Mit der arabischen
Ansage: "Huna Bahrain" (Bahrain ruft) meldet sich die
Station auf 610 Khz.

1. Januar 1956
Zum Jahreswechsel 1955/1956 wird die Zweiteilung
des "NWDR" offiziell vollzogen. "Norddeutscher Rundfunk" und "Westdeutscher
Rundfunk" melden sich erstmalig mit eigenen Sendungen und
eigenen Pausenzeichen. Die zur Verfügung stehende Mittelwelle
wird von beiden Rundfunkanstalten weiterhin gemeinsam benutzt.
1. Januar 1956
In Holland werden Fernsehnachrichten eingeführt.
Das "NTS-Journaal" ist vergleichbar mit der Tagesschau.

1. Januar 1956
Der Missionssender "Stimme von Tanger" nimmt
neben dem 2,5-kW-Sender, einen neuen 10-kW-Kurzwellensender in
Betrieb. Neben den Sendesprachen Englisch und Spanisch kommen Deutsch
und Hebräisch dazu.
1. Januar 1956
Der "Deutsche Fernsehfunk" nimmt seinen
offiziellen Sendebetrieb auf. Die Zahl der angemeldeten Fernsehgeräte
beträgt 13 575, rund ein Drittel des DDR-Territoriums ist
für den Fernsehempfang erschlossen. Im neuen Programmschema
mit neuem Logo wird an vier Tagen ein Unterhaltungsprogramm gesendet:
jeden Sonnabend mindestens 90 Minuten. Jeden Dienstag, Mittwoch
und Donnerstag 30 bis 60 Minuten oder länger.
Januar 1956
In Brüssel wird das "Internationale Eurovisions-Kontrollzentrum" (EVC)
seiner Bestimmung übergeben.
5. Januar 1956
Auf dem Hohen Bopser bei Stuttgart wird der 217
Meter hohe Fernsehturm eingeweiht. Der von "Siemens" gebaute
und ausgerüstete Turm versorgt den Stuttgarter Ostbereich
und weite Teile Baden-Würtembergs mit dem Radio- und Fernsehprogramm.
Februar 1956
Gründung des Senders "Radio DDR",
mit einem Programm von täglich 20 Stunden.

1. April 1956
Der erste 100-kW-Sender der "Deutschen Welle" wird
in Jülich offiziell in Betrieb genommen. Bisher stand ein
20-kW-Sender in Osterloog zur Verfügung.
2. Mai 1956
Einführung des Fernsehens in Irak. Die englische
Firma "PYE-Electronics" versorgt die Studioeinrichtung
in Bagdad. 1959 wird der "Low Power"-Sender durch einen
2-kW-Sender ersetzt
12. Mai 1956
Südkorea besitzt seine erste Fernsehstation.
Der von "RCA" eingerichtete Sender "HLKZ-TV" nimmt
in Seoul den Programmdienst auf. Drei Jahre später wird die
Station durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut.
15. Mai 1956
In Kroatien erfolgt die erste Fernsehübertragung.
Die erste "Live"-Sendung wird am 7. September 1956 verwirklicht.
24. Mai 1956
Erste Übertragung des von der "Union der
Europäischen Rundfunkorganisationen" (UER) veranstalteten
Schlagerwettbewerbs "Grand Prix Eurovision de la Chanson" aus
dem Kursaal Lugano, der von Eurovisions-Ländern und zahlreichen
ausländischen Radiostationen übernommen wird. Die Schweiz
gewinnt die Palme mit dem Lied "Refrains", gesungen von
Lys Assia.

6. Juni 1956
Gründung einer "Aktionsgemeinschaft gegen
das Fernsehen in der Schweiz". Freunde des Fernsehens schliessen
sich alsbald zur "Schweizerischen Fernsehgilde" zusammen.
1. August 1956
Als Lokalsender für die kleinste Hörerschaft
beginnt in Fischer, einer Ortschaft mit 250 Einwohnern in West
Virginia, die Station "WELD" mit 500 Watt auf 690 kHz
zu senden.
17. August 1956
Der "Deutsche Freiheitssender 904" nimmt
seine Tätigkeit auf. Der Sender gibt offiziell vor, Sprachrohr
der verbotenen KPD zu sein und illegal auf dem Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland zu stehen. In Wirklichkeit soll er aber in der Nähe
von Magdenburg gestanden haben.
1. Oktober 1956
Von nun an wird die "Tagesschau" des deutschen
Fernsehens täglich gesendet (bisher dreimal wöchentlich).

23. Oktober 1956
Volksaufstand in Ungarn gegen das kommunistische
Regime. Am Morgen erobern Aufständische das staatliche Rundfunkgebäude
in Budapest. Es gibt Tote auf beiden Seiten. Noch aus dem zerstörten
Radiostudio ruft die Regierung das Standrecht aus. In der Nacht
vom 23. Auf den 24. Oktober wird im Parlamentsgebäude ein
Ersatzstudio eingerichtet und in Betrieb genommen. Die Aufständischen
werden über das Radio aufgefordert, die Waffen niederzulegen.
Am 24. Oktober löst Imre Nagy Janos Kadar als Ministerpräsident
ab und steuert einen radikalen Gegenkurs. Imre Nagy, der gleichzeitig
auch militärischer Oberbefehlshaber ist, lässt über
das jetzt "Freie Kossuth Radio" verkünden, dass
es sich um eine Revolution handle und das vorherige Staatsradio
dem Volke nie die Wahrheit gesagt habe. Gleichzeitig rehabilitiert
er die Aufständischen.
Am 26. Oktober greifen die sowjetischen Truppen in den Ungarischen
Volksaufstand ein, der sich zu einem Bürgerkrieg im ganzen
Land ausweitet. Imre Nagy wendet sich mit einem dramatischen Aufruf über
die Auslandssender von Radio Budapest an die Weltöffentlichkeit.
Am 4. November verstummt das "Freie Kossuth Radio" endgültig.
Der Aufstand bricht angesichts der erdrückenden Übermacht
eine Woche später zusammen. Die sowjetischen Truppen nehmen
den Ministerpräsidenten Imre Nagy gefangen. In Szolnok bildet
sich unter Janos Kadar eine prosowjetische Gegenregierung. Der
Staatsrundfunk meldet sich wieder wie zuvor als "Kossuth Radio".
28. Oktober 1956
Nach mehreren Versuchsjahren beginnen die regelmässigen
Ausstrahlungen des spanischen Fernsehens in einem Radius von 70
Kilometer rund um Madrid. Eine gesonderte Gesetzgebung erfolgt
nicht, so dass auch das Fernsehen unter die juristischen Regelungen
des Radios fällt. Es entsteht ein öffentlich-staatliches
Monopol der "Television Espanola" (TVE) mit nur einem
Sender, TVE 1", auf VHF. Zu Beginn des Jahres 1959 werden
die Ausstrahlungen des Fernsehens auf Barcelona ausgeweitet und
schon im Jahre 1963 erreicht das Fernsehen 90 Prozent der spanischen
Bevölkerung.
Im Jahre 1965 werden Versuchssendungen für den zweiten Kanal "TVE
2" aufgenommen.
3. November 1956
Der "Bayerische Rundfunk" führt das
Werbefernsehnen ein. In der Zeit zwischen 19.30 und 20 Uhr kommt
es zur Ausstrahlung.

5. November 1956
Die "Australian Broadcasting Commission" eröffnet
ihren ersten Fernsehsender "ABN-2" in Sydney. Vierzehn
Tage später nimmt sie in Melbourne den zweiten Sender "ABV-2" in
Betrieb.
29. November 1956
Der erste Fernsehsender in Jugoslawien nimmt in
Zagreb seinen täglichen Versuchsbetrieb auf.
1. Dezember 1956
Der "Norddeutsche Rundfunk", Hamburg,
strahlt von nun an von 20.15 bis 22.30 Uhr ein drittes Programm über
UKW aus.
16. Dezember 1956
Die Sender Bantiger, St. Chrischona, Üetliberg,
La Dôle und Monte Ceneri beginnen mit der Verbreitung des
von den Hörern schon lange gewünschten Kontrastprogramms
zum Landessenderprogramm. Das zweite Programm - ausschliesslich
auf UKW - beginnt um 16.30 Uhr mit Musik von Felix Mendelson.
20. Dezember 1956
Versuchsweise führt "NHK" in Tokio
Farbfernsehsendungen ein.

31. Dezember 1956
In einem alten Filmstudio in der Bukarester Molierestrasse
nimmt am Abend Rumäniens Fernsehen den regulären Betrieb
auf. Die Organisation und Leitung des Fernsehens wird dem Rumänischen
Rundfunk übertragen, welcher so zum Rumänischen Rundfunk
und Fernsehen umgestaltet wird.
Bereits 1928 hatten im Rahmen des Laboratoriums für Akustik
und Optik der Bukarester Universität experimentelle Bildsendungen
stattgefunden. Die erste Fernsehsendung entstand dann 1937 bei
der Bukarester Hochschule der Wissenschaft. 1939 entstanden weitere
Fernsehsendungen im berühmten Bukarester Vorlesungssaal Dalles.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden diese experimentellen Fernsehsendungen
erst 1953 wieder aufgenommen, so dass dann 1955 die erste Fernsehstation
in Bukarest versuchsweise den Betrieb aufnehmen konnte.
Dezember 1956
Die private Gesellschaft "Sociedad anonima
de emisoras de Television Anexos" bringt das Fernsehen nach
Uruguay. Der Sender in Montevideo arbeitet auf Kanal A 10 und wird
von amerikanischen Technikern betreut.
1956
"The Seychelles Broadcasting Service" meldet
sich mit 0,1 kW auf 4990 kHz. Die Station mit dem Rufzeichen "ZCQ3" ist
täglich mit einem einstündigen Programm zwischen 15.15
und 16.15 Uhr in Englisch und Französisch zu empfangen.

1956
Im Iran wird die Fernsehgesellschaft "TVI" gegründet,
die auf kommerzieller Basis arbeitet. Studios werden zunächst
in Abadan, später in Teheran errichtet. Die tägliche
Sendezeit beträgt anfangs vier Stunden. 1968 wird "TVI" von
der staatlichen Fernsehgesellschaft "National Iranian Radio & Television" (NIRTV) übernommen.
1956
Der erste dauerhafte Fernsehdienst in Afrika betreiben
die Franzosen in Algerien.

6. Februar 1957
Die färöische Rundfunkstation "Utvarp
Foroya UF" beginnt mit dem regelmässigen Sendebetrieb.
Das werbefreie Programm wird zunächst nur über einen
5kW-Mittelwellensender auf 584 kHz ausgestrahlt. Zu Beginn der
siebziger Jahre wird ein UKW-Netz aufgebaut. Wegen der geringen
Mitarbeiterzahl (26), ist die Station gezwungen, an jedem Nachmittag
eine Sendepause einzulegen.
3. März 1957
Der vorgeschlagene Verfassungsartikel über
Rundspruch und Fernsehen wird vom Schweizer Volk mit 319 634 Ja
zu 427 879 Nein abgelehnt. Damit ist dem Bundesrat die Möglichkeit
entzogen, an das Fernsehen weitere Bundessubventionen auszurichten.
7. März 1957
Nach dem ersten Jahr der Versuchssendungen, die
von Lissabon, Lousa und Porto ausgestrahlt wurden, beginnt nun
das Fernsehen in Portugal mit der Übermittlung regelmässiger
Programme auf VHF für die 18 000 Empfänger.
Ab 1968 wird das Angebot durch ein zweites Programm auf UHF erweitert.

1. April 1957
Ein gemeinsames Fernsehprogramm unter dem Titel "Abendschau" strahlen
der "Hessische Rundfunk", der "Süddeutsche
Rundfunk" und der "Südwestfunk" aus.
3. April 1957
Die DDR sieht infolge der Verstaatlichung des Suez-Kanals
im Nahen Osten ein neues Betätigungsfeld für ihre politische
Propaganda. "Radio DDR International" beginnt mit der
Verbreitung arabischer Programme.
27. April 1957
Die amerikanischen Streitkräfte in der Bundesrepublik
nehmen den ersten Fernsehsender in Ramstein bei Kaiserslautern
in Betrieb. Einen Tag später wird in Bitburg in der Eifel
der zweite Sender eingeschaltet. Die 4-kW-Stationen verbreiten
mit der 525-Zeilen-Norm hauptsächlich Filmprogramme der kommerziellen
amerikanischen Fernsehgesellschaften.
30. April 1957
Das Litauische Fernsehen geht auf Sendung.
2. Mai 1957
Aus Brunei meldet sich "Radio Brunei".
Der "Marconi"-Sender (1,2 kW) ist auf 1240 kHz zu hören.
1965 gibt es bereits zwei Radiokanäle, die ihre Reichweite
landesweit ausdehnen. Der eine sendet in Malayisch und örtliche
Dialekte, der andere in Englisch, Mandarin und Gurkha.

Mai 1957
Die erste Nummer der deutschen Fernsehprogramm-Zeitschrift "TV-Fernseh-Woche" erscheint.
15. Juli 1957
Pierre Nilles alias Peter Perleberg eröffnet
um 14 Uhr das zweistündige deutschsprachige Programm von "Radio
Luxembourg" auf Mittelwelle 208 m (1439 kHz) und auf der Kurzwelle
im 49-m-Band (6090 kHz). In den Morgenstunden sendet "Radio
Luxembourg" in holländischer Sprache und abends sind
die Engländer "on the air". Die Langwelle wird ausschliesslich
für das französische Programm benutzt.
Im November 1957 wird die Sendezeit des deutschen Programms verdoppelt
(14 bis 18 Uhr).
1. Oktober 1957
Eine Million Fernsehteilnehmer in Deutschland. Erstmals
in der Geschichte des deutschen Rundfunks haben sich im September
1957 mehr Teilnehmer für das Fernsehen als für den Hörfunk
angemeldet.
4. Oktober 1957
Die Sowjetunion startet den ersten künstlichen
Erdsatelliten "Sputnik 1", der unter ständiger Ausstrahlung
von Funksignalen die Erde monatelang umkreist. Der spätere
Satellitenfunk mit Wetterkarten-Empfang, weltweiten Verbindungen
usw. basiert auf dieser Entwicklung.

27. Oktober 1957
Das Rundfunkzentrum des Vatikansenders "Santa
Maria di Galeria" wird durch Papst Pius XII. eingeweiht. Das
Zentrum, 18 Kilometer von Rom entfernt, verfügt über
einen 100-kW- und zwei 10-kW-Kurzwellensender sowie einen 100-kW-Mittelwellensender.
3. Dezember 1957
Erstmals wird in der deutschen Rundfunkgeschichte
wird von Angehörigen eines Sendebetriebes gestreikt. Nach
dem Scheitern der Lohn- und Gehaltsverhandlungen herrscht beim "Saarländischen
Rundfunk" Funkstille bis zum 5. Dezember.
1957
Die "Nigerian Broadcasting Corporation" wird
gegründet. An verschiedenen Orten werden Mittel- und Kurzwellensender
aufgebaut.

1. Januar 1958
Nach bewegten Testjahren beginnt in der Schweiz
der reguläre Fernsehbetrieb. Der Dienstag ist Sendefrei. Die
Fernsehgebühren werden von 80 auf 84 Franken für den
Heimempfang und von 120 auf 168 Franken für den öffentlichen
Empfang pro Jahr erhöht.
2. Januar 1958
Der "Hessische Rundfunk" und der "Südwestfunk" führen
Werbesendungen im Fernsehprogramm ein.

16. Januar 1958
"Tele Saar", eine Gründung von "Europe
No 1", beginnt ohne Konzession vom Felsberg aus mit Werbesendungen
in deutscher Sprache.
25. Januar 1958
Der private Fernsehsender "Tele Saar" wird
polizeilich geschlossen, das Antennenzuführkabel abgetrennt
und versiegelt. Die Schliessung erfolgt, weil von "Tele Saar" ohne
Genehmigung der Deutschen Bundespost (die seit dem 1. Januar 1957
die Funkhoheit im Saarland ausübt) und im Widerspruch zu den
internationalen Bestimmungen auf einer willkürlich gewählten
Frequenz Werbesendungen in drei Sprachen ausgestrahlt wurden. Am
10. März 1958 verfügt der Bundespostminister die endgültige
Schliessung von "Tele Saar" auf Mitte Juli 1958. Nach
der Sendung "Der Rest ist Schweigen" stellt der Sender
am 15. Juli um 22 Uhr seinen Betrieb ein.
1. Februar 1958
Geburtsstunde der "Federal Broadcasting Corporation" in
Rhodesien. Ein kommerzieller Dienst wird am 6. April 1959 aufgenommen.
2. Februar 1958
Der "Berliner Rundfunk" (DDR) führt
ein zweites Radioprogramm ein.

12. Februar 1958
Der argentinische Auslandsrundfunk "Radiodifusion
Argentina al Exterior" (RAE) wird ins Leben gerufen.
Bereits vom April 1949 bis September 1955 ist über gemietete
Kurzwellensender (Radio El Mundo, Radio Belcrano und Radio Splendit)
ein internationaler Dienst aus Argentinien zu hören. Der "Servico
Nacional Radiofonicao Argentina" verbreitet Programme in deutscher,
arbischer, englischer, französischer, italienischer und portugiesischer
Sprache. Nach einem Militärputsch gegen den Präsidenten
Peron im September 1955, werden die Sendungen eingestellt.
24. Februar 1958
Der von Ché Guevara ins Leben gerufene Rebellensender "Radio
Rebelde" meldet sich zum ersten Mal von Sierra Maestra aus.
4. März 1958
Der Vertrag zwischen der "SRG" und der "Vereinigung
zur Förderung des Schweizerischen Fernsehens" wird unterzeichnet.
Die "SRG" verzichtet höchstens 10 Jahre lang auf
Fernsehreklame und erhält dafür von der Vereinigung jährlich
zwei Millionen Franken bis zu einem Bestand von über 180 000
Fernsehkonzessionäre.
17. März 1958
In Peking wird der Versuchsbetrieb des ersten chineschischen
Fernsehsenders aufgenommen. Das reguläre Programm beginnt
am 2. November 1958. Erst im Dezember 1972 hat jede der 29 Provinzen
Chinas mindestens eine TV-Station.

17. März 1958
In Peru wird "Radio Tarma" gegründet.
1. April 1958
Mit einem 25-kW-Sender in Cokeisland beginnt "Gronlands
Radio" mit einem regulären Rundfunkprogramm. Mit zwei
Relaissender in Godthab und Frederikshab werden drei Viertel der
Bevölkerung erreicht.
6. April 1958
"Radio Luxembourg" strahlt von 17 bis
18 Uhr im deutschsprachigen Programm die erste Hitparade aus. Präsentator
ist Camillo Felgen, der noch im Dienst des "Saarländischen
Rundfunks" steht, und daher die Sendung auf Band aufzeichnet.
Noch im April 1958 wird Camillo Felgen als Chefsprecher bei "Radio
Luxembourg" engagiert.
24. April 1958
Für die Region Nordwestschweiz wird der Fernsehsender
Säntis eingeschaltet.
31. Mai 1958
Die erste offizielle Sendung von "Radio Nacional
de Brasilia" wird ausgestrahlt. Erste Testsendungen für
das Ausland beginnen 1972.
18. Juni 1958
Der Fernsehsender Monte Ceneri wird in Betrieb genommen.
Er überträgt zunächst nur die Fernsehprogramme der
deutschen und französischen Schweiz. Teilweise werden die
Programme mit Kommentar in italienischer Sprache ausgestrahlt.

11. Juli 1958
Vor Dänemarks Küste startet Europas erste
Offshoreradiostation "Radio Merkur" mit einem leichten
Unterhaltungsprogramm auf 93,12 MHz. Das Sendeschiff "Cheeta
1" liegt in internationalen Gewässern und kann somit
vorderhand von keiner Regierung belangt werden.
14. Juli 1958
Zwischen Algerien und Frankreich kommt die erste
interkontinentale Fernsehverbindung im Meterwellenbereich zustande.
Ein über den Balearen kreisendes Propellerflugzeug wird mit
einem Relaissender ausgerüstet.
31. August 1958
Die Station "VP4 RD" in Trinidad nimmt
einen 2,5-kW-UKW-Sender auf 95,1 MHz in Betrieb.
1. September 1958
Der "Sender Freies Berlin" strahlt von
nun an ein Regionalprogramm aus.
18. September 1958
"Andorre-Radio" (später umbenannt
in "Sud Radio") nimmt die Sendetätigkeit auf. Zunächst
wird auf 1485 kHz, ab 1959 auf 818 kHz (900 kW) gesendet. Der Sendemast
im Pyrenäenstaat Andorra befindet sich auf 2650 Metern Höhe.

11. Oktober 1958
Das Slowenische Fernsehen, seit August 1956 mit
einem Versuchsprogramm in der Luft, sendet von nun an täglich.
30. Oktober 1958
Die Richttrahlverbindung Cuiseaux-La Dôle
- mit einem Zeilenwandler versehen - wird in Betrieb gesetzt. Diese
Verbindung erleichtert den Austausch von Fernsehprogrammen mit
Frankreich. Zugleich wird eine wichtige Verbindung im Fernsehtransitverkehr
Nord-Süd geschaffen.
29. November 1958
Der Fernsehsender San Salvatore ist betriebsbereit.
Damit ist das Tessin an das schweizerische Fernsehnetz angeschlossen.
1. Dezember 1958
Die Teilnehmerzahl des deutschen Fernsehens hat
die Zwei-Millionen-Grenze überschritten. Im Jahre 1958 wurden
in der Bundesrepublik eineinhalb Millionen TV-Geräte hergestellt,
doppelt so viel wie im Vorjahr.
9. Dezember 1958
Mit einer Sendung über Vincent van Gogh wird
die erste AMPEX-Magnetbildaufnahme im Abendprogramm des deutschen
Fernsehns ausgestrahlt.

18. Dezember 1958
Die Amerikaner starten ihren ersten Testsatelliten.
12 Tage lang sendet "Score" mit einer Leistung von acht
Watt Funksignale zur Erde.
26. Dezember 1958
Über zwei UKW-Sender (zu empfangen mit zwei
aufeinander abgestimmten UKW-Empfängern) strahlt der "Sender
Freies Berlin" die erste deutsche Stereofonie-Versuchssendung
aus.
1958
Die Briten bringen das Radio nach Uganda.
1958
Auf Majuro (Marschall Inseln) meldet sich die Station "WSZO" auf
1550 kHz mit 150 Watt. Das tägliche Programm von zwei Stunden
besteht aus lokalen Nachrichten und Informationen.

27. Januar 1959
Erste Schulfernseh-Versuchssendung in der Schweiz
aus Genf mit dem Thema: "Pilote des glaciers". Gezeigt
wird ein Film über eine alpine Rettungsaktion mit dem Gletscherpiloten
Hermann Geiger. 65 Klassen mit 1750 Schülern der Westschweiz
verfolgen die Versuchssendung.
4. Februar 1959
Die Bezeichnung "Radiodiffusion Francaise" wird
der Entwicklung im Medienbereich angepasst. Der neue Titel: Radiodiffusion
Télévision Francaise".
20. Februar 1959
Das Fernsehspiel "Bei Sonnenuntergang",
das im Abendprogramm der "BBC" ausgestrahlt wird, stiftet
unter den Zuschauern eine panische Verwirrung. Im Spiel gibt ein
Sprecher das Auftauchen eines "feindlichen Raumschiffes" bekannt,
das sich dem Stadt-gebiet Gross-London nähert. Im weiteren
berichtet er, dass die Minister ihrer Majestät auf dem Weg
zu einer ausserordentlichen Sitzung des Kabinetts seien, um über
die unmittelbare Bedrohung zu beraten.
Februar 1959
Eine Gruppe amerikanischer Geschäftsleute kauft
für ihr Radio-Missionsprojekt den kleinen Sender "KEAR" in
San Francisco und gründet "Family Radio - the Sound of
New Life".
März 1959
Die Chinesische Besatzung führt in Tibet das
Radio ein. Der 15-kW-Sender in Lhasa verbreitet täglich ein
halbstündiges Programm auf 9490 kHz.

1. April 1959
Basel, Luzern und Zürich bewerben sich um den
Standort des Fernsehstudios der deutschsprachigen Schweiz; Genf
und Lausanne um den des Fernsehstudios der französischsprachigen
Schweiz.
30. April 1959
Einweihung des 218 Meter hohen Dortmunder Fernsehturms.
20. Mai 1959
Das Staatliche Rundfunkkomitee der DDR entschliesst
sich zu einer Reorganisation seines Auslandsdienstes: Es erfolgt
die Gründung von "Radio Berlin International" (RBI)
als selbständiger Sender im Rahmen des Staatlichen Rundfunkkomitees.
Die Arbeit von "RBI" nimmt nach dieser Reorganisation
einen stetigen Aufschwung. Anfang der 60er Jahre strahlt der Sender
bereits täglich 20 Programme von insgesamt rund 40 Stunden
in sechs Sprachen aus: deutsch, englisch, französisch, spanisch,
portugiesisch und arabisch. Dabei ist der Wortanteil der Programme
mit 85% - im Gegensatz zu ca. 35% bei "Radio DDR" bemerkenswert
hoch: Als reiner politischer Propagandasender ist "RBI" zum
Bestandteil der Aussenpolitik der DDR geworden.
Mai 1959
Libanesische Geschäftsleute gründen die
erste private kommerzielle Fernsehstation in der Arabischen Welt.
Die "Compagnie Libanaise de Télévision" (CLT)
erhält zwei Kanäle zugewiesen. (einen für arabische,
den anderen für internationale Programme). Der erste 400-Watt-Sender
wird bald durch einen vier Kw starken ersetzt. Hinzu kommen noch
verschiedene Relaissender.

6. Juni 1959
Der Zentralvorstand der "SRG" spricht
sich für Zürich und Lausanne als "Fernsehstädte" aus.
1. Juli 1959
Alle westdeutschen Rundfunkanstalten strahlen auf
der Mittelwelle ein fünfstündiges Nachtprogramm unter
dem Titel "Musik bis in die Früh" aus. Das Programm
wird jede Nacht von einem anderen Sender zusammengestellt und von
00.10 bis 05 Uhr ausgestrahlt.
21. Juli 1959
In Japan beginnt die kommerzielle Gesellschaft "NVT" mit
der Verbreitung eines regelmässigen Farbfernsehprogramms in
Tokio und Osaka (NTSC-System). Ab 1966 ist die landesweite Versorgung
gesichert.
Juli 1959
Die staatliche "Jamaica Broadcasting Corporation" wird
aus der Taufe gehoben.
26. August 1959
Das Monopol von "Radio Hong Kong" (Start
1928 mit Rufzeichen "ZBW") wird gebrochen. Die "Hong
Kong Commercial Broadcasting Co." Startet mit einem englischsprachigen
Programm.

2. September 1959
Das "Chines Central Television" in Peking
nimmt offiziell seine Sendungen auf. Gegründet wurde es mit
dem Ziel, die Pekinger Oberschicht zu unterhalten. Das Programm
be-steht hauptsächlich aus Nachrichten sowie Dokumentar.-
und Spielfilmen. Bis 1978 wusste allerdings landesweit kaum jemand
von der Existenz des Fernsehens.
15. September 1959
In Delhi nimmt Indiens erste TV-Station den Betrieb
auf. Die technische Ausrüstung ist ein Geschenk der holländischen
Firma "Philips". Vorerst wird jeden Dienstag und Freitag
ein einstündiges Programm von "AIR" (All India Radio)
geboten. In Zusammenarbeit mit der UNESCO werden 71 TV-Geräte
in Delhi und Umgebung aufgestellt. In öffentlichen Fernsehstuben
kann die Bevölkerung an dieser Errungenschaft teilhaben. Die
Entwicklung des Fernsehens, in Indien "Doordarshan" (Distant-Vision)
genannt, geht wegen der erst im Aufbau begriffenen Elektroindustrie
nur schleppend voran. Der offizielle Betrieb startet im August
1965.
Erst am 2. Oktober 1972 wird in Bombay des zweite TV-Zentrum eröffnet.
29. September 1959
Zwischen "Trans World Radio" (früher. "Stimme
von Tanger") und "Radio Monte Carlo" wird ein Vertrag
abgeschlossen, der es der Radiomission ermöglicht, über
einen starken Kurzwellensender allen Menschen in Europa das Evangelium
zu verkünden.

1. Oktober 1959
Aus dem Studio Zürich wird für die Rätoromanen
das erste Lokalprogramm ausgestrahlt. Jeden Freitag wird um 20
Uhr ein halbstündiges Programm über die bündnerischen
UKW-Sender verbreitet.
4. Oktober 1959
Der sowjetische Satellit "Luna 3" umrundet
fotografierend den Mond. Die Aufnahmen werden als Fernsehbilder
zur Erde zurückgeschickt.
19. Oktober 1959
Als deutschsprachiger Zweig von "Trans World
Radio" (TWR) gründen acht Personen in Wetzlar den "Evangeliums-Rundfunk".
19.Oktober 1959
Auf 92,5 MHz beginnt "Radio Luxembourg" mit
einem Lokalprogramm in Lezebourgisch. Bis 1970 befindet sich der
UKW-Sender in Junglinster, danach wird der neue 50-kW-Sender in
Hosingen eingeschaltet.
22. Oktober 1959
Inbetriebnahme des neuen 100-kW-Fernsehsenders des "Saarländischen
Rundfunks".

Oktober 1959
In Nigeria beginnt das Fernsehzeitalter. Aus Ibadan
meldet sich die Station "WNTV". Zwei weitere Stationen, "RK-TV" in
Kaduna und "NBC-TV" in Lagos, beginnen drei Jahre später
zu senden.
7. November 1959
Mit einem 500-Watt-Sender englischer Herkunft beginnt
das bulgarische Fernsehen mit Testsendungen auf Kanal 7. Vom Platz
des 9. September in Sofia wird eine Live-Sendung übertragen.
Am 26. Dezember 1959 wird das bulgarische Fernsehen feuerlich eröffnet.
Zweimal in der Woche wird für die 148 registrierten Fernsehgeräte
in Sofia ein bescheidenes Programm ausgestrahlt.
November 1959
Die skandinavischen Länder schliessen sich
zur "Nordvision" zusammen, um durch einen laufenden Programmaustausch
und gemeinsam geplante Sendungen ihr Repertoire zu bereichern.
7. Dezember 1959
Im Bundeshaus wird ein kleines Behelfs-Studio in
Betrieb genommen. Am 17. Dezember werden die Bundesratswahlen übertragen.
1959
Der prokommunistische Anti-Schah-Sender "Nacional
Voice of Iran" nimmt seine Sendungen auf.

1959
"NHK Tokio" führt ein zweites Fernsehprogramm
ein, das speziell auf Erziehung und Bildung ausgerichtet ist.
1959
In der Zentralafrikanischen Republik wird wöchentlich
ein fünfstündiges Radioprogramm mit einem 3-kW-Kurzwellensender
ausgestrahlt. Im folgenden Jahr wird in Bangui ein 250-Watt-Sender
(1570 kHz) und ein 4-kW-Kurzwellensender in Dienst genommen
1959
Die Deutsche Bundespost setzt, insbesondere um bei
hochwertigen Musikübertragungen die Geräuschfreiheit
von Tonleitungen zu erreichen, Kompander ein. Am Leitungsanfang
verringert ein Kompressor die Dynamik, am Leitungsende stellt ein
Expander die ur sprüngliche Dynamik wieder her.

1. Januar 1960
Der Mittelwellensender von "Radio Luxembourg" in
Marnach strahlt jetzt mit einer Leistung von 600 kW. 1968 wird
die Leistung auf 1200 kW verdoppelt.
1. März 1960
Die Wetterfrösche halten Einzug im deutschen
Fernsehen. Die zweiminütige Wetterkarte wird vom "Hessischen
Rundfunk" produziert und an Wochentagen nach der Tagesschau
ausgestrahlt.

1. April 1960
Die "Deutsche Welle" expandiert. Täglich
werden 45 Sendestunden in Weltrichtungen (bisher sechs) ausgestrahlt.
15. April 1960
Das erste deutschsprachige Programm von "Radio
Beijing" wird ausgestrahlt. Sechs Mitarbeiter gestalten täglich
eine halbstündige Sendung.
18. April 1960
Die Schwelle von 100 000 Fernsehkonzessionären
in der Schweiz ist erreicht.
29. April 1960
Die Versuchssendungen des albanischen Fernsehens
werden aufgenommen. Bis 1965 werden die zweistündigen Programme
an drei Tagen pro Woche ausgestrahlt. Erst 1979 wird zum täglichen
Sendebetrieb übergegangen.

6. Mai 1960
Nach verschiedenen Testsendungen im April auf 1620
kHz beginnt die erste Offshore-Station der Niederlande, "Radio
Veronica", mit dem offiziellen Programm. Die Sendungen werden
im Filmlaboratorium in Amsterdam aufgenommen und anschliessend
zum Sendeschiff "Borkum Riff", einem ehemaligen Leuchtschiff,
verfrachtet. Als Disc Jockeys werden Ellen van Eck, Max Groen und
Tony Vos verpflichtet.
Nach Angaben der niederländischen PTT störte der 1-kW-Sender
die Rettungsbrigade, was "Radio Veronica" bewog, die
Frequenz zu wechseln. Doch auch die neue Welle befriedigte nicht.
Seit dem 15. Mai 1960 wird daher auf 1562 kHz = 192 m gesendet.
Das kommerzielle Unterhaltungsprogramm findet grossen Anklang bei
der niederländischen Bevölkerung.
18. Mai 1960
Neues Rundfunkgesetz in Belgien. Von nun an gilt
die Bezeichnung "Belgische Radio en Televisie" (BRT)
für den flämischen Teil des Landes, und für die
französischsprachigen Landsleute heisst es "Radio Télévision
Belge" (RTB).
Mai 1960
Die "Central Intelligence Agency" (CIA" nimmt
einen 50-kW-Propagandasender in der Karibik in Betrien. Als "Radio
Swan" wird in Richtung Kuba gegen Fidel Castro stimmung gemacht.
1. Juni 1960
In der Bundesrepublik werden nur noch Fernsehgeräte
zugelassen, die den technischen VDE-Vorschriften entsprechen.

29. Juni 1960
Das neue Fernsehzentrum der "BBC" in Sheperd`s
Bush, London, wird nach zehnjähriger Bauzeit eröffnet.
5. Juli 1960
Die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" nennt
sich fortan gemäss Beschlusss der Generalversammlung "Schweizerische
Radio- und Fernsehgesellschaft" (SRG).
21. Juli 1960
In Zusammenarbeit mit der "Radio Corporation
of America" beginnt in Ägypten das Fernsehzeitalter.
Es wird die europäische Norm von 625 Zeilen verwendet. Für
das erste Programm kommt ein 10-kW-Sender auf Kanal 5 zum Einsatz,
die anderen zwei Programme (Je zwei kW) sind auf Kanal 7, beziehungsweise
Kanal 9 zu sehen.
23. Juli 1960
Fernsehstart in Syrien. Die Studios in Damaskus
werden von "RCA" eingerichtet.
25. Juli 1960
In Bonn wird die "Deutschland-Fernseh-GmbH" gegründet,
die das zweite Fernsehprogramm ausstrahlen soll. Das Bundesverfassungsgericht
in Karlsruhe stellt jedoch am 28. Februar 1961 fest, dass diese
Gründung verfassungswidrig sei. Die kaum geborene Gesellschaft
wird daraufhin liquidiert.
4. August 1960
Umwandlung der "Deutschen Generalvertretung
von Radio Luxembourg" in die "Produktions- und Werbegesellschaft
IPA für Fünk und Fernsehen mbH".
8. August 1960
Neue Bezeichnungen im Belgischen Rundfunk;
BRT (Belgische Radio + Televisie) löst NIR (Nationaal Instituut
voor Radio-Omroep) ab.

20. August 1960
Feierliche Einführung der regulären Fernsehsendungen
in Norwegen. Experimentelles Fernsehen wurde schon 1954 praktiziert.
1959 Anschluss an das Eurovisionsnetz.
1960
Die Programmzeitschriften der Bundesrepublik Deutschland
drucken keine DDR-Programme mehr ab, weil die Presse der DDR sich
weigert, Fernsehprogramme der BRD zu veröffentlichen.

1960
In Quito beginnt der Fernsehsender "Canal 4" zu
senden. Die Station gehört zu der "World Missionary Fellowship",
die auch Eigentümer des Radiosenders "La Voz de los Andes" ist.
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