1. Januar 1948
"Radio Norway International beginnt mit dem
Auslandsdienst auf Kurzwelle. Es wird zuerst nur in der Landessprache
und später auch in Englisch gesendet.
1. Januar 1948
Offizielle Inbetriebnahme des neuen 120-kW-Mittelwellensenders
von "Radio Monte Carlo".
1. Januar 1948
Durch die Verordnung 118 der britischen Militärregierung
wird der "Nordwestdeutsche Rundfunk" als Anstalt des öffentlichen
Rechts mit dem Hauptsitz in Hamburg errichtet und festgesetzt,
dass zukünftig der "Rundfunk in voller Unabhängigkeit
von Einflüssen des Staates und parteipolitischen Richtungen
betrieben" werden soll. Damit endet für den "NWDR" als
erster deutscher Rundfunkanstalt die Periode des Besatzungsrundfunks.
1. Februar 1948
Als erster nach dem Krieg beginnt "RIAS" Berlin
mit dem Werbefunk. Im August 1948 folgt "Radio Bremen",
im Sommer 1949 der "Bayerische Rundfunk", im März
1050 der "Süddeutsche Rundfunk" und am 1. Januar
1954 der "Hessische Rundfunk".

28. Februar 1948
Unter Leitung von Arno Cook strahlt "Radio
Schweden" erstmals die Sendung "Schweden ruft Dxer" (Informationen
für Kurzwellenhörer) aus.
1. März 1948
In Managua, der Hauptstadt von Nicaragua, gründet
Manuel Arana Valle den Sender "Radio Mundial". Wegen
Strommangels kann nur abends für vier Stunden gesendet werden.
7. März 1948
"Radio Bremen" sendet auf neuer Welle
- 569 m = 527 kHz.
18. März 1948
Das "Philips Experimentele Televisie" beginnt
in Eindhoven mit Fernsehsendungen. Dreimal in der Woche wird ein
Versuchsprogramm verbreitet, das in einigen hundert Haushaltungen
rund um das Firmengelände empfangen werden kann.
1. April 1948
"Philips" strahlt das erste offizielle
Fernsehprogramm aus. Drei Jahre lang wird jeden Dienstag, Donnerstag
und Samstag ab 20.30 Uhr ein mehrstündiges Programm für
die Region Eindhoven ausgestrahlt. Im Empfangsgebiet werden Fernsehgeräte
gratis abgegeben.

14. Mai 1948
Die "Stimme Israels" (Kol Israel) wird
gegründet. Als erste Sendung an diesem Tag überträgt
sie die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel durch
David Ben-Gurion live aus dem städtischen Museum in Tel Aviv.
Während der Belagerung Jerusalems im Unabhängigkeitskrieg
setzt "Kol Israel" die Sendungen in der Stadt fort; die "Stimme
Israels" reicht zu diesem Zeitpunkt allerdings nur wenige
Meilen westlich ausserhalb der Stadt.
4. Juni 1948
Der amerikanische Missionssender "Far East
Broadcasting Co." Nimmt in Manila den Betrieb auf. Der schwache
Mittelwellensender reicht kaum über die Grenzen der Philippinischen
Hauptstadt hinaus.
Von 1949 bis 1951 werden insgesamt 5 Kurzwellensender in Dienst
genommen.
11. Juni 1948
Einstündige Direktsendung des einzigen, zugleich über
ost- und westdeutsche Sender verbreiteten manuskriptlosen und unzensierten
politischen Streitgesprächs zwischen Vertretern des "NWDR" und
des Ostzonen-Rundfunks.
Juni 1948
Auf Initiative der niederländischen Firma Philips
erfolgt in Barcelona die erste öffentliche Fernsehvorführung
Spaniens.
18. Juli 1948
Die "US Office of War Information" übernimmt
den englischen Kurzwellensender "Woofferton" (60 kW)
und setzt ihn für die Verbreitung der "Voice of America" ein.

23. Juli 1948
Die US-Firmen "Westinghouse" und "Glenn-Martin" führen
den ersten erfolgreichen Versuch mit dem von Charles E. Nobels
entwickelten Stratovisions-Fernseh-Verfahren durch.
Ein mit Fernsehsender ausgestattetes Propellerflugzeug kreist in
etwa 10 000 Metern Höhe und verbreitet im Mikrowellenband
TV-Programme, die ihm aus dem Studio vom Erdboden aus zugestrahlt
werden. Das Flugzeug kann drei Stunden lang einen Umkreis von 600
bis 800 Kilometern Durchmesser mit mehreren Programmen versorgen.
Unterhalb des Rumpfes befindet sich eine grosse Sendeantenne, die
während des Fluges ausgeschoben wird.
Dieses System erweist sich bald als zu unsicher. Auch ist es für
gebirgige Gegenden ungeeignet, da hohe Bergen die Wellen zurückwerfen.
13. August 1948
Die Britische Militärregierung erlaubt dem "NWDR",
die Entwicklung des Fernsehens wiederaufzunehmen.
26. August 1948
Anlässlich der Schweizerischen Radioausstellung
(bis 31. August) werden im improvisierten Studio Hotel Sonnenberg
TV-Sendungen ausgestrahlt. Zwei UKW-Sender von je 100 Watt (einer
für Bild, der andere für Ton) senden das Programm vom
Hotel ins Kongresshaus in Zürich.

22. September 1948
Unter Vorsitz von Dr. Werner Nestel einigen sich
33 Vertreter der deutschen Fernsehtechnik in Hamburg auf die 625-Zeilen-Norm
für ein künftig wieder entstehendes deutsches Fernsehen.
Ebenfalls wird der Bau von zwölf UKW-Sendern beschlossen.
27. September 1948
"Radio Neuseeland" eröffnet offiziell
den Auslandsdienst. In der Nähe von Wellington befinden sich
die beiden 7-kW-Kurzwellensender (9540 und 11780 kHz). Die Testsendungen
begannen bereits am 11. August 1947. Bis 1958 wird das Programm
von anfänglich zwei auf neunzehn Stunden täglich erweitert.
1. Oktober 1948
In Herstedvester nimmt "Radio Denmark" den
neuen 50-kW-Kurzwellensender von "Standart Electrics" in
Betrieb. Dies ist die Geburtsstunde des "Danish Shortwave
Service" (regulärer Sendebetrieb). Wurde zu Beginn in
Dänisch, Englisch und später auch in Spanisch gesendet,
ist heutzutage der Kurzwellendienst nur in der Landessprache zu
empfangen.
30. Oktober 1948
Durch die Verordnung Nummer 187 der französischen
Militärregierung wird der "Südwestfunk" zu
einer Anstalt des öffentlichen Rechts unter deutscher Verwaltung.
Dezember 1948
In den USA sind 148 TV-Sender in Betrieb. Die Zahl
der Fernsehgeräte steigt von 944 000 (1948) auf 7 000 000
(1950).
1948
Der US-Medienkonzern "Columbia Broadcasting
System" (CBS) bringt die Langspielplatte (LP = Long playing)
auf den amerikanischen Markt. Mit 33 1/3 Umdrehungen in der Minute
wird die Spieldauer gegenüber den herkömmlichen 78er-Platten
wesentlich erhöht. Die neue Geschwindigkeit wird von "Decca" und
bald auch von den anderen Plattenfirmen übernommen.

25. Januar 1949
"Radio München", ein Sender der amerikanischen
Militärregierung, wird dem "Bayerischen Rundfunk" übergeben.
28. Januar 1949
Der amerikanische Militärgouverneur General
L. Clay übergibt den "Hessischen Rundfunk" in deutsche
Hände.
28. Februar 1949
Der "Bayerische Rundfunk" nimmt den ersten
frequenzmodulierten UKW-Sender der Bundesrepublik Deutschlands
in Betrieb. Mit 250 Watt strahlt der "Rhode & Schwarz" -
Sender mittels einer Drei-Element-Yagi-Antenne das Programm auf
90,1 MHz in Richtung München aus.

1. März 1949
Der "NWDR" eröffnet in der Pädagogischen
Hochschule Hannover einen 100-Watt UKW-Versuchssender auf 88,9
MHz.
11. April 1949
Über "Radio El Mundo" meldet sich
der "Servicio Internacional Radiofonico Argentina" (SIRA)
mit einem deutschsprachigen Programm aus Boenos Aires. "SIRA" benutzt
neben dem Sender "El Mundo (11880 kHz) auch die Stationen "Belgrano" und "Splendit" um
in sieben Sprachen die Arbeit der Péron-Regierung im Ausland
bekanntzumachen. Nach dem Staatsstreich wird "SIRA" im
September 1955 eingestellt.
30. April 1949
"Radio Stuttgart" ist jetzt auch auf UKW
zu hören.
April 1949
"Radio Bremen" fährt unter deutscher
Leitung fort.
20. Mai 1949
Der UKW-Sender Hamburg strahlt von nun an das volle
Programm des "NWDR" auf 89,6 MHz aus. Der 100-Watt-Sender
Marke Eigenbau wird am 15. Juli 1949 durch einen Sender gleicher
Leistung der Firma Lorenz abgelöst.
Noch im selben Jahr folgen Nürnberg und Kassel. Bis zur Einführung
des Kopenhager Wellenplans am 15. März 1950 sind ausserdem
die UKW-Sender Köln, Wendelstein, Würzburg und Feldberg
(Taurus) in Betrieb.

24. Mai 1949
Die Bundespost und der "NWDR" schliessen
ein Abkommen über die Kompetenzverteilung und die Form der
Zusammenarbeit hinsichtlich des Wiederaufbaus des deutschen Fernsehens.
Dem Vertrag zufolge ist es die Aufgabe des "NWDR", Studios
und TV-Sender für den Fernsehrundfunk zu bauen, Sache der
Bundespost, die Übertragungsleitungen zwischen den Studios
und den Sendern einzurichten und zu betreiben.
16. Juni 1949
Das vollständig reorganisierte Fernsehzentrum
in Moskau führt die modernen Standarts des mehrzeiligen elektronischen
Fernsehens auf Ultrakurzwelle ein.
Juni 1949
Der neue englische Mittelwellensender in Norwich
nimmt den Betrieb auf. Er strahlt das "Midlandprogramm" der "BBC" auf
1013 kHz mit 5 kW aus.
Juni 1949
Das dänische Fernsehen nimmt Versuchsweise
den Betrieb mit der 625-Zeilen-Norm auf. Der 100-Watt-Sender ist
in Kopenhagen stationiert.
4. Juli 1949
Mit einem täglichen dreistündigen Programm
in englischer und französischer Sprache meldet sich "Radio
Tahiti" (Rufzeichen "FZB 8") auf 12082 kHz. Ab 1950
ist der 600-Watt-Sender auf 9050 kHz zu hören.

22. Juli 1949
In Raszyn nimmt der polnische Rundfunk einen 200-kW-Langwellensender
in Betrieb. Der Sendemast von 335 Metern ist der höchste in
Europa.
22. Juli 1949
Die amerikanische Militärregierung gibt Radio
Stuttgart als "Süddeutscher Rundfunk - Anstalt des öffentlichen
Rechts" in deutsche Hände.
September 1949
Die "RAI" nimmt in Turin einen Fernsehsender
für Testzwecke in Betrieb. Sender und Studioeinrichtung sind
amerikanischer Herkunft. Gleichzeitig wird mit dem französischischen
Fernsehen zusammengearbeitet. Nach einer Testperiode von mehreren
Monaten wird das amerikanische System mit 625 Zeilen dem französischen
mit 819 Zeilen vorgezogen.
3. Oktober 1949
Einführung des zweiten polnischen Radioprogramms.
Oktober 1949
Trotz starker religiöser Widerstände -
technische Stimmenübertragung verfälscht die göttliche
Schöpfung - wird in Mekka der erste Sender Saudi-Arabiens
eingeschaltet (3-kW-Mittelwellensender).

18. November 1949
In der Schweiz wird der millionste Radiokonzessionär
registriert.
17. Dezember 1949
Den stärksten Fernsehsender der Welt nimmt
die "BBC" in Sutton Coldfield bei Birmingham in Betrieb.
Weitwere Sender in Southampton, Belfast, Aberdeen, Plymouth, am
Bristol-Kanal und im Nordosten der Inselrepublik sind vorgesehen.
Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen 80 Prozent der
britischen Bevölkerung Fernsehprogramme empfangen können.
1949
In Mexiko erhält Romulo O. Farrill, dem auch
die bedeutende Hörfunkstation "XEX" gehört,
die erste Fernsehkonzession. Im darauffolgenden Jahr geht der kommerzielle
Sender "Kanal 4" auf Sendung.
Weitere Konzessionen werden 1951 für "Kanal 2" an
Azcarraga und 1952 für "Kanal 5" an Gonzalez Camarena
erteilt. 1954/55 fusionieren die drei Kanäle und bilden so
die erste Fernsehkette, "Telesistema Mexicano" (TSM).
1949
Ein amerikanischer Arzt betreibt in Liberia eine
Amateurradiostation von zu Hause aus. Die Regierung zeigt interesse
und subventioniert das Radioprojekt, bis sie 10 Jahre später
die "Liberian Broadcasting Corporation" (LBC) gründet.

1949
In Deutschland ist ein drittel aller am Markt erhältlichen
Rundfunkempfänger mit einem UKW-Teil ausgerüstet.
1949
Der amerikanische Geschäftsmann, James Lindenburg,
Besitzer der "Bolinao Electronics Corporation" (BEC),
führt in bescheidenem Rahmen das Fernsehen auf den Philippinen
ein. 1953 übernimmt die Politikerfamilie Quirino die Mehrheitsanteile
von "BEC" und gründet die Station "DZAQ".
(Siehe auch 1953)

1. Januar 1950
Unter französischer Kontrolle beginnt "Radio
Vietnam" zu senden.
3. Januar 1950
Der "Bayerische Rundfunk" nimmt auf dem
1838 Meter hohen Wendelstein eine UKW-Bergstation in Betrieb. Punkt
13.30 Uhr wird der 1-kW-Sender Wendelstein (88,5 MHz) eingeschaltet.
Am 2. Februar 1950 folgt der 250-Watt-Sender Würzburg auf
87,7 MHz.

12. Februar 1950
In Torquay (England) wird die "Union Européenne
de Radiodiffusion" (UER), die an die Stelle der "Union
Internationale de Radiodiffusion" (UIR) tritt, gegründet.
Als Sitz wird Genf bestimmt. Zu Beginn gehören der "UER" Rundfunkanstalten
aus 21 Ländern als ordentliche Mitglieder an. Nach Kriegsende
ist innerhalb der "UIR" eine Spaltung eingetreten, die
schliesslich zum Austritt verschiedener Radioorganisationen (u.a.
der Ostblockländer) geführt hat.
17. Februar 1950
Der "Hessische Rundfunk" nimmt den 10-kW-Sender
Grosser Feldberg auf 95,7 MHz in Betrieb.
6. März 1950
Sendebeginn von "Ondas Portenas" in Venezuela.
Mit dem Rufzeichen "YVQN" wird die Frequenz 3335 kHz
mit 7.5 kW Leistung belegt.
11. März 1950
"Kol Zion Lagolah" (heute Kol Israel)
macht sich auf Kurzwelle 33,3 m in den Sprachen Jiddisch, Hebräisch,
Französich und Englisch bemerkbar.
15. März 1950
Mit Inkrafttreten des Kopenhagener Wellenplans besitzt
die Bundesrepublik Deutschland keine Exklusiv- und keine Langwellen
mehr (sogenannte deutsche Wellendemontage).

10. April 1950
Der Auslandsdienst der Vorlkrepublik China wird
auf sieben Sprachen ausgebaut.
1. Mai 1950
Mit "Springbok-Radio wird in Südafrika
landesweit ein kommerzieller Rundfunkdienst eingeführt.
13. Mai 1950
Anlässlich des fünften Jahrestages des
Demokratischen Rundfunks in der DDR, wird die erste UKW-Sendung
ausgestrahlt.
1. Juni 1950
In Japan tritt ein neues Rundfunkgesetz in Kraft.
Es dient als Grundlage des öffentlichrechtlichen, sowie des
privaten Rundfunks.
2. Juni 1950
Aus Haiti meldet sich zum ersten Mal "La Voix
Evangelique d`Haiti" mit einem französischen Programm
auf Kurzwelle. Das Studio in Vaudreuil, im nördlichen Teil
von Haiti, ist in einer Kirche der "East and West Indies Bible
Mission" untergebracht. Der 3-kW-Sender mit dem Rufzeichen "4
VEH" verbreitet das religiöse Programm auf 9690 kHz.
Ein spanischer dienst wird 1952 eingeführt, und ab 1953 wird
auch in Kreolisch und Englisch gesendet. Ein 10-kW-Kurzwellensender
wird ab 1961 eingesetzt.

9. Juli 1950
Die Intendanten der sechs deutschen Rundfunkanstalten
(NWDR, HR, SDR, BR, RB, und SWF) beschliessen, anstelle der bisher
losen Zusammenarbeit, die Bildung einer "Arbeitsgemeinschaft
der öffentlichrechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik
Deutschland" (ARD).
1. Juli 1950
Der "Südwestfunk Baden-Baden" nimmt
in Tübingen sein erstes Landesstudio in Betrieb. Das Landesstudio
Rheinland-Pfalz in Mainz ist am 1. April 1952 betriebsbereit.
4. Juli 1950
Der amerikanische Propagandasender "Radio Free
Europe" nimmt von Lampertheim aus seine Sendungen in Richtung
Tschechoslowakei auf. Im Einsatz ist ein mobiler 7,5 -kW-Sender.
9. Juli 1950
Nach der Gründung der "Jamaica Broadcasting
Company Ltd." Im November 1949, beginnt "Radio Jamaica" (Radio
Jamaica & Rediffusion / RJR) von St. Andrews aus in englischer
Sprache zu senden. Mitte der fünfziger Jahre ist die Station
auf Mittelwelle 560, 720 und 1180 kHz, sowie auf Kurzwelle 3360
und 4950 kHz zu empfangen.

12. Juli 1950
Das "NWDR"-Fernsehen sendet von Hamburg
aus das erste Testbild nach dem Krieg. Dr. Werner Nestel, technischer
Direktor, und zehn Fernsehspezialisten der früheren Reichspost-Fernsehgesellschaft,
stellen mit bescheidenen Mitteln eine Studioeinrichtung zusammen.
Aus den Trümmern der ehemaligen Fernsehstätte Berlin
werden Überresten von technischen Einrichtungen nach Hamburg
transportiert. Eine Superikonoskop-Kamera wird auf die 625-Zeilen-Norm
umgebaut und ein Filmabtaster für 35-mm-Kinofilm wird bereitgestellt.
21. Juli 1950
Der "Süddeutsche Rundfunk" beginnt
mit dem Zweiten Programm. Es wird allabendlich auf UKW ausgestrahlt.
24. Juli 1950
Die "CCIR"-Konferenz (CCIR: Comité Consultatif
International des Radiocommunications) in Genf setzt als technische
Grundlage für das europäische Fernsehen die "Gerber-Norm",
das heisst 625 Zeilen pro Bild, fest. Diese Norm wird nach dem
Vorsitzenden dieser Komitees und deren erfolgreichem Verfechter,
Dr. Walter Gerber, Fernsehexperte der Generaldirektion der schweizerischen
PTT, so benannt.
1. August 1950
Das Rundfunk- und Fernsehtechnische Institut in
Berlin-Adlerhof nimmt planmässig erste Sendeversuche mit Fernsehbild-
und Tonsignale auf.

1. August 1950
Der "NWDR" nimmt in Norden-Osterloog eine
neue Kurzwellenanlage in Betrieb. Die beiden Sender (20 kW und
0,4 kW sind ab 18. Dezember 1950 einsatzbereit) dienen hauptsächlich
der Versorgung der DDR mit dem "NWDR"-Programm.
6. August 1950
Der christliche Rundfunksender "Radio Cultural",
mit dem Rufzeichen "TGNA", nimmt in Guatemala den Betrieb
auf. Der Indikativ "TGNA" steht für "Transmitting
Good News Abroad" (wir senden gute Nachrichten). Gott aus
konfessionsübergreifender Sicht steht im Mittelpunkt aller
Sendungen. Das 50 Mitarbeiter zählende Personal fühlt
sich nicht einer bestimmten religiösen Richtung, sondern ausschliesslich
den Worten der Bibel und den Kirchen von Guatemala verpflichtet.
Zuerst wird nur auf Mittelwelle 720 kHz gesendet. Seit 1980 befinden
sich die Sendeanlagen auf dem Anacoche-Berg nahe der Hauptstadt.
Derzeit wird mit jeweils 10 kW auf 730, 3300 und 5955 kHz gesendet.
Auf UKW 100,7 MHz wird ein eigenständiges 2. Programm verbreitet.
18. August 1950
Nach elfjähriger Pause wird in Düsseldorf
die erste Nachkriegs-Funkausstellung eröffnet.
18. August 1950
Der "Bayerische Rundfunk" führt ein
2. Programm auf UKW ein.

27. August 1950
Die erste Fernsehübertragung zwischen zwei
Ländern über den Ärmelkanal hinweg kommt zustande.
Es ist eine unilaterale, das heisst eine nur in Grossbritannien
zu empfangende Sendung aus Calais.
10. September 1950
Offizieller Start des Fernsehens in Mexiko. Die
erste Fernsehkonzession erhielt Romulo O. Farrill, für die
Station "XHTV-TV" auf Kanal 4. Somit ist Mexiko das sechste
Land der Welt, das kommerzielles Fernsehen einführt.
25. September 1950
Das erste deutsche Versuchs-Fernsehprogramm nach
dem Krieg wird vom "NWDR"-Fernsehsender in Hamburg ausgestrahlt.
Das Studio ist in einem ehemaligen Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld
untergebracht.
26. September 1950
Die vom Eidg. Post- und Eisenbahndepartement eingesetzte
Kommission für Fernsehfragen tritt zum ersten Mal zusammen.
Sie hat den Zweck, die zuständigen Behörden in allen
Fragen technischer, organisatorischer und finanzieller Natur zu
beraten.
September 1950
In Seoul nimmt der "American Forces Korean
Network" (AFKN) den Programmdienst für die dort stationierten
amerikanischen Streitkräfte auf. 1958 kommt die Fernsehstation "AFKN-TV" dazu.

10. Oktober 1950
Die "FCC" lizenziert das elektronische
Farbfernsehsystem von "CBS". Seine Farbqualität
ist gut, doch es ist nicht mit Monochromempfänger kompatibel,
d.h., reguläre Schwarzweis-Geräte können aus dem
CBS-Farbfernsehsignal, das die dreifache Bandbreite eines normalen
TV-Signals beansprucht, kein brauchbares Bild reproduzieren. Im
Oktober 1951 müssen die Sendungen nach dem CBS-System wieder
eingestellt werden.
15. Oktober 1950
Der erste 100-Watt-UKW-Sender in der DDR nimmt in
Berlin den regelmässigen Testbetrieb auf.
10. November 1950
In Tokio beginnen regelmässige Fernsehtestsendungen.
15. November 1950
Anlässlich des Weltfriedens-Kongresses in Warschau
beginnt der polnische Rundfunk mit deutschsprachigen Sendungen.
Das täglich halbstündige Programm wird mit den Worten: "Hier
ist der Polnische Rundfunk, Warschau ...." angesagt. Die Bezeichnung "Radio
Polonia" wird erst im Juni 1980 eingeführt.
27. November 1950
Der "NWDR" startet mit dem ersten regelmässigen
Fernsehversuchsprogramm in Deutschland. Vorerst wird dreimal wöchentlich
gesendet. Im gleichen Jahr baut "Philips" in Krefeld
das erste Fernsehgeräte-Werk in Deutschland.

25. Januar 1951
Einweihung des 150-kW-Mittelwellensenders von "Radio
Luxembourg" in Anwesenheit von Grossherzogin Charlotte. 1958
wird die Sendeleistung verdoppelt. Wellenlänge: 208 m = 1439
kHz.
27. Februar 1951
Der Bundesrat stimmt dem Projekt für einen
Fernseh-Versuchsbetrieb in Zürich zu.
2. März 1951
Aus dem kleinen Fernsehstudio im Hochbunker überträgt
der "NWDR" das erste Fernsehspiel: Goethes "Vorspiel
auf dem Theater".
12. März 1951
Erster grosser Fernsehversuch in der Schweiz. Im
Radiostudio Lausanne werden auf Initiative der "Municipalité de
Lausanne", in Zusammenarbeit mit der "Ecole Polytéchnique",
Fernsehdemonstrationen durchgeführt. Insgesamt 104 Sendungen
werden bis zum 29 Juni 1951 ausgestrahlt. Die Firma "Phillips" stellt
in Holland entwickelte Apparaturen dem Radiostudio Lausanne gratis
zur Verfügung.
3. April 1951
In Kathmandu startet der Regierungssender "Radio
Nepal" mit 150 Watt Sendeleistung auf 1500 kHz (200 m).
April 1951
"Radio Villa Verde" beginnt als erste
kommerzielle Station in Macau mit 10 kW auf 735 kHz zu senden.
27. Mai 1951
Das "NWDR-Fernsehen" sendet die erste
Aussenübertragung. Auf dem Programm steht die Eröffnung
der Landwirtschaftsausstellung auf dem Heiligengeistfeld. Für
die Ausstrahlung wird ein 0,25-kW-Sender mit einer Frequenz im
Bereich des UKW-Rundfunks verwendet.
31. Mai 1951
Gründung der "Nederlandse Televisie Stichting" (NTS).
25. Juni 1951
Die erste kommerzielle Farbfernsehsendung startet "CBS" in
New York, Um 16.35 Uhr wird die "Ed Sullivan-Show" ausgestrahlt.
(Siehe auch 10. 10. 1950)
Bereits im Juni 1941 führte die "CBS"-Station "WCBW" kurzlebige
Farbfernsehsendungen mit dem 375-Zeilen-System durch.

2. Juli 1951
Von Marnach aus beginnt "Radio Luxembourg" mit
dem englischen Programm auf Mittelwelle 208 m zu senden. Das Studio
befindet sich in der Villa Louvigny in der Stadt Luxemburg. In
London wird ebenfalls ein Produktionsstudio und ein Büro eröffnet.
Die Langwelle wird von nun an dem französischen Dienst überlassen.
10. Juli 1951
Die Sendungen von "Philips Experimentele Televisie" in
Eindhoven werden eingestellt.
15. Juli 1951
In Berlin-Adlershof wird ein neues Rundfunkhaus
für Ost-Berlin fertiggestellt.
13. August 1951
Auf der Deutschen Industrie-Ausstellung in Berlin
werden die ersten öffentlichen Farbfernsehprogramme vorgeführt.
In einer verdunkelten Messehalle demonstriert die amerikanische "Columbia
Broadcasting System" (CBS) ein mechanischelektronisches System
mit rotierenden Scheiben vor Braunschen Röhren. Dieses Verfahren
mag die Experten nicht zu überzeugen.
August 1951
Durch den Hurrikan "Charlie" wird das
Studio von "Radio Jamaica" an der Seaview Avenue in St.
Andrew zerstört. Daraufhin wird das noch unvollständige
neue Studio an der Lyndhurst Road in Kingston bezogen.

1. September 1951
Nachdem im Frühjahr 16 private Gesellschaften
Lizenzen für Rundfunksendungen in Japan erhalten haben, nehmen
die ersten zwei Stationen in Osaka und Nagoya den kommerziellen
Betrieb auf.
3. September 1951
Der 0,25 kW-Sender auf dem Dach des Hochbunkers
auf dem Heiligengeistfeld wird durch einen 1-kW-Sender im Bereich
des Bandes 3 (174 bis 216 MHz), das dem Fernsehfunk international
zugewiesen worden ist, ersetzt.
1. Oktober 1951
In West-Berlin (englischer Sektor) wird der tägliche
Fernsehbetrieb aufgenommen. In der Bundesrepublik kann das Programm
aber wegen der nicht eben weitreichenden VHF-Wellen nicht empfangen
werden.
2. Oktober 1951
Die "Nederlandse Televisie Stichting" (NTS)
nimmt von Bussum aus den Fernsehdienst auf. In bescheidenem Rahmen
gestalten die Rundfunkgesellschaften ("AVRO" 5. Oktober, "VARA" 9.
Oktober, "NCRV" 12. Oktober, "KRO" 16. Oktober
und als Nachzügler der "VPRO" am 23. April 1952)
von nun an jeden Dienstag und Freitag ein eineinhalbstündiges
Programm. Das Studio "Irene" in Bussum ist in einer umgebauten
Kirche untergebracht. Über einen Richtstrahlsender gelangt
das Signal zum Hauptsender "Ijsselstein" (Lopik) und
zum "Philips"-Sender in Eindhoven.

6. Oktober 1951
Der 2-kW-Sender auf dem Dach des Gebäudes des
ehemaligen Reichspost-Zentralamtes in Berlin-Tempelhof wird durch
einen im Funkturm Berlin-Witzleben installierten 1-kW-Sender des "NWDR"-Fernsehens
ersetzt.
25. Oktober 1951
Erstmals nach dem Krieg wird auf der Industrieausstellung
in Berlin wieder deutsches Fernsehen öffentlich vorgeführt.
Der "Nordwestdeutsche Rundfunk" zeigt ein Fernsehstudio;
auf der "Fernsehstrasse" stellen 14 deutsche Produzenten
ihre TV-Empfänger aus, auf denen ein vom "NWDR" produziertes
Programm wiedergegeben wird. Die Bildschirme dieser Empfänger
haben einen Diagonaldurchmesser von nur 36 cm. Der "NWDR" zeigt
auf der Industrieausstellung auch seinen am 6. September von der
Fernseh-GmbH gelieferten Übertragungswagen mit drei Superikonoskop-Kameras
und zwei 35 mm-Filmabtastern.
Oktober 1951
Offizieller Fernsehstart auf experimenteller Basis
in Dänemark. 1948 baute "Philips" in Kopenhagen
einen Versuchssender mit 567 Zeilen. Im Juni 1949 begannen Testsendungen
mit 625 Zeilen. 1955 werden zwei 5-kW-Sender in Kopenhagen und
Odense dazugeschaltet.

Oktober 1951
Ungeachtet des Kopenhager Wellenplans, bei dem keiner
der vier Besatzungszonen ein Langwellensender zugeordnet wird,
nimmt in Oranienburg der nach Königs Wusterhausen (1946) zweite
Langwellensender im sowjetischen Sektor Deutschlands seinen Betrieb
auf. Da beide Sender in der Bundesrepublik weithin zut zu empfangen
sind, wird die Errichtung eines Langwellen-Rundfunksenders in der
Bundesrepublick damit besonders dringlich. Am 1. Oktober 1952 gelingt
es dem "NWDR" nach längeren Verhandlungen, die widerrufliche
Genehmigung der britischen Militärbehörde für die
Errichtung eines Senders auf der Frequenz 151 kHz am äussersten
unteren Ende des dem Rundfunk zugewiesenen Langwellenbereichs zu
erhalten.
25. November 1951
Erstes öffentliches Versuchsprogramm des Fernsehens
der Deutschen Demokratischen Republik. Am 13. Mai 1950 fasste die
Generalintendanz des DDR-Rundfunks den Beschluss, Fernseh-Versuchssendungen
aufzunehmen.
November 1951
Die Abteilung für industrielle Forschung in
der Schweiz nimmt einen kleinen Fernsehsender, die bereits vorhandene
Fernsehkamera, einen Filmabtaster und einen Diapositivabtaster
in Betrieb. Sie führt mit dieser Ausrüstung einerseits
Demonstrationen über das Heimfernsehen für verschiedene
Delegationen durch, und sendet andererseits Testbilder für
die gemeinsame schweizerische Fernsehempfängerindustrie "ALDEPA".

1951
In Tanganjika (seit 1964 Tansania) wird der Rundfunk
unter dem Namen "The Voice of Dar es Salaam" eingeführt.
Die "Voice of Dar es Salaam" besass eine alte Sendestelle
- erstanden zum Preis von 70 Englischen Pfund -, deren Antennen
zwischen Kokospalmen aufgehängt waren. Die Sendestelle bestand
aus einem bescheidenen Studio in einer Dachkammer mit zwei Mikrofonen,
einem Plattenspieler und einem Mischpult aus zweiter Hand. Das
Programm wurde über Kurzwelle drei Stunden wöchentlich
ausgestrahlt. Im Februar 1952 wurde ein 1,25-kW-Mittelwellensender
installiert und "The Voice of Dar es Salaam" begann ihr
Programm täglich eine Stunde auszustrahlen. Im Jahre 1955
erweiterte sich durch den Erwerb eines 20-kW-Kurzwellensender der
Empfangsbereich des Senders und sein Name wurde in "Tanganjika
Broadcasting Service" (TBS) geändert.Im selben Jahr wurden
in Dar es Salaam neue Studios errichtet. Obwohl der Empfang in
vielen Gegenden des Landes ausgesprochen schlecht war, erfreute
sich das Radio wachsender Beliebtheit. 1951/52 gab es ungefähr
1000 Radiogeräte im ganzen Land; 1955 war der Bedarf bereits
so gestiegen, dass über 40 000 Geräte importiert werden
mussten.
1951
Mit einem 0,5-kW-Sender startet "Radio Kuwait" auf
Kurzwelle. Ab 1952 wird mit einem 1-kW-Sender ein tägliches
Programm von dreieinhalb Stunden verbreitet.
Um auch ausserhalb der Landesgrenzen gehört zu werden, wurden
1960 vier weitere Sender in Dienst genommen. Zwei Kurzwellensender
mit je 10 kW Leistung, einer mit 50 kW sowie ein Mittelwellensender
mit 100 kW Leistung verschafften der Station nun auch in der arabischen
Welt gehör.

4. Januar 1952
Das "NWDR"-Fernsehen präsentiert
versuchsweise die erste Tagesschau.
1. Februar 1952
Die Auslandssendungen der "Nippon Hoso Kyokai" (NHK)
werden wieder aufgenommen.
Bereits vor dem Krieg hatte es Auslandssendungen aus Japan gegeben,
die unter der Bezeichnung "Radio Tokio" verbreitet wurden.
Dieser Dienst verstummte nach der Niederlage Japans am 10. September
1945.
6. Februar 1952
Werner Höfer startet mit seiner Journalistenrunde
- vorerst noch als Radio-Hearing - im Nordwestdeutschen Rundfunk.
Seit dem 30. August 1953 werden 1874 Folgen des "Internationalen
Frühschoppens" als Fernsehsendung ausgestrahlt. Ende
1987 wird die Sendung vom Programm gestrichen, nachdem der "Spiegel" Werner
Höfers NS-Vergangenheit aufdeckte. In seinem "Spiegel"-Artikel "Tod
eines Pianisten" wies Harald Wieser nach, dass Höfer
als junger Feuilletonist NS-Tiraden verfasst hatte, deren schlimmste
1943 die Hinrichtung des unschuldigen Pianisten Karlrobert Kreiten
gerechtfertigt hatte. Der Vorwurf "Schreibtischtäter" sorgte
für Höfers jähes journalistisches Ende.
28. Februar 1952
Das Eidg. Post- und Eisenbahndepartement erteilt
der "SRG" eine provisorische Konzession für den
Fernsehprogrammdienst, die auf den 1. März in Kraft tritt.
29. Februar 1952
Auf dem Turm des alten Stadthauses in Berlin-Mitte
wird ein 100-Watt Bildsender in Betrieb genommen.

2. März 1952
Die Basler Stimmbürger verwerfen einen Kredit
von 55 000 franken für einen Basler Fernseh-Versuchsbetrieb.
2. März 1952
Der UKW-Sender "Münster-Land" des "Westdeutschen
Rundfunks" auf den Baumbergen nimmt seinen Betrieb auf. Der
Mast hat eine Höhe von 113 Metern. Das Programm "UKW-West" wird
auf der Frequenz 92,1 MHz mit einer Strahlungsleistung von 15 kW
abgestrahlt.
10. März 1952
Der Zürcher Kantonsrat billigt dem Fernseh-Versuchsbetrieb
in Zürich einen Betrag von 100 000 Franken zu.
1. April 1952
Mit 250 Watt Sendeleistung meldet sich "Radio
Nepal" jetzt auch auf der Kurzwelle (7100 kHz).
17. April 1952
Die Bundesrepublick Deutschland wird als Mitglied
der "Union der Europäischen Rundfunkorganisationen" (UER)
aufgenommen.

19. April 1952
Die Radio-Genossenschaft Basel führt, inspiriert
vom ersten grösseren schweizerischen Fernsehversuch in Lausanne,
im Rahmen der Basler Mustermesse eigene Fernsehdemonstrationen
durch. Das Studio befindet sich in Münchenstein. Als Standort
der Sendeanlage wird der Aussichtsturm auf dem 765 m hohen Gempen
bestimmt. Von Münchenstein aus wird eine Richtstrahlverbindung
hergestellt. Bis zum 29. April wird tagsüber jede halbe Stunde
ein Programm ausgestrahlt, das in einem Festzelt an der Mustermesse über
33 Bildschirme flimmert.
17. Mai 1952
Mit der Absicht, Werbesendungen auszustrahlen, gründet
Frédèric Billman die "Saarländische Fernseh
AG". Hauptaktionäre sind Prinz Rainer III. von Monaco
und Charles Michelson. Für ihre Holdinggesellschaft "Images
et Sons", die zur Umgehung des französischen Staatsmonopols
und des Verbots von Werbesendungen in Frankreich ihr Programm von
Monaco und Andorra aus senden, suchen sie einen weiteren Standort.
18. Mai 1952
In Münchenstein (Baselland) findet nach Lausanne
der zweite schweizerische Fernseh-Versuchsbetrieb statt. An drei
Tagen pro Woche strahlt der Fernsehsender auf dem Gempen das von
der Radio-Genossenschaft Basel realisierte Versuchsprogramm aus.
Total werden acht verschiedene Programme im Studio Münchenstein
zusammengestellt und jedes mehrmals ausgestrahlt. In 24 "Fernsehstuben" in
Basel und Umgebung kann das Programm bis zum 12 Juli gesehen werden.
Programmdirektor ist Heiner Gautschy.

28. Mai 1952
Die "Union Internationale des Télécommunications" (UTI)
hält in Stockholm bis zum 30. Juni eine europäische Wellenverteilungskonferenz
ab, an der Delegationen aus 31 Ländern teilnehmen. Die Konferenz
erarbeitet einen Desamtplan für 633 Fernsehstationen und 2075
UKW-Radiosender in Europa. Im weiteren entscheiden sich neun europäische
Länder für die 625-Zeilen-Bildnorm.
4. Juni 1952
Nach Fertigstellung einer stabilen Richrfunkverbindung
zwischen dem Sendezentrum in Berlin-Adlershof und dem Stadthausturm
im Zentrum Berlins, beginnen die Fernseh-Probesendungen für
die öffentliche Programmtätigkeit in der DDR. Es wird
täglich ein ein- bis eineinhalbstündiges Programm aus
Wort- und Standfotonachrichten und Kinofilmen gesendet.
In Betriebs- und Wohngebietsklubs in Berlin werden ab dem 29. Juli
1952 Fernsehgeräte aufgestellt. Der öffentliche Verkauf
von Fernsehgeräten Typ "Leningrad T 2") beginnt
am 16. November 1952.
20. Juni 1952
Auf Vorschlag der Generaldirektion stimmt der Zentralvorstand
der "SRG" der Integration des Fernsehen in den Schweizerischen
Rundfunk zu. Das Studio "Bellerive" - die ehemalige Tennishalle
des gleichnamigen Hotels - wird als TV-Produktionsstätte auf
den 1. März 1953 gemietet.

6. Juli 1952
Inbetriebnahme der Mittelwellen-Sendeanlage Berlin-Köpenick.
Sender 1 (250 kW) verbreitet anfangs die "Stimme der DDR" auf
1358 bez. 1359 kHz. Später wird auch das Programm von "Radio
Berlin International" ab 19 Uhr übernommen. Sender 2
(250 kW) überträgt das Programm des "Berliner Rundfunks" anfangs
auf 728 kHz, später auf 693 kHz.
12. Juli 1952
Nach rund 50 Sendestunden wird der Fernseh-Versuchsbetrieb
von der Radio-Genossenschaft Basel aus finanziellen Gründen
abgebrochen.
11. August 1952
"Radio Tirana", der albanische Auslandsdienst,
beginnt mit der regelmässigen Ausstrahlung eines deutschsprachigen
Programms.
1. September 1952
Reform der Rundfunkorganisation der Deutschen Demokratischen
Republik nach sowjetischem Vorbild. Ein staatliches Rundfunkkomitee übernimmt
die zentrale Leitung der Studios in der DDR.
10. September 1952
Die Fernsehübertragungsstrecke Berlin-Hamburg
wird versuchsweise in Betrieb genommen. Sendestärke von Berlin:
1 kW - Hamburg: 10 kW.

12. September 1952
Inbetriebnahme des Fernsehsenders Langenberg. Sendestärke:
10 kW.
September 1952
Der "Solomon Islands Broadcasting Service" nimmt
in Honiara den Sendebetrieb an sechs Wochentagen auf. Die Station "VQO" sendet
mit 400 Watt auf 1030 kHz. Nach einer Testphase beginnt ab Oktober
1955 der 100-Watt-Kurzwellensender "VQO 2" täglich
auf 5960 kHz zu senden. Ein neues, grösseres Studiokomplex
wird am 5. Januar 1959 bezogen.
1. Oktober 1952
Die Radiokommission der Alliierten Hohen Kommission
gibt dem "NWDR" die Erlaubnis, Versuchssendungen auf
Langwelle auszustrahlen.
Oktober 1952
Der erste schweizerische UKW-Sender wird in Betrieb
genommen. Der 3-kW-Sender auf dem St. Anton (Appenzell-Innerrhoden)
strahlt auf 94,8 MHz das deutschsprachige Programm der "SRG" aus.
Von 1948 bis 1951 führte die PTT bereits UKW-Versuchssendungen
durch.
24 November 1952
In Venezuela beginnt das Fernsehzeitalter. Der erste
Fernsehsender, "Televisora Nacional" (Canal 5) gehört
dem Staat und befindet sich in Caracas.

21. Dezember 1952
Der Rundfunk in der DDR beginnt mit dem offiziellen
Fernseh-Versuchsprogramm nach der 625-Zeilen-Norm in Berlin-Adlershof.
Premiere der "Aktuellen Kamera", moderiert von Herbert
Köfer.
24. Dezember 1952
Zum ersten Mal nach dem Krieg wird ein Kurzwellenprogramm
aus Deutschland gesendet. Über die Sendeanlage in Norden-Osterloog
verbreitet der "NWDR" regelmässige Versuchssendungen
in verschiedenen Himmelsrichtungen nach Übersee.
25. Dezember 1952
Punkt 20 Uhr eröffnet der erste Intendant des "NWDR",
Dr. Werner Pleister, und der technische Leiter der Sendeanstalt,
Dr. Werner Nestel, das deutsche Fernsehprogramm. Täglich wird
von 20 bis 22 Uhr im Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld ein bescheidenes
Programm Produziert. Unter 60 Bewerberinnen wird Irene Koss, Schauspielerin
am Flensburger Theater, als erste Programmansagerin vom "NWDR" engagiert.
Im laufe des Jahres hat der "NWDR" ausser den Sendern
in Hamburg und Berlin TV-Sender in weiteren Schwerpunkten seines
Sendebereichs in Betrieb genommen: in Langenberg am 12. September,
in Hannover am 21. Dezember, in Köln am 25. Dezember. Der
1-kW-Sender auf dem Bunker in Hamburg ist schon am 1. Februar 1952
durch einen 10-kW-Sender in Hamburg-Billwerder abgelöst worden.
In dieser ersten deutschen Fernsehwoche (25. - 31. Dezember 1952)
läuft das Programm allerdings noch in drei verschiedenen Fassungen
von Hamburg, Berlin und Köln aus, weil die Richtfunkstrecken
noch nicht fertiggestellt sind.

26. Dezember 1952
Die erste "Tagesschau" des deutschen Fernsehens
berichtet von Eisenhowers Rückkehr aus Korea, dem Richtfest
für das Hamburger Fernsehstudio, der Eisrevue Baier und dem
Fussball-Länderspiel Deutschland-Jugoslawien.
1952
In Argentinien wird das Fernsehen eingeführt.
Die Station "Cabnal 7 de Televisiòn" operiert
von der Hauptstadt Boenos Aires aus. Heute ist der Sender als "Argentina
Televisora Color" (ATC) bekannt.

1. Januar 1953
Die Richtfunkstrecke Hamburg-Köln, die über
Hannover und Langenberg führt, geht in Betrieb, womit das
Gemeinschaftsprogramm der drei "NWDR"-Fernsehstudios
beginnen kann.
18. Januar 1953
Der "NWDR" beginnt mit Versuchssendungen
auf Langwelle. Der Deutsche Langwellensender nimmt die erste technische
Versuchssendung auf. Der für die Langwellenfrequenz 151 kHz
umgebaute Mittelwellensender ist identisch mit dem Reichssender
Hamburg aus dem Jahre 1934.

27. Januar 1953
Der Zentralvorstand der "SRG" wählt
den Vizedirektor des Kurzwellendienstes, Eduard Haas, zum Leiter
des Fernsehdienstes.
30. Januar 1953
Fortsetzung des Fernsehbetriebs der "Nippon
Hoso Kyokai" (NHK). Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es
in Japan Fernsehversuche.
Januar 1953
In Polen wird das erste reguläre Fernsehprogramm
ausgestrahlt.
1. März 1953
Beginn der technischen Einrichtung des "Studios
Bellerive" in Zürich. Die Ausrüstung ist auf ein
absolutes Minimum beschränkt: drei Kameras und ein Filmabtaster.
Ein Team von 26 Mitarbeitern setzt alles daran, den in einigen
Wochen in Aussicht genommenen Beginn der Versuchsphase zu ermöglichen.
1. März 1953
"Radio Liberation" (ab Dezember 1963 "Radio
Liberty"), ein in Deutschland stationierter amerikanischer
Propagandasender, nimmt von Lampertheim aus die Sendungen in russischer
Sprache auf. Bereits nach zehn Minuten wird das Programm von einem
sowjetischen Störsender "gejammt".

7. März 1953
Mit der Ansage: "Ici Radio Cotonou", meldet
sich in Benin die erste offizielle Rundfunkstation. Studio und
Sender sind im Postgebäude von Cotonou untergebracht. Zu empfangen
ist die Station auf 1484 kHz (1-kW) und auf 7315 kHz (250 Watt).
Die fünf Mitarbeiter von "Radio Cotonou" gestalten
täglich ein 11/2 stündiges Programm in französischer
und englischer Sprache.
1961 wird ein 30-kW-Kurzwellensender in Dienst genommen. Die ersten
zwei 500-Watt-UKW-Sender in Cotonou werden im Jahre 1973 dazugeschaltet
(92,2 und 95,5 MHz).
27. März 1953
In Hannover wird der Fernsehgrundvertrag aller westdeutschen
Rundfunkanstalten abgeschlossen. Insbesondere werden in diesem
Abkommen die Programmanteile der einzelnen Studios geregelt.
1. Mai 1953
Mit einer Reportage über die am Vormittag stattgefundenen
Feierlichkeiten anlässlich des 1. Mai, findet in der Tschechoslowakei
die Fernsehpremiere statt. Vorerst werden nur drei Stunden pro
Woche ausgestrahlt. Erst ab dem 25. Februar 1954 erhält das
Fernsehen einen planmässigen und regelmässigen Charakter.
Bis 1956, als andere Sender in Ostrava und Bratislava den Betrieb
aufnahmen, wurde Fernsehen nur in Prag und Umgebung veranstaltet.

3. Mai 1953
Die "Deutsche Welle", die bereits im August
1929 in Gestalt des Weltrundfunksenders Königs Wusterhausen
ihren Programmdienst offiziell aufnahm und 1945 mit dem Zusammenbruch
Deutschlands endete, nimmt - nun von Osterloog ausstrahlend - ihre
Tätigkeit wieder auf. Das Programm wird von Bundespräsident
Theodor Heuss eröffnet.
8. Mai 1953
Der "NWDR" beginnt in Hamburg mit täglichen
Versuchssendungen über einen provisorischen Langwellen-Rundfunksender,
dessen Leistung auf 20 kW beschränkt wird. Ausserdem wird
die Ausstrahlung in Richtung auf die frequenzbenachbarten Rundfunksender
Tromsö (Norwegen) und Brasov (Rumänien) beide auf 155
kHz, ausgeblendet, um Störungen in den Empfangsbereichen dieser
Sender zu vermeiden. Der provisorische Hamburger Sender strahlt
bis zum 1. Mai 1956 täglich in den Abendstunden ein Versuchsprogramm
aus, das aus dem Abspielen von Bändern mit Unterhaltungsmusik
besteht. Er ist in Norddeutschland und auch in der DDR noch in
Entfernung bis zu 500 km zu empfangen.
25. Mai 1953
Die "Educational Television", 1952 als
nichtkommerzielle Einrichtung gegründet, etabliert sich in
den USA. Als erste von 242 Stationen strahlt "KUHT" in
Houston ein werbefreies Bildungs- und Kulturprogramm aus. "Public
Television", wie es auch genannt wird, finanziert sich aus
staatlichen Geldern, Spenden und Beiträgen des Publikums sowie
Sponsoring (Industrieunternehmen finanzieren unter Namensnennung
bestimmte Sendungen). Der "Public Television Service" ist
das Bindeglied der einzelnen lokalen Stationen und fungiert seit
1973 als Mitgliederorganisation.

29. Mai 1953
Der Fernsehsender Feldberg des "Hessischen
Rundfunks" wird eingeschaltet.
1. Juni 1953
Erste experimentelle Sendung des TV-Senders Üetliberg
bei Zürich.
2. Juni 1953
Die Festlichkeiten anlässlich der Krönung
Elizabeths II. von England werden für die Fernsehteilnehmer
in England, Frankreich, Holland und der Bundesrepublik Deutschland
ausgestrahlt. Eigens hierfür stellte das "Philips"-Unternehmen
eine Art erster Eurovisions-Übertragungseinrichtung, verbunden
mit Normalumwandler und vielen, teilweise mobilen Relaisstationen
zusammen. In gewissem Sinne kann diese Veranstaltung als die erste "Eurovision" betrachtet
werden.
2. Juni 1953
Der Fernsehsender Weinbiet bei Neustadt und der
Umsetzer Baden-Baden decken von nun an das Gebiet des "Südwestfunks" ab.
4. Juli 1953
Der ägyptische Propagandasender "Voice
of the Arabs" nimmt den Betrieb auf. Gamal Abdel Nasser ist
die führende Kraft hinter dem Sender.

20. Juli 1953
Das Schweizer Fernsehen nimmt den Versuchsbetrieb
aus dem "Studio Bellerive" auf. Die wöchentliche
Sendezeit beträgt drei Stunden: Montag, Mittwoch und Freitag
von 20.30 bis 21.30 Uhr. Die PTT stellt das technische Personal
zur Verfügung.
15. August 1953
Aus Südkorea meldet sich "The Voice of
free Korea". Gleichzeitig nimmt von Nordkorea aus operierend "Radio
Pyöyang" den Sendebetrieb auf.
18. August 1953
Der Missionssender "HCJB" in Quito, Equador,
führt ein deutschsprachiges Programm ein.
29. August 1953
Die erste "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens
wird ausgestrahlt. Sie enthält zwei Beiträge: eine Reportage über
die Eröffnung des Flughafensenders Kloten und einen Filmbericht
von der Radweltmeisterschaft auf der Rennbahn Oerlikon.
30. August 1953
Werner Höfer beginnt beim "ARD"-Fernsehen
mit der Politsendung "Internationaler Frühschoppen".
Sechs Journalisten aus fünf Ländern nehmen zu einem aktuellen
Thema Stellung.

6. September 1953
Anlässlich der Wiener Herbstmesse (bis 14.
9.) finden in Österreich die ersten UKW-Versuchssendungen
statt. Um 9 Uhr melden sich sowohl der UKW-Sender auf der Stephaniewarte
(Wien-Kalenberg) wie auch der UKW-Sender des Funkhauses Klagenfurt
mit dem einleitenden Motiv aus Schuberts h-Moll-Symphonie (Die "Unvollendete")
und der Ansage: "Hier ist Radio Österreich".
8. September 1953
Bei der Zusammenkunft der Programmdirektoren der
Fernseh-Länder Europas in London werden die Möglichkeiten
der Eurovisions-Zusammenarbeit diskutiert.
16. September 1953
"Radio Tirana" stellt den deutschsprachigen
Dienst ein. Elf Jahre später wird zum zweiten Mal ein deutschsprachiges
Programm aus Albanien gesendet.
16. September 1953
Der "NWDR" nimmt in Hamburg.Lokstedt ein
neues Fernsehstudio in Betrieb. Den Kern bilden das Studiogebäude,
das vier Studios für elektronische Produktionen enthält:
ein Studio mit 400 Quadratmetern Grundfläche, zwei Studios
mit je 200 Quadratmetern und ein kleines Studio für die Nachrichtensprecher.

September 1953
In Tokio beginnt die zweite Fernsehstation "Nihon
Television" als kommerzielles Unternehmen zu senden.
4. Oktober 1953
Auf Zypern nimmt die erste offizielle Radiostation
den Betrieb auf. Der sog. Rundfunkdienst Zypern "Cyprus Broadcasting
Service" (CBS), sendet auf 606 und 692 kHz mit 10 kW.
20. Oktober 1953
Edward R. Murrow präsentiert in seiner wöchentlichen "CBS"-Sendung "see
it now" den Zuschauern den Fall des Leutnants Milo Radulovich,
der wegen angeblicher Verbindung zu den Kommunisten seines Postens
bei der Luftwaffe enthoben worden ist. Zwei Wochen nach der Fernsehsendung,
in der Radulovich, Reporter und Zeugen befragt worden sind, beruft
der Luftwaffenminister Harold E. Talbot eine Pressekonferenz ein
und erklärt, dass Radulovich wieder in seine alte Dienststellung
berufen werde. Der Fall zeigt, wie früh das Fernsehen seine
bildende Kraft hinsichtlich der öffentlichen Meinung entfaltet
und ausübt.
31. Oktober 1953
Nach einer Phase des Experimentierens wird in Belgien
das Fernsehen eingeführt. (zwölf Stunden pro Woche).
Nach jahrelangen Streitigkeiten über die Zeilenzahl ( 819
in Frankreich und 625 in Deutschland) einigt man sich, die Fernsehapparate
mit beiden Bildnormen zu versehen. Die Wallonen sehen 819- und
die Flamen 625zeilig fern.

Oktober 1953
Die "Radiotelevisione Italiana" (RAI)
führt ein drittes, vorwiegend kulturelles Radioprogramm ein.
Das dritte Programm hat die Aufgabe, ein hohes Kulturniveau auch
ausserhalb der Universität zu verbreiten. Dabei soll eine
möglichst grosse Hörerzahl angesprochen werden.
November 1953
Die Programme von Radio Wien werden der Besatzungsmacht
nicht mehr zur Zensur vorgelegt.
23. November 1953
Eröffnung des offiziellen Fernseh-Versuchsbetriebs
im "Studio Bellerive". Vom 23. bis 29. November wird
eine Fernsehwoche mit täglichen Fernsehdarbietungen von einer
Stunde Dauer durchgeführt. Von da an kommen in der Woche an
fünf Abenden einstündige Fernsehprogramme zur Ausstrahlung.
20. Dezember 1953
Als 100. UKW-Sender in der Bundesrepublik nimmt
der "Südwestfunk" den Sender Wolfheim in Betrieb.
23. Dezember 1953
Die "Saarländische Fernseh AG" strahlt
als "Telesaar" ein deutsch-französisches Programm
mit der 819-Zeilen-Norm aus. Der 100-Watt-Sender steht auf dem
Eschberg. In einem bescheidenen Studio stehen drei elektronische
Kameras und zwei Filmabtaster zur Verfügung. 35 Mitarbeiter
produzieren für die 700 Fernsehkonzessionäre im Saarland
ein bescheidenes Programm mit einer synchronisierten Tagesschau
aus Paris, Live-Kommentare sowie eingekauften Spielfilmen. Deutsche
Werbesendungen werden erst seit Januar 1958 ins Programm eingestreut.

Dezember 1953
In der Schweiz sind 920 Fernsehteilnehmer registriert.
1953
Auf den Solomon Inseln nimmt die Station "VQO" in
Honiara den Sendebetrieb auf. Von 7 bis 8 Uhr wird täglich
auf 1030 kHz ein Programm ausgestrahlt. 1956 überträgt
der Kurzwellensender "VQO 2" das Mittelwellenprogramm
mit 100 Watt auf 5960 kHz.

1953
Auf den Philippinen nimmt die Fernsehstation "DZAQ" (Kanal
3 in Manila) den Betrieb auf. Die Familie Quirino, der eine Kette
von Radiostationen gehört, richtet den Fernsehkanal "DZAQ" als
Propagandainstrument ein, um die Wiederwahl des Präsidenten
Elpidio Quirino zu unterstützen. Mit Hilfe von der Radio
Corporation of America wird der Sender ausgestattet und das Personal
ausgebildet. Fernsehempfänger werden in Restaurants, Hotels,
Krankenhäuser, auf Kirchplätzen und anderen öffentlichen
Plätzen installiert um die Wahlpropaganda zusammen mit musikalischen
Unterhaltungsprogrammen überall auszustrahlen. Allerdings
verhilft diese Aktion Präsident Quirino nicht zu seiner
Wiederwahl, er verliert gegen den charismatischen Ramon Magsaysay.
Die tägliche Sendezeit von 18 bis 22 Uhr wird hauptsächlich
mit amerikanischen Showaufzeichnungen, Western und lokal produzierte
Musiksendungen, Showspiele und Nachrichtenprogramme gefüllt.
Dank lokaler Fernsehproduktionsunternehmen wie Radiowealth, Carlso
und Rehco konnten sich in laufe der Zeit viele Haushalte ein Fernsehgerät
leisten.
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