9. Januar 1941
"CBS" demonstriert in New York City erstmals öffentlich
Direktaufnahmen (Aufnahmen ohne künstliche Lichtzufuhr) in
Farbe. Die Live-Bilder werden von den "CBS"-Labors über
Kabel zum neuen Studiogebäude, welches sich einige Häuserblocks
entfernt befindet, gesendet.
Januar 1941
In den USA sind 743 Mittelwellensender und 9 experimentelle
UKW-Sender im Äther.
30. April 1941
Die neue Fernsehnorm wird in den USA eingeführt.
Als erste Station führt "WTMJ-TV" in Milwaukee die
525-Zeilen-Norm bei 30 Bildern pro Sekunde ein.
1. Mai 1941
"NBC" demonstriert sein Farb-TV-System
der Presse. Es ähnelt stark dem "CBS"-System. Am
Sender und am Empfänger werden Drei-Farben-Scheiben eingesetzt.

28. Mai 1941
Der Gouverneur von Macau eröffnet offiziell
den Auslandsdienst der Kurzwellenstation "CRY 9". Mit
250 Watt wird im 49-m-Band gesendet. Erste Testsendungen aus dem
Postgebäude fanden am 22. April des gleichen Jahres statt.
1. Juni 1941
Alle deutschen Rundfunkzeitschriften stellen das
Erscheinen ein.
Juni 1941
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo nimmt das "Radio
freies und unabhängiges Bulgarien" seinen Sendebetrieb
auf. Der Sender wird finanziell von den Engländern unterstützt
und ruft die bulgarische Bevölkerung immer wieder zum Widerstand
gegen das herrschende Regime auf.
Juni 1941
Der mexikanische Sender "Vil la Acuna Xera" wird wegen
illegaler politischer Tätigkeit von der Regierung geschlossen.
1. Juli 1941
In den USA beginnt der kommerzielle TV-Betrieb.
Rund 22 Stationen, so wird erwartet, sollen Ausstrahlungen durchführen.
Nur der Sender "WNBT" (NBC) in New York sendet zunächst
bezahlte Programme. Diese umfassen eine Testbild-Uhr mit dem Logo
der Bulova Watch, eine Nachrichtensendung, die von Sun Oil gesponsort
wird, eine TV-Version einer Radio-Show für Lever-Bros. und
eine Quiz-Show für Proctor and Gamble. Der Sender überträgt
auch (ungesponsort) ein Baseballmatch zwischen den Dodgers und
den Phillies und strahlt abends ein weiteres Programm aus. "CBS" (auf
dem Sender "WCBW") überträgt eine Tanzlektion
und abends eine Sendung von einer Kunstausstellung. DuMont (auf "W2XWV") überträgt
sowohl Live-Aufnahmen als auch Filmprogramme am Abend. Mit weniger
als 4000 Empfangsgeräte (die richtige Zahl liegt wohl eher
näher bei 2000) im Grossraum New York ist gesponsortes Fernsehen
nicht unbedingt rentabel. "CBS" kündigt seinen kommerziellen
Start für den September 1941 an.

1. Juli 1941
Von nun an verbreiten die Fernsehstationen von "CBS" und "NBC" in
New York täglich 15 Minuten Nachrichten. Bei "WNTB" (NBC)
kommentiert Lowel Thomas.
11. August 1941
Frankreich verbreitet - unter deutscher Kontrolle
- wieder Kurzwellensendungen.
17. September 1941
Die ersten Todesurteile wegen Abhörens von
Feindsendungen werden in Deutschland ausgesprochen.
3. Dezember 1941
Die "New China Radio Station" in Japan
in der Provinz Chan Si, im Nordwesten des Landes, nimmt ein Propaganda-Programm
in japanischer Sprache auf. Der Sender mit dem Rufzeichen "XCNR" ist
auf ca. 12245 kHz aktiv (50kW-"RCA"-Sender).
1941
Nach dem Rückkehr Haile Selassies in sein Königreich,
beginnt "Radio Ethiopia" wieder zu senden. Sieben Mitarbeiter
gestalten täglich das vierstündige Programm in den Sprachen
Amharic, Englisch und Französisch.

1941
Im französischen Sektor von Kamerun, in der
Hafenstadt Douala, wird ein 150-Watt-Sender in Betrieb genommen.
Die Station wird von den Hörern mit Schallplatten und Programm-Material
beliefert, weil dem Sender dafür schlicht das Geld fehlt.
1941
Die Einführung der Zweispurtechnik beim Magnettonverfahren
ermöglicht es, das Signal des linken und rechten Mikrophons
einer stereophonischen Konzertaufnahme auf demselben Tonband (Stereotonband)
aufzuzeichnen und damit einen synchronen Ablauf sicherzustellen.

24. Februar 1942
Über gemietete Kurzwellensender von "NBC" und "CBS" macht
sich die "Voice of America", der amerikanische Auslandsdienst,
zum ersten Mal bemerkbar.
16. März 1942
Mit einem Grundkapital von 10 Millionen französischen
Franken wird die deutsch-französische Rundfunk-Gesellschaft "Société Radio
Monte Carlo" gegründet.
28. März 1942
In Singapore eröffnet die japanische
Besatzung die Station Radio Shonan. Am 3. Februar 1945 werden
die Sendungen wieder eingestellt. Nach sechs Monaten Sendepause
nehmen die Briten die Sendeanlage wieder in Betrieb.
März 1942
Auf der Insel Palau im westlichen Pazifik eröffnen
die Japaner einen Rundfunkdienst. Die 10-kW-Station sendet ein
japanisches Programm im 25- und 31-m-Band. Zwei Jahre später
gesellt sich die Station "WVTW" (1400 kHz - 250 Watt)
dazu.

11. Mai 1942
In Honolulu (Hawai) meldet sich auf 227,1 m die
Station "KDWX" mit 250 Watt Sendeleistung.
26. Mai 1942
Mit der Absicht, amerikanische Soldaten weltweit
mit einem vertrauten Radioprogramm moralisch zu unterstützen,
wird in den USA der "Armed Forces Radio Service" (AFRS)
gegründet.
Oktober 1942
Die belgische Exil-Regierung gründet in London
den "Belgische Nationale Dienst voor Radio-Omroep" (BNRO).
November 1942
Der Landwirt Oskar Uebel aus Hollabrunn wird
wegen Abhörens feindlicher Rundfunksendungen vom Sondergericht
Wien zum Tode verurteilt.
November 1942
Der Kurzwellensender "WURL" in Boston
wird der, im Februar 1942 gegründeten "Voice of America" unterstellt,
und bleibt bis zum 27. Februar 1947 in deren Dienst.
Dezember 1942
Der "Reichssender Stuttgart" wird stillgelegt.
Bis zur Zerstörung des Funkhauses durch einen Luftangriff
am 25. Juli 1944 wird jedoch noch ein Produktionsstudio für
Tanzmusik benutzt.
1942
In Belgisch-Kongo, dem heutigen Zaire, beginnt die
private Station "Radio Congolia" mit einem Programm in
der Landessprache.
1942
Im französischen Sektor von Kamerun, in der
Hafenstadt Douala, nimmt die erste Radiostation mit dem Rufzeichen "FIAC" den
Betrieb auf. Täglich wird im Kurzwellenbereich ein zweistündiges
französischsprachiges Programm mit 800 Watt ausgestrahlt.
Die Station wird von den Hörern mit Schallplatten und Programm-Material
beliefert, weil dem Sender dafür schlicht das Geld fehlt.
1950 löst ein 1-kW-Sender die alte Anlage ab.

1. Januar 1943
Über den Eiffelturmsender strahlt die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" in
Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichspost ein tägliches
Fernsehprogramm in deutscher oder französischer Sprache aus.
1. Januar 1943
Für die nationalsozialistische Kriegspropaganda,
die täglich 279 Auslandsnachrichtendienste in 53 Sprachen
ausstrahlt, stehen in Deutschland und den besetzten Gebieten 107
Lang- und Mittelwellensender sowie 23 Kurzwellensender zur Verfügung.
8. Februar 1943
Die belgische Exilregierung richtet sich aus
London an ihre Landsleute. Das Programm der BNRO (Belgische Nationale
Dienst voor Radio-Omroep) wird von einem BBC-Sender ausgestrahlt.
Im Laufe der Zeit kommt ein Kurzwellensender in Leopoldstad in
Belgisch Kongo zum Einsatz.
22. März 1943
Der englische Kurzwellensender "Atlantik" stahlt
seine erste Sendung aus. Die Aufgabe des Geheimsenders besteht
darin, die Moral der Offiziere und Mannschaften der deutschen Flotte
mit Hilfe einer tückischen Propaganda zu untergraben.

März 1943
In den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen
sind illegale Empfangsgeräte in Betrieb. In Buchenwald bauen
Häftlinge sogar einen Kurzwellensender.
7. Mai 1943
Der von der deutschen Besatzungsmacht betriebene "Fernsehsender
Paris" nimmt offiziell sein Programm auf. Gesendet wird mit
der deutschen Norm (441-zeilig). Der Bildsender strahlt auf 46
MHz und der Tonsender belegt 43,2 MHz. Zunächst wird drei
bis vier Stunden täglich gesendet. Später erhöht
man auf 14 Programmstunden, wovon allerdings nur vier Stunden Fernsehen,
die restliche Sendezeit besteht aus reinen Tonsendungen. Die Sendeanlagen,
die unterirdisch in einem Fuss des Eiffelturms untergebracht sind,
bestehen aus einem 10-kW-Tonsender und einem 30-kW-Bildsender.
Das Fernsehstudio von 5000 Quadratmetern befindet sich in der Nähe
des Eiffelturms und dient heute noch, in modernisierter Form dem
Französischen Fernsehen.
4. Juli 1943
Auf Initiative von US-Präsident Eisenhower
wird in London der Soldatensender "American Forces Network" (AFN)
in Betrieb genommen. Elf Mitarbeiter gestalten das Programm im "BBC"-Notsendezentrum
11-Carlos Place, in London. Syl Binken hält die Eröffnungsrede,
die von fünf 50-Watt-Sendern verbreitet wird.
12. Juli 1943
Der Rundfunksender "Freies Deutschland" wird
in Moskau aktiv.

17. Juli 1943
Offizieller Start von "Radio Monte Carlo" (RMC),
ein deutsch-französisch-italienisches Gemeinschaftsunternehmen
mit Zustimmung des Fürsten Louis II. von Monaco. Der grosse
Entertainer des französischen Theaters, Sacha Guitry, eröffnet
mit einem Konzert den Sender.
17. Oktober 1943
Die "BBC"-Sendestelle Woofferton in Herefordshire
wird in Betrieb genommen. Sechs "RCA"-Sender mit jeweils
50 kW Leistung stehen bis 1970 im Einsatz, und verbreiten den "External
Service".
18. November 1943
Der englische Soldatensender "Calais" beginnt
zu senden. Die Station erweckt den Eindruck, ein "Nazi"-Sender
zu sein und bezeichnet die Alliierten als Feind. Bei den deutschen
Soldaten ist der Geheimsender auch wegen der im deutschen Radio
verbotenen Jazzmusik beliebt.
26. November 1943
Der Berliner Fernsehsender wird durch Bomben zerstört.
Kurze Zeit läuft das Kriegs-Programm für den Gemeinschaftsempfang
in Lazaretten über Breitbandkabel weiter. Das Fernsehstudio
im Deutschland-Haus mit zweitausend Plätzen bleibt zwar verschont,
doch der Fernsehsender im gegenüberliegenden Amerika-Haus
wird ein Opfer der Flammen.

30. April 1944
Auf englischem Boden wird die "American Broadcasting
Station in Europe" in Betrieb genommen. Die Station arbeitet
gleichzeitig im Mittelwellenband und auf zahlreichen Kurzwellen.
Die Programme in Englisch, Deutsch, Französisch, Holländisch,
Dänisch und Norwegisch werden zum grossen Teil direkt aus
New York übernommen.
1. Mai 1944
"Radio Australia" nimmt in Shepparton
den 50-kW-Kurzwellensender mit dem Rufzeichen "VOC" in
Betrieb. Im August 1945 und Mai 1946 nehmen zwei 100-kW-Sender
mit dem Rufzeichen "VLA" und "VLB" ihren Dienst
auf.
Juni 1944
Auf Christmas Island im Pazifischen Ozean meldet
sich die Station "WWW" auf 1480 kHz. Am 1. Februar 1946
werden die Sendungen bereits wieder eingestellt.
1. Juli 1944
In Bethany, Ohio, nimmt die "Voice of America" die
200-kW-Station "WLWL" in Betrieb. Sie dient als Relaysstation
für Sendungen nach Afrika und Europa. "WLWL" wird
aber auch für die direkte Rundfunkversorgung in Richtung Lateinamerika
eingesetzt.
1. Juli 1944
Gründung der "Mauritius Broadcasting Service" (MBS).
Ein umgebauter Kurzwellensender strahlt täglich drei Programmblöcke
auf 225 m aus. Später wird auch ein Kurzwellensender in Dienst
genommen, der auf 4855 und 9710 kHz die Insel Rodrigues versorgt.

10. Juli 1944
In der Normandie wird der erste alliierte Sender, "Radio
Cherbourg", eröffnet.
17. Juli 1944
Wegen antifaschistischen Widerstands im Rundfunk
fällt der Volksgerichtshof vier Todesurteile. Die Verurteilten
hatten in den Büros des "Berliner Rundfunks" und
auf dessen Vervielfältigungsgeräten antifaschistische
Flugblätter hergestellt.
Juli 1944
Der "American Forces Radio & TV Service" (AFRTS)
eröffnet auf der Jonston Insel die Radiostation "VTV".
Gesendet wird auf 1420 kHz mit 4,5 kW. Ende des Zweiten Weltkrieges
wird dieser Dienst eingestellt. Mitte der fünfziger Jahre
wird die gleiche Station wieder aktiv.
8. August 1944
In Warschau unterstützt der Sender "Blyskawica" (Blitz)
den Aufstand. Am 4. Oktober werden die Sendungen eingestellt.
11. August 1944
In Lublin nimmt Polens erste Nachkriegs-Radiostation
den Betrieb auf. Der 10-kW-Sender ist ein Geschenk von Russland.
Die Station trägt den Namen "Pszczolka" (Biene)
und arbeitet auf 338 Metern.

15. August 1944
Auf der Insel Saipan im Pazifischen Ozean beginnt
die US-Forces-Sation "WXLD" zu senden. Dieser 1-kW-Sender,
der bis Ende 1945 in Betrieb ist, arbeitet auf 660 kHz.
16. August 1944
Das von deutschen Technikern produzierte Fernsehprogramm
vom Sender Eiffelturm wird eine Woche vor der Befreiung von Paris
eingestellt. Die ganze technische Einrichtung wird unbeschädigt
zurückgelassen. In der Hauptstadt waren etwa 1000 Fernsehapparate
in Betrieb. Die Programme des starken Fernsehsenders wurden sogar
vom britischen Geheimdienst empfangen.
28. August 1944
Der von der deutschfreundlichen Vichy-Regierung
eingesetzte Propagandasender "Stimme Frankreichs" wird
von der deutschen Besatzungsmacht vor dem Einmarsch der Amerikaner
zerstört.
4. September 1944
Der "Belgische Nationale Dienst voor Radio-Omroep" sendet
aus einem Notstudio in Vorst das erste Programm vom befreiten Belgien
aus.
10. September 1944
Die Nazi-Propagandasendungen über die Anlagen
von "Radio Luxembourg" werden eingestellt.

12. September 1944
Nachdem die Truppen der 12. US-Armeegruppe Luxemburg
befreit hatten (10. September), übernehmen sie den Gross-Sender.
Leiter der deutschen Abteilung des "Freien Senders Luxembourg" ist
Hans Habe. Die Studios und Sendeanlagen des ehemaligen Reichssenders
sind nahezu unversehrt.
1. Oktober 1944
Die Pariser Fernsehanlagen werden wieder vom französischen
Fernsehen übernommen.
3. Oktober 1944
Vierzehn Tage nachdem der südliche Teil der
Niederlande durch die alliierten Truppen befreit worden war, beginnt
ein niederländischer Militärsender unter dem Namen "Herrijzend
Nederland" aus der "Philips"-Zentrale in Eindhoven
zu senden. Der 1-kW-Sender verbreitet zur Hauptsache Nachrichten.
24. November 1944
Das Funkhaus in Katowice nimmt seine Tätigkeit
wieder auf. Es steht ihm der Gleiwitzer Sender zur Verfügung.
28. November 1944
Partisanen der Nationalen Befreiungsarmee Albaniens übernehmen
nach dem Rückzug der deutschen Heeresverbände das Rundfunkgebäude
in Tirana und rufen die staatliche Rundfunkstation "Radio
Tirana" ins Leben.

3. Dezember 1944
Die Abteilung psychologische Kriegsführung
des alliierten Oberkommandos benutzt die Sendeanlage von "Radio
Luxembourg" für den Geheimsender "1212" (auch "Annie" genannt).
Täglich werden in den frühen Morgenstunden von 2 bis
6 Uhr Nachrichten gesendet. Chef der Abteilung ist Hans Habe.
25. Dezember 1944
Die "Voice of America" nimmt auf Hawaii
(Insel Oahu) die 100-kW-Relaisstation "KRHO" in Betrieb.
Fünf Jahre später folgt die zweite Station "KRHK" mit
ebenfalls 100 kW Sendeleistung.
31. Dezember 1944
Über einen 7,5-kW-Kurzwellensender strahlt
der polnische Rundfunk Programme in Polnisch, Englisch, Französisch
und Jiddisch aus.
Dezember 1944
Der "International Service of the Canadian
Broadcasting Corporation" (heute: "Radio Canada International")
beginnt mit Testsendungen. Schon 1943 wurde mit der Montage von
zwei 50-kW-Kurzwellensendern und dem Bau von Antennen bei Sackvill,
New Brunswick, begonnen.

1. Januar 1945
Frankreich verschafft sich Gehör auf Kurzwelle. "Radiodiffusion
Francaise" bringt unter dem Titel "Emissions vers l`Etranger" (Sendungen
für das Ausland) einen Service in 20 Sprachen. In mühseliger
Arbeit haben französische Techniker den von den Deutschen
zerstörten 100-kW-Sender in Allouis wieder zusammengebastelt.
11. Januar 1945
Die deutschsprachigen Sendungen aus Paris werden
wieder aufgenommen. Unregelmässige Sendungen für Deutschland
gab es schon 1937 und 1938.
31. Januar 1945
Die Wehrmacht übernimmt vom Postpersonal den
Sender Heilsberg und zerstört ihn durch Sprengung.
15. Februar 1945
Ein grossteil des Funkhauses in Wien wird in Schutt
und Asche gelegt. Der Sendebetrieb kann trotzdem weitergeführt
werden.
Februar 1945
Auf der Samoa-Inselgruppe beginnt die Station "WVUW" mit
50 Watt auf 1270 kHz zu senden, Im Jahre 1975 wird der staatliche
Sender an eine kommerzielle Rundfunkgruppe verkauft.

16. März 1945
Polens erster Nachkriegssender meldet sich jetzt
aus dem befreiten Warschau.
23. März 1945
Durch eine Verfügung werden endgültig
alle zuvor erteilten Genehmigungen für private Rundfunksender
in Frankreich aufgehoben. Diese Regelung gilt jedoch nicht für
die Periphersender "Luxembourg", "Monte Carlo", "Andorra" und
etwas später auch "Europe 1" (Saarland), die ihre
Sendungen zwar zum Teil in Frankreich produzieren, indes aber von
einem auf ausserfranzösischem Territorium stehenden Sender
ausstrahlen lassen.
25. März 1945
Die Wehrmacht sprengt den Sender Frankfurt.
5. April 1945
23 Uhr: Letzte Durchsage des Reichssenders Stuttgart
aus einem seit März 1944 betriebenen Behelfsstudio im Kurhaus
Bad Mergentheim.
7. April 1945
Die Sendeanlagen und der Sendemast des Reichssenders
Stuttgart in Mühlacker werden von deutschen Pionieren gesprengt.
Eine Woche später beginnen Radiospezialisten der US-Armee,
mit Hilfe deutscher Techniker, die Anlage wieder aufzubauen.

10. April 1945
Die erste Hörfunkanstalt in Bosnien-Herzegowina
wird unter dem Namen "Radio Sarajewo" gegründet.
14. April 1945
Die SS-Truppen sprengen auf ihrem Rückzug aus Österreich
den Gross-Sender Bisamberg.
19. April 1945
Am Tag von Goebbels letzter Rundfunkrede sind neben
dem "Deutschlandsender" nur noch die Hauptsender Berlin,
München, Hamburg und einige weniger leistungsstarke Nebensender
in Betrieb. Die meisten übrigen Sender sind entweder von den
Deutschen demontiert worden, oder durch alliierte Bombardements
in Schutt und Asche gelegt worden.
8. April 1945
Im KZ Buchenwald wird ein von Häftlingen gebauter
Radiosender in Betrieb genommen. Für die amerikanischen Truppen,
welche sich bereits in der Nähe des Lagers befinden, wird
folgende Botschaft durchgegeben: "An die Alliierten, an die
Armee des Generals Patton. Hier Konzentrationslager Buchenwald.
SOS. Wir bitten um Hilfe. Man will und evakuieren. Die SS will
uns vernichten."
Der Blitzableiter des Lagerkinos wurde zur Antenne umfunktioniert
und als Stromquelle diente die Beleuchtung des Todesstreifens um
das Lager.

29. April 1945
"Radio Wien" gibt sein Ätherdebut.
Unter Aufsicht der Roten Armee wird versucht, ein täglich
fünfstündiges Programm auf die Beine zu stellen. Als
erste Sendung der wiederauferstandenen "RAVAG" wird der
Staatsakt der provisorischen österreichischen Regierung ausgestrahlt.
Am 1. Mai wird das erste öffentliche Konzert aus dem Wiener
Konzerthaus übertragen.
Die technische Leitung beschafft sich - mit Erlaubnis der russischen
Besatzungsmacht - Einzelteile aus den noch vorhandenen ehemaligen
Störsendern rings um Wien und verstärkt den Funkhaussender
zunächst auf 200 Watt und Ende Mai sogar auf 1,2 Kilowatt.
1. Mai 1945
Die Nachricht vom Heldentod Hitlers wird vom Berliner
Sender um 23 Uhr ausgestrahlt und um 24 Uhr wiederholt. Gegen 00.50
Uhr verabschiedet sich der Grossdeutsche Rundfunk an der Masurenallee
für immer. Die weisse Fahne zur Übergabebereitschaft
wird aufgezogen und die letzten Deutschen Soldaten ziehen sich
aus dem "Haus des Rundfunks" zurück.
1. Mai 1945
Die amerikanische Militärregierung übernimmt
den Reichssender München und beginnt am 12. Mai mit eigenen
Sendungen. Die Amerikaner legen sich in ihrer Zone auf einen dezentralen
Rundfunk fest. In Frankfurt, Stuttgart und Bremen entstehen weitere
Sender.
1. Mai 1945
Der Inlandsdienst von "Radio Budapest" wird
wieder aufgenommen. Fünf Jahre später wird auch der Auslandsdienst
wieder eingeführt.

2. Mai 1945
Eine Einheit der Roten Armee unter dem Kommando
von Major Popow besetzt das "Haus des Rundfunks" in Berlin-Charlottenburg,
Masurenallee. Major Popow hat durch seine Tätigkeit als Techniker
in diesem Funkhaus von 1931 bis 1933 Kenntnisse der Einrichtung.
Das durch Flüchtlinge belegte Funkhaus ist nur geringfügig
durch Kriegseinwirkungen zerstört. Nicht mehr vorhanden sind
die Übertragungswagen, die von SS-Einheiten mitgenommen worden
sind.
4. Mai 1945
Mit der Ansage: "This is Radio Hamburg, a station
of the allied military Government", meldet sich der hamburger
Sender unter britischer Leitung.
8. Mai 1945
Um 19.30 Uhr meldet sich mit der Ansage "Hier
spricht der freie Kärtner Landessender Klagenfurt" zum
ersten Male der neue Rundfunk in der britischen Besatzungszone.
Vor dem Mikrofon steht Wolfram Enzfelder als Sprecher, den die
provisorische Landesregierung für dieses Amt ausgewählt
hat.
10. Mai 1945
Als zweiter deutscher Nachkriegssender meldet sich "Radio
München" aus einem amerikanischen Übertragungswagen.

13. Mai 1945
Geburtsstunde des Rundfunks in der Deutschen Demokratischen
Republik. Im Funkhaus Tegel nimmt um 20 Uhr der "Berliner
Rundfunk" unter der Leitung von Hans Mahle den Betrieb auf.
Der spätere Intendant des "Berliner Rundfunks",
Mathias Klein, eröffnet den Sendebetrieb mit den Worten: "Hier
spricht Berlin! Hier spricht Berlin! Auf Wellenlänge 356 m,
wir beginnen unsere Sendungen". Das Programm wird über
den noch erhalten gebliebenen 100-kW-Mittelwellensender in Berlin-Tegel
ausgestrahlt. Vom 15. Mai an wird vom Funkhaus Masurenallee aus
gesendet.
13. Mai 1945
Der Sender Flensburg, seit dem 10. Mai unter britischer
Kontrolle, wird abgeschaltet.
24. Mai 1945
Über den Sender der "BBC London" ist
der niederländische Auslandsdienst wieder zu hören. Das
Programm kommt aus dem "Philips"-Studio in Eindhoven,
dort wird es über einen Mittelwellensender auf 415 m ausgestrahlt,
in London aufgefangen und über Kurzwellensender weiterverbreitet.
25. Mai 1945
In einem über den Sender im Funkhaus Masurenallee
und in der Presse verbreiteten Aufruf werden die Hörer um
Mithilfe bei der Beschaffung von Sendematerial wie Literatur, Schallplatten
und Noten gebeten, die sie dem "Berliner Rundfunk" leihweise
zur Verfügung stellen sollen.

Mai 1945
"Radio Intercroixrouge", der Rundfunkdienst
des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz "IKRK" in
Genf, beginnt mit der Ausstrahlung von Namen von Kriegsgefangenen.
1. Juni 1945
"Radio Frankfurt", ein Sender der amerikanischen
Militärregierung mit Funkhaus in Bad Nauheim, eröffnet
sein Programm.
3. Juni 1945
"Radio Stuttgart" meldet sich zum ersten
Mal aus einem Studiowagen der 7. US-Armee in der Hofeinfahrt des
ehemaligen Telegrafenbauamtes in Stuttgart. Zum grössten Teil übernimmt
der Sender Mühlacker das Programm von "Radio Luxembourg".
5. Juni 1945
Artikel IX der Erklärung der Alliierten verbietet
jeden deutschen Sendedienst. Programmgestaltung und Sendebetrieb
der noch intakten deutschen Rundfunkstationen stehen unter Leitung
und im Dienst der Besatzungsmacht.

6. Juni 1945
Im amerikanisch besetzten Teil Österreichs
meldet sich in Salzburg der Sender "Rot-Weiss-Rot". Eröffnet
wird die Station durch die Wiener Schauspielerin Grete Jacobson,
die auch als Nachrichtensprecherin tätig ist. In der einstündigen
Eröffnungssendung kommt auch der für Salzburg zuständige
US-General Robertson zu Wort. Ein Schallplattenkonzert mit Musik
von Johann Strauss und Mozart runden die erste Sendung ab.
Der stark beschädigte 2-kW-Sender auf dem Mönchsberg
wurde behelfsmässig hergerichtet. Erst im August 1945 konnte
man einen 5-kW-Sender in Betrieb nehmen.
10. Juni 1945
Major Bob Light eröffnet an der Kaulbachstrasse
15 in München die erste "AFN"-Station in Deutschland. "AFN" steht
für "American Forces Network" und beträut in
erster Linie Angehörige der der US-Armee.
11. Juni 1945
Mit einem 300-Watt-Sender im 30-m-Band und einem
zweiten Sender mit 150 Watt im 49-m-Band meldet sich "Radio
Wien" jetzt auch auf Kurzwelle. Musikalisch eröffnet
wird die erste Kurzwellensendung mit den ersten Takten des Strauss-Walzers "An
der schönen blauen Donau" gefolgt von einer Ansprache
Oskar Czeijas, bei der er einen ersten Gruss Österreichs an
die in der "Rundfunk-Union" vereinigten Rundfunk-Organisationen
Europas richtete.
15. Juli 1945
"AFN" eröffnet in Frankfurt an der
Kaiser Sigmund Strasse ein Büro mit Radio-Studios.

20. Juli 1945
Mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 ist
der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen. Am 13. Mai 1945
hebt der Bundesrat seinen Beschluss vom 29. August 1939 auf und
setzt mit Wirkung ab 20. Juli 1945 die während des Krieges
suspendierte Konzession der "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" (SRG)
wieder in Kraft.
22. Juli 1945
Erster öffentlicher Auftritt des neu gebildeten "Radio
Berlin Tanzorchesters" (RBT) in einer vom "Berliner Rundfunk" gestalteten öffentlichen
Unterhaltungsveranstaltung im Grossen Sendesaal des Funkhauses
Masurenallee. Motto: "Der entfesselte Funkturm". Dirigent
und künstlicher Leiter des 45 Mitgliedern zählenden Ensebles
ist Michael Jary.
29. Juli 1945
Der "British Forces Network" (BFN) strahlt
aus dem Studio der Hamburger Musikhalle das erste Programm für
die in Deutschland stationierten britischen Truppen aus. Seit dem
7. Januar 1945 stand dem "BFN" eine mobile Sendeeinheit
zur Verfügung.
14. August 1945
"Radio Nederland" sendet wieder. Der Kurzwellensender "PCJJ" in
Huizen hat den Krieg ohne grösseren Schaden überlebt
und strahlt jetzt auf 19,71 m und 31,28 m ein Testprogramm aus.
17. August 1945
"Radio Jakarta" überträgt die
Unabhängigkeitserklärung der von Sukarno ins Leben gerufenen
Republik Indonesien. Eine Sternstunde des Rundfunks und zugleich
Geburtsstunde von "Radio Republic Indonesia".

19. August 1945
"Polskie Radio" nimmt in Raszyn einen
50-kW-Sender in Betrieb.
August 1945
Nach der Wiedergewinnung der nationalen Unabhängigkeit
Koreas, strahlt "KBS" (Korean Broadcasting System) regelmässig
Radioprogramme aus.
1. September 1945
Der Sender Leipzig nimmt seine Sendetätigkeit
auf Mittelwelle auf. Er überträgt vorerst das Programm
des "Berliner Rundfunks".
5. September 1945
In einem Tempel in der Nähe von Yenan installieren
Kommunisten unter Führung von Mao Tsetung ihren ersten Sender.
Die 300-Watt-Station ist täglich zwei Stunden in Betrieb.
7. September 1945
Fünf Tage nach der Gründung der Demokratischen
Republik Vietnam, beginnt die "Voice of Vietnam" von
Hanoi aus zu senden. Zur Verfügung stehen alte französische
Sendegeräte.

14. September 1945
Das "Belgisch National Instituut voor Radio-Omroep" (NIR/INR) übernimmt
wieder alle Rundfunkaktivitäten. Der "BNRO" (Belgische
Nationale Dienst voor Radio-Omroep), wird abgeschafft, bleibt aber
als Rufnamen bestehen. 1948 führt Belgien einen Kurzwellendienst
ein.
22. September 1945
Der Rundfunk in der britischen Zone mit den Funkhäusern
Hamburg, Köln, Berlin und Hannover erhält den Namen "Nordwestdeutscher
Rundfunk" (NWDR).
26. September 1945
Der "NWDR-Köln" beginnt um 19 Uhr
mit seinem Hörfunkprogramm. Generaldirektor ist Hugh Carleton
Greene, vielen deutschen Hörern als Chefkommentator der deutschsprachigen
Sendungen der "BBC" vom Krieg her gut bekannt.
13. Oktober 1945
Erste von der "BBC" unabhängige Kurzwellensendung
aus dem "KRO"-Studio in Hilversum. Die Programme werden
auf Wachsplatten mitgeschnitten und vom 35-kW- "PCJJ"-Sender
in Huizen mehrmals täglich ausgestrahlt.
14. Oktober 1945
"Radio Koblenz" im französischen
Besatzungsgebiet beginnt mit seinen Sendungen.

1. November 1945
Die ursprünglichen Besitzer von "Radio
Luxembourg", die "Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion",
erhalten ihren Sender zurück. In den Kriegsjahren stand der
Sender zuerst unter deutscher, dann unter amerikanischer Obhut.
12. November 1945
"Radio Luxembourg" nimmt die Sendungen
für Frankreich und Belgien nach sechsjähriger Unterbrechung
mit den Worten: "Bonjour le monde, ici Radio Luxembourg" wieder
auf.
20. November 1945
In Dresden erfolgt die Gründung der "Mitteldeutschen
Rundfunk GmbH" als Dreiländeranstalt für die Länder
Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.
1. Dezember 1945
Inbetriebnahme eines 5-kW-Senders in Königs-Wusterhausen, über
den auf 49,62 m ein zusätzliches ca. sechsstündiges Programm "Berlin
Kurzwelle" ausgestrahlt wird, das das Frühprogramm und
zeitversetzte Beiträge des "Berliner Rundfunks" am
Nachmittag und Abend überträgt. Die grössere technische
Reichweite des Kurzwellensenders sorgt dafür, dass das "Berliner
Programm" auch im Ausland und in den Kriegsgefangenenlager
empfangen werden kann.
1. Dezember 1945
Inoffizielle Eröffnung des Landessenders Weimar
mit einem Festakt. Zunächst werden nur Versuchs- und Musiksendungen
ausgestrahlt. Offizieller Sendebeginn ist der 1. Januar 1946.

7. Dezember 1945
Der Landessender Dresden des "Mitteldeutschen
Rundfunks" auf der Frequenz 519 kHz, geht in Anwesenheit des
Sächsischen Ministerpräsidenten Friedrichs in Betrieb.
23. Dezember 1945
"Radio Bremen", ein Sender der amerikanischen
Militärregierung, nimmt den Betrieb auf.
24. Dezember 1945
Mit einer Festansprache des mecklenburgischen Ministerpräsidenten
Höcker wird der Betrieb des Landessenders Schwerin auf der
Frequenz 1231 kHz aufgenommen.
Dezember 1945
Die Moskauer Fernsehzentrale nimmt den Nachkriegs-Programmdienst
mit dem altbewährten mechanischen System wieder auf.
1945
Gründung der "Nationalen Griechischen
Radiostiftung" (EIR) als Erbin des im Jahre 1936 eingerichteten
Griechischen Rundfunkrates.

1. Januar 1946
Auf der Frequenz 1031 kHz wird der Landessender
Weimar offiziell in Betrieb genommen. Die Wort- und Musiksendungen
kommen aus den Studios im Hotel Elephant und der Weimarhalle.
28. Januar 1946
Die "Innerschweizer Radiogenossenschaft" wird
gegründet.
1. Februar 1946
Nummer 1 der illustrierten Wochenzeitschrift mit
Rundfunkprogramm in der sowjetischen Besatzungszone erscheint unter
dem Titel "Der Rundfunk".
7. Februar 1946
In Berlin wird der "Drahtfunk im amerikanischen
Sektor" (DIAS) eingeführt. Es wird ein siebenstündiges
Tagesprogramm angeboten. Bald wird der Drahtfunk zum Rundfunk umfunktioniert.
15. Februar 1946
Der Sender Frankfurt, bisher in Bad Nauheim stationiert,
befindet sich jetzt wieder in Frankfurt.
15. Februar 1946
Die provisorische Zivil-Regierung in Burma eröffnet
die Station "Voice of Burma". Bereits 1937 unterhielten
die Engländer eine kurzlebige Radiostation in Burma.

1. März 1946
Als Ergänzung zur stark eingeschränkten
Mittelwellenversorgung, beginnt "Radio München" zusätzlich
auf Kurzwelle im 49-m-Band zu senden. Der Kurzwellensender Ismaning
arbeitet zunächst auf 6320 kHz. Im Februar 1948 wird auf 6160
kHz gewechselt.
17. März 1946
Unter französischer Regie nimmt "Radio
Saarbrücken" in deutscher Sprache den Sendebetrieb auf.
Nach zwei Wochen selbständiger Programmgestaltung übernimmt
der Saarbrücker Rundfunk sein Programm weitgehend vom "Südwestfunk" aus
Baden-Baden. Mit Inkrafttreten einer vom französischen Oberkommando
erlassennen Verordnung am 15. September 1946 wird "Radio Saarbrücken" wieder
aus dem "Südwestfunk" ausgegliedert.
24. März 1946
Russischsprachige Sendungen werden von nun an ins "BBC"-Angebot
aufgenommen.
31. März 1946
Der "Südwestfunk" beginnt mit dem
regulären Programmdienst für die gesamte französische
Zone über den wiederaufgebauten 10-kW-Mittelwellensender Freiburg
und einem mobilen 1,5 kW-Kurzwellensender der Militärregierung
in Baden-Baden. Der seit dem 14. Oktober 1945 im französischen
Besatzungsgebiet aktive Sender Koblenz wird dem "Südwestfunk" zugeschaltet.
Bis 1952 werden im "SWF"-Programm auch dreimal täglich
Nachrichten in französischer Sprache gesendet.

April 1946
In Singapur nimmt die Zivil-Regierung den Rundfunkdienst
wieder in die eigene Hand. Auf Mittel- und Kurzwelle meldet sich
jetzt "Radio Malaya, Singapore and Federation of Malaya".
Von 1942 bis 1945 betrieben die Japanischen Besetzer die Militärstation "Syonan
Hoso Kyoku".
20. Mai 1946
Auf der Frequenz 564 kHz beginnt der Sender Potsdam
mit Brandenburger Nachrichten und einem eigenen Landfunkprogramm
zunächst mit einem 1,5-kW-Mittelwellensender den regulären
Betrieb.
3. Juni 1946
Die Generaldirektion der PTT setzt eine interne
Kommission zum Studium einer Fernsehorganisation ein.
7. Juni 1946
Start des Fernsehens in England nach dem Krieg.
Der technische Stand von 1939 wird beibehalten (405 Zeilen/25 Bilder
pro Sekunde).
15. Juni 1946
"Radio Nederland" strahlt versuchsweise
ein Konzert des "Radio Philharmonisch Orkest" unter der
Leitung von Albert van Raalte in Stereo aus. Diese Darbietung wird
vom Sender "Hilversum 1" auf 301,5 m und "Hilversum
2" auf 415,5 m gleichzeitig übertragen. Für den
Empfang des Stereo-Signals sind dementsprechend zwei Radio-Empfänger
erforderlich. Die Stereoaufnahme wird mit Hilfe eines Kunstkopf-Mikrofons
erreicht.

1. Juli 1946
Unter Leitung von Geoffrey Everitt nimmt "Radio
Luxembourg" sein englisches Programm auf Langwelle 1191 m
wieder auf. Das Schallplattenarchiv stammt noch aus der Zeit vor
dem Zweiten Weltkrieg.
4. September 1946
Mit dem fahrbaren 20-kW-Mittelwellensender "Heinrich" beginnt
der "RIAS" (Radio im amerikanischen Sektor) mit seinem
Programm in Berlin und löst den "Drahtfunk im amerikanischen
Sektor" ab.
29. September 1946
Die "BBC" führt ein drittes Radioprogramm
ein.
6. Oktober 1946
Die beiden während des Krieges in Elmshorn
errichteten 50-kW-Kurzwellensender übertragen das Programm
des "British Forces Network". Ab dem 23. März 1947
wird über die Sender das "NWDR"-Programm verbreitet.
12. Oktober 1946
In Chur wird die "Cuminanza Radio Rumantsch" (CRR)
gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die rätoromanische Bevölkerung
in allen das Schweizer Radio betreffenden Fragen zu vertreten,
ihre Interessen zu wahren und Radiosendungen aus dem rätoromanischen
Gebiet zu vermitteln.
15. Dezember 1946
Die Nummer 1 der Programmzeitschrift "Hör
zu" erscheint in Hamburg.

1. Januar 1947
Der "NWDR" Hamburg eröffnet eine "Rundfunkschule" zur
Heranbildung des Nachwuchses für den Rundfunk.
1. Januar 1947
Der Bundesrat bewilligt eine Erhöhung der jährlichen
Radiogebühr von 15 auf 20 Franken.
15. Januar 1947
Die niederländischen Rundfunkvereinigungen "AVRO", "KRO", "NCRV", "VARA" und "VPRO" gründen
die "Nederlandse Radio Unie" (NRU), mit der Absicht,
Radioaktivitäten zu koordinieren.
4. Februar 1947
"Radio Nederland" beginnt mit einem regulären
englischen Programm auf Kurzwelle.
13. Februar 1947
Uraufführung des Hörspiels von Wolfgang
Bochert "Draussen vor der Tür" durch den "NWDR".

23. März 1947
Die ersten deutschen Kurzwellensendungen nach dem
Krieg strahlt der Sender Elmshorn im 49-m-Band aus. Er überträgt
das Programm vom "NWDR".
15. April 1947
"Radio Nederland Wereldomroep" wird ins
Leben gerufen. Die alte Bezeichnung "PCJJ" wird beibehalten.
9. August 1947
In Venezuela wird die Station "Ecos del Torbes" gegründet.
14. August 1947
Mit der Gründung Pakistans wird auch der Rundfunk
eingeführt. "Radio Pakistan" verfügt über
drei schwache Mittelwellensender in Lahore, Dacca und Peshawar.
Die Station in Lahore existiert bereits seit 1937 als Teil von "All
India Radio".
31. August 1947
Die erste reguläre Rundfunkstation auf Trinidad
wird vom Gouverneur eröffnet. Die Station "VP4 RD" mit
Studios in Port of Spain und einem 2-kW-Sender in Oroni sendet
auf Mittelwelle.

3. September 1947
"Radio Stuttgart" nimmt in Mühlacker
einen 800-Watt-Kurzwellensender in Betrieb. Täglich wird ein
zehnstündiges Programm auf 6160 kHz verbreitet. Ab März
1948 wird die Sendeleistung durch eine zusätzliche Endstufe
auf 10 kW verstärkt. Seit dem 16. Februar 1949 wird die Heute
noch gültige Frequenz 6030 kHz belegt.
8. September 1947
Bei "Radio Nederland Wereldomroep" wird
ein spanischer Dienst eingeführt.
11. September 1947
"Radio Beijing", die Stimme der Volksrepublik
China, führt den Auslandsdienst in englischer Sprache ein.
1. Oktober 1947
In der Olympia-Halle in London findet bis zum 11.
Oktober die erste britische Nachkriegs-Funkausstellung statt.
2. November 1947
Beginn des "Nachtprogramms", das - in
Nachahmung des "Dritten Programms" der "BBC" -
dreimal in der Woche anspruchsvolle Sendungen bringt. Diese "NWDR"-Programmeinrichtung
wird in der Folgezeit auch von anderen deutschen Sendern eingeführt.

6. November 1947
Die amerikanische Fernsehgesellschaft "National
Broadcasting Company" (NBC) beginnt mit der dauerhaftesten
Fernsehserie der Welt - "Meet the Press".
11. Dezember 1947
In Zürich wird das "Schweizerische Fernsehkommitee" auf
Initiative interessierter Kreise gegründet. Es ist eine freie
Vereinigung von Vertretern der Behörden, Der PTT, der "SRG",
der Industrie und anderer zur Klärung der technischen Grundlagen
des Fernsehens in der Schweiz.
27. Dezember 1947
"Radio Saarbrücken" nimmt einen neuen
20-kW-Sender in Dienst (bisher 2 kW).
1947
Auf experimenteller Basis beginnen in Australien
frequenzmodulierte Stationen zu senden.

1947
Die erste Ausgabe des "World Radio Handbook" erscheint
in Kopenhagen. Das 100seitige Buch wird halbjährlich von
Olund Johanson herausgegeben und erhält die wichtigsten
Informationen für den Radiohörer, zusammengetragen
von Jens Frost.
Heutzutage erscheint das 600seitige "World Radio TV Handbook" jährlich
in England.
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