2. März 1935
Das neue Radiohaus vom "Studio Lausanne" in
La Sallaz wird offiziell eingeweiht. Im Jahre 1928 zog die "Société Romande" aus
ihren alten Räumlichkeiten im Champ de l' Air, wo sie seit
1923 untergebracht war, in ein Miethaus am Escalier du grand Chêne
um. Es zeigte sich jedoch bald, dass auch die neue Behausung zu
klein war.
22. März 1935
Mit einer Ansprache des Reichssendeleiters Eugen
Hadamowsky eröffnet die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" in
Berlin ihren regelmässigen Fernsehprogrammdienst. An drei
Abenden pro Woche (ab Mai fünfmal wöchentlich) strahlt
der Bild- und Tonsender der Reichspost von 20.30 bis 22 Uhr ein
Programm mit der 180-Zeilen-Norm aus. Der öffent-liche Verkauf
passender Empfangsgeräte wird für den August d. J. angekündigt.
Alle Sendungen kommen von Zelluloidfilm.
Zwar wird dieser erste deutsche TV-Dienst "hochzeiliges Fernsehen" (high
definition) ge- nannt, doch es weist zwei erhebliche Mängel
auf: Schwache Detailtreue sowie starkes Bildflimmern. Der Dienst
wird nur bis August d. J. betrieben, dann führt ein katastropha-ler
Brand zur Zerstörung der Sendeanlagen.
9. April 1935
Eröffnung der ersten öffentlichen Fernsehempfangsstelle
im Berliner Reichspostmu-seum. Im Mai werden vier weitere "Fernsehstuben" in
Berlin geöffnet.
26. April 1935
Geburtsstunde des offiziellen Fernsehens in Frankreich.
Die Ansagerin Béatrice Bretty eröffnet um 20.15 Uhr
das Programm aus dem Studio an der Rue de Grenelle. Der 500-Watt-Sender
auf der Wellenlänge 175 m, wird bald durch den 10-kW-Eiffelturmsender
ersetzt. Zuerst wird mit der 60-Zeilen-Norm gearbeitet. Im Dezember
wird auf 180 Zeilen umgerüstet. Zuständig für diesen
Dienst ist die französische PTT, die die Apparatur von René Berthelemy
benützt.

30. April 1935
In Deutschland wird die erste aktuelle Fernsehübertragung
mit Hilfe des Zwischenfilm-verfahrens und eines Übertragungswagens
realisiert. Journalisten der Rundfunk- und Tagespresse wohnen der
Demonstration bei.
29. Mai 1935
Hohe Ehrung für den "Vater des Fernsehens" Paul
Nipkow, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird. Im Rahmen eines Festaktes
wird der Sender Berlin-Witzleben in "Fernsehsender Paul Nipkow" umbenannt.
Die Feierlichkeiten finden im grossen Sendesaal des neuen Rundfunkhauses
in der Masurenallee statt.
1. Juni 1935
"Radio Tokio", der japanische Auslandsdienst,
wird ins Leben gerufen. Täglich wird eine Stunde in Englisch
und Japanisch in Richtung Nordamerika ausgestrahlt. 1937 gesellt
sich zum 20-kW-Sender einer mit 50 Kilowatt für Sendungen
in Richtung Südost-Asien und Europa.
17. Juni 1935
Erster Einsatz des fahrbaren 10-kW-Fernsehsenders
für Bild und Ton auf dem Hambur-ger Heiligengeistfeld. Die
mobile Sendestation von "AEG", "Telefunken" und "Daimler
Benz" umfasst 14 Fahrzeuge, betreut von 15 Technikern. Später
strahlt die fahrbare Sendeeinheit drei Monate lang Versuchsprogramme
für Messzwecke vom 1143 m hohen Brocken aus.

Juni 1935
Die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" erhält
die Bewilligung, die Antennenanlage des Völkerbundsenders "Radio
Nations" in Prangins für regelmässige Auslandsendungen
auf Kurzwelle zu benützen.
31. Juli 1935
Mit dem Rufzeichen "ZOY" meldet sich in
der britischen Kolonie "Goldküste", dem heutigen
Ghana, der erste Radiosender des Landes. Noch vor der Unabhängigkeit
(1957) wird ein zweiter Sender dazugeschaltet. Mit bescheidenen
finanziellen und somit auch technischen Mitteln, entwickelt sich
die "Ghana Broadcasting Corporation" nur langsam.
1. August 1935
Aus Anlass des Nationalfeiertages erfolgt die erste
Gemeinschaftssendung aller drei Landessender - "Beromünster", "Sottens" und "Monte
Ceneri".
1. August 1935
In Portugal beginnt der Staatssender "Emissora
Nacional de Radiodifusao" von Lissabon aus seine regelmässigen
Ausstrahlungen auf Mittel- und Kurzwelle. Das seit 1934 fertig-
gestellte Studio ist in der Rua do Quelhas untergebracht. Die Kurzwellensendungen
stel- len ein wichtiges Bindeglied zwischen der Heimat und den
portugiesischen Emigranten in Amerika dar. Ab 1937 ist ein 15-kW-Kurzwellensender
auf den Frequenzen 9940, 11040 und 11840 kHz aktiv. Die Finanzierung
erfolgt durch Gebühren und ab 1949 auch durch die Einnahmen
aus Werbesendungen.

August 1935
Auf der 12. Deutschen Funkausstellung in Berlin
führt die Firma "AEG" das Tonbandge-rät "Magnetophon
K 1" vor. Das Modell besitzt den nach einer Idee von Theo
Volk entwickelten Dreimotorenantrieb zur besonderen Schonung des
Bandes, einen schnellen Rücklauf, Drucktastensteuerung sowie
ein 6,5 mm breites Tonband, das mit 1 m/s gefahren wird und Frequenzen
bis 6.000 Hz aufzeichnet. Eine Spule mit 30 cm Durch-messer hat
eine Spieldauer von 20 Minuten.
15. September 1935
Der niedrigzeilige TV-Dienst der "BBC" wird
endgültig eingestellt. Alle 30zeiligen 12,5 Bilder in der
Sekunde liefernden Bairdschen "Televisor"-Empfänger
haben jetzt ausge-dient. Es scheint, dass nicht viele davon tatsächlich
in Gebrauch sind, weshalb auch gegen die Einstellung des Sendebetriebs
keine Einwände erhoben werden. Eine Um-frage durch eine Postkarten-Aktion
bleibt ergebnislos. Aber das Baird-Experiment mit dem Sendebetrieb
hat insgesamt ganze sechs Jahre gedauert und die "BBC" mit
reichlich Erfahrung (so primitiv sie auch war) im Betrieb eines
praktischen TV-Systems versorgt.
1. Oktober 1935
Die ersten Kurzwellensendungen aus Polen in Richtung
Amerika werden vom Sender "SPW" mit 10 kW Sendeleistung
abgestrahlt.
8. Oktober 1935
Von nun an werden regelmässig Sendungen über
die Kurzwellenantennen von Prangins ausgestrahlt. Die Landesstudios
der "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" stellen
abwechselnd monatlich ein 60minütiges Programm zusammen.

12. Oktober 1935
Jazz-Musik ist von nun an im deutschen Rundfunk
verboten (entartete Musik).
27. Oktober 1935
Der Weltrundfunkverein beauftragt den deutschen
Rundfunk mit der Durchführung der ersten "Weltringsendung".
In 31 Ländern verbreiten 1300 Radiostationen das Programm "Jugend
singt über die Grenzen".
4. Dezember 1935
Der "Reichssender Saarbrücken" (17
kW) wird offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bereits im
März verbreitete ein wesentlich schwächerer Sender das
Programm.
12. Dezember 1935
In Frankreich wird ein regelmässiges Fernsehprogramm
mit feinzeiligem System (180 Zeilen) eingeführt.
19. Dezember 1935
Auflösung des "Reichsverbandes deutscher
Rundfunkteilnehmer", der letzten bestehen-den Rundfunkhörerorganisation.

1935
In Berlin werden Ultrakurzwellen-Sendungen zu Testzwecken
auf 6,95 m durchgeführt.
1935
Armstrongs theoretische Arbeit zur Frequenz-Modulation
(FM) verhelfen dem System auf Ultrakurzwelle (UKW) zum Durchbruch.
Bei der parallelen Ausstrahlung eines Ver-suchs-Musikprogramms,
das während eines Gewitters einmal mit Amplitudenmodulation
und gleichzeitig mit Frequenzmodulation gesendet wird, geht das "FM"-Programm
eindeutig als Sieger hervor.
1935
In Brazzaville lebende Europäer gründen
die Station "Radio Brazzaville, die 1940 von den Franzosen übernommen
und mit einem neuen 50-kW-Sender aus den USA verstärkt wurde.

1. Januar 1936
Der 150-kW-Nationalsender "Radio Romania" nimmt
in Bod den regelmässigen Betrieb auf. Damit ist endlich die
einwandfreie Radioversorgung Rumäniens gesichert.
15. Januar 1936
Mit einem Festprogramm wird in Berlin der neue Fernsehsender "Paul
Nipkow" offiziell in Betrieb genommen. Bereits am 23. Dezember
1935 erfolgte versuchsweise die Wieder-aufnahme des Fernsehbetriebs,
der in sieben öffentlichen "Fernsehstuben" empfangen
werden konnte.
Nach dem Brand auf der Funkausstellung in Berlin (19. August 1935),
dem auch der erste Paul Nipkow-Sender zum Opfer fiel, war nur noch
der Sender Tegel in Betrieb. Mit Beginn der Sendetätigkeit
des neuen Senders wird von Montag bis Freitag von 20 bis 22 Uhr
ein Unterhaltungsprogramm ausgestrahlt.

19. Januar 1936
Der bulgarische Rundfunk führt bis August 1938
unregelmässige Sendungen für das Ausland ein. Tägliche
Auslandsendungen werden ab 1945 ausgestrahlt.
16. Februar 1936
Die "KRO" strahlt über den Sender "PCJJ" in
Huizen das erste regelmässige Kurzwel-lenprogramm aus. Von
nun an werden die Landsleute in Asien, Afrika und Amerika drei
Stunden pro Woche von der "KRO" im 19- und 31-Meter-Band
bedient (15220 + 9590 Khz).
30. März 1936
Der "Palestine Broadcasting Service" nimmt
unter britischer Herrschaft den dreispra-chigen Sendedienst auf.
Die Studios, wo die Sendungen in Hebräisch, Arabisch und Englisch
produziert werden, befinden sich in Jerusalem. Die 20-kW-Sendeanlage
in der Nähe von Ramallah verbreitet die gebühren- und
werbefinanzierten Programme auf 668 kHz.
Um Spannungen zwischen Juden und Arabern abzubauen, wird das hebräische
Programm nicht wie zuerst geplant "Kol Eretz Israel" (Die
Stimme des Landes Israel) ge-nannt, sondern nach Einsprüchen
von arabischer Seite in "Kol Yerushalem" (Stimme Jerusalems).
24. April 1936
"RCA" demonstriert der Presse ein 343zeiliges,
auf dem Zeilensprungverfahren basie-rendes System mit einer Bildrate
von 30/s.
Am 29. Juni d. J. geht der Sender am Empire State Building wieder
in Betrieb, ebenfalls mit einem 343zeiligen Bild. Trotzdem wird
es noch bis zum 7. Juli 1939 dauern, bis man die Bildqualität
als "wert, hergezeigt zu werden" erachtet.

26. Mai 1936
Auf den Bahamas meldet sich mit 500 Watt die Station "ZNS" auf
600 kHz. Diese Frequenz wird 1947 Kuba zugeteilt, was ein Wechsel
auf 1540 kHz erfordert. Die staatliche Finanzierung von Radio Bahamas
wird 1950 gestrichen, dafür wird Radiower-bung eingeführt.
1. Juni 1936
In Singapur beginnt die private kommerzielle Organisation "British
Malaya Broadcasting Corporation" mit der Ausstrahlung von
Rundfunkprogrammen. 1940 übernimmt der Staat die Station in
Caldecott Hill, die sich jetzt "Broadcasting Station, Posts
and Telegraph Departement, Singapore aud Federal Malaya States" nennt.
Im April 1941 übernimmt die "Malaya Broadcasting Corporation" als
halb staatliche Organisation, die Verantwortung.
1. August 1936
Mit einer Weltsendung von eineinhalb Stunden über
den Völkerbundsender "Radio Nations" in Richtung
Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Australien, wird das
Inte-resse nach einem regelmässigen Kurzwellendienst in der
Schweiz wach. Noch im gleichen Monat wird der Kurzwellendienst
ermächtigt, zu wöchentlichen Sendungen überzugehen.
1. August 1936
Der Fernsehsender "Paul Nipkow" dehnt
sein Programm während den Olympischen Spielen in Berlin (bis
16. August) von täglich zwei auf acht Stunden aus. Die Wettkämpfe
werden teils "live", teils durch das Zwischenfilmverfahren
in die 27 "Fernsehstuben" Berlins übertragen. Verwendet
werden die neuen Ikonoskop-Kameras, die eine elektroni-sche Bildzerlegung
ermöglichen. Aufnahmeoperateur ist der junge Ingenieur Walter
Bruch (Erfinder des "PAL"-Farbfernseh-Verfahrens), der
die Ikonoskop-Kamera für "Tele-funken" gebaut hat.

31. August 1936
Als tschechischer Auslandsrundfunk geht "Radio
Prag" um 10 Uhr auf Sendung. Neben Tschechisch, Slowakisch,
Englisch und Deutsch wird auch in dreizehn weiteren Sprachen auf
Mittelwelle gesendet.
25. Oktober 1936
Der Ansager Heinz Goedecke präsentiert über
den "Deutschlandsender Berlin" das erste Rundfunk-Wunschkonzert.
2. November 1936
Der erste Fernsehbetrieb für den Heimempfang
wird von der "BBC" vom Alexandra Palaca aufgenommen.
England erhebt den Anspruch darauf, den ersten echten Fernseh-betrieb
für Private eingerichtet zu haben. Dieser Anspruch gründet
sich auf die Tatsache, dass feinzeilige Fernsehempfänger schon
auf dem Markt waren und dass die Regierung, die Postverwaltung
und die "BBC" den Betrieb als ständiges Unterhaltungsmedium
anerkannten. Abwechslungsweise kommen zwei verschiedene Systeme
zum Einsatz ("Marconi/EMI" mit 405 Zeilen, "Baird" mit
240 Zeilen).
3. November 1936
In Kanada tritt ein neues Rundfunkgesetz in Kraft.
Aus diesem Gesetz geht die "Cana-dian Broadcasting Corporation" (CBC)
hervor.

19. November 1936
Im Feierabendhaus der "Badischen Anilin- und
Sodafabrik" in Ludwigshafen wird ein Konzert der Londoner
Philharmoniker mit einem "BASF"-Tonband magnetografisch
aufgezeichnet. Diese erste Tonbandaufnahme (Bandgeschwindigkeit
1 m/s) ist heute noch gut erhalten.
30. November 1936
Das Baird-Fernseh-Versuchsstudio Crystal Palace
brennt total aus.
30. November 1936
Durch eine Konzessionsänderung schafft sich
der Bundesrat einen stärkeren Einfluss auf die "Schweizerische
Rundspruchgesellschaft" (SRG). Es wird neu die Stelle eines
Gene-raldirektors geschaffen und die Kompetenzen der einzelnen
Radiogenossenschaften werden abgebaut.
18. Dezember 1936
In Spanien werden alle Radiostationen der Militäraufsicht
unterstellt.
1936
Aus Motala meldet sich erstmals ein schwedischer
Kurzwellensender im Äther. Die Sendungen richten sich an Landsleute
im Ausland.

1936
Die Station "World Radio University" aus
Boston nimmt in Scituate, an der Atlantik-Küste, einen neuen
20-kW-Kurzwellensender in Dienst.
1936
Mit der Gründung der "Ypiressia Radiofonias" (Dienststelle
für Rundfunksendungen) be-ginnt in Griechenland der systematische
Aufbau zwar landesweit geplanter, jedoch vorerst noch regional
operierender Rundfunksender. Die erste offizielle Radiosendung
wird am griechischen Nationalfeiertag (25. März 1938) ausgestrahlt.
Die Firma "Telefun-ken" liefert und unterhält den
15-kW starken Regierungssender.
1936
Der Niederländer Freek Kerkhoff beginnt mit
der regelmässigen Ausstrahlung 30zeiliger Fernsehbilder von
seiner Wohnung in Eindhoven aus. Sein Sender mit dem Rufzeichen "PAOKT" arbeitet
im 80-m-Band. 200 TV-Amateure in der Umgebung empfangen die sonntäglichen
Darbietungen von 7 bis 8.30 Uhr mit selbstgebauten Geräten.
1936
Die Polizei von Macau eröffnet die erste Radiostation "CQN".
Der "Radio-Club von Ma-cau" übernimmt fünf
Jahre später die Station, die jetzt das Rufzeichen "CR9AA" erhält
und mit 200 Watt auf 990 kHz sendet. 1954 wird die Station geschlossen.

1936
Auf 7120 kHz meldet sich in Tahiti die Amateurstation "FO8AA".
Der Betrieb wird bis 1951 aufrechterhalten.
1936
Mit der Verabschiedung des Rundfunkgesetzes in Südafrika
wird die "South African Broadcasting Corporation" (SABC)
aus der Taufe gehoben.

1. Januar 1937
Der katholische Missionssender in Portugal, "Radio
Renascença", beginnt mit regelmäs-sigen Sendungen
auf Mittel- und Langwelle. Gründer und Direktor der vom Staat
unabhängigen Station ist Pater Lopes de Cruz.
19. Januar 1937
General Franco gründet "Radio Nacional
de Espana". Ein mobiler 20-kW-Sender steht zunächst in
Salamanca, fogt dem Führer jedoch auf seinem Weg nach Madrid.
31. Januar 1937
In Peru wird "Radio Nacional del Peru" gegründet.

Januar 1937
Deutsche Gegner des Nationalsozialismus betreiben
wohl einen der ersten "Piratensen-der" in der Geschichte
des Rundfunks. Der "Sender der Freiheit", der antifaschistische
Programme ausstrahlt, wird bald von der "Gestapo" gejagt
und nach wenigen Monaten ausgehoben.
13. Februar 1937
Das Baird-Fernsehsystem wird zum letzten Mal von
der "BBC" über den Alexandra-Palace-Sender verbreitet.
Der Postmaster General gibt bekannt, dass sie das "Marconi-
EMI"-System demjenigen Bairds vorziehen. Dies wird dreifach
begründet: 1) Durch die höhere Auflösung wird eine überlegene
Bildqualität erzielt. 2) Die Zeilensprungabtastung reduziert
Flimmern erheblich. 3) Die Emitron-Kamera (EMIs Handelsname für
das Iko-noskop) bietet weitaus mehr Entwicklungsmöglichkeiten
für das Fernsehen als mechani-sche Systeme.
1. März 1937
Radio Wien führt bezahlte Verlautbarungen
ein.
1. Mai 1937
Die "SRG" schliesst einen neuen Vertrag
mit der Schallplattenindustrie ab. Der Vertrag beschränkt
die tägliche Schallplatten-Sendezeit auf zwei Stunden pro
Landessender, zudem muss die "SRG" jährlich eine
Pauschalsumme von 80 000 Franken zahlen.
Bis 1936 hatte die "SRG" praktisch keine Urheberrechte
abzugelten. Ein Vertrag mit den grossen Schallplattenfirmen verschaffte
ihr das Privileg, unentgeltlich Platten abzuspie- len. Die Gegenleistung
bestand in einem Hinweis auf den Plattentitel am Mikrofon. Dies änderte
sich 1936, als sich das Bundesgericht für den Schutz der Urheberrechte
einsetzte und die "SRG" mit einem Entscheid vom 7. Juli
verpflichtete, entsprechende Entschädigungen zu leisten.

12. Mai 1937
Die "BBC" überträgt die Krönung
Georges VI live von einem Standort im Hyde Park Corner in London.
Dies ist die erste live übertragene Aussenaufnahme durch die "BBC",
die mit dem jüngst eingeführten "Marconi/EMI"-System
durchgeführt wird. Drei Kameras senden ihre Bilder über
Kabel zu einem Aufnahmewagen, von wo sie über ein spezielles
Koaxialkabel zum Alexandra Palace weitergeleitet werden.
24. Mai 1937
In Frankreich wird, nach England, der zweite hochzeilige
Fernsehdienst der Welt eröffnet (455 Zeilen).
23. Juni 1937
Nach Testsendungen im April/Mai beginnt nun das
regelmässige deutschsprachige Aus-landsprogramm von "Radio
Tokio". Die Sendungen werden bis ende Jahr dreimal wöchentlich,
und danach sogar täglich ausgestrahlt.
15. Juli 1937
Die Deutsche Reichspost führt die neue Fernsehnorm
mit 441 Zeilen ein (bisher 180).
25. September 1937
Vertrag zwischen der Regierung des Fürstentums
Liechtenstein einerseits und "Roditi International Corporations
Ltd." und "Mills & Rockley Ltd." Andererseits
zwecks Gründung einer Radiostation in Liechtenstein. Die Konzession
zum Betreiben einer Rundspruchsendeanlage auf Wellenlänge
209,9 m (1429 kHz) und einer Maximal- leistung von zwei Kilowatt
für die Zeitdauer von 25 Jahren wird der Firma "Roditi" erteilt.
5. September 1937
Jean Prouvost, Herausgeber der Zeitung „Paris-Soir“,
startet mit seinem Radio 37 in Paris. Die Musical- und Theatersendungen
aus dem Studio an der rue François 1er, sind beim Publikum
sehr beliebt. am 13. Juni 1940 ist kriegsbedingt Sendeschluss.

25. Dezember 1937
"Radio Vatikan" nimmt einen neuen 25-kW-Kurzwellensender
von "Telefunken" in Be-trieb. Gleichzeitig werden die
neuen Richtantennen eingeweiht.
1937
In Berlin entwickelt Walter Bruch für die Deutsche
Reichspost das erste elektronische Fernsehstudio. Es dauert ein
Jahr, bis es erstellt, eingerichtet und betriebsbereit ist.
1937
Engländer bringen das Radio nach Burma. Ein "Marconi"-Sender
der die Funkstrecke Indien-Burma versorgt, wird für Rundfunkdienste
eingesetzt. Ein 10-kW-Sender wird 1939 in Mingaladon in Betrieb
genommen. Er verbreitet ein Programm in Englisch und Burmesisch.
1946 wird der "Burma Broadcasting Service" eingeführt.
1937
"Radio Alger" wird einem geschäftsführenden
Rat (Conseil de Gérance) unterstellt und 1941 der Organisation
des französischen Staatsrundfunks in Vichy angegliedert.

1. Januar 1938
Das Magnettonverfahren wird im deutschen Rundfunk
eingeführt. Das Band ist ¼ Zoll (etwa 6,5 mm) breit,
0,08 mm dick und wird mit einer Geschwindigkeit von 30 Zoll/s abgespielt.
Die Wiedergabedauer einer Bandspule beträgt 20 Minuten. Die
Magnetbän-der sind einfach zu handhaben und unempfindlich
gegen mechanische Beschädigungen. Sie können praktisch
beliebig oft abgespielt oder auch gelöscht und neu verwendet
werden. Ausserdem lassen sie sich wie Filmstreifen leicht mit der
Schere schneiden und in abgeänderter Folge wieder zusammenkleben.
3. Januar 1938
Die "BBC" führt einen arabischen
Dienst ein.
20. Januar 1938
Gründung von "Radio Barquisimento" in
Venezuele.
9. März 1938
Die RAVAG überträgt die dramatische
Rede von Dr. Kurt Schuschnigg aus Innsbruck (Ankündigung
der Volksabstimmung).
9. März 1938
In Moskau werden erstmals zu Testzwecken 90-Zeilige
Fernsehsendungen ausgestrahlt.
11. März 1938
Ende der Radio-Verkehrs AG. Der Programmbetrieb
wird von der deutschen Reichsrundfunkgesellschaft, der Sendebetrieb
von der deutschen Reichspost übernommen. Tags darauf melden
sich die Sender der ehemaligen Radio-Verkehrs AG mit der Ansage „Hier
ist der Deutsch-Österreichische Rundfunk“.

April 1938
Die Eidgenössischen Räte beschliessen
den Bau eines Schweizerischen Kurzwellensen-ders und die Schaffung
eines eigentlichen Kurzwellenprogrammdienstes.
7. Juni 1938
Mit sechs Kilowatt beginnt "Radio Luxembourg" auf
der Kurzwelle 49,26 m zu senden.
21. Juni 1938
In Ankara wird das neue Rundfunkzentrum fertiggestellt.
Zusätzlich werden zwei neue "Marconi"-Sender in
Betrieb genommen (120 kW-Langwelle und 20 kW-Kurzwelle).
Juli 1938
Aus Motola, 200 km südwestlich von Stockholm,
beginnt der schwedische Rundfunk mit dem Auslandsprogramm. Im 25-m-Band
wird das Zielgebiet Nordamerika angepeilt. Die heutige Europafrequenz
6065 kHz wird ebenfalls eingesetzt.
August 1938
Mit einer bescheidenen Stärke von 3 Kilowatt
nimmt in der Hauptstadt Tirana die erste Radiostation Albaniens
den Sendebetrieb auf Kurzwelle auf. Das tägliche Programm
von drei bis vier Stunden besteht hauptsächlich aus Musikpräsentationen,
Nachrichten über das Leben und die Tätigkeit des Albanischen
Königs und Auslandinformationen, zusam-mengestellt von einer
kleinen Gruppe von Leuten.
Nach der faschistischen Besetzung Albaniens durch die Italiener
am 7. April 1939, wurde auch "Radio Tirana" von den Italienern übernommen
und als Mittel zur Verbreitung der politischen Ansichten Mussolinis
genutzt.

21. September 1938
Die "BBC" führt erste regelmässige
Fernsehnachrichtensendungen ein. J. Horrabin kommentiert die 15-
bis 30minütige Sendung "News-Map". Es werden Filme,
Fotos und anschauliche Karten eingesetzt.
26. September 1938
570 Rundfunksender übertragen die Rede Adolf
Hitlers aus dem Berliner Sportpalast.
27. September 1938
Die Reichssender Hamburg und Köln beginnen
mit der Ausstrahlung von Nachrichten in englischer Sprache, die
in das Abendprogramm eingeblendet werden. Stuttgart, Frank- furt
und Saarbrücken bringen Nachrichten in französischer
Sprache.
27. September 1938
Die "BBC" beginnt mit dem deutschsprachigen
Auslandsdienst. Am selben Tag werden auch französisch- und
italienischsprachige Nachrichten über den Londoner Sender
aus-gestrahlt.
Am Morgen des 27. Septembers beschloss die Englische Regierung,
dass der Text der Rundfunkrede die der Premierminister Neville
Chamberlain am selben Tage halten werde, in deutscher, französischer
und italienischer Übersetzung ausgestrahlt werden solle. In
aller Eile organisierten die Verantwortlichen der "BBC" Übersetzer
und Sprecher. Auf diese Weise sollte die Deutsche Bevölkerung
darauf aufmerksam gemacht werden, wie nahe die Gefahr eines Krieges
gerückt war.

29. September 1938
Der repräsentative Erweiterungsbau der Grossfunkstation
von "Transradio Nauen" wird seiner Bestimmung übergeben.
30. September 1938
Die "BBC" berichtet live mit ihrer Aussenaufnahmen-Einheit
von der Rückkehr des Pre-mierministers Neville Chamberlain
aus München. Chemberlain bringt die berühmte "Peace
in Our Time"-Botschaft mit. Die "Marconi/EMI"-Aufnahmeeinheit
ist mit drei Kameras und den nötigen Mikrophonen vertreten,
und berichtet über die Ankunft und die darauffolgenden Zeremonien.
Der Live-Bericht wird über den mobilen Relaissender zum Alexandra-Palace
geschickt. Diese Live-Berichterstattung wird von der "Londoner
Times" die "bisher eindrucksvollste" genannt, die
weiter feststellt, dass "eine historische Qualität in
der Produktion" erreicht worden sei, der "keine andere
Aussenaufnahme gleichkom-me".
September 1938
Als Stimme des französischen Oberkommissars
in Syrien, wird "Radio Levant" (4-kw) aktiv.
15. Oktober 1938
Aus Vaduz meldet sich "Radio Liechtenstein" auf
Mittelwelle 209,9 m. Die Firma "Lorenz" in Deutschland
liefert den dreistufigen Telefoniesender mit einem Wellenbereich
von 45 bis 275 m. Ein vorgesehenes anspruchsvolles Programm kann
wegen finanziellen Schwierigkeiten nicht verwirklicht werden. Stattdessen
wird von 20 bis 21 Uhr ein tägliches Unterhaltungsprogramm
gesendet. Der Sendeleiter Dr. Friedrich Ritter muss sich anfangs
mit 20 Schallplatten zufriedengeben, was eine Spieldauer von etwa
zwei Stunden ergab. Das Archiv wurde bald auf 160 Platten erweitert.

30. Oktober 1938
Orson Welles produziert für die "CBS"-Sendekette
die Serie "The Mercury Theatre on Air" (1938-1940) mit
der unheilvollen Sendung "The War of the Worlds". Die
realistische Darbietung erzeugt in tausenden Hörern echte
Furchtgefühle vor Mars-Menschen. Unter einem Teil der Hörer
entsteht eine Panik.
31. Oktober 1938
In Rom (Prato Smeraldo) wird das bereits in Betrieb
stehende Kurzwellenzentrum offi-ziell seiner Bestimmung übergeben.
21. November 1938
Ein Föhnsturm bringt den Sendemast von "Radio
Liechtenstein" im Haberfeld zu Fall. Nach mehrtägigem
Unterbruch meldet sich die Station wieder im Äther.
9. Dezember 1938
Der Bundesrat erläutert die Aufgabe des Schweizerischen
Kurzwellendienstes: "Wir möchten, ohne aufdringlich oder überheblich
zu werden, dem Ausland zeigen, dass wir nicht nur ein Land der
Industrie, des Handels und des Fremdenverkehrs sind, dass die Schweiz
vielmehr ein Land von hoher Kultur, von alter, bodenständiger
und eigenartiger Zivilisation, und dass wir zu allen Zeiten unseren
eigenwertigen schweizerischen Beitrag an die gesamte Kultur Europas
und der Welt geleistet haben".
15. Dezember 1938
Das neue Rundfunkgebäude auf dem Eugène
Flageyplatz in Brüssel wird seiner Bestimmung übergeben.
Es beherbergt das grösste Konzertstudio der Welt.

25. Dezember 1938
In Irland werden Testsendungen auf Kurzwelle 17840
kHz durchgeführt. Der 1,5 kW-Sender in Athlone wird für
das Zielgebiet Nordamerika eingesetzt. Offizieller Start ist am
St. Patrics-Day 1939. Nach Kriegsende wird ein neues Kurzwellenzentrum
gebaut, aber abgesehen von einigen Testsendungen, nie fertiggestellt
und in Betrieb genommen.
Heute ist Irland eines der wenigen Länder der Erde ohne Kurzwellenprogramm über
eigene Sender.
29. Dezember 1938
In Lugano wird die "Società Cooperativa
per la Radiotelevisione nella Svizzera Italiana" gegründet.
1938
Die Fernseh-Forschungsgesellschaft der Deutschen
Reichspost erhält zusammen mit fünf deutschen Fach-Firmen
den Auftrag zur Entwicklung des "Deutschen Fernseh-Ein-heitsempfängers".
1938
Anlässlich der Fachmesse in Utrecht führt "Philips" erste öffentliche
Fernsehdemonstra-tionen durch. Kameras und Empfangsgeräte
befinden sich im gleichen Gebäude. Zur Verfügung stehen
Ikonoskop-Kameras (Bildnorm: 405 Zeilen).
Seit Mitte der dreissiger Jahren betreibt "Philips" in
Eindhoven ein Fernsehstudio für Ver-suchszwecke.

1938
Offizieller Fernsehstart in Frankreich. Der französische
Staatsrundfunk beginnt mit 440-445zeiligen Fernsehsendungen. Die
Leistung des Eiffelturmsenders, der stärksten TV-Station Europas,
beträgt 30 kW. Der Bildsender arbeitet auf 6,52 m, der Tonsender
auf 7,14 m. Fernsehbilder können sogar in London empfangen
werden.
1938
Im französischen Protektorat Tunesien wird
der 20-kW-PTT-Sender "Radio Tunis" er-öffnet.

12. Februar 1939
In Zusammenarbeit mit dem schweizer Völkerbundsender
strahlt der Rumanische Rundfunk eine halbstündige Sendung über
Kurzwelle aus. Das Programm wird per Kabel nach Genf überspielt
und von dort über den Kurzwellensender in Prangins nach
Nordamerika zur Wiederausstrahlung übertragen. Am 1. Januar
1940 nimmt ein eigener Kurzwellensender den Betrieb auf.
20. Februar 1939
Die "Liechtensteinische Rundspruch-Aktiengesellschaft" wird
gegründet.
Februar 1939
Die General-Electric-Station "KGEI" in
San Francisco, beginnt auf Kurzwelle ein Nachrichten- und Unterhaltungsprogramm
in Richtung Philippinen auszustrahlen.
7. März 1939
Die "Philco Radio and Television Corp." Demonstriert
einer Gruppe von Radiohändlern ihren neuen "tragbaren" TV-Sender.
Es ist eine abgeschlossene Einheit mit einer Kamera, die auf einem
Gehäuse montiert ist. Ihr Gewicht beträgt ca. 210 kg.
Sie besitzt eine vollständige Sendeausrüstung, die nach "RMA"-Standarts
arbeitet, und hat eine Leistung von weniger als einem Watt, woraus
sich eine Reichweite von nur ca. 60 m ergibt.

19. März 1939
Die gesetzliche Grundlage für die umfassende
Einführung des Drahtfunks (Kabelhörfunk) wird gelegt.
In den folgenden Jahren wird der Drahtfunk in den Bereichen der
Oberpost-direktionen Berlin, Düsseldorf und Hamburg ausgebaut.
Die Gesamtzahl der Drahtfunk-teilnehmer steigt während des
Krieges auf 176 000.
30. April 1939
Die "National Broadcasting Company" (NBC),
eine Abteilung der "Radio Corporation of America" (RCA),
führt das 441zeilige Fernsehen in den USA ein. Auf der New
Yorker Weltausstellung eröffnet Präsident Roosevelt den
regelmässigen Fernsehbetrieb.
Der Verkauf von TV-Empfängern gestaltet sich allerdings langsam
und enttäuschend. Dem Vorbild der "BBC" in London
folgend, beginnt "RCA/NBC" jetzt eine lange Reihe von "special
events", um das Publikumsinteresse an dem neuen Medium zu
stimulieren. So wird am 17. Mai das Baseballmatch zwischen Columbia-
und der Princeton-University live übertragen; vom 16. Bis
21. Mai wird live vom Sechstage-Motorradrennen berichtet; der Boxkampf
zwischen Baer und Nova wird am 1. Juni live übertragen. Alle
diese Ereignisse werden mit einer einzelnen Kamera aufgenommen.
6. Mai 1939
Der Kurzwellensender Schwarzenburg nimmt einen Tag
vor der Eröffnung der Landesausstellung den Versuchsbetrieb
auf. Der 25-kW-Sender befindet sich drei Kilometer östlich
des Dorfes Schwarzenburg auf einer 800 m über Meer gelegenen
Ebene. Die vier Richtantennen bedienen Nordamerika, Westküste
Afrikas, Südamerika, Asien und Afrika auf acht verschiedenen
Wellenlängen. Für 750 000 ranken baut die Firma Hasler
AG, Bern, diese "Marconi"-Anlage in Lizenz.

7. Mai 1939
Erste öffentliche Fernsehvorführung in
der Schweiz. An der Landesausstellung führt das "ETH"-Institut
für Hochfrequenztechnik unter Leitung von Professor Dr. F.
Tank einer breiten Öffentlichkeit eine selber entwickelte
Fernsehapparatur vor. Weitere Fernsehde-monstrationen sind erst
wieder 1947 am Comptoir in Lausanne zu sehen.
19. Mai 1939
In Herzberg, 90 km südlich von Berlin, wird
ein 150-kW-Langwellensender in Betrieb ge-nommen. Die Ausführung
der weitläufig geplanten Antennenanlage beschränkt sich
schliesslich auf einen 325 m hohen Gittermast, der zu dieser Zeit
das höchste Bauwerk Europas darstellt
21. Juni 1939
Neugliederung des Ostmärkischen Rundfunkwesens.
Die Sender Salzburg und Innsbruck werden an den Reichssender
München angeschlossen, der Sender Dornbirn an den Reichssender
Stuttgart.
1. Juli 1939
Der "Schweizerische Kurzwellensender Schwarzenburg" beginnt
mit regelmässigen Sen-dungen. Täglich werden Programme
nach Nord- und Südamerika ausgestrahlt. Dazu lommen wöchentlich
zwei Sendungen für Australien, Neu Seeland und Ostasien. Für
Europa und Nordafrika werden täglich die Landessenderprogramme über
Rundstrahler verbreitet.
Leider währte die Freude über den mit den Landsleuten
in der Fremde aufgenommenen Kontakt nicht lange. Am frühen
Morgen des 6. Juli 1939 brach im Kurzwellensender Schwarzenburg
Feuer aus, nachdem noch zwischen 22.30 und 4.00 Uhr drei Versuchs-sendungen
durchgeführt worden waren. Beim Brande wurden die verschiedenen
Stufen des Senders mit den zugehörigen Schalttafeln und das
Kommandopult unter dem ein-stürzenden Dach begraben, wobei
sie im brennenden Trümmerhaufen zusammen-schmolzen. Unversehrt
blieben die Hochspannungs-, Umformer- und Gleichrichtanlagen im
Untergeschoss und die Wasserkühlanlage im Anbau.
Sofort nach dem Brand wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die
weltpolitische Entwicklung liess eine stark beschleunigte Wiederherstellung
der "Stimme der Heimat" als Brücke zwischen der
Schweiz und ihren Landsleuten in aller Welt zweckmässig erscheinen.
In der Zwischenzeit konnten die Auslandschweizersendungen, dank
dem Entgegenkommen der Radio Schweiz AG., über den Sender
Prangins gegeben werden. Schon im Herbst 1939 war das neue Sendegebäude
unter Dach, und Anfang 1940 konnten auch die Versuchssendungen
wieder aufgenommen werden.

18. Juli 1939
Die 16. Und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
letzte "Berliner Funkausstellung" wird eröffnet.
Das Hauptstück der Ausstellung ist ein "Standard"-TV-Empfänger,
der auf eine gemeinschaftliche Unternehmung von "Fernseh-AG", "Telefunken", "Lorenz", "Loewe-Radio" und "TeKaDe" zurückgeht.
Dies ist der Fernseh-Einheitsempfänger "E 1". Er
ist ein eher kleines Tischmodell mit einer Bildschirmgrösse
von ca. 19,5 x 22,5 cm. Sein bescheidener Preis: 650 Reichsmark.
Gleichwertige Geräte in England kosten immerhin 1160 RM. Die
Produktion der ersten 10 000 Stück konnte wegen des Kriegsausbruchs
nicht mehr aufgenommen werden. Gebaut wurde lediglich eine Nullserie
von 50 Stück.
22. Juli 1939
In Italien wird ein regelmässiges Fernsehprogramm
mit feinzeiligem System eingeführt. Die Studiogeräte
werden von der "Deutschen Fernseh AG" geliefert. Der
Sender in Rom arbeitet mit der 441-Zeilen-Norm.
27. Juli 1939
Baird führt die erste Demonstration eines Farbfernsehsystems
mit einer Elektronenröhre vor. Die Bilder werden vom Südturm
des Crystal Palace über eine Distanz von zwei Meilen zu John
L. Bairds Haus und Labors in der Crescent Wood Road in Sydenham übertragen.
Die Abtastvorrichtung ist eine rotierende Trommel mit 34 geschliffenen
Spiegeln und einer Farbscheibe, die den Lichtpunkt bei der Abtastung
dreimal verkämmen (Zeilensprungverfahren), wodurch ein 102zeiliges
Bild entsteht.

9. August 1939
Aus Andorra meldet sich die gleichnamige Station
mit dem offiziellen Programm. Mit 35 kW (erlaubt sind 60 kW). Seit
dem 3. August (versuchsweise) wird tagsüber auf 415 m und
später auch nachts auf 274 m gesendet. Durch das zweisprachige
Programm (Spanisch und Französisch) führt die charmante
Moderatorin Victoria Zorzano. Als Direktor zeichnet Jaques Trémoulet,
der auch bei Radio Toulouse, Poste de Ille-de-France, Radio Bordeaux,
Radio Agen und Radio Montpellier beteiligt ist.
Am 28. August 1939 werden die Sendungen aus dem Studio in Andorra-la-Vieille
wegen dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs für mehrere Monate
unterbrochen und erst am 3. April 1940 wieder aufgenommen.
Zeitweise benützt Radio Andorra auch einen 1 kW-Kurzwellensender
im 49-m-Band. Die Sendeanlage steht in 2000 m Höhe am Ufer
des Sees von Engolaster.
23. August 1939
Die jährliche "Olympia Radio Exhibition" in
London wird mit der Übertragung einer Rede von Sir Stephen
Tallents, der bei der "BBC" für die Öffentlichkeitsarbeit
zuständig ist, eröffnet. Dies ist die erste Eröffnung
der Ausstellung durch das Fernsehen. Wieder liegt der Schwerpunkt
der Veranstaltung ganz beim Fernsehen; gezeigt werden Modelle von "HMV", "Baird
Television", der englischen "General Electric Co.", "Scophony" und "Ferranti".
Als Ergebnis steigen die Verkaufszahlen in der Region London auf
500 Empfangsgeräte pro Woche.
24. August 1939
Der Fernsehsender "Paul Nipkow" in Berlin
wird auf Anordnung des Oberkommandos der Wehrmacht stillgelegt.
30. August 1939
Abhörverbot ausländischer Sender
in Österreich. Zuwiederhandlung wird mit Zuchthaus bestraft.
31. August 1939
In den ersten Augusttagen 1939 trugen Himmler und
Heydrich ihrem Führer den Plan vor, dem Ausland tatsächliche
Beweise für polnische Übergriffe auf das Reichsgebiet
zu liefern. Hitler akzemtierte.
Gegen 20 Uhr überfallen SS-Männer, maskiert
als polnische Freischärler, den Sender Gleiwitz an der Tarnowitzer
Landstrasse. Mit vorgehaltener Pistole dringen sie in den Senderaum
ein, inszenieren einen Krawall, schleppen das von ihnen gefesselte
Personal in den Keller und sprechen über das Mikrofon eine
vorbereitete polnische Hetzrede. Nach wenigen Minuten ist das Spektakel
beendet und der Trupp verschwindet. Am nächsten Tag überschlägt
sich die deutsche Presse über die "Untat" von Gleiwitz;
für sie das Signal zu einem allgemeinen Angriff polnischer
Freischärler auf deutsches Gebiet.

August 1939
König Ibn Saud weiht den ersten Sender in seinem
Wüstenkönigsreich, die 1-Kw-Station "Mekka" ein.
1. September 1939
In Deutschland wird ein Verbot des abhörens
ausländischer Rundfunksender erlassen. Bei nichtbefolgen wird
mit der Todesstrafe gedroht.
1. September 1939
Die Luxemburger Regierung verfügt die Einstellung
der regulären Sendungen von "Radio Luxembourg".
Es dürfen nur noch zweimal täglich Bekanntmachungen der
Regierung ausgestrahlt werden.
1. September 1939
Mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen
wird eine Station von "Polskie Radio" nach der anderen
ausser Betrieb gesetzt. Die Sender Poznan und Katowice werden von
den Deutschen besetzt.
1. September 1939
Die "BBC" stellt wegen drohender Kriegsgefahr
den Fernsehdienst ein. Der Sendebetrieb wird ohne Ankündikung
zu Mittag eingestellt, die rund 23 000 seit Beginn der Sendungen
im Jahre 1936 verkauften Empfangsgeräte sind damit für
die Dauer des Krieges nutzlos gemacht.

7. September 1939
Der Sender "World Radio University" nimmt
das Rufzeichen "WRUL" an, das bis zum 31. Mai 1966 beibehalten
wird. Das "L" im Rufzeichen steht für "Lemmon",
der Gründer der Station.
21. September 1939
"Radio Luxembourg" stellt auf Wunsch der
Regierung die Sendungen ganz ein. Noch vor dem Einmarsch der Deutschen
im Mai 1940 werden die Senderöhren von einem Techniker an
einem geheimen Ort vergraben.
September 1939
Das bescheidene Musikprogramm von "Radio Liechtenstein" wird
mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt. Bevor die Station
endgültig schweigt benützt ihn die Regierung, um die
Bevölkerung über wichtige Ereignisse oder notwendige
Massnahmen auf dem laufenden zu halten.
4. November 1939
Dem Sendeleiter von "Radio Liechtenstein",
Dr. Friedrich Ritter, wird von der Betreiber-firma gekündigt.
Etwas später erhält auch der Techniker Josef Kindle die
Kündigung. Der Sender, noch immer Eigentum der Lieferfirma "Lorenz
AG", wird daraufhin demontiert und abgeführt.

17. November 1939
Der Jamaikaner John Grinan strahlt mit seiner Amateur-Station "NJ2PZ" das
erste Radioprogramm aus ( einmal wöchentlich). Im darauffolgenden
Jahr erhält die Station an der Seaview Avenue, St. Andrew,
das Rufzeichen "VP5PZ". Seit dem 3. Juni 1940 wird mit
einem kleinen Mitarbeiterstab ein tägliches Radioprogramm
produziert.
28. November 1939
Als ausgesprochener Propagandasender wird der Sender
Bremen in Osterloog in Betrieb genommen. Die nach Westen weisende
Richtantenne der 100-kW-Mittelwellenstation (759 kHz) soll im Ätherkrieg
gegen Grossbritannien eingesetzt werden.
11. Dezember 1939
Stockholm sendet von nun an täglich ein internationales
Kurzwellenprogramm in Schwedisch, Englisch, später auch in
Deutsch und Französisch.
20. Dezember 1939
Der australische Premierminister Robert Menzies
eröffnet den Auslandsdienst "Australia Calling".
Zum einen will man den Rundfunksendungen der Achsenmächte
entgegenwir- ken, zum anderen den Zusammenhalt des britischen Commonwealth
fördern. Den ersten Sendesprachen Englisch, Französisch,
Deutsch, Niederländisch und Spanisch, wenig später auch
Afrikaans und Italienisch, folgen erst im Verlaufe des Zweiten
Weltkrieges auch ost- und südostasiatische Sprachen.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird "Australia Calling" in "Radio
Australia" umbe-nannt und durchläuft eine Programmreform,
die nun auch Diskussions- und Musikpro-gramme zulässt. 1950
wird "Radio Australia" zu einem Bestandteil der "Australian
Broad-casting Corporation" (ABC).

1939
Auf den Bahamas wird die Station "ZNS" im
49-m-Band aktiv. Der 200-Watt-Kommuni-kationssender in Nassau strahlt
täglich eineinhalb Stunden ein Radioprogramm auf 6090 kHz
aus.
1939
In Port Louis, der Hauptstadt von Maurizius, meldet
sich auf 7190 kHz die Station "VQ8".

1. Januar 1940
Im Deutschen Reich sind bereits 13 711 325 Radiogeräte
gemeldet.
1. Januar 1940
Die "New British Broadcasting Station" (NBBS),
ein Geheimsender der Reichsrundfunk-gesellschaft, beginnt auf drei
Kurzwellenfrequenzen zu senden. Täglich wird ein 90minütiges
Programm in Richtung England ausgestrahlt.
5. März 1940
"RCA" demonstriert die erste TV-Übertragung
von einem im Flug befindlichen Flugzeug aus. Eine neue Leichtgewicht-Sendeanlage
mit zwei Kameras, ca. 350 kg schwer, ist in einer Boeing 247-D
von United Airlines installiert worden. Die Bilder werden zum "RCA"-Gebäude
und von dort weiter zum Sender am Empire State Building gesendet,
von wo sie für den regulären Heimempfang ausgestrahlt
werden. Sie sollen "gelegentlich gut" sein, wenngleich
sie undeutlich und verzerrt sind. Das Experiment wird als grosser
Erfolg bejubelt.

15. März 1940
Auf dem Bruderholz bezieht "Radio Basel" das
neue Studiogebäude. Die Villa im Margarethenpark, wo seit
1932 das Studio untergebracht war, diente den Anforderungen nicht
mehr. Das neue Sendehaus an der Novarastrasse zeigt, vom betriebstechnischen
Standpunkt aus gesehen, eine sehr praktische Anordnung der acht
Studioräume (Ansage- und Schallplattenstudio, zwei Vortragsstudios,
zwei Hörspiel- und ein Kammer-musikstudio, einen mittelgrossen
Studioraum für Chöre, Orchester und Blasmusiken) um einen
zentral gelegenen, grossen Verstärkerraum mit angegliederten
Tonaufnahmen und Technikerbüro. In dem zweistöckigen
Gebäude ist zwischen den Studios im Parterre, wo noch eine
geräumige Halle als Empfangs- und Aufenthaltsort für
die Mitwirkenden dient, und den Verwaltungsräumen im ersten
Stock eine strenge Trennung durchgeführt.
18. März 1940
Die "BBC" führt Programme in finnischer
Sprache ein.
1. April 1940
Die Engländer führen im Sudan den Rundfunk
ein. Im Postgebäude von Omdurman wird "Radio Omdurman" untergebracht.
24. April 1940
Mit der Inbetriebnahme einer Mittelwellen- (30 kW)
und einer Kurzwellenstation (2 kW) wird der Rundfunk in Iran eingeführt.
Das abendliche Programm von vier Stunden wird in den Sprachen Farsi,
Arabisch, Französisch, Englisch und Russisch ausgestrahlt.

10. Mai 1940
Nach dem Einmarsch der Nazis in das Grossherzogtum
Luxemburg wird "Radio Luxembourg" besetzt. Der Lang-
und Kurzwellensender wird in die Propagandamaschi-nerie des Reichsrundfunks
eingegliedert. Der nichtbetriebsbereite Gross-Sender muss zuerst
wieder flott gemacht werden, da die Senderöhren unauffindbar
sind.
12. Mai 1940
Der holländische Auslandsdienst "PHOHI" (Philips
Omroep Holland Indie) wird einge-stellt. Die Kurzwellenstation "PCJJ" in
Huizen, zwei Sender von je 60 kW, wird unbrauchbar gemacht, um
nicht der Nazi-Propaganda zu dienen. Den Besetzern ge-lingt es
aber, den Sender zu reaktivieren, bis er im Frühling 1944
durch Sabotage und Sturm endgültig zum Schweigen gebracht
wird.
17. Mai 1940
Der durch Feuer zerstörte Kurzwellensender
Schwarzenburg ist wieder in Betrieb. Mit einer Sendeleistung von
25 kW wird eine Funkbrücke zu den Auslandschweizern in aller
Welt hergestellt.
19. Mai 1940
Niederländische Journalisten bauen in Frankreich
den ersten Emigrantensender auf. Aus Paris meldet sich "Radio
Vrij Nederland". Die Sendungen, die in einem Gebäude
einer "Philips"-Tochtergesellschaft redaktionell erstellt
und in einem Kellerstudio im Haus der französischen PTT verlesen
werden, stützen sich auch auf die Ergebnisse eines eigenen
bescheidenen Monitordienstes, der die Programme aus Berlin und
dem besetzten Hilversum verfolgt.

20. Mai 1940
Edwin Armstrong, die treibende Kraft hinter der
FM-Technik (Frequenz-Modulation) er-ringt einen gewaltigen Triumph:
Die "FCC" erlässt Order No. 67, derzufolge 40 FM-Kanäle,
je 200 kHz breit, auf 42 bis 50 MHz eingerichtet werden sollen.
Dies schliesst auch den TV-Kanal 1 (44 - 50 MHz), der "RCA/NBC" in
der Region New York gehört, sowie die "Don Lee"-Station
in Los Angeles und die neue "Zenith"-Station in Chicago
ein. Dadurch sind die Betroffenen gezwungen, ihre Sender zu schliessen
und auf eine andere Frequenz (50 - 56 MHz) für einen neuen
Kanal 1 umzurüsten.
28. Mai 1940
Die Infrastruktur des belgischen Rundfunks
wird von der deutschen Besatzungsmacht übernommen und der „Sender
Brüssel“ ausgerufen. Zuvor gelang es den Belgiern
noch, das Rundfunkgebäude teilweise zu räumen und für
einige Tage aus Watermaal-Bosvoorde und später aus Nord-Frankreich
mit einer mobilen Einrichtung weiterzusenden.
9. Juni 1940
Von nun an wird das für Rundfunkübertragungen
eingerichtete Leitungsnetz dazu ver-wendet, ein einheitliches "Reichsprogramm" zu übertragen,
das entweder von Berlin oder von einem der "Reichssender" (Funkhäuser)
in den regionalen Zentren geliefert wird. Lediglich in den Vormittagsstunden
von 8 bis 12 Uhr werden regionale Sendungen ver-breitet. Das Reichsprogramm
wird in jedem Fall von einer in Berlin eingerichteten Ab-spielzentrale über
ein sternförmiges Leitungsnetz ("rotes Netz") allen
Rundfunksendern zugeleitet. Die Abspielzentrale ist im Funkhaus
in der Masurenallee untergebracht.
10. Juni 1940
Die Sendungen von "Radio Vrij Nederland" aus
Paris werden eingestellt, weil die deutschen Truppen nur noch wenige
Kilometer von der Hauptstadt entfernt sind.

25. Juni 1940
In der Woche vom 25. Bis 28. Juni überträgt "NBC" den
Parteitag der Republikaner in Philadelphia. Szenen des Podiumsgeschehens
werden von Ikonoskop- und Orthikon-Kameras aufgenommen und 104
Meilen weit über Koaxialkabel nach New York City gesendet,
wo sie vom Sender am Empire State Building ausgestrahlt werden.
In New York sollen um diese Zeit an die 4 000 Empfangsgeräte
in Gebrauch sein. Auch die "Philco Corp." Hat eine Sendeeinheit
auf dem Parteitag und sendet über die Station "W3XE" in
die Region von Philadelphia. Dies ist ein Gemeinschaftsunternehmen
mit dem "Mutual Broadcasting System" In Philadelphia
sollen 5 000 Empfangsgeräte in Gebrauch sein.
27. Juni 1940
Der englischsprachige Geheimsender "Caledonia",
von der "Reichsrundfunkgesellschaft" betrieben, wendet
sich täglich eine halbe Stunde lang mit einem nationalsozialistisch-separatistischen
Programm an die Schotten. Es wird der Eindruck erweckt, als stehen
die schottischen Nationalisten hinter diesem Sender.
Juni 1940
Unter Obhut von der von den Japanern eingesetzten
provisorischen nordchinesischen Regierung wird die "North
China Broadcasting Corporation" gegründet. Es stehen
ihn acht Radiostationen mit dem Gross-Sender Peking zur Verfügung.
20. Juli 1940
Die US-Musikzeitschrift "Billboard" veröffentlicht
die erste Verkaufshitparade für Schall-platten.

21. Juli 1940
"Radio Genéve" weiht sein neues "Maison
de la Radio" am Boulevard Carl Vogt offiziell ein.
28. Juli 1940
Über "BBC"-Sender wendet sich "Radio
Oranje" in niederländischer Sprache von London aus an
die unterdrückten Landsleute.
18. August 1940
In Ekuador meldet sich "Radio Quito" aus
der gleichnamigen Hauptstadt auf MW und KW.
29. August 1940
"CBS" verkündet, ein Farb-TV-System
fertiggestellt zu haben, welches bis 1. Januar 1941 betriebsbereit
sei. Ein privater Test ist vom "FCC"-Vorsitzenden James
L. Fly am 28. August beobachtet worden, der feststellt, dass der
Beginn des Fernsehens als Farb-fernsehsystem grössere öffentliche
Akzeptanz finden könne als die Schwarzweiss-Variante.
6. September 1940
Die "BBC" strahlt bis zum 22. Oktober
1944 das Programm "Les Français parlent aux Français" aus,
das in Frankreich hinter verschlossenen Türen und unter vertrauten
Freunden sehr populär war.

15. November 1940
Der Gross-Sender "Luxembourg" in Junglinster
mit seinen fünf 80 Meter hohen Sende-türmen ist wieder
betriebsbereit.
30. Dezember 1940
In Yanan, China, wird die "Xinhua Radiostation
Yanan" gegründet. Die Mitarbeiter kamen damals als junge
Studenten meist aus dem von der Kuomintang regierten Gebieten und
wurden später teilweise im sowjetischen Russland ausgebildet.

1940
In Belgisch-Kongo wird der Regierungssender, "Radio
Congo-Belge", mit einem 50-kW-Sender in Leopoldville eingeschaltet.
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