22. Januar 1931
Die Rundfunkgesellschaft "VARA" führt
in Amsterdam Fernsehtestsendungen durch. Das Signal gelangt über
ein Telefonkabel nach Huizen, von wo es mittels eines Senders nach
Amsterdam ausgestrahlt wird.
22. Januar 1931
In Berlin-Witzleben wird das von Hans Pölzing
erbaute "Haus des Rundfunks" an der Masurenallee, seiner
Bestimmung übergeben. Es enthält ausser dem grossen Sendesaal
von 14.000 m² zwei grössere Studios und 15 kleinere Aufnahmestudios.
1. Februar 1931
Das erste Programm des „Belgisch Nationaal
Instituut voor Radio-Om-roep“ (NIR / INR) wird von 17 bis
22 Uhr ausgestrahlt (getrennte französische und flämische
Programme). Das flämische Programm wird auf 322 m und das
französische Programm wird auf 484 m von den beiden 15-kW-Mittelwellensender
in Veltem ausgestrahlt. Der Journalist Mon de Goeyse spricht die
Nachrichtensendungen, was bei den Tageszeitungen nicht gerne gehört
wird. Die verschiedenen Radiovereinigungen (KVRO- katholisch, SAROV – sozialistisch,
LIBRADO – liberal und VLANARA – flämisch-nationalistisch)
erhalten in bescheidenem Rahmen Sendezeit bei der NIR, die den
grössten Teil des Programms bestreitet.
12. Februar 1931
"Radio Vatikan" nimmt mit einem 10-kW-Kurzwellensender
den Betrieb auf. Guglielmo Marconi, der den Sender nach dem neuesten
Stand der Wissenschaft und Technik entworfen und gebaut hat, übergibt
dem Papst den neuen Sender mit den Worten: "Jetzt werden Eure
Heiligkeit zu allen Völkern der Erde sprechen können".
Heute betreibt "Radio Vatikan" verschiedene Kurz- und
Mittelwellensender mit bis zu 500 kW Sendeleistung.
17. Februar 1931
Das japanische Versuchsfernsehen überträgt
die erste Sportsendung der Welt.

24. Februar 1931
In Bern wird die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" (SRG)
aus der Taufe gehoben. Als Mitglieder treten ihr bei (in der Reihenfolge
ihrer Gründungsjahre): Die Société romande de
radiodiffusion à Lausanne, die Radiogenossenschaft Zürich,
die Société des émissions Radio Genève,
die Radiogenossenschaft Bern, die Radiogenossenschaft Basel, die
Ostschweizerische Radiogesellschaft in St. Gallen und das Ente
autonomo per la radiodiffusione nella Svizzera italiana (EARSI)
in Lugano.
Der erste Vorstand umfasst neun Mitglieder, nämlich je einen
Vertreter der sieben Mitgliedgesellschaften und zwei Delegierte
des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements als Vertreter
der Konzessionsbehörde.
25. Februar 1931
Ein vom "Departement of Post and Telegraph" betriebener "Philips"-Sender
in Bankok, überträgt die Krönungsrede von König
Rama VII. Seitdem heisst dieser Tag "Thailändischer Radiotag".
Zwei Jahre später übernimmt das "Public Relations
Departement" die Kontrolle über den Sender, dessen Name
in "Radio Thailand" umgewandelt wird.
1. März 1931
Petit Lancy, ein Lokalsender der "Schweizerischen
Rundspruchgesellschaft", nimmt den Betrieb auf. Mit 1,3 kW
wird die Region Genf auf 401 kHz (748 m) versorgt.

1. März 1931
Die erste Konzession an die "Schweizerische
Rundspruchgesellschaft" tritt in kraft. Das Eidgenössische
Post- und Eisenbahndepartement erteilt der "SRG" zu Händen
ihrer Mitgliedergesellschaften eine einzige Konzession für
die Benutzung der Rundspruchsender der eidgenössischen Telegrafen-
und Telefonverwaltung. Die wesentlichen Grundzüge der ersten
Konzession haben sich durch die Jahrzehnte erhalten. Die Aufgabenbereiche
im Rundspruch wurden wie folgt eingeteilt: Bau und Ausbau, technischer
Betrieb der Sendestationen und der Übertragungsleitungen von
den Studios zu den Sendern und unter diesen wurden der PTT überbunden.
Einrichtung, Ausbau, Unterhalt und Betrieb der Studios war Sache
der Studiogesellschaften. Der Programmdienst wurde der "SRG" und
ihren Studios übertragen, wobei dem Direktor der neugegründeten
Gesellschaft die Oberleitung über den Programmdienst anvertraut
war. Für den letzteren wurden in der Konzession folgende Richtlinien
aufgestellt: "Der Radiorundspruch soll im Rahmen der Landesinteressen
ideale Ziele verfolgen. Er soll im Geist der Unparteilichkeit betrieben
werden. Es ist zu vermeiden, was die guten Sitten verletzen, die öffentliche
Sicherheit, Ruhe und Ordnung im Lande oder die guten Beziehungen
mit anderen Staaten stören könne".
25. März 1931
Der Landessender "Sottens" (25 kW) beginnt
mit der Ausstrahlung des welschen Programms auf 743 kHz (403 m).
27. März 1931
Manfred von Ardenne beantragt ein Patent für
ein TV-System mit Elektronenröhren sowohl am Sender als auch
am Empfänger. Das Patent beschreibt die Verwendung einer Elektronenröhre,
die einen Lichtpunkt produziert, mit dem transparente Vorlagen
systematisch abgetastet werden können. Auch am Empfäner
soll eine Elektronenröhre verwendet werden.

März 1931
Über einen instituteigenen UKW-Sender wird
vom Jenaer Technischphysikalischen Institut die erste Live-Reportage
ausgestrahlt und im Leipziger Funkhaus zur direkten Wiederausstrahlung
empfangen.
1. April 1931
Mit der Aufnahme der Tätigkeit der neugegründeten "Schweizerischen
Rundspruchgesellschaft" geben die lokalen Radiogesellschaften
ihre Selbständigkeit zugunsten der Dachgesellschaft auf.
14. April 1931
René Barthélémy führt
in Paris die erste Fernsehübertragung (30 Zeilen) mit Ton
vor.
21. April 1931
Portugal lizenziert als erste reguläre kommerzielle
Station den Sender "Radio Clube Português".

23. April 1931
Der Präsident der "Société des
Emissions Radio-Genève", Roger Olivet, eröffnet
den Sender "Sottens" mit den Worten: "Unser Westschweizer
Landessender soll für uns wie das Rütli sein".
1. Mai 1931
Mit einer Sendestärke von 60 kW wird der Landessender "Beromünster" (653
kHz = 459,4 m) dem Betrieb übergeben. Im Beisein der Behörden
wird die Station im Kanton Luzern am 11. Juni 1931 offiziell eingeweiht.
6. Mai 1931
Zu Beginn der Kolonialausstellung in Paris nimmt
der französische Rundfunk seinen Auslandsdienst auf. Es steht
ein 12-kWKurzzwellensender in Pontoise zur Verfügung. „Poste
Colonial“, so die offizielle Bezeichnung der Station, soll
vor allem Kontakte zu den Franzosen in den Kolonien herstellen.
Die Zielgebiete Afrika, Asien und Amerika werden in 20 Sprachen
mit Informationen und Unterhaltung bedient. Zu diesem Zweck unterhält
Poste Colonial ein eigenes, 40 Mann starkes Unterhaltungsorchester.
Ab dem 2. März 1938 wird die Bezeichnung „Paris Mondial“ eingeführt.
Die Sendungen werden am 17. Juni 1940 eingestellt.
8. Mai 1931
Die "Baird Television" verwendet ihre
neue Freilicht-Fernsehausrüstung, die in einem Wagen untergebracht
ist, um Aussenaufnahmen bei ihren Studios in Long Acre zu machen.
Am 3. Juni wird derselbe Aufnahmewagen nach Epson Downs gebracht,
um das dortige Derby aufzunehmen. Die Kamera wird vor der Haupttribüne
und dem Zieleinlauf postiert. Die Signale werden über Kabel
zu einem Kontrollraum in Long Acre, von dort nach Savoy Hill und
weiter zum Sender in Brookmans Park gesendet. Es wird berichtet,
dass die Bilder noch in 192 km Entfernung empfangen worden seien.

25. Mai 1931
Das polnische Radio nimmt in Warschau den stärksten
Sender Europas in Betrieb.
31. Mai 1931
In Luxemburg wird die "Compagnie Luxembourgeoise
de Télédiffusion" (CLT) gegründet. Das
Ziel von "CLT" ist, nicht nur nationale, sondern vor
allem werbefinanzierte Sendungen für die Nachbarländer
auszustrahlen.
15. Juni 1931
Das Reichspost-Zentralamt Berlin sendet zum ersten
Mal Tonfilmprogramme auf Kurzwelle.
1. Juli 1931
Der Schweizerische Zeitungsverlegerverband und die
Schweizerische Rundspruchgesellschaft kommen nach längeren
Verhandlungen betreffend das Aussenden von Nachrichten über
die Landessender zu einem "gentlemen agreement". Die
wesentlichen Klauseln dieser Übereinkunft sind die folgenden:
Als Nachrichtenlieferant des Radios ist eine einzige Stelle vorgesehen,
die im Einvernehmen mit den Verlegern bezeichnet wird; die Zahl
der täglichen Nachrichtenbulletins wird auf zwei beschränkt;
die Radiostudios dürfen Ergebnisse von Wahlen und Abstimmungen
jederzeit übertragen; sie können desgleichen Auszüge
aus den parlamentarischen Debatten und jenen des Völkerbundes
durchgeben; der Nachrichtenlieferant kann den Studios Nachrichten
von ausserordentlicher Bedeutung ausserhalb der Nachrichtenbulletins übermitteln;
die lokalen Nachrichtendienste der Stationen werden aufgehoben;
die Sender verzichten auf die Wiedergabe von Meinungsäusserungen
der Zeitungen. Auf Grund dieses Abkommens muss das Studio Genf
mit sofortiger Wirkung auf sein "Journal parlé",
einem Vorläufer der heute bei allen Sendergruppen geläufigen
Presseschauen, verzichten.
Am 15. Juli wird zwischen der "SRG" und der Schweizerischen
Depeschenagentur, als Nachrichtenlieferant, ein Vertrag abgeschlossen.

1. Juli 1931
Gründung des Schweizerischen Radioorchesters,
das spätere Sinfonieorchester Basel. Der 29 Mann starke Orchesterkörper
steht in den ersten Jahren unter der Leitung von Kapellmeister
Herman Hoffman.
21. Juli 1931
Das "Colubia Broadcasting System" (CBS)
nimmt seine neue TV-Station "W2XAB" in New York City
in Betrieb. Es wird angekündigt, dass mit dieser Eröffnung
eines amerikanischen Netzwerks erstmals ein regelmässiges
Programm von Bild- und Tonsendungen ausgestrahlt werde. Am 31.
Juli engagiert die Station die erste Fernsehansagerin der Welt.
Miss Nathalie Tower darf laut Vertrag nur im Fernsehen auftreten.
Ende 1931 konnte "CBS"-Präsident W. Paley verkünden:
Von nun an sind wir sieben Stunden pro Tag (14-18 Uhr und 20-23
Uhr) und sieben Tage pro Woche im Äther." Dieses Sendeschema
wird bis zum 25. Februar 1933 eingehalten, danach stellt "CBS" den
gesamten TV-Sendebetrieb "bis zur Verfügbarkeit besserer
technischer Einrichtungen" ein.
28. August 1931
"Radio Bern" zieht vom Kursaal in das
neue Studio an der Schwarzentorstrasse um.
August 1931
An der Berliner Funkausstellung wird das neue elektronische
TV-System von Manfred von Ardenne gezeigt. Es handelt sich sowohl
beim Sender als auch beim Empfänger um ein Lichtpunkt-System.
Manfred von Ardenne ist der erste, der ein vollelektronisches Fernsehen
der Öffentlichkeit vorstellt. Dabei muss allerdings angemerkt
werden, dass von Ardenne keine elektronische "Kamera" besitzt,
und auch kein Interesse zeigt, eine zu entwickeln; dies überlässt
er Zworykin. Sein Gerät ist lediglich eine Vorrichtung zur
elektronischen Lichtpunktabtastung fertiger Filmbilder, ungeeignet
für Direktaufnahmen.

7. September 1931
Die RAVAG demonstriert bei der Genfer Völkerbundtagung
die Leistungs-fähigkeit des österreichischen „Selenophon“-Tonaufzeichnungssystems.
26. September bis 4. Oktober 1931
In der Mustermesse Basel wird eine grosse Schweizer
Radioausstellung durchgeführt. Neben den Basler Radiogeschäften
sind auch Radiofirmen aus der ganzen Schweiz vertreten. "Radio
Basel" meldet sich direkt aus der Ausstellungshalle, wo auch
die schweizerische Telefon- und Telegrafenverwaltung vertreten
ist.
1. Oktober 1931
Das sowjetische Fernsehen beginnt mit Versuchssendungen.
Es wird mit dem mechanischen System der Nipkow-Scheibe auf einer
Wellenlänge von 479 m experimentiert.
11. Oktober 1931
Die "International Broadcasting Company" (IBC)
beginnt mit der Ausstrahlung werbefinanzierter Programme über
den 10-kW-Sender von "Radio Normandie" auf 274 m. Die
Werbesendungen werden in London im eigenen Büro- und Studiokomplex
an der Hallam Street 11 produziert und auf Schallplatte geschnitten.
Via Luftpost gelangen die Programme nach Fecamp, Frankreich, wo
sich das Studio von "Radio Normandie" befindet. 1937
wird ein neues, fünfstöckiges Studio am Portland Place
bezogen. Auch stehen jetzt drei Reportagewagen in London zur Verfügung,
die für die Aufzeichnung der verschiedenen "out Door"-Programme
zum Einsatz kommen.
27. Oktober 1931
Das neue Genfer Radiostudio wird seiner Bestimmung übergeben.

13. November 1931
Aufgrund einer Reichsgerichtsentscheidung wird dem
deutschen Rundfunk verboten, in seinen Programmen weiterhin Schallplatten
der meisten deutschen Schallplattenfirmen zu verwenden. Der daraufhin
beginnende "Schallplattenkrieg" wird am 26. März
1931 mit einem Vergleich beendet, wonach die deutschen Rundfunkgesellschaften
ein monatliches Schallplattenprogramm von 60 Stunden senden dürfen.
Die Industrie stellt diese Schallplatten kostenlos zur Verfügung.
29. November 1931
"Poste Parisien, the Paris Broadcasting Station" beginnt
mit Sendungen in englischer Sprache. Sprecher Rex Palmer kündet
ein Konzert von "His Masters Voice Records" an. Im Oktober
1937 läuft der Vertrag zwischen der "International Broadcasting
Company" in London und "Radio Paris" aus.
November 1931
Die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" führt
das Kondensatormikrophon ein, das heute noch in weiterentwickelter
Form nicht nur im deutschen Rundfunk verwendet wird. Die Membran
dieses Mikrophons ist als Teil eines Kondensators ausgebildet,
dessen Kapazität durch die auftreffenden Schallwellen verändert
wird. Diese Veränderungen werden in elektrische Spannungsschwankungen
umgesetzt, die so schwach sind, dass sie, bevor sie weitergeleitet
werden, bereits in unmittelbarer Nähe des Mikrophons vorverstärkt
werden müssen. Mit dem Vorverstärker zusammengebaut erhält
das Kondensatormikrophon in seiner damaligen Ausführung das
Aussehen einer Flasche. Das Kondensatormikrophon erfasst den gesamten
Bereich der hörbaren Töne und ist frei vom Grundgeräusch
des Kohlemikrophons.

18. Dezember 1931
Um Störungen des Dresdner Senders auszuweichen,
wechselt der Basler Stadt-Sender von 318 auf 244 m.
20. Dezember 1931
Die "WERAG" Köln nimmt den Telefunken-Gross-Sender
Langenberg mit einer Leistung von 60 kW in Betrieb.
25. Dezember 1931
Der Missionssender "HCJB" - die "Stimme
der Anden" - in Quito, der Hauptstadt Ekuadors, beginnt mit
einem 250-Watt-Sender mit der Ausstrahlung religiöser Programme
auf Kurzwelle 5986 kHz. Ein umgebauter Schafstall dient als Sendehaus.
Ab 1940 wird die religiöse Botschaft mit 10 kW in den Äther
geschickt. Unter der Leitung von David Nachtigal wird 1953 der "Deutsche
Dienst" eingeführt. Heute benützt "HCJB" eine
der grössten Richtantennenanlagen der Welt. Derzeit arbeiten
ca. 400 Mitarbeiter an der Gestaltung der nahezu 20 Sprachdienste.
1931
In Tananarive, Republik Malagasy, führen die
Franzosen den Rundfunk ein. Täglich wird mit 500 Watt ein
zweistündiges Programm ausgestrahlt.

1931
Praktisch mit Inbetriebnahme der Landessender wird
auch der "Telefonrundspruch" aus der Taufe gehoben. Zuerst
werden die Städte und grössere Ortschaften mit einem
bis zwei Programmen versorgt. Die Programme beschafft die PTT sich über
Leitungen aus den Nachbarländern Frankreich, Italien, Deutschland
und Österreich. Wesentliche Gründe, den Drahtrundspruch
einzuführen, sind die überlasteten Rundfunkbänder,
besondere topografische Verhältnisse der Schweiz, störende
Witterungs- und elektrische Einflüsse, und nicht zu letzt
der Wunsch, die bestehenden Telefonleitungen besser auszunützen.
Ein Jahr nach der Gründung des "Telefonrundspruchs" zählt
man bereits 6000 Abonnenten.
Die Für die Empfangsgeräte und Anschlussleitungen zuständigen
Firmen "Radibus" und "Rediffusion" beginnen
mit einem eigenen Kabelrundspruchprogramm. Die eine Gesellschaft,
die Allgemeine Radibus AG erhält die Konzession in den Netzen
Basel und Bern, die andere, die Rediffusion AG in den Netzen Biel,
Lausanne, St. Gallen und Zürich tonfrequente Drahtrundspruchnetze
zu betreiben. Beide Unternehmen beginnen im Jahre 1932 mit dem
Aufbau ihrer Netze und stehen seit 1946 unter der gleichen Leitung,
nachdem die Rediffusion AG die Aktien der Allgemeinen Radibus AG übernommen
hat.
1931
Alec Reeves arbeitet an einem Verfahren, das die "Single-Sideband"-Modulation
auch auf Kurzwelle einsetzbar machen soll, und demonstriert es
erfolgreich auf der Hochfrequenz-Radioverbindung zwischen Paris,
Madrid und Buenos Aires.

Januar 1932
Beginn des experimentellen französischen Fernsehens.
Täglich ausser Sonntag wird ein 30- bis 40minütiges Testprogramm
von "Radio Paris PTT" auf 441 m mit 0,8 kW ausgestrahlt.
5. Februar 1932
Die CBS-Station "W2XAB" benützt das
Medium Fernsehen zum ersten Mal für akademische Bildung.
7. Februar 1932
"Radio Basel" beendet die Sendungen aus
dem Studio im Bahnhof SBB und zieht ins neue Studiogebäude
im Margarethenpark ein. Die Studios Zürich und Bern übernehmen
während der zwei folgenden Wochen die Emissionen für "Radio
Basel" damit die technischen Apparate installiert und die
akustischen Verhältnisse der neuen Studioräumlichkeiten
ausprobiert werden können.
15. Februar 1932
Eine Wahlrede des neuen Reichskanzlers Hitler in
der Stuttgarter Stadthalle kann vom "Süddeutschen Rundfunk" nicht
bis zu Ende übertragen werden, weil ein Kabel durchgeschnitten
wurde (Kabel-Attentat).

22. Februar 1932
Erste Sendung von "Radio Basel" aus dem
neuen Studio im Margarethenpark. Als erste Emission wird um 19.30
Uhr eine Rede des Generaldirektors A. Freuler über "die
Sprechfreiheit am Radio" über den "Landessender
Beromünster" und die angeschlossenen Lokalsender Basel
und Bern ausgestrahlt.
22. Februar 1932
In Zeesen wird der erste "Richtstrahler" in
Betrieb genommen, der wegen seiner Konstruktion "Tannenbaum-Antenne" genannt
wird. Diese Richtantenne besteht aus zwei hintereinander angeordneten
Gruppen von vier nebeneinander und sechs übereinander angebrachten
horizontalen Dipolen. Diese Anordnung bewirkt in der Hauptstrahlrichtung
eine Verstärkung der Ausstrahlung auf etwa das 50fache, so
dass also ein 8-kW-Sender in seiner Wirkung im Zielgebiet etwa
einem 400-kW-Sender gleichkommt.
Februar 1932
Aus Österreich sind wieder regelmässige
Kurzwellensendungen zu empfangen. Ab 9. Juli 1934 wird an allen
Wochentagen von 15 bis 23 Uhr gesendet.
Februar 1932
"Radio Luxembourg" beginnt mit Testsendungen
in französischer Sprache. Auf Langwelle 1304 m wird ein 150
kW starker Sender in Junglinster eingesetzt.
17. Mai 1932
Gründung der "Australian Broadcasting
Commission" (ABC).

22. Mai 1932
Erste Sendung von "Radio della Svizzera Italiana" (RSI).
Die Programme sind vorläufig nur den Abonnenten des unlängst
eingeführten Telefonrundspruchs zugänglich. Der Sender
Monte Ceneri ist noch nicht einsatzbereit.
Mai 1932
Die "Canadian Radio Broadcasting Commission" (CRBC)
wird gegründet und in einem Rundfunkgesetz verankert. Im Jahre
1936 wird aus der "CRBC" die "Canadian Broadcasting
Corporation" (CBC).
11. Juni 1932
Beginn der "Neuregelung des Rundfunks" durch
die Regierung von Papen. Fortan müssen alle deutschen Rundfunkgesellschaften
eine "Stunde der Reichsregierung" in ihr Programm aufnehmen.
Dafür wird der deutsche Rundfunk für parteipolitische
Ansprachen (Wahlkampf) bedingt freigegeben.
Juni 1932
Der Franzose Henri France experimentiert in Zusammenarbeit
mit dem privaten Sender "Radio Normandie" mit dem Medium
Fernsehen.
1. Juli 1932
Sendebeginn der "Australian Broadcasting Commission".
Die Stationen "2BL" (älteste australische Station), "2FC", "3AR", "3LO", "4OG", "5CL", "6WF2, "7ZL", "2NC", "2CO", "4RK",
und "5CK" werden in die "ABC" integriert.

27. August 1932
Der Gross-Sender Breslau nimmt den Sendebetrieb
auf und überträgt das Programm der "Schlesischen
Funkstunde" mit einem 60-kW-Sender von "Telefunken".
28. Oktober 1932
In Frankfurt nimmt der "Südwestfunk" den
neuen 15-kW-Sender von "Lorenz" in Betrieb. Gleichzeitig
nimmt die Rundfunkgesellschaft "MIRAG" den 120-kW-Sender
Leipzig in Dienst.
Oktober 1932
Vom Berliner Funkturm aus werden Versuchssendungen
für die Einführung des Fernsehens auf der Ultrakurzwelle
ausgestrahlt.
Oktober 1932
Die "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" beschliesst,
die Schallaufzeichnung auf dünnen Scheiben aus Gelatine, Kunstharz
oder Metallfolien, die mit einem Lacküberzug versehen sind,
einzuführen. Diese Schallfolien mit der Bezeichnung "Decelith" erlauben
aufgrund ihrer hohen Widerstandfähigkeit eine hohe Anzahl
von Abspielvorgängen, verfügen jedoch nur über einen
Frequenzgang von 50 - 3.000 Hz.

1. November 1932
Der Schulfunk in der deutschen Schweiz wird definitiv
eingeführt.
14. November 1932
Der Kurzwellensender "Daventry" beginnt
mit Testsendungen.
2. Dezember 1932
Der Gross-Sender München nimmt mit einer Sendeleistung
von 60 kW auf 563 kHz sein Programm auf. Der Mittelwellensender
in Ismaning ist ein "Lorenz"-Fabrikat.
19. Dezember 1932
Die "British Broadcasting Corporation" (BBC)
startet mit dem "Overseas Service", dem Auslandsdienst
auf Kurzwelle. Das Sendezentrum befindet sich in Daventry. Hier
stehen sieben 10-bis-50-Kilowatt-Kurzwellensender im Einsatz, die
täglich ein 10stündiges Programm ausstrahlen.
Am 25. Dezember spricht König George V zu seinen Landsleuten
auf der ganzen Welt. Die Sendung ist zuerst nach Zentralasien ausgerichtet,
anschliessend werden andere Erdteile angepeilt.
29. Dezember 1932
In Zeesen wird ein zweiter Kurzwellensender für
Sendungen nach Übersee in Betrieb genommen. Für Nordamerika
stehen drei Richtstrahlantennen zur Verfügung.

1932
In dem Bestreben, eine unabhängige und direkte
Verbindung mit den Mitgliederstaaten zu besitzen, eröffnet
der Völkerbund eine bedeutende Station in Prangins bei Genf,
die ausser einem Langwellensender für die Radiotelegrafie
zwei Kurzwellensender (je 20 kW) für Radiotelefonie und Rundfunk
umfasst. Aufgrund des am 21. Mai 1929 mit der schweizerischen Bundesregierung
abgeschlossenen Vertrages, versieht das Sekretariat des Völkerbundes
den Programmdienst, während die Gesellschaft für drahtlose
Telegrafie und Telefonie "Radio Schweiz" den technischen
Dienst besorgt. Allwöchentlich werden Nachrichtenbulletins
in Englisch, Französisch und Spanisch gesendet, ausserdem
Sonderprogramme anlässlich der Hauptversammlungen und der
Tagungen der Kommissionen. Bei Ausbruch des Krieges werden die
regelmässigen Sendungen von "Radio Nations" leider
eingestellt.
1932
Gründung von "Ecuador Radio" als
kommerzielle Station mit dem Rufzeichen "HC2JSB" und
der zugeteilten Frequenz 7850 kHz.
1932
"Radio Sofia" beginnt mit dem regulären
Sendebetrieb. Mit dem Aufbau von Regionalsendern (zunächst
in Varna und Stara Zagora) wird 1936 begonnen.

1932
In den Vereinigen Staaten von Amerika sind bereits
700'000 Autoradios verkauft worden.
1932
In Belgien führt ein gewisser Van Dijk Fernseh-Testsendungen
durch. Nach den ersten Versuchen wird klar, dass das Studio in
Brüssel zu klein ist. Ein grösseres Studio wird in Veltem
eingerichtet. Das 30-Zeilen-Bild wird auf der französischen
Welle 509 m (Bild) und auf der flämischen Welle 337 m (Ton)
ausgestrahlt. Zwei Monate lang werden nach Radioprogrammschluss
Filme und Dias ausgestrahlt. Die erbetenen Empfangsberichte kommen
aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien.
Der zuständige Postbeamte H. Corteil ist zwar begeistert vom
neuen Medium, aber nicht wenn es von einem flämisch sprechenden
Belgier demonstriert wird. Die Ausstrahlungen werden gestoppt.
1937 realisiert Van Dijk wieder Testsendungen - diesmal im 6-m-Band.
Vom Dachboden des Turmgebäudes in Antwerpen aus, werden zuerst
30- dann 90-zeilige Bilder ausgestrahlt. Nach drei Wochen werden
diese Tests eingestellt, weil sie die Sendungen von "Radio
t Kerkske" stören.
1932
Auf Mittelwelle macht sich der portugiesische Staatsrundfunk
mit Testsendungen bemerkbar.

1. Januar 1933
Der Französische Staat anerkennt offiziell
13 private Radiostationen, darunter "Poste Parisien", "Radio
Toulouse" und "Radio Normandie".
1. Januar 1933
Die "Deutschlandsender GmbH" wird ins
Leben gerufen. Der Deutschlandsender ersetzt die "Deutsche
Welle", behält aber die Wellenlänge 1250 m bei.
Zum Einsatz gelangt der 24-kW-Langwellensender der Sendestelle
Zeesen.
25. Januar 1933
Die Versuchsfernsehstation "W9XK" der
Universität von Iowa beginnt mit einem regelmässigen
Bildungsprogramm.
30. Januar 1933
In Berlin übernehmen die Nationalsozialisten
die Regierungsbildung. Adolf Hitler wird Reichskanzler. Hans Bredow,
der Schöpfer des deutschen Rundfunks und Vorstandsvorsitzender
der Reichsrundfunkgesellschaft tritt noch am gleichen Tage von
diesem Posten zurück und legt auch sein Amt als Reichsrundfunkkommissar
nieder. Er fühlt sich in dieser spontanen Handlung bestätigt,
als wenig später Joseph Goebbels sein Reichsministerium für
Volksaufklärung und Propaganda aufbaut und als eine der ersten
Amtshandlungen den bisher liberalen deutschen Rundfunk mit der "NSDAP" gleichschaltet.

Januar 1933
"RCA" baut und betreibt in Camden N. J.,
ein komplettes Fernsehsystem. Es verwendet die neue Kameraröhre
Zworykins, das Ikonoskop, als Aufnahmeinstrument. Dabei fällt
besonders die hervorragende Leistung der neuen Kameraröhre
auf, die detailgetreuere Bilder liefert, im Studio und natürlich
auch bei Aussen- und Direktaufnahmen eine grössere Bildabdeckung
leistet als jede bisher benützte Kamera.
15. Februar 1933
"Kabel-Attentat": Die Übertragung
einer Wahlrede des neuen Reichskanzlers Hitler in der Stuttgarter
Stadthalle wird unterbrochen. Wenig später besetzten SA und
SS den "SDR". In den folgenden Wochen werden verdiente
Mitarbeiter entlassen.
18. Februar 1933
Die erste Nummer von "Radioprogramma",
der offiziellen Programmzeitschrift der italienischen Schweiz,
erscheint.
3. März 1933
"Radio della Svizzera Italiana" (RSI)
beginnt mit Versuchssendungen für die Schulen.

13. März 1933
Erlass über die Errichtung des Reichsministeriums
für Volksaufklärung und Propaganda. Am 16. März übernimmt
Goebbels die Rundfunkkompetenzen des Reichsministers und am 27.
März die des Reichspostministers.
15. März 1933
"Radio Luxembourg" beginnt mit einer Serie
von Testsendungen auf 1191 m. Die Station sendet jeden Abend von
19 bis 23 Uhr für ein anderes Land. Die Ansagen werden in
der jeweiligen Landessprache gehalten. Das Sendeschema des 200-kW-Senders
sieht wie folgt aus: Mo: Italien, Di: Belgien, Mi: Luxembourg,
Do: Deutschland, Fr: Niederlande, Sa: Frankreich und So: England.
Das Programm besteht vorwiegend aus populärer Tanzmusik, unterbrochen
durch Nachrichten und Wetterberichte.
18. März 1933
Der Radio-Klub von Mosambique nimmt einen Rundfunksender
in Betrieb.
März 1933
"CBS" stellt den Fernsehbetrieb ein, nachdem
entschieden worden ist, dass bessere Übertragungstechnologie
abgewartet werden soll. Auch "NBC" hat den Sender am
Empire State Building geschlossen und führt nun geheime Tests
durch. Die einzigen Sender in den USA, die jetzt noch mir einiger
Regelmässigkeit Sendungen ausstrahlen, sind Don Lee in L.
A. und der Sender der Purdue University, die in eingeschrängtem
Rahmen weiterhin Programme senden.

1. April 1933
Die deutsche Reichspost beginnt mit der Ausstrahlung
von deutsch- und englischsprachigen Kurzwellensendungen in Richtung
USA.
18. April 1933
Erste Probesendung des Landessenders "Monte
Ceneri" auf 680 m. Drei Tage später überträgt
der 15-kW-Marconi-Sender zu Testzwecken das Programm von "RSI".
April 1933
Vor der kalifornischen Küste beginnt die erste
Offshore-Radiostation der Welt zu senden (Piratensender). An Bord
der "La Playa" befindet sich neben der Radiostation "RXXR" die
mit 5 kW auf 815 kHz sendet, auch ein Spielcasino. Noch im gleichen
Jahr schreiten die Hafenbehörden von Los Angeles ein und beschlagnahmen
das Sendeschiff.
April 1933
Das portugiesische Radio beginnt mit Testsendungen.
Der Mittelwellensender ist in Barcarena stationiert. Der junge
Minister für öffentliche Bauten, Duarte Pacheco, unterstützt
von Anfang an die Hörfunkentwicklung, so dass vier Jahre später
bereits eine zweite offizielle Station in Porto den betrieb aufnimmt.
Von 1925 bis 1933 existierte in Portugal lediglich eine Amateurstation,
die ein bescheidenes Programm ausstrahlte.

6. Mai 1933
Einweihung des ersten für Radiozwecke erbauten
Studios für "Radio Zürich" an der Brunnenhofstrasse.
Die ersten Probesendungen aus dem neuen Studio wurden am 10. April
ausgestrahlt. Dem Architekt Otto Dürr gelang es, innerhalb
eines Jahres, dieses moderne Gebäude für 675 000 Franken
zu verwirklichen.
28. Mai 1933
Auf dem Bisamberg bei Wien wird der Grossrundfunksender
der "Radio Wien AG" (RAWAG) eingeweiht.
28. Mai 1933
Die RAVAG nimmt den Grosssender Bisamberg
(100-kW) in Betrieb.
Mai 1933
In Kanada startet die "Canadian Radio Broadcasting
Commission" (CRBC) mit dem Rundfunkdienst.
24. Juni 1933
Durch Regierungs- und Parlamentsbeschluss wird die "Norsk
Rikskringkasting" (NRK) gegründet. Diese heute noch bestehende
Anstalt ist für den öffentlichrechtlichen Rundfunk in
Norwegen zuständig.
24. Juni 1933
Die niederländische Rundfunkgesellschaft "KRO" strahlt
zum ersten Mal über den Sender "PCJJ" in Huizen
ein Programm über Kurzwelle aus.

27. Juli 1933
Vertreter der "SRG", der PTT, der Radioindustrie,
der Radiogrossisten und des Radiohandels gründen die "Pro
Radio" (Vereinigung zur Förderung des Rundspruchs in
der Schweiz).
Zu Beginn der fünfziger Jahre wird auch das Fernsehen als
neues Medium in den Tätigkeitsbereich einbezogen. Von da an
heisst die Vereinigung "Pro Radio-Television".
18. August 1933
Der "Volksempfänger" wird für
79 Reichsmark auf den Markt gebracht. In wenigen Tagen werden vom "VE
301" 100 000 Stück verkauft. Drei VE-Modelle bilden die
erste Generation: Das Wechselstromgerät VE 301 W, das Gleichstromgerät
VE 301 G und das Batteriegerät VE 301 B. Alle drei Typen decken
den Wellenbereich 200 bis 600 m und 800 bis 2000 m ab.
13. Oktober 1933
Die "BBC" gibt bekannt, von ihrem UKW-Sender
im Broadcast House eine Reihe von Tests mit Hochauflösungsfernsehausstrahlungen
(high definition television) durchzuführen. Die erste Testreihe
soll bis Ende des Jahres Baird übernehmen, die zweite soll
im Januar 1934 beginnen und von "EMI" durchgeführt
werden.
28. Oktober 1933
Offizielle Einweihung des Landessenders "Monte
Ceneri" und des Studios am Campo Marzino in Lugano. Die provisorisch
zugeteilte Welle beträgt 1145 Meter. Nach dem 15. Januar 1934
(Inkrafttreten des Luzerner Wellenplans) steht "Monte Ceneri" eine
Exklusivwelle, und zwar 257,1 m, zur Verfügung.

November 1933
Der Schweizer Telefonrundspruch übernimmt
die österreichischen Radioprogramme.
15. November 1933
Erster Programmaustausch zwischen Deutschland und
Japan.
18. November 1933
Der private Sender "Radio Paris" wird
vom Staat übernommen.
20. Dezember 1933
Eröffnung des auf 100 kW verstärkten "Lorenz"-Senders
München. Im Laufe des Jahres 1934 werden auch die Sender Mühlacker
und Heilsberg (15.1.1934), Langenberg (10.9.1934) und Breslau (1.12.1934)
auf 100 kW verstärkt.
20. Dezember 1933
Der von der Firma Telefunken gelieferte Gross-Sender
Berlin auf dem ehemaligen Tegeler Schiesplatz wird in Betrieb genommen.
Gleichzeitig beenden der Sender Witzleben am Funkturm und der Sender
Berlin Ost ihre Aktivitäten.
1933
"Radio Budapest" nimmt einen neuen Sender
mit einer Leistung von 120 kW in Dienst, der als "Gigant von
Lakihegy" bezeichnet wird. Der Sendemast ist mit einer Höhe
von 314 m die zurzeit höchste Stahlkonstruktion der Welt.

1933
Edwin H. Armstrong führt Mitarbeitern der "Radio
Corporation of America" die Frequenzmodulation (FM) vor. Dabei
wird der bei Amplitudenmodulation (AM) auftretende ständige
Rauschhintergrund beim Empfang, der dadurch entsteht, dass Blitze
und andere elektrische Entladungen ebenfalls die Amplitude modulieren,
verhindert. Armstrong schlägt deshalb vor, nicht mehr die
Amplitude, sondern die Frequenz der Trägerschwingung im Rhythmus
der zu übertragenden Signalschwingung zu modulieren. Bei Frequenzmodulation
der Trägerwelle werden Störeinflüsse weitgehend
ausgeschaltet. Da sie aber nur für hohe Frequenzen durchführbar
ist, ergibt sich eine gegenüber der Amplitudenmodulation fünfmal
grössere Bandbreite.
Im darauffolgenden Jahr strahlt er in Zusammenarbeit mit der "RCA",
die ersten frequenzmodulierten Testsendungen vom Empire State Building
aus. Ab 1938 ist der FM-Sender auf dem Alpine-Gebäude in New
York installiert.
1933
Im südlichen Rhodesien wird der Rundfunk eingeführt.
Ein Sender der "Imperial Airways" in Belvedere, der nur
zwei- bis dreimal wöchentlich für den Flugverkehr eingesetzt
wird, benützen die Techniker in ihrer Freizeit zur Verbreitung
eines Rundfunkprogramms.
1940 werden neue Studios im alten Postgebäude an der Manica
Road eingerichtet und John Parry erhält den ersten "Full-Time"-
Radiojob.

1933
Auf Veranlassung Haile Selassies I. wird der 2-kW-Kurzwellensender "Addis
Abeba" von Italienern erbaut. Während des italienischen Überfalls
auf Äthiopien (1935/36, wird die Station von einem schwedischen
Ingenieur betreut. Die Nachrichtensendungen und Hilferufe von "Radio Äthiopien" werden
auf der ganzen Welt wahrgenommen.

1. Januar 1934
Die französische Regierung verbietet den Staatssendern
die Ausstrahlung religiöser Programme.
15. Januar 1934
In der Nacht vom 14. Zum 15. Januar werden alle
Sender Europas auf die neuen Wellenlängen, die ihnen durch
die Luzerner Konferenz zugeteilt wurden, umgeschaltet. Für
die Schweizer Landessender sieht die neue Einteilung wie folgt
aus: "Beromünster" 60 kW 539,6 m = 556 kHz, "Sottens" 25
kW 443,1 m = 677 kHz, "Monte Ceneri" 15 kW 257,1 m =
1167 kHz. Lokalsender: "Genf" 1,3 kW 748 m = 401 kHz, "Bern"/"Basel" 0,5
kW 218 m = 1375 kHz.
15. Januar 1934
"Radio Luxembourg" beginnt auf Langwelle
1304 m mit einem englischen Programm. Die Werbesendungen werden
in London auf 78touren-Schallplatten geschnitten und nach Luxembourg
geflogen. Für eine halbstündige Sendung werden mehrere
Programmschallplatten benötigt, weshalb im Luxemburger Studio
auch sechs Plattenspieler im Einsatz sind.

16. Februar 1934
Erstmals wird eine Sendung von "Radio della
Svizzera Italiana" von den Stationen des italienischen Radios übernommen.
1. April 1934
Die regionalen deutschen Rundfunkgesellschaften
werden zu "Reichssendern".
1. April 1934
Das bei der deutschen Reichspost in Entwicklung
begriffene Fernsehen führt die 180-Zeilen-Norm bei 25 Bildwechseln
pro Sekunde ein.
18. April 1934
Der von "Telefunken" im Auftrag der Deutschen
Reichspost errichtete UKW-Bildsender in Berlin strahlt die ersten
Bild- und Tonsendungen aus. Das 180-Zeilen-Bild wird auf Welle
6,77 m ausgestrahlt, der dazugehörige Ton ist auf Welle 7,06
m zu hören.
22. Mai 1934
Die "Marconi Wireless Telegraph Co. Ltd" und "EMI" vereinigen
sich zu "Marconi-EMI Ltd".

31. Mai 1934
Der staatliche Rundfunk in Ägypten wird gegründet.
Die Privatsender, die in den zwanziger Jahren entstanden, sind
aufgrund behördlicher Auflagen bereits ausser Betrieb. Mit
zwei leistungsschwachen Sendern in einem Vorort von Kairo und in
Alexandria und mit Studios im Gebäude der "Marconi-Gesellschaft" fängt
die neue "offizielle" Radioanstalt mit der Sendung eines
von einem ägyptischen Komitee zusammengestellten und der britischen
Verwaltung gebilligten Programm an.
Mai 1934
Indien macht sich auf Kurzwelle bemerkbar. Die Station "VUB" in
Bombay ist mit 4,5 kW auf 9570 kHz zu hören und "VUC" in
Calcutta meldet sich auf 6110 kHz.
12. Juni 1934
65 Delegierte aus 20 europäischen Ländern
treffen sich in London zu einer Tagung der "Union Internationale
de Radiodiffusion". Auf dem Programm steht die Verteilung
der Langwellen, zu jener Zeit wohl der heikelste Punkt der internationalen
Radioverständigung.
14. Juni 1934
Über die Landessender Beromünster werden
die im "Studio Basel" zusammengestellte Sendungen für
die Auslandsschweizer erstmals ausgestrahlt. Angesichts der relativ
geringen Reichweite des Landessenders werden die wöchentlichen
Sendungen ab Dezember 1934 auch regelmässig vom Kurzwellensender
des "Radio-Club Basel" übertragen.

15. Juni 1934
Der "Radio-Club Basel" strahlt erstmals
die auf Stahlband aufgenommene Sendung vom "Studio Basel" für
die Auslandsschweizer auf Kurzwelle (42,14 m) aus. Das Rufzeichen
der Amateurstation lautet: "HB9B". Als Sender dient ein "Collins
40B" (40-50 Watt).
25. Juli 1934
In Wien kommt es zu einem Putschversuch der Nationalsozialisten.
Die Putschisten besetzen das Radiogebäude in der Johannesgasse
und zwingen den Nachrichtensprecher eine vorbereitete Meldung zu
verlesen, die Regierung Dolfuss sei gestürzt. Wenige Stunden
später sind die Putschisten überwältigt.
Juli 1934
Die "AEG" kündet die Markteinführung
eines Tonbandgerätes mit dem Namen "Ferroton" an.
Vor der Berliner Funkausstellung wird der Name in "Magnetophon" umgeändert.
Die "BASF" hat die ersten 50 000 m Magnetophonband fertiggestellt.
1. August 1934
Anfang des "Schweizerischen Kurzwellendienstes".
Die "Schweizerische Rundspruchgesellschaft" mietet für
eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein
auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom "Studio Bern" wird
nach Südamerika ausgestrahlt.

27. August 1934
Der Landessender "Beromünster" wird
bis zum 16. September 1934 abgeschaltet, um die Sendeleistung von
60 auf 100 kW zu erhöhen. Während der Umbauphase strahlt
der Landessender "Sottens" die Hälfte seiner Sendungen
in deutscher Sprache aus.
August 1934
In Portugal werden Testsendungen auf Kurzwelle durchgeführt.
1. September 1934
Aus der Mongolei meldet sich "Radio Ulan Bator".
Die dreiköpfige Belegschaft produziert vorerst pro Tag ein
zweistündiges Programm aus Ulan Bator.
15. September 1934
In Berlin wird zwischen dem Reichspostzentralamt
im Tempelhof und dem Fernseh-Laboratorium in der Rognitzstrasse
in Witzleben das erste Breitband-Koaxialkabel zur Übertragung
von Fernsehsendungen verlegt. Es weist eine Länge von 11,5
Kilometern auf.
2. Oktober 1934
Durch Beschluss des "SRG"-Vorstandes wird
das Radioorchester der italienischen Schweiz gegründet. Sein
erstes Konzert gibt es unter der Leitung von Leopold Casella am
2. Januar 1935 im Studio Lugano.

7. Oktober 1934
Der 150 kW starke englische Sender "Droitwich" wird
offiziell eingeschaltet. Testsendungen sind seit dem 6. September
zu hören.
15. November 1934
Von nun an regelmässige Versuchssendungen des
sowjetischen Fernsehens.
23. November 1934
Die ersten Kurzwellensendungen aus Ungarn werden
ausgestrahlt. Das nach Nordamerika gerichtete Programm ist vorerst
nur am Wochenende zu hören.
Dezember 1934
Ein paar Basler Funkpioniere führen mit Erlaubnis
der PTT UKW-Versuchssendungen durch. Jeweils samstags um 14 Uhr
wird vom Warteck-Turm im Kleinbasel aus mit den Worten "Hier
ist das Basler UKW-Radio" auf etwa 56 MHz das Wort- und Schallplattenprogramm
eröffnet.
1934
Für die "Radio Corporation of America" (RCA)
entwickelt Wladimir Zworykin ein elektronisch arbeitendes TV-Aufnahmeverfahren.
Dabei half die Erfindung des Ikonoskops. Er stützt sich dabei
auf die Theorie von A. Campbell-Swinton, der den Ikonoskop schon
im Jahre 1908 beschrieben hatte. Nach sechsjähriger Forschungsarbeit
wird der Ikonoskop 1934 in Produktion genommen.

1934
Nach dem Staatsstreich von Ministerpräsident
Päts wird die estnische "Radio-Rundfunkgesellschaft aufgelöst
und an ihrer Stelle ein "Staatlicher Rundfunkdienst" (Riigi-Ringhääling)
gegründet.
1934
Die Deutsche Reichspost unternimmt in Breslau erste
Versuche zur leitungsgebundenen Übertragung von Rundfunksendungen,
die auch für den Anschluss konventioneller Empfangsgeräte
(z. B.: Volksempfänger VE 301) geeignet sein sollen. Wegen
der schlechten Trennschärfe des Volksempfängers können
im Langwellenbereich von 150 bis 250 kHz allerdings höchstens
drei Programme über Leitungen verbreitet werden.

26. Februar 1934
In Bulgarien wird das Staatsmonopol im Radiobereich
eingeführt. 1929 wurden erstmals Radiosendungen ausgestrahlt.
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