1. Januar 1926
Aus Dublin meldet sich die irische Station "Dublin
2RN". Zum Einsatz gelangt ein 1-kW-Marconi-Sender, der im
Umkreis von 80 Meilen hörbar ist. Der Rundfunk in Irland ist
bis 1960 der direkten staatlichen Kontrolle unterstellt.
1. Januar 1926
In Deutschland sind eine Million Rundfunkteilnehmer
registriert.
7. Januar 1926
Die "Deutsche Welle", im Jahre 1924 als
GmbH gegründet, nimmt auf einer Wellenlänge von 1250
m den Sendebetrieb auf. Der 280 Meter hohe Sendemast des Deutschlandsenders
befindet sich in Königs Wusterhausen.
22. Januar 1926
Mit 500 Watt meldet sich in San Francisco die Station "KFWI" auf
1200 kHz. Betrieben wird der Sender von der "Radio Entertainments,
Inc.". Stationsmanager wird Thomas Catton, der Gründer
der Station "KFRC". Nach der Auflage der "Federal
Radio Commission", die neue Frequenz 930 kHz mit der Station "KFWM" in
Oakland zu teilen, und finanziellen Problemen, wird der Sendebetrieb
1933 eingestellt.

27. Januar 1926
Die erste öffentliche Fernsehvorführung
zeigt der Schotte John L. Baird, der eine Weiterentwicklung des
mechanischen Bildfeldreglers benutzt, den Paul Nipkow im Jahre
1883 entwickelt hat. In seiner Wohnung in London demonstriert er
die "Noctovision". Bereits am 2. Oktober 1925 gelang
es Baird, noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bewegte
Halbton-Bilder von einem Zimmer ins andere zu übertragen.
Er war somit seinen Rivalen, welche bis anhin noch mit Schattenbildern
experimentierten, um Riesenschritte voraus. Zu ihnen gehörten
der ungarische Erfinder Denis v. Mihaly, der Amerikaner C.F. Jenkins
und der deutsche Physiker A. Karolus.
30. Januar 1926
Die Radio-Verkehrs AG eröffnet den 7-kW-Sender
auf dem Rosenhügel in Wien. Am 8. Mai 1928 wird er auf 15-kW
verstärkt.
3. Februar 1926
Gründung der "Radiogenossenschaft Basel".
Für ihre Sendungen mietet sie den Flugplatzsender der "Aviatik
beider Basel" hinter dem Basler Zeughaus. Das erste Studio
ist im SBB-Bahnhofsgebäude untergebracht.
Die "Radiogenossenschaft Basel" mit einem Gründungskapital
von 35 100 Franken ins Leben gerufen, umschreibt deren Zweck und
Aufgaben wie folgt: "Die Genossenschaft bezweckt, in Basel
einen lokalen, öffentlichen Rundspruchdienst einzurichten,
auf Grund einer Konzession des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements
und unter benützung der Sendestation der Genossenschaft Aviatik
beider Basel. Zu den Aufgaben des Unternehmens gehören: Die
Emission von musikalischen und literarischen Darbietungen aller
Art, von Vorträgen, Tagesneuigkeiten, wirtschaftlichen Mitteilungen,
Sportnachrichten, Wetterberichten, Zeitzeichen und Mitteilungen
von allgemeinem Interesse. Die Radiogenossenschaft hat keine Erwerbsabsichten".

21. Februar 1926
Der türkischen Postverwaltung wird das Hörfunkmonopol übertragen.
Im darauffolgenden Jahr erhält die "Türkische Drahtlose
Telefon AG", an der auch die Post beteiligt ist, eine staatliche
Konzession von der Postverwaltung, für zehn Jahre Radioprogramme
auszustrahlen.
Februar 1926
Versuchsweise werden die ersten Kurzwellensendungen
der "RAVAG" in Richtung USA ausgestrahlt. Im Frühjahr
1928 wird das österreichische Mittelwellenprogramm auch auf
der Kurzwelle verbreitet.
März 1926
Erstmals meldet sich in Paris der Privatsender
Radio LL aus dem Studio an der rue de Javel, wo auch der Sender
steht. Gründer und Direktor ist Lucien Lévy. Seit
dem 29. September 1935 nennt sich die Station Radio Cite mit
neuem Studio an der Boulevard Haussmann. Neuer Besitzer ist Marchel
Bleustein.
15. März 1926
Die "Union Radiophonique Suisse", eine
Vereinigung schweizerischer Sendestationen und Vorläuferin
der späteren "Schweizerischen Rundspruchgesellschaft" (SRG),
wird in Bern gegründet. Der Union treten die Radiogenossenschaften
von Bern, Lausanne, Genf und etwas später Basel bei. 1928
gesellt sich auch Zürich dazu.

18. März 1926
Erste schweizerische Gemeinschaftssendung der Studios
Bern, Lausanne und Genf.
26. März 1926
Mit der Einweihung eines neuen, von der Stadt Lausanne
sowie dem Kanton Waadt finanzierten Marconi-Sender erweitert die "Société Romande
de Radiodiffusion" ihr Einzugsgebiet über den Kanton
Waadt hinaus auf die Kantone Neuenburg, Freiburg und Wallis.
28. März 1926
Aus dem Palais de la Bourse in Toulon meldet
sich der Privatsender Radio Toulon.
30. März 1926
In Island nimmt der erste Privatsender den Rundfunkdienst
auf. Das erste Rundfunkgesetz aus dem Jahre 1925 wird etwas später
durch ein neues abgelöst, das keine Privatsender mehr vorsieht.

4. April 1926
Die Marconi Gesellschaft Bern beordert ihren Mitarbeiter
Albert Müller nach Basel, um das zukünftige Studio van "Radio
Basel" an der Zentralbahnstrasse einzurichten.
18. April 1926
Die Gesellschaft "Polskie Radio" beginnt
um 17 Uhr mit der ersten regulären Sendung des nunmehr ständigen
Rundfunkprogramms aus Warschau auf 460 m mit einer Sendeleistung
von 1,5 kW. Dieser Tag wird als Geburtsstunde des polnischen Rundfunks
bezeichnet. Im Jahre 1927 werden die Stationen in Krakau und Poznan
eröffnet.
15. Mai 1926
Auf dem Gebiet des damaligen Königreichs der
Serben, Kroaten und Slowenen nimmt "Radio Zagreb" den
Sendebetrieb auf (Mittelwelle 350 m). In den folgenden Jahren werden
die Sender Belgrad und Skopje eröffnet. Bis zur Verstaatlichung
1940 ist "Radio Zagreb" privatrechtlich als Aktiengesellschaft
organisiert. Nach 1940 werden die ersten Regionalstudios in Dubrovnik,
Banja Luka und Sarajevo in Betrieb genommen. 1952 tritt "Radio
Zagreb" dem Zusammenschluss der Rundfunkanstalten Jugoslawiens "JRT" bei.

30. Mai 1926
Die niederländische Radioorganisation "Vrijzinnig
Protestantse Radio Omroep" (VPRO) nimmt von Hilversum aus
den Sendebetrieb auf.
31. Mai 1926
Über den Telefoniesender der Aviatik beider
Basel beginnt "Radio Basel" mit Versuchssendungen. Die
musikalische Ausrüstung des Studios im SBB-Bahnhof besteht
aus einem Ibach-Flügel, einem Hinkel-Harmonium und einem Grammofonapparat "His
Masters Voice". Sie waren sämtlich von der Firma Hug & Co. "freundlichst
zur Verfügung gestellt", wie jeweils im offiziellen Programmheft,
der "Radio-Zeitung", und in der Mikrofonansage angezeigt
wurde.
1. Juni 1926
Hans Bredow wird zum Rundfunkkommissar des Reichspostministers
ernannt.

12. Juni 1926
Der litauische Rundfunk führt mit "Radio
Kaunas" den regulären Rundfunkdienst ein. Mit dem Sturz
der verfassungsmässigen Regierung der linken Mitte durch einen
Militärputsch am 17. Dezember 1926 entstand in Litauen ein
autoritäres Präsidialregime, was zu einer Einschränkung
der Pressefreiheit führte. Der Rundfunk stand so fast von
Beginn an unter staatlicher Aufsicht und politischer Zensur.
19. Juni 1926
Offizielle Eröffnung von "Radio Basel" und
Inbetriebnahme des Studios im Central-Bahnhof. Das Eröffnungsprogramm
findet am folgenden Tag statt und wird über den 0,24-kW-Telefoniesender
des Flugplatzes Sternenfeld auf der Welle 1000 Meter ausgestrahlt.
Die "Radiogenossenschaft Basel", gegründet von Wilhelm
Meile und Physikprofessor Hans Zickendraht, produziert von nun
an ein tägliches Programm von nahezu zwei Stunden, das mit
den 22-Uhr-Nachrichten der Schweizerischen Depeschenagentur beendet
wird. Der Sendebeginn variiert von 19.30 bis 20.15 Uhr, auf jeden
Fall erst nach der Landung des letzten Flugzeuges. Noch im gleichen
Jahr schliessen sich die Basler Pioniere der "Union Schweizerischer
Radiostationen" und so den anderen Städtesendern an.

Juni 1926
In den "Philips"-Werken in Eindhoven werden
mit einem 300-Watt-Kurzwellensender Testsendungen im 90-m-Band
durchgeführt.
Juli 1926
Die "RAVAG" verlegt das Studio in die
Wiener Innenstadt. In der Johannesgasse wird ein altes Schulhaus
als Radiostudio eingerichtet.
3. August 1926
Der slowakische Sender Bratislava nimmt den Betrieb
aus einem provisorischen Studio auf. Das Radio meldet sich mit
den Worten: „Hallo Bratislava, wir senden auf der 300-Meter-Welle.“ Auf
dem Programm steht ein Musikkonzert. Gesendet wird aus dem Polizeidirektionsgebäude.
Im Juni 1929 wird in Prievoz, einem Vorort von Bratislava, ein
stärkerer Sender eingeschaltet, der das ganze Land abdeckt.

1. September 1926
Das Telegraphische Reichsamt führt Kurzwellen-Versuchssendungen
bis Ende 1927 durch. Zum Einsatz gelangt ein 250-Watt-Telefunken-Sender
in Königs Wusterhausen.
3. September 1926
Zu Beginn der dritten "Grossen Deutschen Funkausstellung" in
Berlin wird der 138 m hohe Funkturm - das neue Wahrzeichen Berlins
- mit einer würdigen Feier in Anwesenheit von Ministern und
Hans Bredow, in Betrieb genommen.
14. September 1926
Gründung der "National Broadcasting Company" (NBC).
In diesem "Network" sind verschiedene amerikanische Radiostationen
zusammengeschlossen, die sich in sog. "Red"- und "Blue"-Gruppen
unterteilen. "NBC" ist eine Tochtergesellschaft der "RCA"-Gruppe.

20. September 1926
Feierliche Eröffnung des Senders Danzig, der
von nun an die Programme der "Königsberger Rundfunkgesellschaft" (ORAG)
verbreitet.
30. Oktober 1926
In Korea meldet sich das "Korean Broadcasting
System" mit einem Rundfunkprogramm im Äther.
Oktober 1926
Als erste von den Chinesen errichtete Rundfunkstation,
nimmt "Radio Haarbin" den Sendebetrieb auf.
15. November 1926
Der "Genfer Wellenplan", der erste verbindliche
Wellenplan für Lang- und Mittelwellensender, tritt in Kraft.

15. November 1926
Die "National Broadcasting Company" beginnt
mit ihrem "Network". Dieser Zusammenschluss von 25 Radiostationen
in 20 Städten, erreicht ca. zwei Millionen Hörer in den
USA.
18. November 1926
Der französische Privatsender Radio Fécamp
beginnt zu senden. Betrieben wird die Station vom Radio-Club Fécamp
der bereits 1925 erste Testsendungen mit 20 Watt Leistung durchführte.
Am 7. Juli 1928 wird die Station umbenannt in Radio Normandie.
Das Studio ist in der Villa la Grandière an der rue Théagène-Boufart
in Fécamp untergebracht. Ab April 1933 stehen zwei Sendemaste
von 100 bez. 113 m bereit. Ein 25 kW-Sender wird am 12. Dezember
1938 eingeschaltet , der von nun an täglich von 6.30 bis 1.00
Uhr das Programm von Radio Normandie auf 269,5 m verbreitet. Die
populären Ansager Francine Lemaitre und Roland Violette bestreiten
das Programm bis zum Sendeschluss am 7. September 1939. Im Juni
1940 wird die Station von der deutschen Besatzungsmacht als Relaissender
für Radio Paris eingesetzt.
1. Dezember 1926
Der Ingenieur Ferdinand Vitus startet in Paris sein
Radio Vitus. Studio und Sender sind an der rue Damrémont
untergebracht.
18. Dezember 1926
Nach ersten Versuchssendungen im Januar 1924, nimmt
nun der Estnische Rundfunk seine reguläre Programmtätigkeit
auf. Er verfügt über Studios in Tallinn und Tartu. Die
erste estnische Radiostation war das ursprünglich privat.finanzierte "Raadio
Ringhääling" (RR) mit Vertretern von Philips und
Telefunken im Vorstand. Diese Gesellschaft erhielt das Monopol,
in Estland zu senden sowie Radioempfänger zu importieren und
zu verkaufen. Im Dezember 1925 billigte das estnische Parlament
ein Rundfunkgesetz, nachdem bereits 1923 ein Pressegesetz verabschiedet
worden war. Dem Rundfunkgesetz zufolge gehörten die exklusiven
Rundfunkrechte dem estnischen Staat, der aber unter bestimmten
Bedingungen dieses Monopol auf private oder staatliche Aktiengesellschaften
oder Privatpersonen delegieren konnte. Im Januar 1927 wurde eine
Rundfunkgebühr eingeführt. Um eine landesweite Radioübertragung
zu erreichen, wurde als Ergänzung zu Tallinn 1937 eine neue
Station im zentralen Estland, in Türi, gebaut. Der Mast dieser
Station war mit 197 Metern der höchste im Baltikum.
31. Dezember 1926
Die "British Broadcasting Company" wird
aufgelöst.
1926
Aus Antwerpen meldet sich die gleichnamige private
Radiostation mit dem Rufzeichen „ON4ED“. Da die Sendeantenne
auf einem Kirchturm montiert ist, erhält der populäre
Sender bald den Übernamen Radio Kerkske (kleine Kirche). Im
zweiten Weltkrieg verstummt die Station und der Betreiber, Georges
de Caluwe zerstört die Sendeeinrichtung. Nach Kriegsende bringt
er Radio Antwerpen für kurze Zeit nochmals in den Äther,
aber das neue belgische Rundfunkgesetz sieht keine privaten Radiostationen
mehr vor.
1926
Der erste Radiosender Venezuelas, die Station "AYRE",
nimmt den Betrieb auf. Vier Jahre später folgt der bekannte
Sender "Broadcasting Caracas" der heute unter den Inizialen "RCR" arbeitet.

1. Januar 1927
Gründung der "British Broadcasting Corporation" (BBC).
15. Januar 1927
Die "Westdeutsche Rundfunk AG" (WERAG)
in Köln löst die "WEFAG" ab. Die Sender Dortmund
und Elberfeld verstummen. Ihre Studios werden in Laufe der Zeit
geschlossen. Der Sender Münster wird bis zum 31. März
1932 als Nebensender betrieben. Das Programm der "WERAG" verbreitet
der Sender Langenberg mit 20 kW Leistung.
Februar 1927
Der amerikanische Kongress schafft mit dem "Radio
Act" die Grundlagen für die "Federal Radio Commission" (FRC)
als nationales Aufsichtsorgan. Diese Kommission erhält weitgehende
Kompetenzen bei der Zuteilung von Frequenzen und bei der technischen Überwachung,
aber sie besitzt keinerlei Recht auf inhaltliche Zensur.
1934 reorganisiert die Behörde ihre Kommunikationspolitik.
Mit dem "Communications Act" von 1934 wird die "FRC" aufgelöst
und neu die "Federal Communications Commission" (FCC)
geschaffen.

11. März 1927
In der Nacht vom 11. auf den 12. März kommt
die erste Kurzwellenrundfunkverbindung zwischen dem Sender "PCJJ" in
Eindhoven und Niederländisch-Indien zustande. Ein Radioamateur
in Bandung, Java, bestätigt den Empfang des 35-kW-Senders.
Die folgenden, als Test deklarierten Sendungen werden von dem am
18. Juni 1927 eilends ins Leben gerufenen Rundfunk-Unternehmen "Philips-Omroep
Holland-Indie" (PHOHI) betreut. Neben eigenen Sendungen wird
auch für kurze Zeit das Programm der Londoner BBC-Station "2LO" und "Daventry" auf
der Wellenlänge 30,2 m übertragen.
21. März 1927
"Radio Bern" beginnt mit Berichterstattungen
direkt aus dem Bundeshaus.
1. April 1927
Ein Theater- und Kinokonzern erwirbt mit Genehmigung
der Regierung alle südafrikanischen Rundfunkrechte. Die bisher
voneinander unabhängig operierenden Sender werden zur "African
Broadcasting Corporation" zusammengeschlossen.
14. April 1927
Der Direktor und Ansager Léon Plouviet eröffnet
die Station Radio PTT Nord in Lille. Das offizielle Programm aus
dem Studio am Place Simon-Vollant wird am 25. Juni 1927 aufgenommen.
1939 werden die Sen-dungen eingestellt.
14. April 1927
Aus Grenoble meldet sich Radio Alpes-Grenoble.
Das Studio befindet sich an der Grande Rue Grenoble. Betrieben
wird die Station vom Radio-Club du Dauphiné und der PTT.
27. April 1927
Mit einem Kapital von 100 000 Pfund Sterling wird
in London die "Baird Television Development Company" gegründet.

6. Mai 1927
Die erste türkische Rundfunksendung geht mit Hilfe eines 5-kW-Senders
in den Äther. Das Studio der "Türkischen Drahtlosen
Telefon AG" ist im Postgebäude von Istambul untergebracht.
Ausgebildete Journalisten gibt es so wenig wie gesetzliche Regelungen.
Immer am Rande des Ruins, sendet die kleine Gesellschaft zunächst
sieben, später nur noch dreieinhalb Stunden täglich.
24. Mai 1927
John Logie Baird sendet von seinem Labor in London
30zeilige Fernsehbilder über eine gewöhnliche Fernsprech-Leitung
nach Glasgow. Die stabilen Bilder legen eine Strecke von 438 Meilen
zurück.
Quellen:
1. Kleine Medienchronik / Hans Hiebel / Verlag C.H. Beck.
2. Hundert Jahre Fernsehen / Wilhelm Keller / VDE-Verlag
25. Mai 1927
Walter S. Lemmon, Radio-Ingenieur und Erfinder erhält
von der "Federal Radio Commission" (FRC) eine Lizenz,
im Raum Boston den ersten offiziellen Kurzwellensender der USA
für sein Projekt "World Radio University" zu betreiben.
Die Station erhält das Rufzeichen "W1XAL" und beginnt
am 15. Oktober 1927 mit Testsendungen. Die regelmässigen Sendungen
werden 1931 aufgenommen.
27. Mai 1927
Aus dem Studio an der rue du Consulat in Limoges,
meldet sich Radio Limoges PTT.
Mai 1927
Die Station "WGY" in Schenectady, New
York, strahlt ihr Programm jetzt auch über den Kurzwellensender "2XAF" in
Australien aus.
1. Juni 1927
Der Kurzwellensender "PCJJ" der "Philips"-Werke überträgt
eine Rede von Königin Wilhelmina in ihr Kolonialreich.

1. Juni 1927
Der Sender Innsbruck überträgt nun das
RAVAG-Programm.
1. Juni 1927
Als Relaissender für Radio Paris PTT
beginnt in Rennes Radio Rennes zu senden. Teilweise werden auch
eigene Programme aus dem Studio im Hôtel des Postes produziert.
Ab 1936 befindet sich der Sender nicht mehr in Rennes, sondern
in Thourie.
1. Juni 1927
Der "Hilversumsche Draatlooze Omroep" wird
in "Algemeene Nederlandsche Radio Omroep" (ANRO) umbenannt.
23. Juli 1927
Die "Indian Broadcasting Company" eröffnet
in Bombay einen 1,5-kW-Mittelwellensender. Am 26. August 1927 wird
in Kalkutta die zweite, gleichstarke Station in Betrieb genommen.
Beide Sender haben eine Reichweite von jeweils 30 Meilen. Im Jahre
1930 muss die Gesellschaft Konkurs anmelden. Im gleichen Jahr wird
der Rundfunkdienst unter dem Namen "The Indian State Broadcasting
Service" von der Regierung übernommen, wo er der Abteilung
für Arbeit und Industrie untersteht.
1. August 1927
Das "Heinrich Hertz-Institut" für
Schwingungsforschung wird in Berlin-Charlottenburg gegründet.
9. August 1927
Auf der Insel Mauritius, vor der Ostküste Afrikas,
gründet Charles Jollivet eine Radiostation. Mit seinem 1-kW-Sender
Marke "Eigenbau", zwei Plattenspieler und ein Mikrofon,
gestaltet er täglich ein zweistündiges Musik- und Nachrichtenprogramm.
1937 nimmt die "Société des Radiophiles" einen
60-Watt-Kurzwellensender von "Philips" in Betrieb.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernimmt das Britische
Verteidigungsministerium die Kontrolle über die beiden Stationen
und stellt sie in ihre Dienste.

18. September 1927
In Amerika wird ein neues Radio-Network aktiv: "Columbia
Phonograph Broadcasting System" (später umbenannt in "Columbia
Broadcasting System").
1. Oktober 1927
Verlegung der Studioräume von "Radio Zürich" ins
Geschäftshaus Sihlporte, Ecke Löwenstrasse / Sihlstrasse.
22. Oktober 1927
Der Langwellensender Huizen wird offiziell von der "KRO" in
Dienst genommen. Betrieben wird dieser neue Sender von der "Nederlandsche
Draatlooze Omroep", einer Dachorganisation der Rundfunkgesellschaften "NCRV" und "KRO" sowie
der "NSF".
12. November 1927
Die "BBC" strahlt erste Kurzwellen-Versuchssendungen
in Richtung "British Empire aus. Der 20-kW-Kurzwellensender
mit dem Rufzeichen "G5SW" befindet sich in Chelmsford
und ist auf der Welle 25,43 m während fünf Tagen der
Woche zu hören.
25. November 1927
In Washington wird ein neuer Weltfunkvertrag ausgehandelt.
An der Konferenz nehmen 400 Vertreter aus 76 Staaten teil. Die
Bestimmungen treten am 1. Januar 1929 in Kraft. Der Vertrag verpflichtet
in Artikel 10 die Vertragsländer, dafür zu sorgen, dass öffentliche
und private Sendestationen nach dem erfahrungsmässig besten
Verfahren eingerichtet und betrieben werden; und zwar so, dass
sie den radioelektronischen Verkehr oder Dienst der übrigen
Vertragsstaaten nicht stören.
Dem Rundfunk stehen ein Langwellenbereich von 160 bis 228 kHz und
ein Mittelwellenbereich von 675 bis 1500 kHz zur Verfügung.
Im Kurzwellenbereich, der zu Beginn der 20er Jahre von Amateuren
erschlossen worden war, erhält der Rundfunk sechs Bänder
bei 49, 31, 25, 19, 17, und 14 m Wellenlänge. Überdies
wird der Internationale Beratende Ausschuss für den Funkdienst
(CCIR, Comité Consultatif International des Radiocommunications)
gegründet. Die Washingtoner Beschlüsse machen für
Europa eine Revision des Genfer Frequenzplans von 1925 erforderlich.

20. Dezember 1927
Mit einer Sendeleistung von 30 kW wird der neue "Deutschlandsender" in
Zeesen bei Berlin eingeschaltet.
31. Dezember 1927
Aus dem Hôtel de Ville in Nimes meldet sich
Radio Nimes als Privatsen-der. 1944 werden die Sendungen unter
deutscher Herrschaft eingestellt.
1927
Der Privatsender West-Vlaamse Radio-Omroep aus Kortrijk
meldet sich im Äther.
1927
Der Finische Rundfunk nimmt in Lathi einen 20-kW-Langwellensender
in Dienst.
1927
Der holländische Ingenieur Freek Kerkhoff aus
Eindhoven führt erste Fernsehversuche in den Niederlanden
durch. Seine Schattenbilder bestehen aus 10 Zeilen.
1927
Die "Storage Battery Co." In Philadelphia
stellt als erste Firma Autoradios industriell her. Sie bringt den "Philco
Transitone" auf den Markt.
1927
Erste Rundfunkaktivitäten in Nigeria. In Lagos
werden die "BBC"-Programme aus London via Kabel-Service
verbreitet.

9. Februar 1928
John L. Baird überträgt mit Hilfe von
Kurzwellen die ersten Fernsehbilder über den Atlantik. Einige
Monate später entwickelt er ein 30zeiliges Farbfernsehbild
mit Hilfe einer rot-, grün- und blaugefilterten Lochreihe
der Nipkow-Scheibe.
13. Februar 1928
Es gelingt die erste Übertragung eines Diapositiv-Bildes
aus dem Laboratorium von Denis von Mihaly in Berlin-Wilmersdorf
zum telegraphentechnischen Reichsamt über Fernsprechleitungen.
Das Raster besteht aus 30 Zeilen bei 10 Bildwechseln in der Sekunde.
Februar 1928
Aus Rabat, Marokko, meldet sich "Radio Maroc" mit
einem 2-kW-Mittelwellensender.
3. März 1928
Gründung der rumänischen Sendegesellschaft "Societatea
de Difuziune Radiotelefonica".

6. März 1928
Wegen der ungünstigen Versorgungslage im Ballungsgebiet
Köln/Aachen wird hier ein 1,5-kW-Nebensender eingesetzt, der
das Programm der "WERAG" überträgt.
11. März 1928
Erste Sportreportage im holländischen Radio.
Han Hollander reportiert für die "AVRO" das Fussballspiel
Holland-Belgien.
1. Mai 1928
In der besetzten Pfalz bei Kaiserslautern wird der
Pfalzsender offiziell in Betrieb genommen. Der 0,5-kW-Nebensender Überträgt
das Programm der "Deutsche Stunde in Bayern". Die bayerische
Regierung hatte zuvor von der französischen Militärregierung
die Zustimmung für den Bau des Senders erhalten.
10. Mai 1928
Aus der "Marconi Radio Station AG, Bern" (gegründet
am 23. Februar 1922) geht die "Radio.Schweiz Aktiengesellschaft
für drahtlose Telegraphie und Telephonie" hervor. Dies
wird an der Generalversammlung beschlossen. Die Hauptaufgaben von "RSAG" liegen
in den Bereichen Flugsicherung, Telekommunikation, Informatik und
Seefunk.

11. Mai 1928
Die Fernsehstation der "General Electric Co.", "WGY" in
Schenectady, nimmt den Versuchsbetrieb auf. Die Sendungen werden
jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag von 13.30 bis 14 Uhr ausgestrahlt.
Es wird dabei das grobzeilige System mit mechanischer Bildabtastung
verwendet.
Ein Jahr zuvor führte das "Bell-Laboratorium" Fernsehversuche
durch. Zwischen New York und Washington wurde über Kabel ein
Fernsehbild übertragen. Verschiedene Gesellschaften wie "Zenith", "Westinghouse", "Paramount", "CBS" und "NBC" beginnen
ebenfalls mit dem neuen Medium zu experimentieren. Anfänglich
gilt die 60-Zeilen-Norm bei mechanischer Bildzerlegung. 1933 sind
es schon 240 Zeilen und sechs Jahre später wird bei vollelektronischem
Fernsehsystem die 441-Zeilen-Norm eingeführt.
11. Mai 1928
Der Elektrophysiker Denis v. Mihaly führt vor
geladenen Gästen Fernsehversuche mit mechanischer Bildzerlegung
durch. Die deutsche Post stellt ihm zwei Fernsprechleitungen zur
Verfügung.
Juni 1928
Für kurze Zeit meldet sich aus Cannes
die gleichnamige Privatstation aus der Brasserie de la Poste.
Betrieben wird die Station vom Radio-Club in Cannes.
1. August 1928
Die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China
eröffnet die "Central Broadcasting Station". Mit
Inbetriebnahme des 75-kW-Kurzwellensenders im Jahre 1932 gehört
ganz China und ein grosser Teil von Asien zum Empfangsgebiet. In
den vierziger Jahren werden die Rundfunkaktivitäten in die "Broadcasting
Corporation of China" (BCC) zusammengefasst. 1949: Rückzug
auf die Inselrepublik Taiwan, wo die "BCC" heute noch
tätig ist.

22.August 1928
Die erste Live-Fernsehübertragung in den USA
wird anlässlich des demokratischen Parteikonvents in Albany,
New York, ausgestrahlt.
31. August 1928
Auf der 5. Grossen Deutschen Funkausstellung (bis
9. September) werden die ersten Fernsehversuchssendungen vorgeführt.
Denis v. Mihaly zeigt seine "Fernschau", 30zeilige Fernsehbilder
von 4 x 4 cm mit 900 Bildpunkten. Professor August Karolus präsentiert
in Zusammenarbeit mit "Telefunken" sein Abtastungsverfahren
mit 96 Zeilen durch einen Mechau-Projektor und eine Vierfach-Spirallochscheibe.
Die Bildfläche beträgt 8 x 10 cm.
August 1928
Der Kurzwellensender "VQ7LO" in Nayrobi,
Kenia, beginnt mit seinem Rundfunkprogramm.
Die Geschichte des kenianischen Rundfunks begann 1927 mit dem Übereinkommen
zwischen der britischen Regierung und der privaten "British
East African Broadcasting Company", einen Rundfunksender in
Nayrobi zu eröffnen. Im darauffolgenden Jahr gab es somit
in Kenia als erstem Land Schwarzafrikas regelmässige Rundfunksendungen
(davor gab es auf dem afrikanischen Kontinent nur in Ägypten
seit 1920 einen Rundfunkdienst). Diese frühzeitige Einführung
des Rundfunks ist auf den hohen Anteil europäischer Bevölkerung
zurückzuführen. Seit 1902 war es für Europäer
möglich, von der britischen Regierung Land in ihrem Protektorat
zu kaufen, um sich dort anzusiedeln. Initiator und Agitator der
massiv einsetzenden Besiedlung Kenias war Lord Delamare, der 1928
auch erster Vorsitzender der "East African Broadcasting Company" wurde.
Betreiber und Direktor dieser Gesellschaft war Commander Mansfield
Robinson. Gesendet wurde in englischer Sprache "von weissen
Siedlern für weisse Siedler". Für die Finanzierung
eines Rundfunksenders war dieses begrenzte Auditorium allerdings
zu klein und bereits nach kurzer Zeit zwangen Finanzprobleme zur
Einstellung der Sendungen. 1931 schloss die Kolonialregierung einen
neuen 25-jährigen Vertrag diesmal mit der "East African
Cable and Wireless Ltd.". Zur Lösung der Finanzprobleme
erhielt "Cable and Wireless" das Monopol über das
telegrafische Fernmeldewesen.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch Programme in afrikanischen
und asiatischen Sprachen eingeführt.

1. September 1928
Die 1924 in Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien,
gegründete experimentelle Radiostation, nimmt den regulären
Sendebetrieb auf. Der slowenische Priester und Schriftsteller Franc
Saleski Finzgar weiht "Radio Ljubljana" ein.
11. September 1928
Die "General Electric Co." strahlt im
Rahmen ihrer frühen Fernsehversuche über den Sender "WGY" in
Schenectady das erste Fernsehspiel aus. Mit drei Kameras werden
Szenen des Melodramas "Der Bote des Königs" aus
verschiedenen Perspektiven aufgenommen.
4. Oktober 1928
Die RAVAG führt versuchsweise Schallplattensendungen
ein. Ab dem 16. Dezember 1929 gehören sie zum festen Programmteil.
1. November 1928
Der Landessender Rumäniens wird um 17 Uhr mit
der ersten offiziellen Sendung aus einem dürftig eingerichteten
Studio in der Bukarester General-Berthelot-Strasse 60, eingeweiht.
Dieser Sendebeginn wurde von der Rumänischen Gesellschaft
für Radiotelefonische Sendungen mit Hilfe einer 18 kW starken
Sendestation der "Marconi Wireless Telegraph Ltd." verwirklicht.
Bereits vor diesem historischen Beginn hatte es aber eine Reihe
von zivilen und militärischen Hörfunksendungen mit experimentellem
Charakter gegeben. 1908 hatte das rumänische Hochseeamt einen
eigenen Hörfunksender der Marke "Telefunken" in
Constanta aufgebaut.
14. November 1928
"Radio Oriental" mit dem Rufzeichen "OAX" startet
in Uruguay.

19. November 1928
Der von der niederländischen Philipswerke betriebene
Kurzwellensender "PCJ" beginnt mit der Ausstrahlung des
Familienprogramms "Happy Station". Das Wunschprogramm
wird vom sprachgewannten Ansager Edward Startz betreut. Nach seiner
Auslegung stehen die Buchstaben "PCJ" für "Peace,
Cheer and Joy: The Happy Station of a Friendly Nation". Sein
Wunschkonzert erfreut sich grosser Beliebtheit unter den Kurzwellenhörern
auf der ganzen Welt, spricht er doch perfekt Niederländisch,
Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. "PCJ" sendet
mit 20 kW im 19- und 31-Meterband (15220 und 9590 kHz).
Erst am 17. September 1995 streicht der heutige niederländische
Auslandsdienst, "Radio Nederland Wereldomroep", diese
Sendung aus dem Programm.
21. November 1928
Der Sender Königs Wusterhausen startet seine
Bildtelegraphie mit dem elektrochemischen "Fultographen",
einer Erfindung des englischen Kapitäns Fulton.
28. November 1928
Der "Südfunk" nimmt einen 0,7-kW-Nebensender
in Freiburg (Welle 577 m) in Betrieb. Gleichzeitig löst ein
neuer Stuttgarter Sender auf dem Hoffeld bei Stuttgart-Degerloch
(1,5 kW - 379,8 m) den schwächeren Sender in Feuerbach ab.

9. Dezember 1928
"RCA" patentiert eine "Krachtöterschaltung" für
Radioempfänger, mit deren Hilfe Störungen unterdrückt
werden, die mit dem Schwundausgleich beim Suchen von Sendern auftreten.
1928
Mit dem Rufzeichen „4PJ“ meldet
sich in Thailand die erste Radiostation im Äther. 1930 wird
der Rundfunk offiziell eingeführt. Ein 2,5-kW Mittelwellensender
(Rufzeichen HSP1) und ein Kurzwellensender (HSP2) verbreiten
das Programm. Am 20. Oktober 1938 wird neben der Landessprache
auch ein englisches und ein französisches Programm verbreitet.
1928
Radioamateure in Hongkong eröffnen den 250-Watt-Sender
mit dem Rufzeichen "ZBW". Ab 1935 sendet "Radio
Hong Kong" unter der Bezeichnung "ZBW 2" auch auf
Kurzwelle.
1928
Gründung der "Ente Italiano per le Audizione
Radiofoniche" (EIAR) in Turin.
1928
In San Jose, Costa Rica, startet die Station "Ti4NRH" mit
nur 7,5 Watt Sendeleistung. Der Stationsbesitzer Sr. Amando Cespedes
Marin versucht via Kurzwelle Weltweit für Freundschaft und
Toleranz zu werben. In den dreissiger Jahren wird die Sendeleistung
auf 500 Watt erhöht.
1928
Mit der 50-Watt-Station "CTIAA" von Abilio
Nunes dos Santos, beginnen in Portugal die regelmässigen Rundfunksendungen,
die bis zum Erscheinen des offiziellen Rundfunks in Lissabon ausgestrahlt
werden.
Veranlasst durch die überall entstehenden privaten Sender
sicherte sich der Staat 1930 das Monopol über das Radiowesen
und regelte die Vergabe von Lizenzen sowie die Bedingungen für
Sendung und Empfang durch Private. Im selben Jahr wurden die staatlichen "Servicos
Radioélectronicos" gegründet und zwei Sender für
Mittel- und Kurzwellenbetrieb erworben. Regelmässige Programme
wurden ab April 1933 für das Inland und ein Jahr später
auch für die Portugiesen in Übersee ausgestrahlt.
1928
Erste systematische Sendeversuche und Reichweitenmessungen
mit UKW-Funk in Jena und ein Jahr später in Chemnitz werden
durch das Reichspost-Zentralamt in Berlin unterstützt. Ein
wirklicher UKW-Rundfunk wird erst durch die Verbesserung der Röhren
als Voraussetzung für stärkere, fremdgesteuerte Sender
möglich.

8. März 1929
Das Reichspost-Zentralamt führt erste drahtlose
Fernsehversuchssendungen mit Hilfe eines Mihaly-Bildabtasters durch.
In der Zeit von 23.10 bis 00.30 Uhr überträgt der Sender
Berlin-Witzleben Fernsehbildsendungen ohne Ton auf der Welle 468
m mit 1,5 kW. Das Bild besteht aus 30 Zeilen (100 Bildpunkte bei
12,5 Bildwechseln in der Sekunde).
29. April 1929
Die österreichische Versuchsstation "UOR" auf
dem Wiener Rosenhügel strahlt mit einer Leistung von 40 Watt
die ersten offiziellen Kurzwellensendungen aus. Zunächst wird
viermal wöchentlich Musik von Schallplatten ausgestrahlt.
Ab Dezember wird abwechselnd auf zwei Frequenzen zwölf Stunden
pro Woche gesendet. Tagsüber wird das "RAVAG"-Programm übernommen
und in den Nachtstunden gibt es Eigenproduktionen. Mitte 1930 wird
die Versuchsstation "UOR" abgeschaltet.

29. Mai 1929
Die "Finish Broadcasting Company" wird
gegründet. Verschiedene private Radio-Stationen werden von
der Regierung übernommen und zusammengeschlossen. Gesendet
wird aus Tammerforst und Pori.
29. Mai 1929
Grundsteinlegung des Berliner Rundfunkhauses. Sie
gilt als Auftakt für den Bau eigener Funkhäuser der meisten
deutschen Sendegesellschaften.
9. Juli 1929
Das Hamburger Hafenkonzert wird erstmals im deutschen
Rundfunk übertragen. Die Sendung wird an Bord des Dampfers "Antonio
Delphino" aufgenommen und direkt auf die angeschlossenen Sender übertragen.

27. Juni 1929
In den "Bell Telephone Laboratories" in
New York wird ein Dreifarben-Fernsehen öffentlich vorgeführt.
1. Juli 1929
Der neue Wellenverteilungsplan der "UIR" (Union
internationale de radiodiffusion) tritt in Kraft. Er bringt eine
Verbesserung der Sende- und Empfangsverhältnisse auf internationaler
Ebene.
20. Juli 1929
Die erste deutsche Fernsehnorm, 30 Horizontalzeilen
bei einer Bildfrequenz von 12,5 Hertz, wird von der Deutschen Reichspost
bekanntgegeben.
26. August 1929
In Zeesen bei Königs Wusterhausen wird im Gebäude
des Deutschlandsenders der deutsche Kurzwellensender in Betrieb
genommen. Der "Telefunken"-Sender strahlt abends von
20.30 bis 00.30 Uhr ein deutschsprachiges Programm aus. Seit August
1928 wurden Versuchssendungen mit einem 1-kW-Sender ausgestrahlt.
Die Inbetriebnahme des Senders, zunächst unter dem Namen "Königs
Wusterhausen" mit 5 kW und später mit 8 kW Trägerleistung,
fand im Ausland zuletzt wegen der physikalischen Ausbreitungsverhältnisse
der Kurzwelle ein weit grösseres Echo als im Inland. Schon
nach den ersten Betriebsmonaten gingen Empfangsberichte aus Amerika,
Afrika, und sogar von den Philipinen ein. Bei dem grossen Erfolg
des deutschen Kurzwellensenders verwunderte es nicht, dass man
ihn als "Weltrundfunksender" bezeichnete und für
die Berichte darüber den Titel wählte "Mit 8 Kilowatt
rund um die Welt". Der Sender strahlte zunächst sein
Programm über eine vertikale, in den Oberwellen erregte 75
m lange Eindraht-Antenne aus. Um die für die Kurzwelle angestrebte
vertikale Bündelung der Abstrahlung über Dipole zu erreichen,
baute man im Jahre 1931 eine Rundstrahlantenne aus Dipole, die
im Quadrat um einen Holzturm angebracht waren.

30. August 1929
Während der 6. Deutschen Funkausstellung in
Berlin überträgt der posteigene Sender Witzleben auf
der Frequenz 166,3 kHz Fernsehbilder über eine Distanz von
knapp einem Kilometer.
11. September 1929
Mitglieder des 1924 gegründeten "Arbeiter-Radio-Klubs" gründen
den "Freien Radio-Bund Deutschland". Sein Organ "Arbeiter
Sender" erscheint bis zum Verbot im Jahre 1933.
30. September 1929
Erste öffentliche Fernsehsendung in England.
In Zusammenarbeit mit der "Baird Company" produziert
die "BBC" von Montag bis Freitag jeweils ein halbstündiges
Programm im Long-Acre-Studio. Punkt 11 Uhr erscheint der Ansager
Sydney Moseley auf dem Bildschirm, gefolgt von einer Darbietung
des Artistenduos Sydney Howard und Lulu Stanley. Bild- und Tonsendungen
sind nicht gleichzeitig möglich. Das Signal aus dem Studio
wird über Kabel bis zum Savoy Hill's Kontrollpunkt geleitet
und von dort bis zum 12-kW-Sender "LO".
7. November 1929
Mit einer Reportage von den Revolutionsfeierlichkeiten
auf dem Roten Platz in Moskau beginnt der sowjetische Rundfunk
mit der Ausstrahlung deutschsprachiger Programme.

2. Dezember 1929
"Radio Madrid" übernimmt ein vom
deutschen Kurzwellensender auf Welle 31,38 m ausgestrahltes Konzert.
25. Dezember 1929
Zwischen dem deutschen Kurzwellensender und der
amerikanischen Kurzwellenstation "WGY" in Schenectady,
New York, findet der erste Programmaustausch statt. Aus Deutschland
wird das Weihnachtskonzert empfangen und über die Senderkette
der "NBC" weitergeleitet. Am daraufvolgenden Tag überträgt
der deutsche Kurzwellensender ein Weihnachtsprogramm das von "WGY" augestrahlt
wird.
1929
Unter dem Namen "Radio Nacional" nimmt
in Bolivien die erste kommerzielle Station den Sendebetrieb mit
1 Kilowatt auf. In La Paz, Sitz der Regierung des Andenlandes,
stehen 150 Atwater-Kent und Crosley-Empfänger bereit.
1933 nimmt als offizielles Sprachrohr des Bolivianischen Staates "Radio
Illimani" den Sendebetrieb auf.
1929
Fünf Jahre nach den ersten Radioversuchen in
Riobamba, Ecuador, beginnt "Radio Estadio El Parabo" offiziell
mit seinen Übertragungen. Dieser Sender ist in Zusammenarbeit
mit einem nordamerikanischen Unternehmen ein Pionier in der Aufnahme
von Aluminiumschallplatten.

1929
In Deutschland werden erstmals Empfangsgeräte
mit eingebautem Kurzwellenteil vorgestellt.
1929
Auf den Falkland Inseln wird ein Radiodienst über
Telefonkabel eingerichtet. Das Studio ist im Regierungsgebäude
von Stanley untergebracht. Neben eigenen Serviceleistungen werden
auch Kurzwellenprogramme der "BBC" und amerikanischen
Stationen verbreitet.
1929
In Warschau wird die 8-kW-Langwellenstation "AXO" auf
270 kHz dem Betrieb übergeben. 1931 wird ein 120-kW-Sender
auf 212,5 kHz eingesetzt.
1929
Ins "Südfunk"-Musikprogramm werden "Mitteilungen
der Deutschen Reichspostreklame" eingestreut. Vom Monopol-Werbeunternehmen
der Post erhält der "Südfunk" allerdings keinen
Pfenning.
1. Januar 1930
Die "Reichs-Rundfunkgesellschaft" beginnt
damit, von eigenen Wachsplattenaufnahmen für den internen
Gebrauch Schwarzplatten herzustellen. Noch nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges ist anfangs die inzwischen verbesserte Wachsplattenaufnahme
das qualitativ beste Verfahren der Tonaufzeichnung. Zu ihren Nachteilen
gehören die kurze Abspieldauer (viereinhalb Minuten), die
unhandlichkeit im Betrieb sowie die Empfindlichkeit gegen Erschütterungen
und mechanische Beschädigungen. Ihre Verwendung bleibt daher
im wesentlichen auf den stationären Funkhausbetrieb beschränkt.

7. Januar 1930
Zwischen London und Berlin gelingt die erste Bildübertragung
auf Drahtleitung.
19. Februar 1930
Die Radiogenossenschaft Bern nimmt den Lokalsender
Bern auf Welle 403 m (743 kHz) in Betrieb. Die Sendeleistung beträgt
1,5 kW.
März 1930
Leonard Plugge gründet die "International
Broadcasting Company" (IBC) mit der Absicht, gesponserte Radiosendungen
vom europäischen Festland aus nach England auszustrahlen.
Das erste Sonntagskonzert für englische Hörer wird am
11. Oktober 1931 um 8 Uhr von "Radio Normandy" verbreitet.
Um 10.40 Uhr gleichentags gelangt "Radio Toulouse" mit
der ersten "Radioshow" an die englischen Hörer.
Es folgt "Radio Paris" (29. November 1931) und "Radio
Rome" (24. Januar 1932). Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
stellt die "IBC" ihre Tätigkeit ein.

15. April 1930
Gründung der "Ostschweizerischen Radio-Gesellschaft" (ORG).
26. April 1930
Die Radioamateurvereine schliessen sich zum "Arbeiter-Radiobund
der Schweiz" (ARBUS) zusammen.
17. Mai 1930
Die Deutsche Reichspost führt mit dem Sender
Zeesen auf 183,5 kHz weitere Fernsehversuchssendungen durch. Im
gleichen Jahr werden erstmals Versuche im UKW-Bereich (42,8 MHz)
durchgeführt.
15. Juni 1930
Die erste bulgarische Radiostation nimmt den Sendebetrieb
auf.
15. Juni 1930
Über den Sender Döberiz führt das
Reichspost-Zentralamt Fernsehversuchssendung durch. Etwas später
wird auch ein Ton-Sender im UKW-Bereich eingeschaltet.
18. Juni 1930
Nach dem Vorbild der britischen BBC wird in
Belgien das „Nationaal Instituut voor Radio / Institut
National Belge de la Radio-Diffusion (NIR / INR) gegründet.
In diesem öffentlichrechtlichen Dienst werden alle bisherigen
privaten Rundfunkaktivitäten, mit Ausnahmen einiger lokalen
privaten Sender, zusammengeschlossen.

7. Juli 1930
Der Tessiner Grosse Rat verabschiedet ein Dekret über
die Schaffung des "Ente autonamo per la radiodiffusione nella
Svizzera italiana", welche mit öffentlichen Mitteln des
Kantons Tessin und zum kleineren Teil Graubündens, sowie privater
Beiträge den Bau und Betrieb des Radiostudios in Lugano zum
Ziel hat.
14. Juli 1930
Die "BBC" strahlt aus dem "Baird"-Studio
in Long Acre das erste Fernsehspiel aus.
18. Juli 1930
In Saigon nimmt "Radio Saigon" den Sendebetrieb
auf. Nach zwei Jahren wird diese Dienst eingestellt, da in ganz
Indochina kaum mehr als 100 Radioempfänger vorhanden sind.
Juli 1930
Der "RCA"-Pioniersender "W2XBS" beginnt
mit der Ausstrahlung eines Fernsehversuchsprogramms.

August 1930
Dem jungen Manfred von Ardenne gelingt es, in seinem
Labor die ersten Fernsehbilder mit Hilfe der Braunschen Röhre
zu erzeugen.
8. September 1930
Inbetriebnahme des neuen Lokalsenders von "Radio
Basel" auf dem Areal der Physikalischen Anstalt der Universität.
Wellenlänge: 381 m. Unter der Leitung von Mr. Petersen fanden
seit dem 18. August Testsendungen statt. Anfang 1931 wird der 0,5-kW-Marconi-Sender
in der Basler Kaserne untergebracht.
28. Oktober 1930
Über den Sender von "Radio Bern" wird
die erste Schulfunksendung ausgestrahlt. Inizianten dieser Versuchssendung
sind der Direktor des Radiostudios Bern, Kurt Schenker und der
Berner Gymnasiallehrer Hans Gilomen.
11. November 1930
Die „Association Radio Strassbourg PTT“,
ein von der französischen Post lizensierter Verein, nimmt
den 12-kW-Mittelwellensender Strasbourg in Betrieb. Die Antenne
des deutsch-französischsprachigen Senders befindet sich in
Brumath. Das Studio ist an der rue de la Nuée Bleue untergebracht.
Direktor ist Robert Petitot-Chartelier. Gründer von Radio
Strassbourg PTT ist Charles Staeling. Am 14. Juni 1940 verstummt
der Sender.

12. November 1930
Auf einem von der "BBC" geliehenen "Blattnerphone" wird
als erste Aufnahme mit diesem Gerät eine Ansprache von König
George V. mitgeschnitten und am selben Tag zu verschiedenen Zeiten
gesendet. Das Stahlband für das "Blattnerphone" wird
auf eine Breite von 3 mm reduziert und erhält so bei einer
Laufgeschwindigkeit von 1,5 m/s eine Spieldauer von 32 Minuten.
Dieses Format wird auch beim Bau der für die "BBC" entworfenen "Marconi-Stille-Maschine",
einer Gemeinschaftsproduktion von Blattner, Marconi und Stille,
herangezogen. Die letzte dieser Maschinen ist bis 1954 bei der "BBC" im
Einsatz.
21. November 1930
Mit einer feierlichen Ansage des Schauspielers Ludwig
Wüllner nimmt um 19.45 Uhr die Rundfunkgesellschaft "SÜRAG" in
Stuttgart den von "Telefunken" gebaute Gross-Sender Mühlacker
(60 kW) in Betrieb.
14. Dezember 1930
Der Physiker Manfred von Ardenne überträgt
in seinem Laboratorium in Berlin-Lichterfelde zum ersten Mal vollelektronische
Bilder mit einem Raster von 100 Zeilen bei 20 Bildwechseln pro
Sekunde. Am Heiligabend gelingen von Ardenne erstmals Fernsehbild-
und Filmübertragungen mit Elektronenstrahlröhren (der
Braunschen Röhre) auf Sender- und Empfängerseite - und
ohne Nipkow-Scheibe.

15. Dezember 1930
Als zweiter Gross-Sender Deutschlands nimmt Heilsberg
den Programmdienst auf. Der 60-kW-Sender von "Lorenz" überträgt
das Programm der "ORAG".
20. Dezember 1930
Der Staatsrundfunk in Island nimmt den regelmässigen
Programmdienst auf. Der Marconi-Sender arbeitet mit 16 kW auf Langwelle.
21. Dezember 1930
Der Sender Salzburg wird in Betrieb genommen.
29. Dezember 1930
Die "Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion" erhält
von der Luxembourgischen Regierung eine Sendekonzession.
1930
Erste Fernseh-Versuchssendungen im "Radio Laboratoria" in
Italien.

1930
Die "Philips"-Werke in Eindhoven führen
erste Fernsehversuchssendungen mit selbstentwickelter Apparatur
durch.
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