4. Januar 1923
"Network"-Start in den USA. Die Stationen "WEAF" New
York und "WNAC" Boston strahlen gleichzeitig das selbe
Programm aus. Die beiden Sender sind untereinander mit einer Telefonleitung
verbunden.
10. Januar 1923
Der Bundesrat bewilligt den Flugplatzsendern Cointrin
(Genf), Champ-de-l'Air (Lausanne) und Kloten (Zürich), versuchsweise
Rundfunkprogramme zu verbreiten.
20. Januar 1923
Aus dem Studio an der rue de Grenelle in Paris,
wo auch der Sender untergebracht ist, meldet sich Radio Paris PTT.
Auch diese Station verschwindet bei Kriegsbeginn aus dem Äther.
26. Februar 1923
In Lausanne entsteht die erste eigentliche lokale
Radiogesellschaft mit Namen "Utilitas", die über
den Sender auf dem Champ-de-l'Air regelmässig musikalische
Programme ausstrahlt.

26. Februar 1923
Der Flugplatzsender von Genf strahlt regelmässig
ein Testprogramm aus. Dieser Versuch dient nur dem Zweck, die geeignetste
Wellenlänge für den künftigen schweizerischen Rundspruch
festzulegen.
27. Februar 1923
Der spanische Staat erklärt den Rundfunk -
als öffentliche Angelegenheit - zum Staatsmonopol. Gleichzeitig
wird er ermächtigt, Sendelizenzen zu vergeben.
26. März 1923
Die chilenische Elektrofima Errazuriz kauft die
Sendelizenz der Station "Mercurico" auf und startet den
bis heute existierenden Sender "Radio Chilena".
1925 wird die "Erste Verordnung für Radiostationen" erlassen.

1. April 1923
Mit den Worten "Hallo, Hallo - hier Radio Hekaphon
auf Welle 600", meldet sich die erste österreichische
Rundfunkstation.
6. April 1923
Der erste deutsche Radioklub wird in Berlin gegründet.
Fünf Tage später erscheint die erste deutsche Rundfunkzeitschrift "RADIO"
14 April 1923
Ein im Bernoullianum installierter 20-Watt-Tonfunkensender
strahlt während der Basler Mustermesse Werbesendungen aus,
um das neue Medium einem breiten Publikum vorzustellen. Das Studio
befindet sich auf dem Messegelände. Hierbei handelt es sich
um die erste öffentliche Radiosendung in Basel.

21. April 1923
Erstmaliges Erscheinen der schweizerischen Radioprogrammzeitschrift "Le
Radio" in Lausanne.
April 1923
R. Pinto, H. Morize und E. Dias gründen den
Sender "Radio Sociedade do Rio de Janeiro". Bereits im
September 1922 gab es in Brasilien vereinzelte Rundfunkaktivitäten.
12. Mai 1923
Auf 833 kHz meldet sich mit 20 Watt die Station "WJAZ" in
Chicago. Sie wird von der Radiofirma "Zenith" betrieben.
Sender und Studios befinden sich an der Sheridan Road. Im April
1924 wird die Station wieder geschlossen und an das Edgewater Beach
Hotel verkauft, die ihrerseits mit der Stationsbezeichnung "WEBH" weitersendet.

18. Mai 1923
Von der Aktiengesellschaft "Radio Journal" wird
in der Tschechoslowakei die erste Rundfunksendung ausgestrahlt.
Aus einem Zelt in der Nähe von Kbely bei Prag wird um 20.15
Uhr zum ersten Mal eine tschechoslowakische Stimme in den Äther
geschickt. 1925 erwirbt der Staat die Mehrheitsbeteiligung bei "Radio
Journal".
Mai 1923
Nach mehrmonatigen Versuchen nimmt der spanische
Radiosender, "Radio Ibérica" in Madrid, seine
experimentellen Sendungen auf. "Radio Ibérica" sendet
mit 0,5 kW auf der Langwellenfrequenz 176 kHz. Später erhält
die Station das Rufzeichen "EAJ6" und ist mit 3 kW auf
765 kHz aktiv.
Mai 1923
In Neuseeland wird der Rundfunk freigegeben. Die
Ausgabe von Lizenzen erfolgt nur an britische Staatsangehörige
und ist von einer Erklärung abhängig, die zur Geheimhaltung
nicht öffentlicher Meldungen verpflichtet.

7. Juni 1923
Zweiter "Network"-Versuch in den USA.
Die Stationen "WEAF" und "WGY" in Schenectady, "KDKA" in
Pittsburgh und "KYW" in Chicago strahlen simultan das
gleiche Programm aus.
8. Juli 1923
Die holländische Rundfunkorganisation "Hilversumsche
Draatlooze Omroep" (HDO), beginnt über die Sendeanlagen
der "Nederlandsche Seintoestellen Fabriek" mit einem
allgemeinen Rundfunkprogramm (politisch und religiös neutral).
Kurz nach dem Start wird die "HDO" in "Algemeene
Nederlandsche Omroep Vereeniging" umbenannt. Nach der Fusion
mit der "Nederlandsche Omroep Vereniging" wird unter
der heutigen Bezeichnung "Algemeene Vereniging Radio Omroep" (AVRO)
weitergefahren. Gründer und Inspirator der "AVRO" ist
Willem Vogt.

14. Juli 1923
Im Hotel des Deux-Gares in Lausanne wird die Gesellschaft "Broadcasting
Romand" gegründet. Ihr steht der Flugplatzsender auf
dem Champ-de-l'Air zur verfügung.
Juli 1923
Beginn der regelmässigen Sonntagskonzerte über
den Sender Königs Wusterhausen. Die Konzerte - jeweils von
11 bis 13 Uhr - finden in ganz Europa begeisterte Zuhörer.
Erst am 24. Januar 1926 werden die Versuchssendungen eingestellt.
Juli 1923
Aufhebung des Rundfunkempfangverbotes für Private
in Deutschland. Der Radioindustrie wird die Einschränkung
auferlegt, nur solche Empfangsgeräte zu produzieren, die nicht
mehr als den Wellenbereich von 250 bis 700 Metern aufnehmen können.

20. September 1923
Die Reichstelegraphenverwaltung erteilt dem Telegraphentechnischen
Reichsamt den Auftrag, für die "Deutsche Stunde" einen
Sender zu bauen. Dabei fallen die etatbedingten Worte: "Kosten
dürfen nicht entstehen." In zehn Tagen entstand im Dachgeschoss
des Vox-Hauses in Berlin eine Anlage, die aus Laboratoriumsbeständen
zusammengebaut wurde.
23. September 1923
Aus dem Teatro Griego in Bacelona werden Testsendungen
ausgestrahlt. Daraufhin wird die "Asociacion Nacional de Radiodifusion" ins
Leben gerufen. Aus ihr geht die spätere Station "Radio
Barcelona" (EAJ1), hervor.
28. September 1923
In England erscheint die erste Nummer der Programmzeitschrift "Radio
Times". Das offizielle Organ der "BBC" erscheint
von nun an wöchentlich.

September 1923
Das Prager "Radio Journal" sendet von
nun an täglich um 14 Uhr Wirtschafts- und Finanznachrichten,
abends dann Sportberichte, Wettervorhersagen, Nachrichten und anschliessend
Vorträge und Musik.
September 1923
In Mexiko tritt eine Radiogesetzgebung in Kraft.
Gleichzeitig werden die ersten Konzessionen erteilt. Dieses Hörfunkstatut
(Reglamento Radiofonico) bestimmte, dass jeder Interessierte seinen
Antrag auf Konzessionserteilung im Kommunikationsministerium einreichen
musste. Konzessionen sollen nur an Mexikaner gegen eine je nach
Stärke der Station festgelegte Gebühr vergeben werden..
Die Antragsteller mussten ausserdem eine Prüfung über
telegrafische Kenntnisse vor dem Ministerium ablegen. Alle Rundfunkempfänger
sollten eine einmalige Gebühr von fünf Pesos für
ihr neugekauftes Radio an den Staat zahlen. Die Nutzung der Stationen
durch Dritte wurde untersagt, wodurch eine mögliche Beteiligung
der Rundfunkteilnehmer an der Programmgestaltung ausgeschlossen
wurde.
In der Folgezeit richten vor allem private Unternehmer, aber auch
der Staat Radiosender ein. Mitte der 20er Jahre besitzt er das
einzige landesweite Sendenetz. Seine Zielsetzung ist die Verbreitung
von Informationen, Erziehung und Kultur. Das Interesse der privaten
Unternehmer an das neue Medium ist dagegen rein kommerzieller Art,
und ihr Engagement orientiert sich stark am US-amerikanischen Rundfunksystem.
So bemühen sich alsbald Zeitungen, eigene Sender aufzubauen,
und Wirtschaftsunternehmen betreiben über eigene Stationen
Werbung für ihre Produkte. Als erste Station kann 1929 der
Sender "CYB" (seit September 1923 in Betrieb) welcher
der Tabakwarenfabrik "El Boen Tono" gehört, nicht
nur seine Kosten über Werbeeinnahmen decken, sondern auch
Gewinne erzielen.

14. Oktober 1923
Die erste deutsche Programmzeitschrift "Der
Deutsche Rundfunk" erscheint.
18. Oktober 1923
Unter der Leitung von Friedrich Weichart beginnen
die Versuchssendungen der "Deutschen Stunde" aus dem
Dachgeschoss des Berliner Vox-Hauses.
21. Oktober 1923
Die "Société Romande de Radiophonie",
stellt die Flugplatzsender in Lausanne und Genf in ihre Rundfunkdienste.

29. Oktober 1923
Aus dem Vox-Haus in Berlin meldet sich die "Deutsche
Stunde" mit einem Unterhaltungsprogramm von 20 bis 21 Uhr.
Dieses Datum wird als die Geburtsstunde des deutschen Rundfunks
betrachtet. Der Sender auf dem Dachboden des Hauses hat eine Leistung
von 0,25 kW und arbeitet auf der Welle 400 m. Das Signal wird auf
die 30 m lange Reusenantenne übertragen, die zwischen zwei
18 m hohen Masten auf dem Vox-Haus und dem Hotel Esplanade aufgespannt
ist.
31. Oktober 1923
Die erste Genehmigung zum privaten Rundfunkempfang
erhält der Berliner Wilhelm Kollhoff.
2. November 1923
Übertragung des Fussball-Länderspiels
Schweiz-Uruguay aus Paris in den Kleinen Tonhallensaal in Zürich.

4. November 1923
Über eine 50-Watt-Sendestation verbreitet der "Radioclub
Zürich" seine erste öffentliche Versuchssendung.
Die Ausstrahlung erfolgt auf der Welle 500 m. Auf dem Programm
stehen verschiedene Vorträge und Musik. Für die Versuchssendungen
stehen die Flugplatzstation Kloten sowie ein Spezialsender des
Physikalischen Instituts der Universität Zürich zur Verfügung.
Der Physiker Prof. Gustav Eichhorn ruft ein "Institut für
Radiophonie" ins Leben. Auf das Gesuch zur Genehmigung von
Radioempfangsvorführungen erhält Prof. Eichhorn übrigens
folgende Antwort des verantwortlichen Beamten der PTT: "Nehmen
sie von mir die amtliche Erklärung an, dass wir das Radio
in der Schweiz nicht aufkommen lassen werden. Ihr Institut ist
also gänzlich zwecklos".
9. November 1923
Die "Deutsche Stunde" in Berlin überträgt
neben dem Unterhaltungsprogramm erstmals auch politische Nachrichten.

23. November 1923
Die Rundfunkgesellschaft "Broadcasters Sydney
Ltd." Eröffnet die erste australische Radiostation "2SB" (später
umbenannt in "2BL". Zuständig für die Lizenzvergabe
ist die Postbehörde.
24. November 1923
Die französische Regierung erlässt ein
Dekret, dass das staaliche Monopol für Sendung und Empfang
radioelektronischer Signale festlegt. Die technischen Einrichtungen,
Programme und Finanzen der Privatsender sollen staatlich kontrolliert
werden.
24. November 1923
Mit der Einweihung von "Radio Belgique" beginnt
in Belgien das Radiozeitalter. Das Programm kommt aus der "Union
Coloniale" in Brüssel. Die Lampenempfängerfirma "SBR" ist
massgeblich an der Gründung von "Radio Belgique" beteiligt.
Gesendet wird ausschliesslich in französischer Sprache. Erst
mit der Gründung der "Vlaamse Radio Vereeniging" im
Jahre 1928 wird auch in flämisch gesendet. Es kommt ein Relaissender
von "Radio Belgique" im zoologischen Garten zum Einsatz.
Ein Jahr später beginnen ein katholischer und ein sozialistischer
Radiobund über einen von der "N.V. Radio" betriebenen
Sender in Veltem mit flämischen Programmen.

November 1923
Mit der Einrichtung eines von Amateuren geleiteten
Radio-Clubs beginnt der Hörfunk in Indien. Im Juni 1924 werden
in Bombay und Madras weitere Clubs gegründet. Diese Club-Stationen
senden täglich ca. 21/2 Stunden. Aufgrund finanzieller schwierigkeiten
stellt der "Madras-Radio-Club" allerdings im Oktober
1927 seinen Betrieb wieder ein.
1. Dezember 1923
Die Zahl der bei der Deutschen Reichspost gemeldeten
Rundfunkteilnehmer beträgt 467.
5. Dezember 1923
Die australische Radiostation "2FC", betrieben
von der "Farmer & Co.", beginnt zu senden.

7. Dezember 1923
Gründung der "Südwestdeutschen Rundfunkdienst
AG" in Frankfurt. Auf der Wellenlänge 470 m stahlt ein
1,5-kW-Sender täglich ab 19.30 Uhr ein Konzertprogramm aus.
Sonntags stehen religiöse Darbietungen auf dem Programm.
1923/24 entstehen unter Beteiligung privater Geldgeber neun regionale
Rundfunkgesellschaften.
18. Dezember 1923
In Südafrika finden erste Rundfunkversuchssendungen
statt.
23. Dezember 1923
Von einem Kaufhaus in Johannesburg aus beginnt ein
Versuchssender der südafrikanischen Eisenbahn mit einem Musikprogramm
und Nachrichten. 1924 wird die Sendetätigkeit wieder eingestellt.

25. Dezember 1923
Erste Rundfunk-Weihnachtsansprache durch Reichskanzler
Dr. Wilhelm Marx.
1923
Für zwei Jahre meldet sich aus Cean die gleichnamige
französische Privatstation. Studio und Sender befinden sich
an der rue Saint-Manvieu.
1923
Mit 500 Watt Sendeleistung macht sich in Nice Radio
Riviera auf 360 m bemerkbar.
1923
Die finnische "Amateur-Radio-Liga" und
der "Finnische Rundfunkverband" nehmen die regelmässige
Sendetätigkeit über einen Militärsender in Helsinki
auf. 1926 - ein Jahr vor der Verabschiedung des Rundfunkgesetzes
- gründen verschiedene Verbände, Tageszeitungen und Banken,
die "Finnische Rundfunkgesellschaft". Die technische
Versorgung übernimmt die PTT.
1923
Die private "Compagnie francaise de Radiophonie" wird
gegründet. Sie geht aus der "Compagnie Générale
de Télégraphie sans Fil" (CSF) hervor.

1923
Einführung des Rundfunks in Dänemark durch
verschiedene Privatgesellschaften, Unternehmer und Radioenthusiasten,
die ihre Programme ohne offizielle Genehmigung über staatliche
Sender ausstrahlen.
Die Entscheidung, ob der Hörfunk als Privatunternehmen oder
als Staatsmonopol organisiert werden soll, fiel zugunsten des letzteren
aus, wofür nicht nur politische Präferenzen, sondern
auch der Mangel an privatem Kapital ausschlaggebend war, welches
hätte sicherstellen müssen, dass das Radio als öffentliche
Dienstleistung die gesamte Bevölkerung erreicht. Infolgedessen
wurde am 1. April 1926 das Staatsmonopol "Statsradiofonien" gegründet
(das 1959 in Danmarks Radio umbenannt wurde). Entgegen der im Namen
enthaltenen Implikationen war die Rundfunkanstalt formal eine unabhängige
Organisation und wurde von einem Rundfunkrat verwaltet, dessen
Mitglieder von der Regierung und Vertretern verschiedener Hörerorganisationen
ernannt wurden.

1. Januar 1924
Die jährliche Rundfunkgebühr in Deutschland
wird von 24 auf 60 Reichsmark erhöht.
15. Januar 1924
Die "British Broadcasting Company" strahlt
das erste Hörspiel über die Sender "2LO" (London), "5IT" (Birmingham)
und "2ZY" (Manchester) aus.
26. Januar 1924
Die von der "Melbourne Associated Radio Co." Betriebene
australische Radiostation "3AR" nimmt den Programmdienst
auf.

5. Februar 1924
Ein von der amerikanischen "Westinghouse Electric & Co." In
Pittsburgh ausgestrahltes Radioprogramm wird in England aufgenommen
und durch Relaisdienste im Lande verbreitet.
16. Februar 1924
Im Zunfthaus zur Zimmerleute findet die Gründungsversammlung
der Radiogenossenschaft in Zürich mit kantonaler und städtischer
Beteiligung statt.
19. Februar 1924
Die Generaldirektion Der Post- und Telegrafenverwaltung
in Wien erteilt der "Radio-Verkehrs AG" (RAVAG) eine
Sendekonzession.

1. März 1924
Die schweizerische Oberpostdirektion gibt eine Vorschrift
heraus, in welcher das Erstellen und die Benutzung von radioelektronischen
Empfangsanlagen mit einer Hörgebühr von 10 Franken geregelt
werden.
1. März 1924
Eröffnung der "Mitteldeutschen Rundfunk
AG" (MIRAG) in Leipzig.
3. März 1924
Nachdem sich private Geldgeber mit der Reichspost
und dem württembergischen Staat geeinigt haben, gründen
sie mit 60.000 Goldmark Stammkapital die "Süddeutsche
Rundfunk AG" zur - wie es im Gesellschaftsvertrag heisst - "Veranstaltung
und drahtlosen Verbreitung von Vorträgen, Nachrichten und
Darbietungen künstlerischen, belehrenden und unterhalten den
sowie sonst weitere Kreise der Bevölkerung interessierenden
Inhalts in Stuttgart und weitern Umkreise". Sie bestellen
als Vorstand (seit 1933: "Intendant") Dr. Alfred Bofinger.

8. März 1924
Der Reichspräsident erlässt die "Verordnung
zum Schutze des Rundfunks". Die Verordnung sieht nicht nur
hohe Strafen für Schwarzhörer vor, sondern sie gibt der
Deutschen Reichspost auch das Recht, jederzeit unangemeldet die
Räume durchsuchen zu dürfen, in denen nicht genehmigte
Funkanlagen vermutet werden.
9. März 1924
Der Sender Frankfurt 1 strahlt bis zum 18. März
Versuchssendungen aus.
30. März 1924
Erste reguläre Sendung von Radio Poste Petit
Parisien aus dem Studio an der rue d‘Ènghien in Paris.
Am 10. November 1930 wird die Station erwachsen und nennt sich
jetzt Radio Poste Parisien. Direktor ist Paul Dupuy. Ihm steht
ein grosser Mitarbeiterstab zus Seite, u.a. Marcel Laporte, André Gaudelette,
Maurice Pierrat, Henri Garden, Claude Darget und Lola Robert. Das
neue Studio ander Champs Elysées wird am 25. April 1932
eingeweiht.
Im Juni 1940 übernehmen die Deutschen die ganze Einrichtung
und setzen sie für ihren Propaganda-Rundfunk ein.
30. März 1924
Um 17 Uhr nimmt die "Deutsche Stunde in Bayern
GmbH" über den 0,7 kW starken Sender München 1 mit
einem Festakt im Auditorium Maximum der Universität ihren
regelmässigen Programmdienst auf.
Am selben Tag meldet sich auch der "Südwestdeutsche Rundfunk" in
Frankfurt im Äther.

1. April 1924
Gründung des Verbandes der Funkindustrie in
Berlin.
1. April 1924
In Anwesenheit von Staatssekretär Hans Bredow
wird der Sender Frankfurt 1 feierlich eröffnet. Von nun an
strahlt der "Südwestdeutsche Rundfunk" ein regelmässiges
Programm aus. Sender, Studio und Verwaltung befinden sich im fünften
Stock des Postamtes an der Frankfurter Elbestrasse.
4. April 1924
Einführung des Schulrundfunks in England.
7. April 1924
Die Zürcher Radiogenossenschaft beginnt mit
dem Bau des Sendehauses und der Antennentürme oberhalb Höngg.

10. April 1924
Gründung des ersten "Arbeiter-Radio-Klubs
e.V." (Bezirk Berlin), der im März 1927 in "Arbeiter-Radio-Bund" umbenannt
wird.
2. Mai 1924
Mit dem Sender Hamburg 1 (0,7 kW) nimmt die "Nordische
Rundfunk AG" (NORAG) ihren regelmässigen Sendedienst
auf Welle 395 m auf.
11. Mai 1924
Programmeröffnung der "Süddeutschen
Rundfunk AG" um 11 Uhr. Gesendet wird aus dem Heeresproviantamt
in Feuerbach bei Stuttgart über einen Mittelwellensender (0,25
kW) auf Welle 437 m. Seitdem wird ein tägliches Programm (gegliedert
in ein Nachmittags-, ein Abend- und ein Nachtkonzert) ausgestrahlt.

12. Mai 1924
Die räumlich begrenzte Antennenanordnung auf
dem Vox-Haus zwingt die Deutsche Reichspost, die Versuchssendeanlage
einer Firma der Funkindustrie auf dem Magdeburger Platz zu übernehmen.
Der 2-kW-Sender auf Welle 500 m wird tagsüber anstelle des
Senders im Vox-Haus auf der Welle 430 m und abends parallel zu
diesem betrieben.
21. Mai 1924
In Genf eröffnet Bundesrat Robert Haab die
erste Radioausstellung von nationaler Bedeutung (Exposition nationale
T.S.F., bis 1. Juni. Auch Frankreich beteiligt sich an der Ausstellung.
26. Mai 1924
Der Sender Breslau 1 der "Schlesischen Funkstunde
AG" beginnt mit seinen Emissionen.

3. Juni 1924
Im Berliner Vox-Haus beschliesst der Reichsrundfunkverband,
die Vereinigung der Regionalgesellschaften, demnächst in massvoller
Weise mit einem Rundfunkreklamedienst zu beginnen, um damit einer
alten Forderung wirtschaftlicher Kreise nachzukommen. 1925 werden
bei sämtlichen Rundfunkgesellschaften Werbefunkprogramme eingeführt.
14. Juni 1924
Die "Ostmarken-Rundfunk AG" nimmt ihren
ersten Sender (Königsberg, 0,25 kW - 463 m) in Betrieb. Am
darauffolgenden Tag findet die feierliche Programmeröffnung
durch Hans Bredow statt. Als Studio dient zunächst der grosse
Chorprobesaal des Königlichen Opernhauses im Stadttheater.

15. Juni 1924
"Radio Bloemendaal" beginnt im gleichnamigen
Städtchen zwischen Ijmuiden und Zandvoort (Holland) mit der
Verbreitung religiöser Programme. Iniziator ist J.H. Monnik,
der im Mai 1924 die Sendeerlaubnis erhalten hatte. Am 11. März
1934 wird ein neuer 0,1-kW-Sender auf 245,9 m in Betrieb genommen.
Seitdem ist der christliche Sender, abgesehen vom kriegsbedingten
Unterbruch von 1943 bis 1948, jeden Sonn- und Feiertag mit Predigten
und kirchlicher Musik im Äther. Heutzutage ist der 50-Watt-Sender
auf 1116 kHz zu hören.
21. Juni 1924
Gründungsversammlung der "Nederlandse
Christelijke Radio-Vereeniging" (NCRV).
24. Juni 1924
In Spanien tritt ein Rundfunkgesetz in Kraft. Die
Sendestationen werden in vier Kategorien nach Sendeleistung eingeteilt
(höchstens 8 kW). Pro Sendestunde werden fünf Minuten
Werbung bewilligt.

1. Juli 1924
Die "Schlesische Funkstunde Breslau" beginnt
mit Rundfunkwerbung.
1. Juli 1924
100 000 Rundfunkteilnehmer in Deutschland.
1. Juli 1924
Der "Wissenschaftliche und Technische Club" in
Johannesburg gründen die Rundfunkstation "Johannesburg
Broadcasting".
11. Juli 1924
In Zürich erscheint die erste Nummer der Zeitschrift "Radioprogramm".

12. Juli 1924
Die erste öffentliche Rundfunkdemonstration
in Sri Lanka wird mit der Ansprache des Gouverneurs eingeleitet.
Von 1934 bis 1938 wird auch auf Kurzwelle experimentiert.
17. Juli 1924
Der Sender Münster 1 der "Westdeutschen
Funkstunde AG" strahlt Versuchssendungen aus. Die Sendeleistung
beträgt 0,25 kW.
17. Juli 1924
Der australische Postmaster-General ändert
das Rundfunksystem. Die Stationen der A-Klasse werden durch Hörgebühren,
die Stationen der neuen B-Klasse durch Werbung Finanziert.
21. Juli 1924
Mit dem Rufzeichen "5XX" beginnt in England
eine Langwellenstation mit Testsendungen.

23. Juli 1924
Beginn der systematischen Testsendungen des Senders
Münster auf Welle 407 m mit 0,7 kW. Aus ganz Europa kommen
bald Empfangsbestätigungen über guten Empfang.
August 1924
Aus dem ehemaligen Kriegsministerium in Wien beginnt
die Radio-Verkehrs AG (RAVAG) mit Probesendungen.
2. August 1924
Im Radio wird erstmals ein Konzert der "Berliner
Philharmonie" übertragen.
2. August 1924
Auf der Welle 340 m wird der erste deutsche Nebensender
Nürnberg in Betrieb genommen.

23. August 1924
Bundesrat Dr. Robert Haab eröffnet die Radiostation
Zürich in den Räumlichkeiten des Amtshauses 4 an der
Lindenhofstrasse. Der Sender befindet sich auf dem Hönggerberg
und ist der erste, ausschliesslich für Rundfunkzwecke reservierte
Sender der Schweiz.
27. August 1924
Nach ersten experimentellen Radioerfahrungen der
Stationen in Milano und der Araldo-Radiotelefonie-Station in Rom,
werden die Rundfunkaktivitäten in Italien vereinigt. Auf Initiative
des Kommunikationsministers Costanzo Ciano hin, werden die beiden
Gesellschaften "Radiofono" (Produzentin von Telefonapparaten),
und "S.I.R.A.C." (von der amerikanischen "Western
Electronic" dominiert), zur "Unione Radiofonica Italiana" (URI)
zusammengeschlossen.

15. September 1924
Ferdinant de Sevin gründet das Provinz-Radio „Agen“ mit
Studio und Sender im gleichnamigen Ort. Beliebt ist Radio Agen
bei den Landwirten wegen den Agrarsendungen, Wetterberichte und
Hochwassermeldungen. Am 3.März 1930 beschädigt das Hochwasser
der Garonne die Infrastruktur des Senders so stark, dass erst am
8. Januar 1933 die Sendungen wieder aufgenommen werden konnten.
Als neuer Geschäftsführer tritt Jaques Trémoulet
hervor. Ein weiterer Schicksalsschlag in der Geschichte von Radio
Agen ist ist der Feuerausbruch vom 7. Juli 1934. Doch am 2. Januar
1935 ist die Station wieder im Äther.
15. September 1924
Gründung der "Westdeutschen Funkstunde
AG" (WEFAG). Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht
Münster.
15. September 1924
In Kapstadt, Südafrika, etabliert sich der "Kap-
und Halbinsel-Rundfunkverein".
1. Oktober 1924
Eröffnung des offiziellen Rundfunks in Österreich.
Im ganzen Land gibt es 11000 Empfangsgeräte. Erster Sendetag
der "Radioverkehrs AG" (RAVAG). Es steht ein 350-Watt-Sender
zur Verfügung. Um 16 Uhr erklingt die Ansage: "Hallo,
Hallo, hier Radio Wien auf Welle 530". Gesendet wird aus dem
Dachgeschoss des Bundesministeriums für Heereswesen auf dem
Stubenring in Wien.

1. Oktober 1924
Der "Süddeutsche Rundfunk" führt
werktags um 19 und 22.15 Uhr ein Nachrichtenbulletin ein. Die Meldungen
stammen aus den üblichen Pressequellen. Später übernimmt
der "Süddeutsche Rundfunk" die Nachrichten vom "Berliner
drahtlosen Dienst", der Nachrichtenagentur der Reichsrundfunkgesellschaft.
6. Oktober 1924
Das erste reguläre Radioprogramm Italiens wird
in Rom durch die Gesellschaft "Unione Radiofonica Italiana" ausgestrahlt.
Der erste Präsident der "URI" ist der vormalige
Fiat-Direktor Enrico Marchesi. Der 1,5-kW-Sender von "Western
Electronic" mit dem Rufzeichen "1RO" sendet auf
425 m. Ansager von "Radio Roma" ist Maria Luisa Boncompagni.
Die "URI" erhielt vom Staat für die Dauer von sechs
Jahren eine verlängerbare exklusive Konzession für die Übertragung
von "Hördienstleistungen" auf nationalem Territorium
(27. November 1924). 1931 wurde die Konzession auf Fernsehübertragungen,
die sich in
der Experimentalphase befanden, ausgedehnt. Die Gesellschaft nannte
sich 1928 "Ente Italiano Audizioni Radiofoniche" (EIAR).

10. Oktober 1924
Übergabe des Rundfunksenders Münster an
die "WEFAG" durch den Staatssekretär im Reichspostministerium
Dr. Hans Bredow. Von nun an kommen tägliche Sendungen aus
dem Studio auf dem Gelände der "Städtischen Betriebsverwaltung" am
Stadthafen 1 in Münster. Der "WEFAG"-Ansager Heinz
Bisping eröffnet das Programm mit der Ansage: "Achtung
- hier ist die Sendestelle Münster in Westfalen auf Welle
407". Nach dem von einem Hörner-Quartet dargebotenen
Adagio von Lorenz, spricht als erster der Mann, dessen umsichtiger
Tatkraft es zu verdanken ist, dass acht Monate nach der Entscheidung
für den Standort Münster ein sendebereites Funkhaus existiert.
Richard Tormin dankt Hans Bredow, dass er es sich "nicht habe
nehmen lassen, als Vater und Schöpfer des deutschen Rundfunks
persönlich hierherzukommen, um dem jüngsten Spross der
Mutter Radio bei seinem heutigen Eintritt in den Weltfunkverkehr
das Geleit zu geben"....
19. Oktober 1924
Die Programmzeitschrift „Radio Wien“ wird
von der RAVAG herausgegeben.
23. Oktober 1924
"Radio Moskau" strahlt von nun an ein
regelmässiges Rundfunkprogramm aus. In der zweiten Hälfte
der 20er Jahre entwickelt sich der Hörfunk unter aktiver Beteiligung
des Verbands der Radioamateure zu einem Massenmedium. 1925 wurde
die erste Radioreportage gesendet (Revolutionsfeier auf dem Roten
Platz in Moskau). Im gleiche Jahr wurde mit der Ausstrahlung der
ersten Sendung für Kinder und Jugendliche begonnen; weitere
Zielgruppensendunge folgten 1926 (Bauern-Radiozeitung & Arbeiter-Radiozeitung).
Reguläre dezentrale Rundfunksendungen wurden in den Jahren
1925 bis 1927 aufgenommen. Die ersten Sendezentren entstanden in
Minsk, Baku, Charkow, Taschkent, Leningrad, Kiew und Tbilisi. Von
grosser Bedeutung für die Gestaltung des Hörfunkprogramms
war die Zusammenarbeit mit prominenten Schriftstellern; Lesungen
und Hörspielfassungen ihrer Werke wurden seit 1932 verstärkt
ins Programm aufgenommen.
24. Oktober 1924
Die "British Broadcasting Company" eröffnet
in Belfast die Station "2BE".

November 1924
Aus Bordeaux meldet sich Radio Sud-Ouest. Seit dem
30. Juni 1930 nennt sich die Station mit Studio und Sender an der
rue du Loup, Radio Bordeaux Sud-Ouest.
14. November 1924
Die Statio "EAJ 1", besser bekannt als "Radio
Barcelona", beginnt mit dem offiziellen Programm auf 325 m
(300-Watt- Western-Electric-Sender). Die Antenne ist auf dem Dach
des Hotels "Colòn" am "Plaza de Cataluna" installiert.
Dies ist der erste Sender Spaniens, der aus privater Initiative
hervorging. Gegründet wurde die Station von Guillén
Garcia, der gemeinsam mit einer Gruppe katalanischer Industrieller
die erste Sendelizenz erhielt.
20. November 1924
In Australien nimmt die "Central Broadcasters
Ltd" in Adelaide die Station "5CL" in Betrieb.
30. November 1924
Das Erziehungsministerium von Mexiko weiht den Sender "CZE" ein.
Das vorrangige inhaltliche Ziel dieses Senders bestand in einer
massengerechten Verbreitung von Erziehung und Kultur, wobei das
Angebot gleichzeitig informativ und unterhaltsam gestaltet wurde.
Der aus den USA importierte Sender genoss bereits 1926 hohes Prestige
in Mexiko und wurde in Kanada, USA, Puerto Rico und Europa empfangen.
In dieser Zeit war "CZE" der einzige Sender, der täglich
zu festen Sendezeiten morgens, mittags und abends sein Programm
ausstrahlte.

1. Dezember 1924
Radio Lyon beginnt mit Testsendungen. Offizieller
Start des Privatsenders ist am 1. April 1925. Studio und Sender
sind an der rue de Marseille in Lyon beheimatet. Im Laufe der Zeit
kommen Studios in St. Etienne und Vichy dazu. 1935 wird ein neuer
Sender in Dardilly in Dienst genommen. Das populäre Variété-
und Konzertprogramm beinhaltet auch Nachrichtensendungen.
Am 22. August 1944 werden die Sendeanlagen von Radio Lyon von den
Deutschen zerstört.
3. Dezember 1924
Im Süden Berlins wird die Errichtung des 280
m hohen Funkmastes für die Grossfunkstelle Königswusterhausen
begonnen. Für viele Jahre war dieser nicht selbsttragende
Mast das hochste Bauwerk Deutschlands.
4. Dezember 1924
In Berlin wird in Anwesenheit des Reichspräsidenten
Friedrich Ebert die erste grosse deutsche Funkausstellung eröffnet.
Für elf Tage stellen 268 Firmen ihre Geräte aus, die
von über 114 000 Besuchern bewundert werden.
Neben den zu dieser Zeit üblichen Detektor-Empfängern
können auch schon die ersten Röhrengeräte gesichtet
werden. Besonderes Aufsehen erregt ein Drei-Röhren-Doppel-
Reflex-Empfänger mit einer in Stationsnamen und Wellenlängen
geeichtern Skala, der das Einstellen des Senders deutlich erleichtert.
Zunächst aber folgen dem Einröhren- Audion-Empfänger
für Kopfhörer-Wiedergabe Empfänger in Baukastenform.
Die Radiofirmen kommen dem schmalen Geldbeutel vieler Kunden entgegen
und stellen einzelne Empfängerstufen her, die der Radio-Fan
nacheinander kaufen und zu immer leistungsstärkeren Empfängern
zusammenbauen kann.

10. Dezember 1924
In Durban, Südafrika, wird ein stadteigener
Radiosender in Betrieb genommen.
24. Dezember 1924
Die Rundfunkgesellschaft "Nederlandse Christelijke
Radio Vereeniging" (NCRV) nimmt den Programmdienst auf. Für
ein Jahr wird der "NSF"-Sender in Hilversum gemietet,
der jeden Mittwochabend das "NCRV"-Programm ausstrahlt.
1924
Als erste Rundfunkstation Marokkos meldet sich in
Casablanca der 500-Watt-Sender "CNL" auf 250 m. Ende
der 20er Jahre nimmt der Mittelwellensender "AIN", ebenfalls
in Casablanca den Programmdienst auf. In Rabat wird gleichzeitig
der Sender "CNR" eingeschaltet.

1924
In Anchorage, Alaska, nimmt die Station "KFQD" den
Betrieb auf. Das Programm wird mit 100 Watt auf 1320 kHz ausgestrahlt.
1924
Die Brüder Francois und Marcel Ahnen erwerben
die erste Rundfunklizenz in Luxemburg. Vom Dachboden ihres Hauses
an der Rue Beaumont Nr 28 in Luxemburg.Stadt melden sie sich als "Radio
Luxemburg". Mit ihrem 100-Watt-Sender übertragen sie
hauptsächlich die Militärkonzerte aus dem Musikpavillon
der Innenstadt.
Am 11. Mai 1929 kaufen französische Bankiers und Verleger
den Brüdern Ahnen die Sendelizenz ab und gründen etwas
später die "Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion".
(Siehe auch 31. Mai 1931)

1924
Hennry Field, der Besitzer des gleichnamigen Samenvertriebs,
eröffnet in Shenandoah, im US-Bundesstaat Iowa, seine Broadcastingstation
mit dem Rufzeichen "KFNF". Die 500-Watt-Station preist
auf 1130 kHz den dortigen Farmern die Produkte der "Hennry
Field Seed Co." an.
1924
In der Zeit von 1924 bis 1939 entstehen in Frankreich
im Rahmen eines Konzessionssystems zahlreiche private Radiostationen
wie "Radio Normandie", "Radio Toulouse", "Radio
Côte d'Azur", "Radio Béziers", "Poste
Parisien", "Radio Marseille-Provence" und "Radio
Agen". Der Lebensnerv der privaten Sender ist die Reklame.
Aus ihren Einnahmen müssen der Bau und Betrieb der Station
sowie die gesamten Programmkosten bestritten werden. Die Reklameeinnahmen
des grössten Senders, "Poste Parisien" mit 60 kW
Sendeleistung, belaufen sich täglich auf etwa 18 000 sFr.
Auch die französischen Staatssender, mit Ausnahme von "Radio
Paris" und "Tour Eiffel", beteiligen sich am Werbegeschäft.

1924
In München überträgt die Oberpostdirektion
Darbietungen der Staatsoper tonfrequent über spezielle Hörleitungen
in sog. Opernhörräume oder über Fernsprechleitungen
in die Wohnungen der Fernsprechteilnehmer.
1924
Die Stempelungspflicht für Detektorgeräte
in Deutschland wird aufgehoben und der Selbstbau von "Detektorempfängern
ohne Verstärker" freigegeben.
1924
Anfang 1924 ersetzt man im Deutschen Rundfunk das
einfache Kohlekörnermikrophon durch eine Anordnung aus zwölf
Kohlekörnerkapseln, ohne damit entscheidende Fortschritte
zu erzielen. Im Februar wird das von der Triergon-Gruppe für
den Tonfilm entwickelte Lichtbogenmikrophon (Kathodophon) versuchsweise
eingeführt. Bei diesem Mikrophon wird die Intensität
eines Ionenstroms durch die Schallwellen geändert. Obwohl
es einen grossen Frequenzbereich umfasst und nur geringe Verzerrungen
aufweist, kann sich dieser Mikrophontyp nicht durchsetzen, da im
Betrieb häufig elektrische Entladungen und infolgedessen starke
Knackgeräusche auftreten. Bei dem am 5. April 1924 eingeführten
Bändchenmikrophon der Firma Siemens & Halske bewegen die
Schallwellen ein dünnes Aluminiumbändchen zwischen den
Polen eines Elektromagneten, wodurch in dem Bändchen elektrische
Spannungen induziert werden. Ein Nachteil des Bändchenmikrophons
ist seine Unhandlichkeit. Man entscheidet sich daher Ende 1924
für das nach seinem Erfinder E. Reisz benannte Reiszmikrophon,
das in einem Marmorblock Kohlepulver verschiedener Körnung
enthält und einen Übertragungsbereich zwischen 50 und
6 000 Hz besitzt.

1924
Edward Kellogg und Chester Rice (General Electronic
Co.) erfinden den elektrodynamischen Konuslautsprecher, der noch
heute verwendet wird. Der Lautsprecher löst die lautverstärkenden
Trichter der Grammophone und Rundfunkempfänger ab.

Januar 1925
In Österreich wird der 100 000. Rundfunkteilnehmer
registriert. Die RAVAG bezieht die neuen Studioräume an der
Johannesgasse in Wien. Am 20. Januar verbreitet der Wiener Stubenringsender
das Programm mit 0,7 kW.
1. Januar 1925
Die "British Broadcasting Company" nimmt
den Langwellensender Daventry (Borough Hill) in Betrieb. Der 25-kW-Sender
mit dem Rufzeichen "5XX" verbreitet das Programm landesweit
auf 1600 m. Der reguläre Sendebetrieb wird am 27. Juli aufgenommen.
8. Januar 1925
Der "Hilversumsche Draatlooze Omroep" (HDO)
veröffentlicht die erste Programmzeitschrift in den Niederlanden
- "Radio Luistergids".

13. Januar 1925
Der Pariser Sender "Tour Eiffel" (2600
m) strahlt unter dem Titel "Journal Parlé" zum
ersten Mal Nachrichtensendungen aus.
31. Januar 1925
Der Rundfunksender Stuttgart strahlt die ersten über
Kurzwelle empfangenen Darbietungen aus Pittsburgh, USA, aus. Am
14. März überträgt "NORAG" das Programm
des britischen Senders Chelmsford über Ballempfang auf die
angeschlossenen Sender. Der drahtlose Weg ist für einen regelmässigen
Programmaustausch wegen der atmosphärischen Störungen
und der Schwunderscheinungen nicht gut geeignet. Man bemüht
sich, diese Mängel durch gleichzeitige Ausstrahlung desselben
Programms auf mehreren Kurzwellenfrequenzen auszugleichen.
1. Februar 1925
Polnische Rundfunkgerätehersteller eröffnen
mit englischer und französischer Unterstützung eine Versuchsstation
mit dem Ziel, Radiogeräte zu vermarkten. Der 0,5-kW-Sender
arbeitet auf 385 m und steht in Warschau. Bei der Lizenzvergabe
geht diese Gesellschaft leer aus und der Sendebetrieb wird im Frühling
1926 eingestellt.

12. Februar 1925
Eine Gruppe von Firmen und interessierten Kreisen
gründet in Norwegen eine Aktiengesellschaft mit der Absicht,
eine Sendekonzession von der Regierung zu erhalten.
9. März 1925
Der Arzt Dr. Louis L. Sherman eröffnet in San
Francisco die Station "KFUS". Über den 50-Watt-Western
Electric-Sender werden medizinische Tips und religiöse Programme
der umliegenden christlichen Gemeinden verbreitet. 1928 wird die
Lizenz von der "Federal Radio Commission" zurückgezogen,
weil Frequenzprobleme nicht behoben wurden.
10. März 1925
In Genf wird nach Meinungsdifferenzen zwischen Genf
und Lausanne die "Société Emissions Radio Genéve" gegründet.
Das Studio befindet sich im Hotel Métropole, von wo aus
weiterhin der Sender auf dem Flugplatz Cointrin bedient wird. Die
offizielle Einweihung von "Radio Genéve" findet
am 13. Und 15. Oktober 1925 statt.

22. März 1925
Der Radiosender Tokio beginnt mit der Abstrahlung
von Rundfunksendungen, gefolgt von Stationen in Osaka und Nagoya.
Diese drei Stationen sind nur kurze Zeit in Betrieb. Anderthalb
Jahre später ruft der japanische Kommunikationsminister die
landesweite Sendekette "Nippon Hoso Kyokai" (NHK) ins
Leben. Zur Eröffnung der Tokio-Station weist der erste Intendant,
Shimpéi Gotô, auf die Funktionen des Rundfunks hin,
nämlich kulturelle Chancengleichheit, Unterhaltung für
die Familien, Aufklärung der Gesellschaft und Dienst für
die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
29. März 1925
Die "Colburn Radio Laboratories" in San
Francisco meldet sich mit der Station "KFUU" dreimal
wöchentlich mit einem Schallplattenprogramm im Äther.
Nach einem halben Jahr wird die Sendelizenz an die "Matthewson
Motors" in Oakland verkauft.

31. März 1925
Verstärkung des Senders Münster auf 3
Kilowatt.
Frühjahr 1925
Das elektroakustische Aufnahmeverfahren setzt sich
in der Schallplattenindustrie durch. Der Jazzpianist Art Gilham
spielt bei einer Plattenaufnahme zum ersten Mal vor einem Mikrophon.
1. April 1925
Gründung des "Verbandes der Funkindustrie" in
Berlin.
4. April 1925
Als erste internationale Organisation befasst sich
der auf private Initiative in Genf gegründete "Weltrundfunkverein" (Union
Internationale de Radiodiffusion, UIR) mit einer internationalen
Ordnung für die Frequenzzuteilung an Rundfunksender.
11. April 1925
Der erste kommerzielle Radiosportreporter der Welt
ist der Australier Mick Ferry, der seine Karriere mit einer Reportage
vom Pferderennen in Randwick für die Station "2FC" in
Sydney beginnt.
16. April 1925
Aus der Villa Schmidt an der rue Monié in
Toulouse meldet sich der privatsender Radio Toulouse. Zum Ansagerteam
gehören Jean Roy, Louise Bigorre, Maddy Bertel und Henri Botta.
Als Direktor zeichnet Jaques Tremoulet.
Sozusagen als Konkurrenz meldet sich zehn Tage später die
PTT mit ihrer eigenen Station Radio Toulouse-Pyrénées
aus dem Hôtel des Postes, wo Sender und Studio untergebracht
sind.

29. April 1925
Erste reguläre Sendung der privaten norwegischen
Rundfunkgesellschaft "Kristiana Kringkastingsselskapet A/S".
Die Station sendet von Oslo aus auf 682 kHz Im Verlaufe der nächsten
Jahre etablieren sich noch drei weitere Stationen in Bergen, Alesund
und Tromso , die eine kurzbefristete Sendelizenz erhalten.
15. Mai 1925
Gründung der "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" (RRG)
als Dachorganisation der neun regionalen deutschen Rundfunksender.
Am 1. Juni 1925 wird Hans Bredow ihr Leiter.
16. Juni 1925
Aus einem Hotelzimmer in Batavia, Indonesien, beginnt
die "Bataviase Radio-Vereeniging" als Sprachrohr der
niederländischen Kolonialregierung zu senden. Täglich
wird ein dreistündiges niederländisches Programm ausgestrahlt.
Innerhalb weniger Jahre etabliert sich ein Dutzend weiterer privater
Rundfunkunternehmen, die vor allem auf Java und Sumatra aktiv sind.

17. Juni 1925
Die japanische Kolonialregierung eröffnet in
der Stadt Taipeh den 50-Watt-Sender "Radio Taiwan"
20. Juni 1925
Mit dem Rufzeichen "OAX" meldet sich "Radio
Peru" im Äther.
1. Juli 1925
Mit einem Testprogramm (ab dem 7. Juli offiziell)
meldet sich Radio Marseille PTT aus dem Hôtel des Postes
in Marseille. Im September 1939 werden die Sendungen eingestellt.
Juli 1925
Der französische Privatsender Radio Béziers
meldet sich im Äther. Studio und Sender sind an der rue Capus
in Béziers untergebracht. Der Name Radio Midi wird am 14.
Oktober 1935 eingeführt. Das populäre Unterhaltungsprogramm
bestehend aus Konzerten, Variété und Jazz wird bis
zum Sendeschluss am 26. Juni 1936 beibehalten.
15. August 1925
Gründung der "Radiogenossenschaft Bern" mit
einem Genossenschaftskapital von 150000 Franken. Ihr eigener Sender
wird in Verbindung mit der Marconi-Gesellschaft für drahtlose
Telegraphie (Direktor Dr. Fritz Rothen) in Münchenbuchsee
errichtet.

18. August 1925
Gründung der Gesellschaft "Polskie Radio".
Vom Staat erhält sie eine Sendelizenz.
1. September 1925
Die Deutsche Reichspost hebt die Beschränkungen
der Technik und des Wellenbereichs der Rundfunkempfänger auf.
11. September 1925
Vertrag zwischen dem "Verband zum Schutze musikalischer
Aufführungsrechte" und der "Genossenschaft Deutscher
Tonsetzer" mit der "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" über
die Zahlung von Autorenlizenzen.

September 1925
L. N. Smith führt in Nashville die Rundfunkstation "WDAD" ein.
Vaters Radiogeschäft an der Eight Avenue North beherbergt
Sender und Studio.
4. Oktober 1925
Der "NSF"-Sender in Hilversum strahlt
die erste Sendung der "KRO"-Radiovereinigung aus.
5. Oktober 1925
Mit einem Signal von 1 kW sucht sich die Station "WSM" (We
Shield Millions) aus Nashville einen Platz im Äther. Betrieben
wird die Station von der "National Life and Accident"-Versicherung
an der Seventh Avenue, wo auch die Studios und Sender untergebracht
sind. Vize-Präsident Erwin W. Craig ist fasziniert vom neuen
Medium Radio, und will auf diese Weise neue Lebensversicherungskunden
gewinnen.
1927 wird die Sendeleistung auf 5 kW erhöht. Als "Clear-Channel"-
Station (Exklusiv-Frequenz) sendet "WSM" ab 1939 mit
50 kW.
Die wöchentliche Live-Übertragung von "Country-Music" aus
dem Grand Ole Opry House, trägt sehr zur Popularität
des Senders bei, trifft er doch genau den musikalischen Geschmack
der ländlichen Bevölkerung.

15. Oktober 1925
Die "Watchtower Society (Jehovas Zeugen) eröffnet
in Oakland ihre Station "KFWM". Die Frequenz wird mit
der "Glad Thidings Temple"- Organisation geteilt, die
ihrerseits mit der Station "KGTT" am 30. November 1925
startet. Pastor Robert J. Craig ist zugleich Stationsmanager und
Ansager.
1. November 1925
Mit einer Direktübertragung von "Madame
Butterfly" aus dem Rigaer Opernhaus findet die offizielle
Eröffnung des staatlichen Hörfunks Lettlands statt, Anfangs
wird von 20 bis 22 Uhr gesendet, je eine Stunde Nachrichten und
Musik. Ein eigenes Radiosinfonieorchester wird 1926 aus einem Trio
geschaffen und besteht in den 30er Jahren schon aus 40 Musikern.
Die erste Radioreportage am 29. Juni 1929 berichtet vom Empfang
des schwedischen Königs in Riga.

1. November 1925
In Amsterdam wird die Radiovereinigung "VARA" (Vereeniging
van Arbeiders Radio Amateurs) gegründet.
7. November 1925
Über den "NSF"-Sender meldet sich
die "VARA" erstmals im Äther.
19. November 1925
Eröffnung der Station "Radio Bern".
Die Sprecherin Betty Spengler meldet erstmals im Äther: "Hallo,
hier Radio Bern auf Welle 302". Das Programm aus dem Studio
im Kursaalwird über einen Sender der Telegrafie-Sendestation
Münchenbuchsee ausgestrahlt.
24. November 1925
Der "Katholieke Radio Omroep" nimmt den
Sendebetrieb offiziell auf. Jeden Dienstag steht der "NSF"-Sender
der "KRO" zur Verfügung.

26. November 1925
Die Versuchssendungen der Gesellschaft "Polskie
Radio" beginnen.
November 1925
In Gleiwitz werden ein Nebensender und ein Studio
der "Schlesischen Funkstunde" in Betrieb genommen.
1. Dezember 1925
Ein festliches Konzert gibt den Auftakt zur ersten
Radiosendung in Ungarn. 1932 strahlt "Radio Budapest" bereits
zwei Nationalprogramme aus.
24. Dezember 1925
Vierzehn Tage nach Sendeerlaubnis strahlt Radio
Strassbourg als erster Privatsender im Osten von Frankreich sein
Programm aus.
1925
Aus der rue de la République in Montpellier,
wo Studio und Sender un-tergebracht sind, meldet sich Radio Montpellie
bis 1944.
1925
Die erste peruanische Radiostation wird gegründet.
Nach nur zwei Jahren meldet die private "Peruvian Broadcasting
Company" Konkurs an und wird vom Staat übernommen. Als "Radio
Nacional" existiert sie heute noch.

1925
Zwei 200-Watt-Sender von Telefunken bringen in Afghanistan "Radio
Kabul" in den Äther. Die Sender befinden sich in Kabul
und Kandahar. In Kabul verteilt die Regierung anfangs 30, später
1000 Empfangsgeräte unter die Bevölkerung.
1925
Private Kreise führen in Algerien den Rundfunk
ein. Die Station "8DB" sendet mit 100 Watt auf 1665 kHz.
1926 erhält Algier einen staatlichen Sender von 0,5 kW, der
vier Jahre darauf durch eine neue Station mit 11,5 kW ersetzt und
später mit Nebensender in Constantine, Bône und Oran
verbunden wird. Die Programme werden von der Hörervereinigung "Amicale
de la Radio" betreut, die auch Werbesendungen ausstrahlen
darf.
1925
Die erste Radiostation in Grönland, ein 500-Watt-Sender,
wird für den Schiffsfunk in Betrieb genommen. Täglich
wird ein 45minütiges Nachrichtenprogramm für die Fischer
und Bewohner von Godhab ausgestrahlt.
1925
Das Elektrotechnische Institut der Bukarester Universität
setzt den ersten 100-Watt-Versuchssender in Betrieb. Einige Monate
später wird auch ein 500-Watt-Sender der Postverwaltung eingeschaltet.

1925
Dem Physiker und Hochfrequenztechniker Abraham Esau
gelingt es mit seinen Mitarbeitern am Technischphysikalischen Institut
der Universität Jena, Ende des Jahres auf einer Wellenlänge
von drei Metern einen Sender mit 100 Watt Leistung zu betreiben.
Die Modulation dieses Senders kann mit einem selbstgebauten Laborempfänger,
einem rückgekoppelten Audion mit drei Niederfrequenzstufen,
im Winter 1925/26 noch in 40 km Entfernung empfangen werden.
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