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1873
Der schottische Physiker James Clerk Maxwell weist
auf die Existenz von elektromagnetischen Wellen hin. Maxwell beweist
mathematisch die Möglichkeit der Existenz elektromagnetischer
Wellen und bestimmt ihre Fortpflanzungsgeschwindigkeit. Er stellt
fest, dass das elektromagnetische Feld zeitliche Schwingungen ausführen
und sich im Raum wellenförmig ausbreiten kann. Ausserdem gelingt
ihm der Nachweis, dass diese Wellen, wenn sie auf ihrem Weg einen
Leiter kreuzen, in ihm einen elektrischen Strom induzieren, dessen
Stärke in der Zeit schwingt, und zwar synchon zum Wellenfeld.
Damit ist alles für die Übertragung von "Informationen" bereit.
Maxwell ist aber noch nicht dazu in der Lage, Trägerwellen
zu senden oder zu empfangen. Diesen wesentlichen Schritt gelingt
1888 Heinrich Hertz.

6. Dezember 1877
Thomas Alva Edison erfindet den "Phonographen" zur
Aufzeichnung und Wiedergabe von Sprache und Musik mit rein mechanischen
Mitteln. Der Apparat besteht aus einem auf einer Schraubspindel
montierten Zylinder, der mit einer Handkurbel gedreht werden kann.
Auf den gegenüberliegenden Seiten des Zylinders befindet sich
auf verstellbaren Halterungen je eine Aufnahme bzw. Wiedergabemembran
mit einem Stift in der Mitte. Als Aufnahmemedium dient vorerst
eine dünne Zinnfolie, in die die akustische Information mittels
Tiefenschrift eingraviert wird. Die Patentanmeldung erfolgt am
24. Dezember, die Patenterteilung am 19. Februar 1879.

6. Januar 1884
Paul Nipkow lässt seine dreieinhalb Seiten
starke Patentschrift für sein "Elektronisches Teleskop" beim
Kaiserlichen Patentamt in Berlin unter der Nummer DRP 30 105 eintragen.
Mit seiner, am Heiligabend 1883 beendeten, Patentschrift schafft
er die Grundlage für die Entwickling des Fernsehens. Eine
runde Scheibe mit spiralförmig angeordneten Löchern zur
punktförmigen Zerlegung eines Bildes. Sie wird später
als "Nipkow-Scheibe" bekannt.

26. September 1887
Emile Berliner meldet in Washingtom das "Grammophone",
ein Apparat zum abspielen von Platten mit Seitenschrift, zum Patent
an. Berliner verzichtet bei seinem Gerät auf die aufwendige
Rillenvorschubeinrichtung Edisons (Spindel) sowie auf die damit
verbundene Möglichkeit der Selbstaufnahme durch den Konsumenten
und nutzt den Vorteil der gleichbleibenden Schrifttiefe dazu aus,
Schalldose und Trichter von der Rille selbst führen zu lassen.

13. Dezember 1888
Vor der Berliner Akademie der Wissenschaft beweist
Heinrich Hertz die Existenz von elektromagnetischen Wellen, die
bereits durch Maxwell theoretisch nachgewiesen wurden. Die physikalische
Masseinheit der Frequenz - Zahl der Schwingungen in einer Sekunde
- wurden nach ihm benannt. Die "Hertzschen Wellen" wurden
zur Grundlage der Funktechnik und der drahtlosen Übertragung.

31. März 1889
Der zur Pariser Weltausstellung von dem Statiker
A.G. Eiffel erbaute 300 m hohe Eiffelturm wird vollendet. In den
darauffolgenden Jahren beherbergt der Aussichtsturm auch Zeitzeichen-
und Rundfunksender.

15. Februar 1893
Über das Telefonnetz in Budapest ertönt
zum ersten Mal die sprechende Zeitung "Telefon-Hirmondo".
In einem kleinen Studio in der Magyar-Utca 6 stellt der Schöpfer
dieses weltweit einmaligen Dienstes ein vielseitiges Programm zusammen.
Neben Zeitansagen, Verordnungen des Amtsblattes und Börsenkursen,
werden auch Nachrichten und Konzerte geboten. 1894 hat dieser Service
bereits 700 Abonnenten.

Herbst 1894
Als junger Mann von zwanzig Jahren hat sich Guglielmo
Marconi (1874-1937) in Physik und Chemie ein gründliches Wissen
angelegt. Er besuchte zuerst das College in Florenz, danach das
Technikum in Leghorn und die Universität in Bologna. Bei Professor
Augusto Righi sieht Marconi Experimente mit Hertzschen Wellen und
ist stark beeindruckt. Righi arbeitet mit einem besonders leistungsfähigen
Funkenoszillator und erzeugt damit Wellen von 30 cm Länge.
Die Theorie dieser Wellenerscheinung ist dem jungen Marconi ziemlich
gleichgültig, aber die Versuche von Hertz gedenkt er auszunutzen.
Im Landhaus der Eltern, die Villa Griffone bei Pontecchio in der
Nähe von Bologna, beginnt er zu experimentieren.
Dezember 1894
Guglielmo Marconi baut die erste drahtlose
Funkstrecke der Welt - ganze neun Meter lang.
Nach vielen enttäuschten Versuchen gelingt es ihm, mit Hilfe
eines Righi-Oszillators als Sender und eines Branly-Kohärers
als Empfängers, eine Klingel sozusagen ferngesteuert zum Läuten
zu bringen.
Frühjahr 1895
Marconi setzt seine Versuche unter freiem Himmel
fort. Er erkennt, dass zunächst der Empfänger als schwächstes
Glied in der Kette verbesserungsbedürftig ist und macht sich
an die Arbeit. Die Branlyschen Metallspäne im Kohärer
werden durch ein Pulver aus Nickel und Silber ersetzt, die Enden
der Glasröhre mit Stöpseln aus Silberamalgam verschlossen,
die in ihrer Entfernung zueinander verschoben werden können.
Marconi engagiert seinen Bruder Alfonso als Hilfskraft und dehnt
die Experimente weiter aus. Bei Geländeversuchen beobachtet
er, dass die Reichweite gewaltig wächst, wenn er jeweils einen
Pol vom Sender und Empfänger mit der Erde verbindet und die
beiden anderen Pole mit senkrecht hochgeführten Luftdrähten
zusammenschaltet. Schlagartig kann er dadurch fast zweieinhalb
Kilometer überbrücken und seine Signale auch ohne direkte
Sicht von Sender zu Empfänger übertragen.
Mit der Erfindung der geerdeten Sendeantenne scheint für Marconi
die Sache so weit ausgereift zu sein, dass er an die praktische
Auswertung gehen konnte. Er beschliesst, seine drahtlose Telegrafie
Italiens Minister für Post und Telegrafie anzubieten. Doch
der Minister zeigt kein Interesse an der Erfindung des jungen Mannes.
Er sucht andere Interessenten im Ausland. Am 14. November 1895
schreibt er einen Brief an William Preece, den Chefingenieur des
General Post Office in London, und erklärt ihm seine Experimente.
Im Februar 1896 macht sich Marconi auf die Reise nach England.
William Preece stellt ihm ein Labor zur Verfügung und bald
beginnen die ersten Versuche.
6. Mai 1895
Alexander Stepanowitsch Popow (1859-1906) demonstriert
vor der Russischen Gesellschaft für Physik und Chemie sein
drahtlos arbeitendes Gewitterwarngerät. Die Sowjetunion begeht
deshalb alljährlich am 7. Mai den "Tag des Radios".

12. März 1896
Alexander Popow gelingt die drahtlose Übertragung
der in Morseschrift kodierten Worte "Heinrich Hertz" über
eine Entfernung von 250 m.
2. Juni 1896
Marconi erhält für sein Telegrafie-Sysrem
das britische Patent Nummer 12039 1896.
2. September 1896
Vor Angehörigen der Armee und der Marine demonstriert
Marconi sein System der drahtlosen Telegrafie über eine Übertragungsstrecke
von etwa 3 km.
12. Dezember 1896
Unter dem Patronat von Guglielmo Marconi findet
die erste öffentliche Vorführung drahtloser Signalübertragung
in der Toynbee Hall in London statt.

10. Mai 1897
Oliver Lodge erhält das Patent für Anordnung
mit einstellbaren Funkeninduktoren zur Frequenzabstimmung von Sender
und Empfänger.
13. Mai 1897
Zwischen Lavernock Point und der Insel Flatholm
im Bristol-Kanal bringt Marconi eine drahtlose telegrafische Verbindung
zustande. Auf einer zwanzig Meter hohen Klippe bei Lavernock Point
wird als Empfangsstation ein dreissig Meter hoher Mast errichtet;
von einer Spitze führt bis zum Fuss ein isolierter Kupferdraht
an den einen Pol des Empfangsapparats, während der andere
Pol durch ein langes Drahtseil, das zum Meer hinabführt, geerdet
ist. Die Sendestation, eine von einem achtzelligen Akkumulator
gespeister Strahlapparat in einem Bretterhäuschen, befindet
sich auf der fünf Kilometer entfernten Insel Flatholm.
Juli 1897
In London gründet Marconi die "Wireless
Telegraph and Signal Co., Ltd. Die Gesellschaft wird 1900 auf den
werbewirksamen Namen "Marconis Wireless Telegraph Co." Umgetauft.
Mit einem Funkverkehr über den Atlantik, so glaubte er, könne
man den alten und teuren Seekabeln gehörig Konkurrenz machen.
Seine Mitarbeiter erklären ihn für verrückt. Mit
3500 Kilometern war die Entfernung mehr als zwanzigmal so gross
wie bei den bisherigen Versuchen. Zwischen den beiden Stationen
lag durch die Erdkrümmung ein 200 Kilometer hoher Wasserberg.
Von der Reflektion der elektromagnetischen Wellen aus der Ionosphäre
wusste man damals noch nichts.
Herbst 1897
In Deutschland werden die ersten drahtlosen Funkversuche
durchgeführt. A. Slaby, der Marconis Versuchen in England
beigewohnt hatte, und sein Assistent Graf von Arco erzielen zwischen
Berlin-Schöneberg und Rangsdorf eine Reichweite von 21 Kilometern.
1897
In den Vereinigten Staaten experimentiert Nicolas
Tesla mit der drahtlosen Telegrafie. Der Bankier Morgan finanziert
Teslas Labor in Colorado Springs und die Sendestation in Wardensclyffe.
Zwischen 1897 und 1900 gelingt es Tesla, Signale über die
Entfernung von ca. 1000 Kilometern zu übertragen.
1897
Der deutsche Physiker Ferdinand Braun entwickelt
in Strassburg die "trägheitslose Kathodenstrahl-Oszillographen-Röhre".
Die später nach ihm benannte "Braunsche Röhre" macht
schnelle elektromagnetische Schwingungen sichtbar. Heute ist diese
Erfindung als die allgemein übliche Fernsehröhre verbreitet.

3. Juni 1898
Das erste bezahlte Funktelegramm wird auf der englischen
Insel Wight aufgegeben und getastet.
20. September 1898
Professor Ferdinand Braun demonstriert in Strassburg
die von ihm gefundene "drahtlose Telegrafie durch die Luft",
die in ihrer Anordnung mit induktiver Koppelung eine völlig
neue, von Marconis System abweichende Erkenntnis bedeutet.
10. Dezember 1898
Der dänische Physiker Valdemar Poulsen meldet
in Deutschland sein erstes Patent auf das sog. "Telegraphon" an.
Das in zwei Ausführungen beschriebene Gerät erlaubt erstmals
elektromagnetische Schallaufzeichnung und Wiedergabe (Vorläufer
des Tonbandes). Als Tonträger fungiert ein Stahldraht.
1898
Reginald Fessenden baut eine der ersten Hochfrequenzmaschinen,
die 15 kHz erzeugt (Voraussetzung für Sprechfunksender).

26. März 1899
Marconi bringt die erste drahtlose Telegrafie-Verbindung über
den Ärmelkanal zustande. Am 8. April 1899 begrüssen sich
auf diesem Wege englische und französische Behörden.
22. April 1899
Die französische Marine rüstet erstmals
ein Kriegsschiff mit drahtloser Telegrafie aus.
1899
Braun setzt erstmals seinen Kristallgleichrichter
mit Metal-Halbleiter-Kontakt (Spitzendiode bei der eine verschiebbare
Metallspitze gegen einen Halbleiter-Kristall aus Pyrit drückt)
als Nachweisgerät für elektromagnetische Wellen (Empfänger)
ein. Das Gerät wird ab 1906 zum "Kristalldedektor",
der die Anfänge des Rundfunkempfangs (mit Kopfhörern)
bestimmt, weiterentwickelt.
1899
Teslau baut den "Continious Wave High
Frequency Alternator", einen motorischen Hochfrequenz-Generator,
der im Gegensatz zu den gedämpften Wellen der Funken-Oszillatoren
kontinuierliche Wellen einer bestimmten Frequenz zu erzeugen
vermag (Grundlage für Sprechfunk).

15. Mai 1900
Zwischen der Nordseeinsel Borkum und dem Borkum-Riff-Leuchtschiff
wird eine drahtlose Verbindung hergestellt.

1. März 1901
Eröffnung eines drahtlosen Wirtschaftsrundfunks
auf Hawaii. Marconi-Sender verbinden fünf Inseln miteinander.
12. Dezember 1901
Aus der experimentellen Sendestation in Poldhu,
Cornwall, gelingt es Marconi, den Buchstaben "S" (= drei
Punkte) drahtlos über den Nordatlantik zu senden. Das Signal
wird über eine Distanz von 3400 Kilometern in Glace Bay, Neufundland,
empfangen. Marconi stellt zu seiner erleichterung fest, dass sich
die elektromagnetischen Wellen nicht einfach in den Weltraum verflüchtigen,
sondern der Erdkrümmung folgen.

28. Mai 1903
In Berlin schliessen sich die funktechnischen Studiengruppen
Professor Slaby-Graf Arco-AEG und Professor Braun-Siemens & Halske
zur "Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H." zusammen.
Für das neue, einheitliche Funksystem wird wenig später
der Name "Telefunken" eingeführt.
1903
Poulsen konstruiert einen Lichtbogensender für
ungedämpfte, kontinuierliche Schwingungen, der nun prinzipiell
durch Sprache oder Musik modulierte Sendungen zulässt.

16. Juni 1904
Der österreichische Ingenieur Otto Nussbaumer übermittelt
in Graz auf einer Wellenlänge von 18 Meter drahtlos eine musikalische
Darbietung.
1904
Die Küstenfunkstelle "Scheveningen Haven" nimmt
mit dem Rufzeichen "SCH" den Sendebetrieb auf.
1904
Das spanische Militär führt in Zusammenarbeit
mit der Telegrafenbehörde die ersten drahtlosen Übertragungen
von Signalen durch.

1905
Das Schweizer Militär testet zwischen 1905
und 1907 zwei stationäre Funkstationen für drahtlose
Telegraphie vom Typ Telefunken (Rigi-Scheidegg und Stöckli).
Nach befriedigten Ergebnissen erhält Telefunken 1913 den Auftrag
für drei mobile Sendestationen, die aber erst 1916 bei der
Schweizer Armee eintreffen.

4. März 1906
Der österreichische Physiker Robert von Lieben
entwickelt die elktronische Verstärkerröhre.
2. Oktober 1906
Die erste Welt-Funkkonferenz tagt in Berlin. 27
Nationen unterzeichnen ein Abkommen, das sie zur Aufnahme und Weitergabe
jeglicher Funkmeldungen verpflichtet.
Herbst 1906
Der kanadische ingenieur Reginald Aubrey Fessenden
verbessert in Pittsburgh die von Marconi entwickelte drahtlose
Telegrafie. Es gelingt ihm, eine ununterbrochene Trägerwelle
zu erzeugen, deren Schwingungen sich laufend verändern (Modulation).
Das Übertragen der menschlichen Stimme ist somit Wirklichkeit
geworden. Erste erfolgversprechende Versuche von ihm, gehen ins
Jahr 1902 zurück.
25. Dezember 1906
Erste Radio-Sendung in den USA. Der experimentelle
Sender von R.A. Fessenden in Massachusettes strahlt ein viertelstündiges
Programm aus. Fessendens Darbietung besteht aus Gesangseinlagen
seiner Frau, einem Violinsoli sowie dem gesprochenen Bibelwort.
Der 1-kW-Sender von Alexanderson arbeitet auf der Wellenlänge
7000 m (42 kHz) und trägt das Rufzeichen "DO".

1906
Inbetriebnahme der deutschen Grossfunkstation Nauen.
Wissenschaftler und Techniker von Telefunken führen Versuche
mit der noch weitgehend unerforschten Funktechnik durch.
In der Gesamtentwicklung der Anlage kann man vier Abschnitte unterscheiden:
Die Zeit von 1906 bis 1909, in der sie entstanden ist und nach
dem Knallfunkensystem mit rund 10 kW Antennenleistung und einem
Mast von 100 m Höhe, Reichweiten bis zu 3600 km gab. Der zweite
Abschnitt von 1909 bis 1911 umfasst den Umbau des Senders in eine
tönende Funkanlage, bei gleichzeitiger Steigerung der Antennenleistung
auf 35 kW, wobei Reichweiten bis rund 5000 km erzielt wurden. Im
dritten Bauabschnitt, der von 1911 bis 1916 reicht, wurde der 100
m hohe Mast auf 200 m erhöht und der tönende Löschfunkensender
auf rund 80 bis 100 kW Antennenleistung verstärkt. Ferner
wurde der Station die erste Hochfrequenzmaschine von etwa 100 kW
Antennenleistung hinzugefügt. In dieser Zeit fällt der
Verkehr der Gross-Station mit Afrika und Amerika sowie vielen neutralen
Plätzen in vier Weltteilen. Im vierten Abschnitt ab 1916 verlor
der tönende Löschfunkensender mehr und mehrr seine ursprüngliche
Bedeutung; er wurde für den europäischen Verkehr durch
einen Hochfrequenzmaschinen-Sender mit 130 kW Antennenleistung
und für den transozeanischen Verkehr durch einen von 400 kW
ersetzt. Mit diese Station umfasst nun Nauen die entferntesten
Punkte des Erdballs.

29. Januar 1907
Der Physiker Lee de Forest, einer der Pioniere der
amerikanischen Radiotechnik, meldet seine 1906 entwickelte Drei-Elektrodenröhre
als "Audion"-Triode zum Patent an (Röhrenempfänger).

3. Februar 1908
Der Funk-Nachrichtenaustausch zwischen England und
Kanada wird offiziell aufgenommen. Zwischen den Funkstationen Clifden,
Irland, und Glace Bay, Neufundland, wurde schon am 18. Oktober
1907 die erste Pressemeldung übermittelt.

11. Dezember 1909
In diesem Jahr wird der Nobelpreis für Physik
den Pionieren der Funktechnik, Guglielmo Marconi und Ferdinand
Braun zugesprochen.
1909
Hermann Th. Simon erfindet das Bandmikrofon.

12. Januar 1910
Die "De Forest Radio Telephone Co." Überträgt
von der Metropolitan Opera in New York "Cavalleria Rusticana" und
den "Bajazzo" mit Enrico Caruso in der Rolle des Canio
. Auf der Bühne werden zwei Mikrofone aufgestellt, und im
Dachgeschoss des Opernhauses wird ein 500-Watt-Sender installiert,
Die Sendeantenne auf dem Dach wird zwischen zwei Bambusruten gespannt.
Der Empfang dieser Übertragung wird durch Interferenzen anderer
Sender stark gestört.
21. Mai 1910
Täglich sendet das Observatorium im Eiffelturm
mit dem Stationszeichen "FL" das Zeitzeichen. Ab dem
15. Juli 1911 wird ein täglicher Wetterbericht ausgestrahlt.

7. Februar 1911
Zur Ausübung des deutschen Seefunks wird die "Deutsche
Betriebsgesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H. Berlin" (DEBEG)
gegründet.
8. Juni 1911
In Togo gelingt die Aufnahme von Funkzeichen der
Station Nauen: damit wurden 5200 Kilometer überbrückt.
4. Oktober 1911
Die erste provisorische Empfangskonzession in der
Schweiz erhält die "Ecole d`horlogerie à La Chaux-de-Fonds",
welche beabsichtigt, das vom Eiffelturm übermittelte Zeitzeichen
drahtlos zu empfangen. Auch die folgenden Empfangsbewilligungen
der Obertelegraphendirektion "OTD" gehen meist an Vertreter
der Uhrenbranche, die aus geschäftlichen Gründen am drahtlos übermittelten
Zeitzeichen interessiert sind.

13. Februar 1912
S. Strauss meldet ein Patent zum Rückkopplungsprinzip
an. Mit dem Rückkopplungsprinzip wird der Einsatz von Röhrensendern
zur Hochfrequenz-Erzeugung möglich (Telefonverstärker,
Rundfunksender). In den Jahren 1912/13 werden Rückkopplungsschaltungen
weitgehend unabhängig voneinander auch von Lee De Forest,
E. Reisz, C.S. Franklin, A. Meissner, H.J. Round, E.H. Amstrong
und I. Langmuir entwickelt.
Juni 1912
An der Internationalen Funkkonferenz in London findet
gleichzeitig die erste Funkausstellung der Welt statt. Massgeblich
daran beteiligt ist die Firma "Telefunken".
1. November 1912
Die Britische Navi nimmt auf den Falkland Inseln
in der nähe von Stanley , den Sender "BZN" in Betrieb.
1912
Aus San Jose, California, meldet sich die Station "KQW",
besser bekannt als "San Jose Calling", mit einem regelmässigen
Radioprogramm. Erste Versuche gehen bis ins Jahr 1909 zurück.
Der Iniziator Charles D. "Doc" Herold ist mit seinem
Programm, bestehend aus Gesprächen, Nachrichten und Schallplatten,
bis 1917 auf Sendung.

22. Februar 1913
"Telefunken" führt zu Demonstrationszwecken
drahtlose Musikübertragungen in New York durch.
21. Juni 1913
In Gegenwart der Presse wird mit Hilfe eines Lieben-Röhrensenders
und der von Meissner entwickelten Rückkopplungsschaltung erstmals
ein drahtloser Sprechverkehr zwischen Berlin und Nauen durchgeführt.

28. März 1914
Erste Rundfunkversuche in Belgien. Aus dem königlichen
Schloss in Laken wird ein Konzert zu Ehren Königin Elisabeths
gesendet. Von nun an wird jeden Samstagabend ein Konzert ausgestrahlt.
Dabei kommt ein Lichtbogensender von 2 kW Leistung und ein wassergekühltes
Mikrofon zum Einsatz.
Im August 1914, als die Deutschen Brüssel besetzten, wurden
die Sendungen auf Anordnung von König Albert eingestellt und
die Sendeapparatur versteckt.
September 1914
Der Präsident der USA, Wilson, eröffnet
die drahtlose wirtschaftsrundfunkstrecke Kalifornien - Honolulu.
1914
Der Radio-Amateur Fernando Medeiros führt in
Portugal erste Rundfunkversuche durch. In Lissabon nimmt er den
Sender "Radio Hertz / Radio Continental" in Betrieb.
1914
Die Physikalische Anstalt der Universität Basel
nimmt im Bernoullianum den ersten Versuchssender der Schweiz in
Betrieb. Neben ausländischen Apparaten, versieht auch ein
ganz in der Schweiz hergestellter Tonfunkensender den Dienst.
1914
In London bringt die Firma "Synchronome Co.
Ltd." Den "Horophone"-Empfänger auf den Markt,
der neben Zeitsignalen auch Wetterberichte und Nachrichten in Morsecode
von Paris und Norddeich und weiteren Starken Sendern empfangen
kann.

1915
Die traditionelle Funksender-Technik wird abgelöst.
Der österreichische Professor Alexander Meissner entwickelt
den ersten mit Röhren ausgerüsteten Radiosender.
1915
Im Sommer realisiert die Royal Airforce mit einem
von Price abgeänderten Gerät der Marconi -Gesellschaft
Telefonverbindungen vom Flugzeug zum Boden.

August 1916
In Pittsburgh, USA, meldet sich die Station "KDKA" mit
einem Versuchsprogramm.
1916
Der Engländer E.C. Wente entwickelt das Kondensatormikrofon.
1916
Die experimentelle Station "2ZK" in New
Rochelle, New York, meldet sich regelmässig mit einem Musikprogramm
im Äther.

5. Januar 1917
Die deutsche Grossfunkstation Nauen beginnt mit
der regelmässigen Ausstrahlung des Zeitzeichens.
30. Oktober 1917
Auf Veranlassung Lenins wird die regelmässige
Verbreitung von Regierungsmitteilungen über den Funktelegrafen
eingeführt. Zum ersten Mal in der Geschichte wird der Funktelegraf
nicht nur als Nachrichtenmittel, sondern auch zur Massenkommunikation
verwendet, indem er zum Urbild der "Zeitung ohne Papier und
Entfernung" (Lenin) wurde.
1917
Hans Bredow sendet an der Westfront in Frankreich
erstmals ein Hörfunkversuchsprogramm.

26. Januar 1918
Als Tochtergesellschaft von "Telefunken" wird
in Berlin die "Drahtlose Übersee-Verkehrs AG" (Transradio
Nauen) mit Sende- und Empfangsanlagen in Nauen und Geltow gegründet.
19. November 1918
Revolutionäre Arbeiter und Soldaten besetzen
im Rahmen des Generalstreiks den zentralen Nachrichtenknotenpunkt
des Deutschen Reichs, die Nachrichtenagentur Wolffsches Telegraphen-Bureau" (WTB)
in Berlin. Es werden vier Wochen lang Proklamationen, Aufrufe und
amtliche Bekanntmachungen des Vollzugsrates an die lokalen Räte
und Amtsstellen im Reich verbreitet.

1. März 1919
In Den Haag beginnt A. Steringa Idzerda über
seinen Radiotelefoniesender "PCGG" mit der Ausstrahlung
von Unterhaltungsmusik. Die Testsendungen kommen in England gut
an, was die Tageszeitung "Daily Mail" bewegt, den Sender
für ihre eingenen Interessen zu mieten.
Die ersten Testsendungen von "PCGG" fanden am 14. Februar
1919 statt.
6. November 1919
Im Laboratorium der "Nederlandse Radio Industrie" in
Den Haag beginnt A. Steringa Idzerda mit regelmässigen Sendungen
auf 670 m. Zweimal wöchentlich strahlt der Sender ein gesponsortes
Konzertprogramm aus. 1924 werden die Sendungen eingestellt.
17. November 1919
Hans Bredow hält in Berlin vor Journalisten
einen Vortrag über die Möglichkeit des öffentlichen
Rundfunks, und führt die Übertragung von Musik und Sprache über
einen Röhrensender vor.

Dezember 1919
Die Marconi-Gesellschaft eröffnet in Drummondville,
Kanada, die Versuchsstation "XWA". Dieser Sender ist
mit neuem Rufzeichen "CFCF" heutzutage auf 600 kHz mit
5 kW Sendeleistung zu hören.
1919
Die Deutsche Reichspost übernimmt die seit
1915 militärisch genutzte Sendestelle Königs Wusterhausen
für ihre Funkdienste.

23. Februar 1920
Die 15-kW-Marconi-Station in Chelmsford beginnt
auf Langwelle 107 kHz mit einem Versuchsprogramm. Zweimal täglich
werden Nachrichten und Musik gesendet. Der Versuch dauert bis zum
6. März 1920.
April 1920
Die beiden Funktechniker Frank Conrad und D.G. Little
eröffnen in Pittsburgh ihre Radiostation mit dem Rufzeichen "8XK".
Bei den Radioamateuren ist der Sender wegen seines Schallplattenprogramms
sehr beliebt.
April 1920
Auf experimenteller Basis meldet sich in San Francisco
die Station "6UV". Jeden Dienstag und Freitag meldet
sich der Besitzer des "Radio Telephone Shop" an der Steuart
Street, A. F. Pendleton, um 20 Uhr mit seinem einstündigen
Schallplattenprogramm auf 425 m.
April 1920
Lee DeForest installiert im "California Theater" in
San Francisco einen 1-kW-Sender und überträgt von nun
an täglich die musikalischen Darbietungen aus dem Konzertsaal.
Die Station mit dem Rufzeichen "6XC" arbeitet zuerst
auf 1450 m, später auf 1260 m. Ende 1921 werden die Tätigkeiten
eingestellt.
20. Mai 1920
Die erste lizenzierte Radiostation in Kanada beginnt
mit regelmässigen Sendungen. Aus Montreal meldet sich die
Marconi-Station "XWA".
15. Juni 1920
Die englische Tageszeitung "Daily Mail" veranstaltet
ein denkwürdiges Radiokonzert, das nicht nur in England, sondern
auch in Frankreich, Italien, Norwegen, auf zahlreichen Schiffen,
ja sogar in Persien empfangen wird.

Juni 1920
In Albuquerque, New Mexico, startet die Station "KOB" mit
50 Watt. Eine offizielle Sendelizenz erhält die Station am
5. April 1922. Die Sendeleistung beträgt jetzt 1 Kilowatt.
Am 17. Juli 1941 liefert "RCA" den ersten 50 kW-Sender
aus der Reihe "50 E" an die Station.
20. August 1920
Die Amateurstation "8 MK" (später "WWJ" Radio
one, where it All Began) meldet sich in Detroit mit einem 10-Watt-Sender.
Das offizielle Programm wird am 31. August 1920 aufgenommen. "8
MK" ist die erste Station, die Rundfunknachrichten ausstrahlt.
Die Agenturmeldungen stammen von der Zeitung "Detroit News".
Heute ist "WWJ" mit 50 kW auf 950 kHz aktiv.
27. August 1920
Mit der Übertragung einer Oper aus dem Teatro
Coliseo in Buenos Aires beginnt die argentinische Rundfunkgeschichte.
Der Iniziant dieses Unternehmens ist der Arzt Dr. Enrique Susini,
der kurze Zeit später auch die erste offizielle Station "Radio
Argentina" mit dem Rufzeichen "LOR" gründet.
Für die erste Radiosendung stehen 20 Empfänger bereit.

2. November 1920
Die Firma "Westinghouse" eröffnet
im Osten Pittsburgh die erste, nicht experimentelle Sendestation.
Unter der Leitung von Frank Conrads beginnt die Station "KDKA" mit
einem unterhaltsamen Informationsprogramm. Die Absicht: Käufer
von Radio-Apparaten zu werben. Die Sendezeit wurde zum grössten
Teil mit Schallplatten ausgefüllt. Von einem eigentlichen
Studio kann noch nicht die Rede sein. Sender, Plattenspieler, Regiepult
sowie Ansager teilen sich den gleichen Raum. Für das "KDKA
Little Symphony Orchestra" reicht diese Behausung nicht mehr
aus. Kurzerhand wird ein Freiluftstudio improvisiert, das nur mit
einem Zeltdach versehen ist.
22. Dezember 1920
Die deutsche Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen, über
die die Reichspost bisher hauptsächlich Morsezeichen drahtlos
und telegrafisch für die rund 80 Postämter im ganzen
Reich verbreitete, strahlt das erste Instrumentalkonzert aus. Postbeamte
spielen Geige und Harmonium. Auch für den Chor finden sich
musikalische Beamte. Der 5-kW-Langwellensender (2700 m = 111 kHz)
kann in ganz Europa empfangen werden.

18. Juni 1921
Über öffentlich aufgestellte Lautsprecher
werden von nun an in einigen sowjetischen Städten täglich
Rundfunknachrichten übertragen.
17. Juni 1921
Auf der Hauptversammlung der "Deutschen Weltwirtschaftlichen
Gesellschaft" verwendet Hans Bredow, Staatssekretär im
Reichspostministerium und zuständig für das Nachrichtenwesen,
zum ersten Mal die deutsche Bezeichnung "Rundfunk" für
das bisher überall gebräuchliche Wort "Radio".
21. Juni 1921
Von der Spitze des Eiffelturms aus verbreitet der
erste französische Sender sein Programm. Acht Monate später
strahlt die Station unter dem Namen "Radio Tour Eiffel" regelmässig
sein Programm aus.
9. Juli 1921
Der posteigene Sender Königs Wusterhausen überträgt
erstmals eine Oper aus der Berliner Staatsoper.
Juli 1921
Während der Weltausstellung in Valencia, nimmt
Spaniens erster Versuchssender den Betrieb auf.
23. August 1921
E.G. Schoultz beantragt ein französisches Patent
auf "Fernsehübertragung beweglicher Bilder", das
ihm 1922 erteilt wird.

27. September 1921
Die beiden Mexikaner Augustin Flores und José de
Valdovinos strahlen in der Hauptstadt die erste Radiosendung aus.
Der Sender ist im Legislativ-Palast untergebracht.
27. September 1921
In Springfield, Massachusetts, nimmt "WBZ" als
zweite amerikanische Radiostation den Sendebetrieb auf. Als Eigentümer
zeichnet die "Westinghouse Company".
1. Oktober 1921
Die Station "WJZ" in Newark, New Jersey,
meldet sich im Äther. Im Gebäude der Firma Westinghouse
ist ein kleines Studio eingerichtet, bestehend aus einem Klavier,
Plattenspieler sowie Mikrofon. Die ersten Ansager von "WJZ" sind
Thomas A. Cowan und Joe Watts, der zugleich für die Technik
zuständig ist. Um 20 Uhr eröffnet Cowan die Station mit
der Ankündigung: "This is WJZ, WJZ, WJZ".
9. Oktober 1921
Mit der Radiostation "24A Experimental" beginnen
in der mexikanischen Industriestadt Monterrey die ersten Rundfunkversuche.
10. November 1921
In Chicago, Illinois, eröffnet die "Westinghouse
Company" die Station "KYW".

17. November 1921
In Dunedin, Neuseeland, eröffnet der Physikprofessor
Dr. R. Jack die experimentelle Radiostation "4XO" auf
2140 kHz.
14. Dezember 1921
Die "Radio Corporation of America" nimmt
in Roselle Park, New Jersey, die Station "WDY" in Betrieb.
Das Eröffnungsprogramm von 21.15 bis 22.15 Uhr bestreiten
die Musiker Louis Brean, Harry Howard, Jack Cook und der Komödiant
Nat Saunders. Als Stationsmanager wird Major J. Andrew White, Gründer
und Herausgeber des Radiofachblattes "Wireless Age",
verpflichtet. Aus finanziellen Gründen stellt "WDY" am
24. Februar 1922 den Betrieb ein.
24. Dezember 1921
Frankreichs erster Rundfunksender Poste Tour Eiffel,
meldet sich erstmals mit einem halbstündigen Testprogramm.
Der Sender auf dem Eiffelturm verbreitet Presseberichte, eine musikalische
Darbietung sowie einen Wetterbericht.
Offizieller Start von Poste Tour Eiffel ist am 6. Februar 1922.
Aus dem Studio am Nordfuss des Eiffelturms melden sich Sacha Guitry,
Yvonne Printemps und der Direktor Général Ferrie
mit dem Eröffnungsprogramm.
1921
In Spanien wird die "Compania Ibérica
de Telecommunication" gegründet.

14. Februar 1922
Die Marconi-Gesellschaft eröffnet ihre Versuchsstation "2MT" in
Writtle, Essex. Der 100-Watt-Sender strahlt jeden Dienstag ein
halbstündiges Programm aus, das vorwiegend aus Grammofonplatten
besteht. Chefsprecher und Mädchen für alles, Peter Eckersley,
eröffnet die Station mit den Worten: "This is Two Emma
Toc Writtlee Testing". Später wird er Chef-Ingenieur
bei der "BBC".
14. Februar 1922
Die Stadt Lausanne erteilt die Bewilligung des ersten öffentlichen
Senders der Schweiz an Roland Pièce. Der Sender wird auf
dem Champ-de-l Air installiert.
1. April 1922
Die Tageszeitung "San Francisco Examiner" nimmt
ihre eigene Station in Betrieb. Um 17.30 Uhr eröffnet Ansager
Charles A. "Sparks" Gaal die Station mit den Worten: "Hello,
hello, hello. This is KUO ... K-U-O.... the San Francisco Examiner
broadcasting station, calling". Anschliessend meldet sich
Mayor Rolph am Mikrofon, gefolgt von einer Darbietung des Herp
Meyerinck's St. Francis Hotel Orchestra. Das Programm wird um 18.45
Uhr mit Schallplattenmusik beendet. 1924 zieht sich die Tageszeitung
aus dem Radio-Geschäft zurück. Ein unregelmässiges
Programm mit Wetter- und Farmberichten sowie Nachrichten und Sportmeldungen
wird bis 1927 aufrechterhalten.
3. April 1922
Harold R. Shaw und Harrison Holliway betreiben für
ein Jahr in San Francisco die Station "KSL"

13. April 1922
Mit dem Rufzeichen "KHJ" meldet sich in
Los Angeles eine neue Station auf 720 kHz. Im Volksmund stehen
die Buchstaben "KHJ" für "Kindness, Happiness,
and Joy". Ab November 1928 wird die von der "Federal
Radio Commission" zugewiesene Frequenz 900 kHz belegt.
13. April 1922
Aus dem "Fair Store"-Gebäude in Chicago
meldet sich die Station "WGU". Am Sender beteiligt sind
das Fair Store Unternehmen und die Tageszeitung Chicago Dayli News.
Der schwache und für Musikübertragungen nicht geeignete
Telefoniesender wird im Oktober des gleichen Jahres durch einen
500-Watt-Sender ersetzt, moderne Studioeinrichtung wird angeschafft
und das Rufzeichen in "WMAQ" umgeändert.
17. April 1922
Joe Martineau nimmt in San Francisco die Station "KPO" als
Einmann-Unternehmen in Betrieb. Die Hale-Brüder stellen ihm
in ihrem Warenhaus einen Senderaum zur Verfügung. Mit einem
50-Watt-Sender Marke Eigenbau und einer A-Lizenz teilt sich "KPO" die
Sendefrequenz von 833 kHz (360 m) mit anderen Stationen. Täglich
werden eine Stunde Klassische Musik ab Schallplatten aber auch
Live-Musik aus dem Studio geboten. Am 16. Januar 1923 meldet sich "KPO" mit
einem 500-Watt-Western Electric-Sender und einer B-Lizenz im Äther.
Die B-Lizenz beinhaltet, dass sämtliche Programme Live aus
dem Studio gesendet werden müssen. Joe Martineau wird Stationsdirektor
und ein Mitarbeiterstab wird engagiert. Als Ansagerin wird Claire
Morrison verpflichtet.

26. April 1922
In Münchenbuchsee wird eine Radio-Schnelltelegrafieanlage
der "Marconi Radio Station Aktiengesellschaft Bern" feierlich
in Betrieb genommen.
11. Mai 1922
Die private Station "2LO" in London beginnt
mit Testsendungen aus dem Marconi-House.
12. Mai 1922
Die erste Rundfunkstation auf Hawaii, "KGU",
beginnt mit 500 Watt auf 833 kHz zu senden. Jeden Sonntag, Dienstag
und Donnerstag wird von 7.30 bis 9 Uhr ein Musikprogramm ausgestrahlt.
16. Mai 1922
In Manchester beginnt die experimentelle Station "2ZY" auf
der Welle 400 m zu senden. Täglich werden von 16.30 bis 17.30
Uhr Konzerte und Vorträge Ausgestrahlt.
Betrieben wird die Station von der "Metropolitan Vickers Electrical
Company", ein ameriknisches Unternehmen, das in Konkurrenz
zu Marconi's Gesellschaft steht.
Mai 1922
"Telefunken" und "Lorenz", die
grössten Firmen der deutschen Funkindustrie, beantragen beim
Reichsinnenministerium eine Konzession, um in mehreren Städten
Rundfunksender errichten und betreiben zu dürfen. Das Gesuch
wird abgelehnt.

Juni 1922
Auf den Philippinen eröffnet eine Elektrofima
drei 50-Watt-Sender für Demonstrationszwecke. Hauptsächliches
Zielgebiet ist Manila und Passay City. 1924 werden diese Sender
durch die 100-Watt-Station "KZKZ" ersetzt. Bis zum Ausbruch
des Zweiten Weltkrieges etablieren sich noch drei weitere Stationen,
die alle von Warenhäusern betrieben werden.
8. Juli 1922
In St. Johns, der Hauptstadt von Neufundland, wird
für kurze Zeit die Station "VOS" aktiv. 1924 nimmt
ein kirchlicher Sender mit dem Rufzeichen "VCWR" den
regelmässigen Betrieb auf.
25. Juli 1922
Die "American Telephone & Telegraph Company" eröffnet
an der 24 Walker Street in New York die Station "WBAY".
Der 500-Watt-Sender erhält einige Zeit später das Rufzeichen "WEAF".
Im April 1923 wechselt "WEAF" in ein grösseres und
moderneres Studiogebäude am Broadway. Die neuen Studios sind
mittels schalldichter Fenster von der Technik getrennt.
Juli 1922
Die Pionierstation "2YK" in Wellington,
Neuseeland, nimmt den Sendebetrieb auf. Viermal wöchentlich
ist der 15-Watt-Sender für jeweils vier Stunden auf 1090 kHz
zu hören.
1. August 1922
In Berlin wird der "Deutsche Wirtschaftsrundfunk" offiziell
in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte werden den Teilnehmern
nur geliehen, nicht verkauft.
3. August 1922
Die Station "WGY" in Schenectady, New
York, strahlt das erste Hörspiel im Rundfunk aus. Gesendet
wird das Melodrama "Der Wolf" von Eugen Walter.
19. August 1922
In Chile findet die erste Radioübertragung
statt. In der Halle der Zeitung "El Mercurio" werden
Sprache und Musik übertragen. Die Zeitung hatte seit Anfang
1922 wiederholt auf dieses neue Medium aufmerksam gemacht. Das
Radio wurde damals noch als "Strahlentelefon" umschrieben.
"Radio Mercurio" strahlt von nun an jeden Donnerstag und Samstag ein
Programm aus. 1924 folgt die Station "Cerro Alegre de Valparaiso" und
1925 gesellt sich "Radio Club Valparaiso" dazu.

21. August 1922
"Radio Moskau" nimmt, vorläufig noch
unregelmässig, den Sendebetrieb mit 12 kW Leistung auf.
Die Anfänge der Entwicklung des Hörfunks in Russland
gehen im wesentlichen auf Erfindungen des russischen Physikers
A.S. Popov zurück, der 1895 den ersten Funktelegrafen und
1904 das erste Funktelefon erprobte. Während des ersten Weltkriegs
zu militärischen Zwecken weiterentwickelt, diente der Funktelegraf
der Revolutionsregierung der Bolschewiki seit Oktober 1917 zur
schnellen und landesweiten Verbreitung politischer Botschaften.
Ab 1921 trat das Funktelefon zunehmend an die Stelle des Telegrafen.
Auf drängen Lenins wurde im ganzen Land mit dem Bau öffentlicher
Empfangsstationen begonnen. Die ersten, noch unregelmässigen
Sendungen begann der sowjetische Rundfunk nach Fertigstellung der
Moskauer Radiotelefonie-Station im Jahre 1922. Ihre zunächst
mehrheitlich aus Musikübertragungen bestehenden Sendungen
waren über Zentralrussland hinaus in Sibirien und Mittelasien
sowie in einigen Ländern Westeuropas zu empfangen.
22. August 1922
Roland Pièce setzt den ersten öffentlichen
Sender der Schweiz auf dem Champ-de-l Air nach längeren Versuchen
offiziell in Betrieb. Die Station trägt das Rufzeichen "HB2".
28. August 1922
Die New Yorker Station "WEAF" strahlt
um 15.15 Uhr die erste Radiowerbung aus. Auftraggeber ist die "Queensboro
Corporation", Gegenstand der Werbung ist ein neues Appartementhaus
in Jackson Heights, New York.

14. Oktober 1922
Das Bundesgesetz über den Telegrafen- und Telefonverkehr
tritt in Kraft. Es räumt der Obertelegrafendirektion das ausschliessliche
Recht ein, radiofonische Installationen zu errichten und zu betreiben.
18. Oktober 1922
Die beiden grössten englischen Radiofirmen,
die "Marconi Telegraph Wireless Co. Ltd." und die "Radio
Communucation Co. Ltd." Gründen die "British Broadcasting
Company" (Vorläufer der heutigen "British Broadcasting
Corporation). Der BBC werden die Sender "2LO" in London, "5IT" in
Birmingham und "2ZY" in Manchester unterstellt.
1. November 1922
Aus Chicago meldet sich die Station "KYW" im Äther.

1. November 1922
Als erste Bank in den USA betreibt die "Mercantile
Trust Company" in San Francisco eine Radiostation. Nach Testsendungen
im August mit dem Rufzeichen "6XB" wird jetzt der reguläre
Sendebetrieb als "KFDB" aufgenommen. Täglich werden
um 10 und 14 Uhr Landwirtschafts- und Börsenberichte auf 360
m ausgestrahlt. Morgens ist auch ein einstündiges Konzertprogramm
zu hören. Aus finanziellen Gründen wird "KFDB" am
30. November 1923 geschlossen.
6. November 1922
Als erster französischer Privatsender mit regelmässigen
Sendungen (Testsendungen seit dem 26. Juni 1922), startet die Pariser
Station „Radiola“. Am 29. März 1924 wird die Station
in „Radio Paris“ umgetauft. Schon bald besitzt Radio
Paris, mit Studios an der Boulevard Haussmann, auch ausserhalb
der Landesgrenzen ein grosses Stammpublikum. In den folgenden Jahren
entwickelt sich Radio Paris zum bedeutendsten und modernsten Sender
Frankreichs. Am 17. Dezember 1933 wird der Sender verstaatlicht
und die vormaligen Besitzer werden entschädigt.
Ab dem 17. Juni 1940 steht die von Emile Girardeau gegründete
Station mit Sender in le Vallois-Perret und Allouis unter Deutscher
Kontrolle.
14. November 1922
Die "British Broadcasting Company" sendet
ihr erstes Programm über die Londoner Station "2LO".
Um 18 Uhr meldet sich aus dem Marconi-House der Sprecher Arthur
R. Burrow mit Nachrichten. Die Station verwendet einen 1,5-kW-Telefonsender.
26. November 1922
Die schweizerischen Radioamateure gründen einen
gesamtschweizerischen "Radioklub". Die westschweizer
Radiopioniere haben sich schon seit Anfang 1921 in einem Radioklub
zusammengefunden.

Dezember 1922
Der amerikanische Geschäftsmann P. Osborn eröffnet
in Shanghai die erste Rundfunkstation. Einen Monat später
nimmt er eine zweite Station in Betrieb. Dieser Sender bringt in
Zusammenarbeit mit einer Shanghaier Zeitung die ersten lokalen
Nachrichtensendungen in China.
1922
Die "American Telephon and Telegraph Company" (ATT)
installiert in Habanna einen 500-Watt-Sender. Der Ansager Raul
P. Falcon eröffnet die Station mit den Worten: "PWX of
Cuban Telephone Co., in Habanna, Cuba. We are transmitting on the
400 meters wavelength with a power of 500 Watt.."
1922
In San Juan, Puerto Rico, nimmt die Station mit
dem Rufzeichen "WKAQ" den Sendebetrieb auf. Dieser Sender
namens "Radio Reloj, besitzt heute noch das gleiche Rufzeichen
und sendet mit 10 kW auf 580 kHz.

1922
In Dänemark entstehen sogenannte Radio-Clubs,
die auf lokaler Ebene private Sender betreiben. Als erster Sender
meldet sich Radio Lyngby im Äther. 1925 werden die freien
Sender vom Gesetzgeber aufgelöst und durch ein Interimsmonopol
ersetzt.
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