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"Was mich am meisten beunruhigte war, dass die Idee so elementar,
so einfach in ihrer Logik war", schrieb der Erfinder der drahtlosen
Telegrafie später, "dass ich kaum glauben konnte, dass
niemand daran gedacht hatte, die Idee in die Praxis umzusetzen.
Mir selbst erschien die Idee sehr realistisch und deshalb bemerkte
ich nicht, dass andere meine Theorie ziemlich phantastisch vorgekommen
sein mag."
Die Verwunderung Marconis ist im Grunde verständlich. Alle
wichtigen Bausteine für die Entwicklung der drahtlosen Telegrafie
waren bereits vorhanden. Es fehlte nur noch ein einfallsreicher
Kopf, der sie auch in die richtige Art und Weise zusammensetzte.
Für den Sender mit Funkeninduktor und einer Funkenstrecke
zeichneten die Professoren Hertz und Righi verantwortlich. Für
den Empfang hatte Bradly mit seinem Kohärer das geeignete
Gerät erfunden. Und die Antenne schliesslich war der Beitrag
des Russen Popow, von dessen Versuchen Marconi aber vermutlich
keine Ahnung hatte. Der Italiener erfand Luftdraht und Erdverbindung
zum zweiten Mal. Erstaunlich an Marconis Leistung aber ist, dass
er gar nicht den Versuch unternahm, die physikalischen Grundlagen
seiner Erfindung zu verstehen. Er war sogar stolz darauf: "Ich
stelle weder Theorien noch Formeln auf. Ich erkenne, was man in
der Praxis tun muss, und finde, Gott sei Dank, fast immer den richtigen
Weg."
Der richtige Weg führte ihn nach Poldhu in Cornwall an der
Südwestspitze Englands. Am 12. Dezember 1901 ging von dort
aus der Morsebuchstabe "S", drei Punkte, 3400 Kilometer
weit über den Atlantik nach Neufundland. Danach war die Welt
nicht mehr die selbe.
(Roland Gööck "Die grossen Erfindungen
- Radio - Fernsehen - Computer", Sigloch Edition 1989)
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