| Am 19. Januar 1923 trafen sich auf Initiative
von Otto Zwahlen zwölf begeisterte Radioamateure in der Safranzunft
in Basel, um den Radio-Club Basel ins Leben zu rufen. Dies geht
aus einer Schrift hervor, die anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
des Radio-Clubs Basel (RCB) herausgegeben wurde.
Die Gründer waren:
A. Alioth-Schlumberger, F. Bailly, T.R. Baumann, K. Baumann, O.
Ess, A. Krethlow, Dr.P. Läuger, A. Meyer, Dr. G. Oesterheld, J.
Schönmann, H. Thommen und O. Zwahlen.
Die ersten Statuten umschrieben die Zielsetzung des Clubs wie folgt:
"Gegenseitige Förderung der theoretischen und praktischen Kenntnisse
auf dem Gebiet der Radiotechnik, sowie die Wahrung gemeinsamer Interessen".
Bereits damals waren die physikalischen Grundlagen der drahtlosen
Nachrichtenübermittlung bekannt, und hatten schon zuvor im ersten
Weltkrieg ihre Bedeutung für den militärischen Gebrauch bewiesen.
Ab 1921 begann dann in den USA und England (später, wenn auch zögernd,
in anderen Ländern) die drahtlose übermittlungstechnik für Information,
Bildung und Unterhaltung in Form des sogenannten "Broadcastings,
Rundfunks oder Radios" für die öffentlichkeit interessant zu
werden. Auch in der Schweiz unternahm man erste tastende Versuche.
Die Schweizerische Obertelegraphendirektion erteilte ab 1. Januar
1921 erstmals seit dem Weltkrieg wieder Konzessionen für den Radioempfang.
Diejenigen, die von der Idee des Radios begeistert waren und auch
von diesem Medium profitieren wollten, benötigten dringend praktische
und theoretische Kenntnisse. Denn zu dieser Zeit waren die Radioapparate
noch keine leicht bedienbaren Gebrauchsgegenstände wie heute. Jeder
musste vielmehr selbst seine Empfangsanlage basteln, oder sie zumindest
aus käuflichen einzelnen Apparateteilen zusammenstellen. Hier eröffnete
sich dem RCB vor allem im ersten Jahrzehnt ein dankbares Arbeitsgebiet.
Nach einer vorerst eher ruhigen Phase (1923-1927) steigerte sich
die Aktivität in der ersten Präsidialzeit von Dr. O. Kaiser (1928
- 1931) beachtenswert. Hervorzuheben ist, dass am 3. Februar 1926
auf Initiative von Prof. Dr. H. Zickendraht und Mustermessedirektor
Dr. W. Meile die Radiogenossenschaft Basel gegründet wurde, obwohl
man mit den Radioemissionen - zuerst über den Flugplatzsender Basel
- erst ab 19. Juni 1926 begann.
Der Erwerb von theoretischen und praktischen Kenntnissen wurde
beim RCB von der Gründerzeit bis in die Gegenwart auf mannigfaltige
Art gefördert. Mit Referaten und Vorträgen versuchte man die Mitglieder
stets auf dem Laufenden zu halten. Gute Grundlagenkenntnisse vermittelten
speziell die "Einführungskurse in die Radiotechnik", die
1929 begannen. Mit Hilfe von Experimenten konnte das Wissen gut
und leichtverständlich vermittelt werden. Die Kurse, die auch von
Nichtmitgliedern besucht werden konnten, bewährten sich sehr, nicht
zuletzt auch deshalb, weil sie dem Club neue Mitglieder brachten.
Da die Mitglieder auch immer selbst "Hand anlegen" wollten,
wurden seit eh und je auch Baukurse, Bauwettbewerbe und Praktika
durchgeführt. Hier seien einige Aktivitäten genannt:
1928 wurde ein 5-Lampen-Superhet "J.R" erstellt, 1933
fand ein Praktikum über die Selbstaufnahme von Schallplatten"
statt, 1949 und anfangs der Fünfzigerjahre wurden teilweise in Zusammenarbeit
mit der Basler Freizeitaktion mehrere Bastelkurse durchgeführt.
Gebaut wurden einfache Empfänger, ein Tonbandgerät und ein "Geigerzähler".
Der RCB konnte seinen Mitgliedern in einem Clublabor während längerer
Zeit geeignete Messgeräte, Werkzeuge und andere Arbeitsbehelfe zur
Verfügung stellen. Wer technische Angaben benötigte, fand diese
lange Zeit in der Club-Fachbibliothek, die in ihren guten Zeiten
wohl assortiert war. Ein grosser Bestand der Bibliothek ist bei
der Liquidation des Clublabors an die Basler Freizeitaktion übergegangen.
Clubhistorische Werke, Raritäten und Vereinsmitteilungen sowie Fotoalben
aus der guten alten Zeit werden auch heute noch wohl behütet. |