Clubchronik
Geschichte Clubchronik
1998 feierte der RFCB sein 75-Jähriges Jubiläum  
 
Gründer  

Am 19. Januar 1923 trafen sich auf Initiative von Otto Zwahlen zwölf begeisterte Radioamateure in der Safranzunft in Basel, um den Radio-Club Basel ins Leben zu rufen. Dies geht aus einer Schrift hervor, die anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Radio-Clubs Basel (RCB) herausgegeben wurde.

Die Gründer waren:
A. Alioth-Schlumberger, F. Bailly, T.R. Baumann, K. Baumann, O. Ess, A. Krethlow, Dr.P. Läuger, A. Meyer, Dr. G. Oesterheld, J. Schönmann, H. Thommen und O. Zwahlen.

Die ersten Statuten umschrieben die Zielsetzung des Clubs wie folgt:
"Gegenseitige Förderung der theoretischen und praktischen Kenntnisse auf dem Gebiet der Radiotechnik, sowie die Wahrung gemeinsamer Interessen".

Bereits damals waren die physikalischen Grundlagen der drahtlosen Nachrichtenübermittlung bekannt, und hatten schon zuvor im ersten Weltkrieg ihre Bedeutung für den militärischen Gebrauch bewiesen. Ab 1921 begann dann in den USA und England (später, wenn auch zögernd, in anderen Ländern) die drahtlose übermittlungstechnik für Information, Bildung und Unterhaltung in Form des sogenannten "Broadcastings, Rundfunks oder Radios" für die öffentlichkeit interessant zu werden. Auch in der Schweiz unternahm man erste tastende Versuche.

Die Schweizerische Obertelegraphendirektion erteilte ab 1. Januar 1921 erstmals seit dem Weltkrieg wieder Konzessionen für den Radioempfang. Diejenigen, die von der Idee des Radios begeistert waren und auch von diesem Medium profitieren wollten, benötigten dringend praktische und theoretische Kenntnisse. Denn zu dieser Zeit waren die Radioapparate noch keine leicht bedienbaren Gebrauchsgegenstände wie heute. Jeder musste vielmehr selbst seine Empfangsanlage basteln, oder sie zumindest aus käuflichen einzelnen Apparateteilen zusammenstellen. Hier eröffnete sich dem RCB vor allem im ersten Jahrzehnt ein dankbares Arbeitsgebiet.

Nach einer vorerst eher ruhigen Phase (1923-1927) steigerte sich die Aktivität in der ersten Präsidialzeit von Dr. O. Kaiser (1928 - 1931) beachtenswert. Hervorzuheben ist, dass am 3. Februar 1926 auf Initiative von Prof. Dr. H. Zickendraht und Mustermessedirektor Dr. W. Meile die Radiogenossenschaft Basel gegründet wurde, obwohl man mit den Radioemissionen - zuerst über den Flugplatzsender Basel - erst ab 19. Juni 1926 begann.

Der Erwerb von theoretischen und praktischen Kenntnissen wurde beim RCB von der Gründerzeit bis in die Gegenwart auf mannigfaltige Art gefördert. Mit Referaten und Vorträgen versuchte man die Mitglieder stets auf dem Laufenden zu halten. Gute Grundlagenkenntnisse vermittelten speziell die "Einführungskurse in die Radiotechnik", die 1929 begannen. Mit Hilfe von Experimenten konnte das Wissen gut und leichtverständlich vermittelt werden. Die Kurse, die auch von Nichtmitgliedern besucht werden konnten, bewährten sich sehr, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie dem Club neue Mitglieder brachten. Da die Mitglieder auch immer selbst "Hand anlegen" wollten, wurden seit eh und je auch Baukurse, Bauwettbewerbe und Praktika durchgeführt. Hier seien einige Aktivitäten genannt:

1928 wurde ein 5-Lampen-Superhet "J.R" erstellt, 1933 fand ein Praktikum über die Selbstaufnahme von Schallplatten" statt, 1949 und anfangs der Fünfzigerjahre wurden teilweise in Zusammenarbeit mit der Basler Freizeitaktion mehrere Bastelkurse durchgeführt. Gebaut wurden einfache Empfänger, ein Tonbandgerät und ein "Geigerzähler".

Der RCB konnte seinen Mitgliedern in einem Clublabor während längerer Zeit geeignete Messgeräte, Werkzeuge und andere Arbeitsbehelfe zur Verfügung stellen. Wer technische Angaben benötigte, fand diese lange Zeit in der Club-Fachbibliothek, die in ihren guten Zeiten wohl assortiert war. Ein grosser Bestand der Bibliothek ist bei der Liquidation des Clublabors an die Basler Freizeitaktion übergegangen. Clubhistorische Werke, Raritäten und Vereinsmitteilungen sowie Fotoalben aus der guten alten Zeit werden auch heute noch wohl behütet.

 
Der Verein beschäftigt sich in der heutigen Zeit vorwiegend mit der Durchführung von Exkursionen und gelegentlich auch mit Nostalgiepräsentationen, so auch an der Her(t)zmesse zum 10-jährigen Bestehen des Sendeturms St. Chrischona 1994.

Bild: Der Nostalgiestand des RFCB an der Her(t)zmesse
 
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Das Amateursendewesen  

Bereits 1927 gab es einen Clubsender H9XB, dessen erster Operateur Herr Biri war. Die Tätigkeit des Sendeamateurs wurde zu Beginn besonders durch Fuchsjagden auch für die übrigen Clubmitglieder aktuell. 1928 erhielt ebenfalls Mitglied O. Ess die Sendekonzession und begann als Club-Operateur zu wirken. 1929 wurde dem Radio-Club das heute noch gültige Rufzeichen HB9B zugeteilt.

1933 erlebte der Clubsender HB9B einen grossen Aufschwung, als auf Initiative von Dr. O. Kaiser und dank clubinternen Spenden ein für damals hochmoderner Sender des Typs "Collins 40 B" angeschafft werden konnte. Zu dieser Zeit agierte Dr. K. Baumann als versierter Operateur.

Im Mai 1934 erhielt der Club von der Obertelegraphendirektion die Erlaubnis, von Zeit zu Zeit Programme von Radio Basel auf Kurzwelle über HB9B auszustrahlen. Ab Dezember 1934 wurde dann aus dem Studio Basel jeweils einmal pro Woche eine halbstündige übertragung der "Wochenberichte für Auslandschweizer" gesendet. Der RCB war somit ein Pionier des Schweizerischen Kurzwellen-Rundfunks. Die Sendungen von HB9B fanden weltweit ein starkes Echo.

Leider mussten Ende 1936 die Sendungen für Auslandschweizer über HB9B wegen überlastung der Amateur-Wellenbänder eingestellt werden. Der Clubsender führte jedoch seine Tätigkeit im üblichen Rahmen der Amateursendungen weiter.

Als dann der Krieg ausbrach und später ein konzessionierter Operateur fehlte, schwieg HB9B viele Jahre lang. Es dauerte bis ins Jahre 1966, bis wieder Amateursendungen unter dem RFCB-Rufzeichen HB9B ausgestrahlt wurden. Als Operateure wirkten die Herren E. Frei und B. Ebneter, die ihre eigenen Stationen verwendeten, weil der Collinssender technisch überholt war.

1984 wurde dann Hans-Peter Strub Operateur der Clubstation. Seit Ende 1996 sind Niklaus Zinsstag für KW und Hans-Peter Strub für UKW verantwortliche technische Leiter unseres Clubrufzeichens HB9B.

 
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Die Störbekämpfung  

Sehr im Interesse aller Radiohörer lagen die Bemühungen zur Bekämpfung von Radiostörungen. Bereits 1929 organisiere der Club eigene Störpatrouillen, die mit Peilempfängern Störquellen, welche ihnen von Hörern gemeldet wurden, nachgingen und bei der Störbeseitigung behilflich waren.

Von grosser Bedeutung war die Beseitigung von Radiostörungen durch das Tram. Als der Grosse Rat am 14. Juli 1934 dieses Problem behandelte, galt es, den Endspurt zu nehmen. Immerhin war der Boden so gut vorbereitet, dass damals die 85'000 Franken als Beitrag an die Entstörungskosten auf Anhieb bewilligt wurden. Im Herbst 1935 waren dann alle Motorwagen der Basler Trams und der Birseckbahn entstört.

In mehreren gut besuchten Störschutz-Ausstellungen wurden die Interessenten mit der Vermeidung von Radiostörungen durch Haushaltgeräte vertraut gemacht. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, nur störfreie Neugeräte zu kaufen. Die erste Ausstellung fand am 9. und 10. Dezember 1933 in den Sälen des Restaurants Helm statt. Spätere Ausstellungen wurden auch in Zusammenarbeit mit der währenddessen entstandenen "Pro-Radio-Aktion" durchgeführt.

 
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Fernsehen  

Begeisterte Amateure setzten sich schon früh dafür ein, die rein elektro-akustische Funktion des Radios durch die übermittlung optischer Eindrücke zu ergänzen. Entsprechende Bausätze für Bildübertragung (Bildtelegraphie System Fultograph) wurden 1928 angeboten. Man konnte dann auch mit verschiedenen Sendern, welche versuchsweise Bildfunk ausstrahlten, Empfangsversuche machen.

1930 hielt Ingenieur Fr. Luchsinger, Betriebstechniker von Radio Zürich, in Basel einen Vortrag über die Methoden des Fernsehens. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Jahre 1933 wurden in der Ausstellung "Radio und Fernsehen" im Café Spitz Fernsehdemonstrationen mit Braun'schen Röhren durchgeführt. 1936 arbeitete der Club auch in der Ausstellung "Radio-Heute" in der Mustermesse tatkräftig mit, u.a. mit einem Vortrag "Fernsehen, ein Wunschtraum wird Wirklichkeit", was für die Schweiz allerdings noch nicht galt!

Danach folgten 1951/52 grosse Bemühungen, um Basel-Stadt bei der Einführung der Television möglichst ein Fernsehstudio zu sichern. Am 20. Februar 1952 wirkte der Club aktiv an einer öffentlichen Kundgebung "Fernsehen in der Welt, in der Schweiz und in Basel" in der Safranzunft mit. Dabei ging es in erster Linie um die Subvention der Fernsehversuche von Radio Basel in Münchenstein. Der Grosse Rat Basel-Stadt hatte einen Beitrag bewilligt, wogegen jedoch das Referendum ergriffen wurde. Bekanntlich drangen die Fernsehenthusiasten damals nicht durch. Der Souverän lehnte den Kredit ab, und die Versuche konnten nur in reduzierter Form "auf dem Armenwege" erfolgen. Während des Versuchsbetriebes hatte der RCB im Clublabor für seine Mitglieder eine Fernsehstube eingerichtet. Da unsere Mitglieder am Aufschwung des Schweizer Fernsehens interessiert waren, wurde später für Propagandazwecke ein Club-TV-Empfänger angeschafft, und von 1955 bis 1959 eine Fernsehstube unterhalten.

Am 19. Mai 1961 wurde anlässlich einer Statutenrevision der Radio-Club auf "Radio- und Fernseh-Club Basel und Umgebung (RFCB)" umgetauft.

 
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Blindenaktion  

Anfangs 1929 ergriff der RCB die Initiative und startete eine Sammelaktion für die Beschaffung von Radioanlagen für Blinde. Als Erstes sollte das Blindenheim Basel mit einer leistungsfähigen Anlage bedacht werden. Bereits 1932 betrug der Erlös ein Total von über Fr. 60'000.--. Nach 5-jähriger Tätigkeit konnte im November 1934 gemeldet werden, dass 322 Apparate bei Blinden aufgestellt worden sind. Diese Apparate wurden selbstverständlich auch entsprechend vom RCB betreut.

Als mit der Zeit auch der Schweizerische Radiohörer-Verband gesamtschweizerisch eine ähnliche Aktion startete, war es naheliegend, die Bestrebungen zu koordinieren. 1946 wurden die zwei Sammlungen zusammengelegt und die Stiftung "Schweizer Radioaktion für Blinde und Invalide" gegründet. Der RCB war mit Delegierten darin vertreten.

In den letzten drei Jahrzehnten befasste sich die Stiftung auch mit der Vermittlung von Fernsehapparaten an Bergschulen. Erfreulicherweise war sie auch finanziell relativ gut dotiert, denn durch das Entgegenkommen verschiedener Institutionen standen ihr jeweils die Einnahmen aus der Verwertung von Alt-Telephonbüchern zur Verfügung. Die Aktion wurde dann 1994 eingestellt, da sie den Bedürfnissen der heutigen Zeit nicht mehr entsprach. Zudem kostete die Verwertung der alten Telefonbücher mehr, als sie einbrachte.

 
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Erster Reportagewagen von Radio Basel  
Dr. O. Kaiser, der seit 1934 erneut als Präsident das Steuer des Radio-Club-Schiffs mit starker Hand führte, startete 1936 eine Sammelaktion zu Gunsten eines Reportagewagens für das Studio Basel. Unter anderem wurde auf breiter Basis eine Lotterie organisiert, an der auch die Schuljugend mithalf. Es wurden rund 172'000 Lose zu 50 Rappen verkauft. Der Reinertrag der Sammlung betrug Fr. 26'278.--, was zur Anschaffung von Chassis und Karosserie sowie teilweise zum Innenausbau des Wagens ausreichte.
 
Am 9. Juli 1937 wurde der Wagen durch die Vertreter des Clubs dem Radiostudio Basel feierlich übergeben. In den folgenden Jahren leistete er viele gute Dienste. Nach 12-jährigem Gebrauch wurde 1949 sein Betrieb jedoch eingestellt. Wie alle technischen Hilfsmittel war auch er leider sehr rasch veraltet.  
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Organisation des Rundspruchs und der Hörer  

Fragen im Zusammenhang mit der Organisation des Radios und der Hörer haben im Club schon immer Gruppen von Mitgliedern beschäftigt.

In der Organisation der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft und speziell in der Verwaltung der Radiogenossenschaft Basel konnte der RCB stets einen gewissen Einfluss nehmen, gehörten doch immer Vorstandsmitglieder des RCB auch der Verwaltung von Radio Basel an. Ein ganz besonderes Interesse hatte der Club logischerweise an der Mitwirkung in Programmkommissionen.

Fragen betreffend der Reorganisation des Schweizerischen Rundspruchs standen stets zur Diskussion - ja sie war schon fast ein Dauerzustand! Schon früh vermisste man in Clubkreisen eine solide Gesetzgebung über Radio und Fernsehen. Bereits in den späten Vierzigerjahren verfasste Dr. K. Huber aus eigener Initiative einen Entwurf zu einem "Bundesgesetz über das Schweizerische Radiowesen", welchem verschiedene Gremien und auch ausserkantonale Behörden grosse Beachtung schenkten. Erst wesentlich später legten die Bundesbehörden dann 1956 einen Verfassungsartikel über Radio und Fernsehen vor, der jedoch von den Schweizern abgelehnt wurde.

Die Reorganisation der SRG sowie die Gesetzgebung über Radio und Fernsehen wurden in den letzten drei Jahrzehnten wieder hochaktuell und beschäftigen zumindest die Clubdelegierten im Vorstand der Radiogenossenschaft Basel sehr intensiv.

 
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Die Mitteilungen des RFCB  

Das Gedeihen eines Vereins hängt auch wesentlich von einem guten Informationsfluss ab, weshalb den Clubmitteilungen des RFCB eine grosse Bedeutung zukommt. Die Geschichte der Mitteilungen spiegelt gleichzeitig den Freuden- und Leidensweg des Clubgeschehens wieder. Wenn sich das Clubgeschehen eher in einer Baisse befand, schrieb man die Nachrichten auf Wachsmatritzen und vervielfältigte sie dann mit dem "Spritdrucker". In guten Zeiten, z.B. von 1929 bis 1937, erschienen die Mitteilungen unter der Leitung von Dr. O. Kaiser monatlich und bestens redigiert in Buchdruck. 1938 und 1939 bildeten die Clubnachrichten einen Annex der damals von Dr. Dürrwang gegründeten Monatszeitschrift "Radio-Fortschritt".

1977 erschien dann zum ersten Mal das RFCB Mosaik als kunterbuntes Informationsorgan. Redigiert und produziert wurde es von Christoph Schaffner. Das Mosaik hat sich im Verlaufe der Zeit immerzu gewandelt. 1993 wurde es auf Initiative des neuen Präsidenten Martin R. Eggler, der seither die darin integrierten Clubmitteilungen redigiert, zum offiziellen Publikationsorgan des RFCB. Das Mosaik erschien wieder als A5-Broschüre.

Seit 1998, zum 75-jährigen Jubiläum des RFCB, erscheint das Mosaik nun dreispaltig und im Format A4. Dank Mithilfe und grossem Engagement einiger Mitglieder und unter Einsatz modernster Kommunikations- und Drucktechnik ist das Mosaik informativer und aktueller denn je.

 
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Schlussbetrachtung  

Die vorliegende Zusammenstellung wurde hier stark gekürzt wiedergegeben. Sie basiert in erster Linie auf die von Dr. J. Dürrwang herausgegebene Broschüre zum 50-jährigen Jubiläum des Radio- und Fernseh-Clubs. Zum 75-jährigen Jubiläum wurde sie von Martin R. Eggler ergänzt und von Karin Sigg textlich überarbeitet.

 
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