Neue Wege in den Arbeitsgebieten der Hörervereinigungen.
ri. Der Radioklub Basel veranstaltete am 24. April in Solothurn
eine Zusammenkunft von Fachleuten und Interessenten des Radiogetbietes,
zu der auch die Lehrerschaft eingeladen wurde. Präsident Seiberth
vom Radioklub Basel begrüsste die Versammlung, die von ca. 50-60 Personen
aus allen Gebieten unseres Landes besucht war. Er orientierte kurz
über die bisherige Tätigkeit des R.C.B. und erwähnte dabei hauptsächlich
die Blindenaktion. Hr.
Kilchsberger vom R.C.B. sprach dann über das Thema «Der schweizerische
Rundspruch und der Radiohörer». Er orientierte in knappen klaren
Worten über die bestehende Organisation des schweizerischen Rundspruches
und wies auf den bedauerlichen Umstand hin, dass sich von den über
170.000 Radiokonzessionären der Schweiz erst 6000 zu einem Radioverbande
zusammengeschlossen haben. Um eine zweckmässige Organisation der
Radiohörer herzustellen, wurde folgendes vorgeschlagen: Die bestehenden
Verbände sollen in keiner Weise beeinflusst werden. Die Klubs sollen
engere Fühlungsnahme, einerseits mit den Hörern und anderseits mit
den Radiogenossenschaften anstreben. Neben technischen Fragen und
Problemen sollten Programm- und Hörerfragen immer mehr in den Diskussionskreis
einbezogen werden. Der R.C.B. hat in dieser Beziehung bereits vorgearbeitet.
Die Hörer müssen durch Wort und Schrift erfasst werden. Dies bedingt
die Schaffung eines Hörerorgans.
Der zweite Redner Dr. O. Kaiser, Basel,
sprach in prächtig durchdachtem Referat über "Das Radiopraktikum,
eine zeitgemässe Forderung in Schule und Verein" . Weiteste
Kreise sind heute an der Radiotechnik interessiert. Jeder Hörer
oder wenigstens ein grosser Teil derselben begnügt sich nicht nur
mit dem Hören, sondern möchte gerne in das Geheimnis des Radios
eingeweiht werden. Kennt er einmal die Funktionsweise der einzelnen
Teile seines Empfängers, so ist er auch in der Lage, allfällige
Störungen ohne die oft schwer zu erreichende fremde Mithilfe zu
beheben. Ganz besonders ist die Jugend auf den Rundfunk eingestellt.
An verschiedenen Hoch- und Mittelschulen ist Radio bereits als spezielles
Fach eingeführt worden. Da die Schulbücher im allgemeinen den schnellen
Fortschritten der Technik nicht zu folgen vermögen, so muss die
Einführung in dieses neue Gebiet mit anderen Mitteln versucht werden.
Die weitgehenden Möglichkeiten der Radiotechnik sollten nicht erst
bei der Berufsberatung besprochen werden, sondern man sollte denselben
schon im Unterricht Rechnung tragen. Gerade die Radioklubs sind
in der letzten Zeit immer mehr dazu übergegangen, die früheren Baukurse,
deren Berechtigung durch die auf dem Markt befindlichen leistungsfähigen
und nicht teuren Apparate in Frage gestellt wird, durch technische
Einführungskurse zu ersetzen. Es wäre wünschenswert, wenn die Frage
der radiotechnischen Instruktion schon in den höheren Volksschulklassen
geprüft würde.
Anschliessend an diesen Vortrag zeigte
Herr Dr. Dürrwang vom R.C.B. wie ein solcher Unterricht wirksam
durch praktische Experimente und Vorführungen unterstützt Werden
kann, er wusste dabei viel Interessantes mitzuteilen.
Das dritte und letzte Referat hielt
Dr. Schädeli vom R.C.B. über "Das gesprochene Wort am Mikrophon".
Alles was mit Radio in irgend einer Beziehung steht, hat sich sprunghaft
entwickelt. Nach einem kurzen Überblick über die Sende- und Empfangstechnik
verbreitete sich der Referent auf Grund eigener Erfahrungen über
das eigentliche Thema seines Vortrages. Ein grosser Teil der Hörer
ist auf die Programme des Landessenders angewiesen. Die musikalischen
Darbietungen befriedigen grösstenteiIs. Es ist aber, viel schwieriger,
mit Vorträgen den Beifall der Hörer zu erreichen. Als ungünstig
sind speziell Vorträge nach abends 8 Uhr zu bezeichnen. Diese sollen
durch kurze interessante Hörspiele ersetzt werden. Literarische
Vorträge sind in der Zeit von 7-8 Uhr abends am besten platziert.
In der Diskussion wurde auch noch die
Frage, der Radiozeitungen aufgeworfen. Zum Schluss wies Prof. Hochstetter
auf die Gefahr hin, bei der Programmgestaltung gleichsam das Referendum
einzuführen, da viele Reklamationen und Kritiken auf ungenügendes
Verständnis und spontanen Unwillen zurückzuführen sind. |
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