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Von HB9DRS (Hans-Peter Strub)
Im Mosaik beschrieb Christian Brülhart über seine Empfangsberichte über
Sporadic-E-Öffnungen. Er konnte verschiedentlich UKW-Rundfunkstationen
aus ganz Grossbritannien mit einfachen Mitteln in Uster empfangen.
Das Phänomen E-Sporadic machen sich auch Radioamateure besonders
auf 144 MHz und 50MHz für Weitverbindungen im Funkverkehr
zu Nutze.
Wie und wann kommen solche Vorkommnisse überhaupt zustande?
Dazu einige physikalische Erläuterungen dieser Ausbreitungsart
für Weitverbindungen auf UKW Frequenzen. (UKW Bereich 30 – 300MHz)
Selbst für erfahrene Funkamateure und Rundfunkhörer sind
solche Verbindungen jedes mal ein Ereignis von grosser Bedeutung
und Faszination. Für einen erfolgreichen Funkverkehr über
Sporadic E sind Fachkenntnisse, Geduld und Ausdauer wesentliche
Voraussetzungen.
Solche Weitverbindungen sind möglich, weil sich in einer
bestimmten Höhe über der Erdoberfläche eine ionisierte
Schicht bildet. Ionisierte Schichten sind leitend und somit auch
reflektierend. Der Begriff Sporadic E oder abgekürzt Es, wird
von der Tatsache abgeleitet, dass die Reflektion in der E-Schicht
der Ionosphäre und nur sporadisch auftritt.
Eine Frage, die unter Kennern immer wieder gestellt wird: Wie
kommen diese Schichten überhaupt zustande? Auf diese konkrete
Frage gibt es bis heute noch keine einfache, eindeutige Antwort.
E-Schicht in der Atmosphäre
| Höhe über der Erde |
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| 120km |
THERMOSPHÄRE |
| 100km |
E – Schicht der
Ionosphäre |
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IONOSPHÄRE |
| 80km |
Mesopause |
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MESOSPHÄRE |
| 50km |
Stratopause |
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STRATOSPHÄRE |
| 10km |
Tropopause |
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TROPOSPHÄRE |
Mit Sicherheit bekannt ist, dass sich diese räumlich begrenzte
Ionisation in der E-Schicht zu ganz bestimmten Jahres- und Tageszeiten
bildet. Über das Zustandekommen dieser Schichten wurden schon
verschiedene Thesen aufgestellt und auch wieder aufgegeben. Eine
davon, die zwar einleuchtend, aber noch nicht eindeutig bewiesen
ist, soll hier kurz skizziert sein: Horizontal verlaufende Höhenwinde
in der Ionosphäre unterliegen dem sogenannten Windshear, d.h.
einer Umkehr innerhalb einer geringern Höhendifferenz. Dabei
können geladene Teilchen, die von verglühenden Meteoriten
stammen, in den erwähnten Windkanälen zusammengetrieben
werden und so eine mehr oder weniger reflektierende Schicht bilden.
Im weiteren scheinen gute Es-Bandöffnungen immer in Zeiten
ruhiger Erdmagnetik (Ak-Wert) aufzutreten. Dies würde darauf
hinweisen, dass die Magnetfelder der Erde eventuell auch einen
Einfluss auf die Bildung der Es-Schichten haben.
Die reflektierenden Schichten bilden sich in einer Höhe von
100 bis 110 km über der Erdoberfläche und haben eine
Dicke von einigen hundert bis zu tausend Metern. Die Ausdehnung
einer E-Schicht variiert sehr stark und lässt sich zudem nicht
ohne weiteres ausmessen oder bestimmen. Eine einmal gebildete Schicht
ist meist in Bewegung, sowohl in der Reflexionstätigkeit wie
auch in der Grösse, was sich sehr deutlich darin manifestiert,
dass die Signale zum Teil sehr starken Schwankungen unterworfen
sind. Im weiteren bleibt die Es-Wolke nicht stationär, sondern
sie wandert infolge der Erdrotation in westlicher Richtung. Die
meisten Es-Bandöffnungen finden von Mitte Mai bis Mitte August
statt. Die Dauer einer Es-Öffnung, variiert zwischen einigen
Minuten und einigen Stunden, wobei bei längeren Öffnungen
die Feldstärke erheblichen Schwankungen unterworfen ist. Die
maximalen Reichweiten betragen ca. 2200 km. In den letzten Jahren
wurden wesentlich grössere Distanzen getätigt, so z.B.
zwischen Portugal und Israel oder in diesem Jahr von der Schweiz
nach den Kanarischen Inseln. Es ist nicht ausgeschlossen, dass
bei diesen Verbindungen zwei Es-Schichten im Spiel waren. Aus einer
Auswertung von 4000 Es-Verbindungen (DUBUS-Hefte) auf 144 MHz geht
hervor, dass die Es-Bandöffnungen zwischen 08:00 – 22:00
UTC zustande kommen.
Es- Verbindungen in Abhängigkeit der Tageszeit
in % (UTC)
| 08:00 – 10:00 1,5% |
14:00 – 16:00 12% |
20:00 - 22:00 1,5% |
| 10:00 – 12:00 5% |
16:00 - 18:00 51% |
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| 12:00 – 14:00 3% |
18:00 – 20:00 26% |
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Es-Verbindungen in Abhängigkeit der Jahreszeit
in %
| Mai = 10% |
Juni = 36,5% |
Juli = 49,5% |
August = 4% |
Nicht nur für den Radioamateur ist dies Phänomen von
Interesse, wie dies die Aussage von Christian Brülhart zeigt.
Sobald die Grenzfrequenz einen bestimmten Wert erreicht, werden
auch die zwischen 45 und 52 MHz arbeitenden Fernsehsender respektive
deren Signale reflektiert und ergeben zum Teil einwandfreie Fernsehbilder.
Dieses Phänomen lässt sich jedes Jahr feststellen und
mehrheitlich können Fernsehsender aus Italien, Portugal, Spanien,
den nordeuropäischen Ländern und Russland empfangen werden.
Ebenfalls im europäischen FM Rundfunkband (87.5 bis 108 MHz).
Auch hier zeigen sich jedes Jahr bei hohen Grenzfrequenzen bemerkenswerte
Phänomene. Vielfach sind es nordeuropäische, wie auch
spanische und portugiesische Stationen, die zum Teil stärker
als die Lokal und Regionalsender einfallen, ja diese sogar überdecken.
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